Für den Musiklehrer Franz, der die Vierzig schon länger überschritten hat, läuft's nicht gut: Den Rockstar-Traum hat er fast aufgegeben, in seiner Ehe kriselt es, seine Tochter Julie pubertiert und redet kaum mit den Eltern. Eines Nachmittags gerät er in einen Autounfall, bei dem ein alter Mann umkommt. Ausgerechnet als seine Frau Linn die Beziehung retten will und ihn zu dem Lebenshilfeseminar "The Elevator to Happiness"™ mitschleppt, begegnet Franz das Unfallopfer Egon – als Geist! Dabei ist Egon Physiker und glaubt nicht einmal selbst an seine metaphysische Existenz. Notgedrungen machen sich Franz und Egon auf die Suche nach einem Weg, wie der Geist seine Ruhe finden kann. Dabei wird zunehmend unklar, wer hier überhaupt wen erlösen soll. Mit Schmäh und feinstem schwarzem Humor erzählt "Das Glück ist ein Vogerl" vom Irrsinn des Alltags, von unsterblichen Lebensträumen und der Liebe in drei unterschiedlichen Generationen. -
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
Bewertung
5/5
23.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Musiklehrer Franz träumt immer noch von einer Karriere als Rockmusiker. Doch leider sieht die Realität anders aus. Seine Ehe mit Linn befindet sich in einer Schieflage, seine pubertierende Tochter Julie verachtet ihn und zu allem Unglück gerät er in einen Autounfall, bei dem ein alter Mann umkommt. Von dem Moment gerät sein Leben aus der Bahn. Doch der Geist des Unfallopfers Egon taucht auf und gemeinsam suchen Franz und Egon nach Erlösung vom Irrsinn des Lebens. Das Debüt der österreichischen Autorin Ingrid Kaltenegger ist ein herrlicher Lesegenuss mit feinem schwarzen Humor und einer großen Portion Wiener Schmäh. Selten so gelacht.
Sonja
aus Freiburg
4/5
13.05.2025
eBook (ePUB 3)
Roman / Mid-Life / Familie / Träume
Musiklehrer Franz ist gefangen in einem Leben, dass er sich anders vorgestellt hat, aber doch ist es seine Frau Linn, die ausbrechen möchte. Nicht wirklich hilfreich ist, dass Franz seit neustem den Geist Egon als ständigen Begleiter mit sich führt. Und in dem versuch Egon ins Licht zu führen, seine Ehe zu retten, seinen größten Traum zu verwirklichen, scheint es, dass er seine Tochter Julie verliert. Denn die hat Liebeskummer, wegen Johannes, einem Schüler von Franz.
Wir folgen hauptsächlich Franz, aber auch den anderen Charakteren. Franz ist ein genau das, als was er sich mehr als einmal selbst bezeichnet und doch leidet man mit ihm mit. Und auch wenn einige Szenen überzogen sind, muss man doch sehr oft sehr laut lachen. Mit Gefühl und Situationskomik erleben wir, wie eine Familie zerfällt und sich wieder findet, nur anders als erwartet. Außerdem erkennen wir mit Egon, dass es nie zu spät ist!
Tolles Buch über die Entscheidungen im Leben, für die man alle dann doch selbst verantwortlich ist.
Und für alle Hörbuchliebhaber, Robert Palfrader liest das richtig gut, gerade die Selbstverurteilung hat er super rübergebracht.
Lesebegeisterte
4/5
31.08.2019
Buch (Taschenbuch)
..tolles Debüt...
Der Musiklehrer Franz wollt immer gerne ein Rockstar sein. Sein Traum ging nie in Erfüllung und so fristet er sein Dasein als Musiklehrer. In seiner Ehe läuft es auch schon seit geraumer Zeit nicht mehr so gut. Dann passiert auch noch ein Autounfall, bei dem ein älterer Herr ums Leben kommt. Franz plagen Schuldgefühle. Kurze Zeit später schleppt ihn Linn seine Ehefrau auf ein Lebenshilfe Seminar. Doch statt die Beziehung zu retten, erscheint Franz der Geist des verstorbenen Unfallopfers. Nach anfänglichem Entsetzen beschließen Franz und Geist Egon, heraus zu finden, wie Egon endlich Ruhe finden kann. Österreichischer Humor, beste Unterhaltung. Dieser Roman ist herrlich, die Protagonisten sehr sympathisch. Tolles Debüt!
Svea Moisig
aus Hamburg
4/5
11.08.2019
eBook (ePUB 3)
Wie das Leben so spielt...
Verschrobene Chararktäre vs. diverse Lebenskrisen - eine schräge Kombination, durch die sich mehrere Generationen unterschiedlichster Menschen und ein greiser Geist, irgendwie hindurch wurschteln müssen. Klingt klischeehaft, ist es manches mal auch, allerdings mit einem kleinen Augenzwinkern, dennoch lässt einen die Autorin Ingrid Kaltenegger durch die etlichen Missgeschicke und Situationskomiken der Protagonisten regelmäßig schmunzeln - und bestimmt kommt dem einen oder anderen Leser so manches davon ein bisschen bekannt vor.
Franz ist 48 Jahre alt und in seinen Augen, ein total verkannter Rockmusiker, der immer noch auf seinen, DEN einen, großen Bühnenauftritt wartet - bis dahin schlägt er sich als Musiklehrer auf 10-Stunden-Basis mit mehr oder weniger talentierten, aber stark pubertierenden Schülern durch. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, bahnt sich schon seit einiger Zeit in seiner Ehe eine Krise mit Ehefrau Linn an und seine Teenie-Tochter Julie ist absolute Meisterin im Eltern-ignorieren und Augenrollen. Kann es denn noch schlimmer kommen? Ja, das kann es - da Franz kein großer Meister im Geschenke aussuchen bzw -machen ist, bleibt es meist bei Gutscheinen und genau so einen möchte seine Frau Linn jetzt bei und mit ihm einlösen - geplant ist ein gemeinsames Wochenende bei DEM bekannten amerikanischen Motivator Scott, der den Teilnehmern eine rasante Fahrt in seinem "The Elevator to Happiness" verspricht und Linn so auf die Rettung ihrer Ehe hofft... Nun, wem das noch nicht genug ist, es kommt für Franz nämlich noch dicker: als dieser kurz vor dem Seminar in einen tödlichen Autounfall verwickelt wird, verfolgt ihn fortan der Geist von Unfallopfer Egon und stiftet ungewollt allerhand Chaos im Leben von Franz, aber auch dessen Mitmenschen, dabei hat Egon noch die ein oder andere wichtige Mission zu erfüllen... Können die beiden gemeinsam dem Glück und der Liebe auf die Sprünge helfen? Und, wie kommt Egon überhaupt dahin, wo Geister eigentlich hingehören..?
Manchmal brauche ich einfache, witzige Kost und da kam mir der Klappentext von "Das Glück ist ein Vogerl" doch sehr passend vor, also nichts wie rein in´s Geschehen und den zwischenmenschlichen Katastrophen von Franz und Co folgen und hoffentlich kräftig dabei ablachen. Anfangs dachte ich, dass ich mich verlese oder ist´s Zufall? Aber... vor jedem Namen steht doch tatsächlich der Artikel - der Franz, die Linn, der Egon, die Julie - Gewöhnungsbedürftig, aber wenn man im Lesefluss ist, passt es total zum restlichen Schreibstil der Autorin, dieser kommt nämlich angenehm leicht daher, auch wenn man den einen oder anderen österreichischen Begriff erst einmal "verarbeiten" muss, aber genau das macht den Charme des Buches aus. Überhaupt trifft man dort auf richtige Typen: Franz macht zu Beginn der Geschichte einen eher unsympathischen Eindruck: launisch und mit sich und seiner Umwelt absolut nicht im Reinen, kommt er einem im Verlauf der Geschichte als Figur immer näher und man bekommt ein gutes Gespür für ihn und seine Nöte, die ihn irgendwie permanent heimsuchen. Auch die Familie von Franz leidet mehr oder weniger still vor sich hin und hat so ihre eigenen Bedürfnisse, denen Franz anscheinend nicht mehr gerecht werden kann. Zum Glück hat Franz den Geist Egon an seiner Seite - und mit diesem kommt eine große Portion Humor, ein schlecht sitzender Anzug, aber auch ein neutraler Betrachter der Dinge ins Spiel, der ungewollt für viele lustige Situationen sorgt. Apropos lustig - das Seminar "The Elevator to Happiness" und deren Teilnehmer - Herrlich! Was hab ich gelacht und mein Kopfkino war am schäumen von den bekloppten Dialogen und dem Miteinander der Protagonisten, ich als Teilnehmerin wäre vor Lachen wohl des Raumes verwiesen worden. Auch die Szenen und Orte um den Geist Egon, die er noch aufsuchen "muss", um seine "Mission" zu erfüllen, beinhalten allerlei Komik, die manches mal in Kombination mit Franz in regelrechte Chaoten-Verzweiflung umschlägt, die man als Leser charmant mit einem Lächeln quittieren muss. Insgesamt ein witzig-liebvolles Buch um die verschiedenen Stationen des Lebens, der Emotionen der Menschen, die sich diesen stellen müssen und sich glücklich schätzen können, dann einen guten Freund an ihrer Seite zu haben, der ihnen beisteht. Es muss halt nicht immer Lektüre sein, die durch die Öffentlichkeit breitgetreten wird, manchmal sind die einfachen, stillen Dinge viel angenehmer und nachhaltiger. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.
yellowdog
4/5
28.05.2019
eBook (ePUB 3)
augenzwinkernd erzählt
Der augenzwinkernde Buchtitel Das Glück ist ein Vogerl deutet schon an, dass es sich um einen vergnüglichen Roman handelt. Es ist der Debütroman der Drehbuchautorin Ingrid Kaltenegger. Schauplatz ist in Österreich, das spürt man als Leser bei den Dialogen stark.
Zwar würde ich das Buch nicht als besonders wichtig oder anspruchsvoll einstufen, aber es ist gute Unterhaltung.
Aufgrund des parodistischen Ansatzes verwundert es nicht, dass es sich bei den handelnden Figuren um Stereotypen handelt.
Franz, der frustrierte Lehrer, der mit 48 Jahren immer noch einer vergebenen Musikerkarriere nachtrauert.
Seine Frau Linn, die mit der Ehe unzufrieden ist und Hilfe von einem Lebenstrainer erhofft.
Dann die gemeinsame Tochter, natürlich dauerpubertierend und entsprechend schlecht drauf.
Und der alte Physiker Egon, der schusselig ist und einen Autounfall nicht überlebt.
Franz ist der letzte, den Egon vor seinem Tod sah. Grund genug künftig Franz als Geist zu begleiten, auf der Mission, die Liebe seines Lebens wiederzutreffen.
Entsprechend chaotisch und witzig geht die Handlung weiter.
Ein amüsanter Roman!
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