North and South is a novel that exposed Victorian inequalities. Margaret Hale a woman from the South of England moves to the industrialized North of England where she is shocked by the huge inequalities between the rich and the working class. This serves as a backdrop for a conflicted love story. Margaret finds herself falling in love with John Thornton, the owner of the local mill. But her concern for the Mill's striking workers complicates the relationship. A classic tale of class and love.
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Mag
aus Berlin
4/5
29.01.2021
Buch (Taschenbuch)
Liebe und Konflikte im 19. Jahrhundert
Als Pfarrer Hale seine sichere, wenn auch nicht übermäßig gut bezahlte Pfarrstelle im beschaulichen ländlichen Südengland aus Gewissensgründen aufgibt, um eine Stelle als Tutor im industrialisierten Städtchen Milton in Nordengland anzunehmen, verändert das schlagartig auch das Leben seiner gesamten Familie, die ihn natürlich begleitet. Besonders ereignisreich wird das für die Tochter des Hauses, Margaret Hale. Zeitweilig bei einer Tante in London aufgewachsen und sowohl dort als auch zu Hause als Lady behandelt, verwöhnt mit Dienerschaft und viel Müßiggang außer freiwillig absolvierten gemeinnützigen Aufgaben in der Gemeinde, verschlägt es Margaret in eine Stadt des industrialisierten Nordens - mit Fabriken (in Milton vorwiegend Baumwollfabriken) mit entsprechenden Gesellschaftsschichten: arme Arbeiter und neureiche Fabrikbesitzer und Margaret findet sich unvermittelt mitten in einem heftigen Arbeiterkampf wieder. Die aus dem Süden einen freundlichen Umgangston gewöhnte Margaret empfindet das Stadtleben als hart, kalt und abweisend und ihre Sympathien liegen bei den Arbeitern, die trotz harter Arbeit kaum ihre Familien ernähren können und auch die Kinder bereits zur Arbeit in die Fabriken schicken müssen, die neben kargem Lohn dazu durch Baumwollstaublungen auch noch krank werden. Margaret freundet sich mit einer etwa gleichaltrigen Arbeiterin, Bessy Higgins, an und lernt auch deren Vater kennen, der Gewerkschaftsangehöriger und Arbeiterführer im anstehenden Streik ist, während Margarets Vater als ersten Schüler in Milton ausgerechnet einen der Fabrikbesitzer, Mr. Thornton, hat, der, wann immer Margaret die Haltung der Arbeiter vertritt und die Fabrikbesitzer kritisiert, ihr seine Sicht der Dinge aus Seiten der Fabrikbesitzer schildert. Während der bedächtige Ex-Pfarrer beiden Seiten Gehör schenkt und in seiner Beurteilung schwankend ist und stets für friedliche Verhandlungen der beiden konträren Gruppen plädiert, kann Margaret die kompromisslose und konsequente Haltung Thorntons nicht akzeptieren und ihn dadurch nicht ausstehen. Außerdem fällt es Margaret schwer, den neureichen Fabrikbesitzer, dem es an gentlemanlikem Verhalten mangelt, als ebenbürtig anzusehen, so dass sie ihn, als er ihr einen Heiratsantrag macht, schroff ablehnt. Doch Margaret ist noch jung, hat noch viele schwere Prüfungen vor sich und kann im Lauf des Romans noch einige Kehrtwendungen einlegen, ebenso wie Thornton und auch Arbeiterführer Higgins........
Wie viele Werke von Charles Dickens erschien auch dieses Werk seiner Zeitgenössin Elizabeth Gaskell zunächst als Fortsetzungsroman - mit entsprechender Gesamtlänge und auch inhaltlichen Längen. Trotzdem eine interessante Milieuschilderung aus dem viktorianischen Zeitalter Englands mit den Anfängen seiner Industriebetriebe und den sich verändernden Gesellschaftsschichten, den Kämpfen und Wandlungen, unterlegt mit einer hinreißenden Liebesgeschichte um Margaret und Thornton, die Mr. Darcy und Elizabeth Bennett aus "Stolz und Vorurteil" in nichts nachsteht. Für Literatur- und Gesellschaftsinteressierte ein Leckerbissen.
Überaus sehenswert dazu ist auch eine BBC-Verfilmung des Buches aus dem Jahr 2004 mit Daniela Denby-Ashe und Richard Armitage - in weiten Teilen wortwörtlich der Romanvorlage folgend, jedoch auch mit einigen Veränderungen, die dem Geschehen aber keinen Abbruch tun, sondern eher durch gelegentliche Straffung und andererseits leichte Zusätze zur Handlung die Konflikte noch besser herausarbeiten - nur die Bahnhofsszene am Schluss des Films, wenn auch schnulzig schön, wäre im viktorianischen Zeitalter absolut skandalös und unmöglich gewesen!
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