Aprikosen aus Hamburg, Kühlräume für Berlin und Hochleistungskühe im Hitzestress. Deutschland im Klimawandel: Wie werden wir leben und arbeiten? Wohin werden wir reisen? Wie werden unsere Städte aussehen? Neue Ausgabe mit einem aktuellen Vorwort.
Spätestens die Hitzesommer 2018 und 2019 sowie die auch 2020 anhaltende Trockenheit haben es deutlich gemacht: Der menschengemachte Klimawandel ist keine Bedrohung für die ferne Zukunft ferner Länder, der Klimawandel findet statt - hier und jetzt. Doch welche konkreten Auswirkungen wird er auf unser aller Leben in Deutschland haben? Selbst wenn es Deutschland und der Welt gelingen sollte, den Ausstoß von Treibhausgasen in den nächsten Jahrzehnten drastisch zu reduzieren - bereits jetzt steht fest: Das Klima in Deutschland verändert sich. Im Jahr 2050 wird es bei uns im Durchschnitt mindestens zwei Grad Celsius wärmer sein.
Was sind die praktischen Konsequenzen dieses Temperaturanstiegs?
Wie wird unser Leben in Deutschland in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts konkret aussehen, wenn es immer heißer, trockener und stürmischer wird?
Welche Anpassungen werden nötig und möglich sein?
In ihrem Buch geben die Autoren Nick Reimer und Toralf Staud konkrete Antworten auf die Frage, wie der Klimawandel uns in Deutschland treffen wird. Auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse aus zahlreichen Forschungsfeldern schildern sie, wie wir in dreißig Jahren arbeiten, essen, wirtschaften und Urlaub machen. Welche neuen Krankheiten uns zu schaffen machen. Wie sich unsere Landschaft, unsere Wälder, unsere Städte verändern.
Entstanden ist eine aufrüttelnde Zeitreise in die Zukunft: Selbst wenn wir den Klimawandel noch bremsen können, wird sich unser Land tiefgreifend verändern. Ohne verstärkten Klimaschutz jedoch wird Deutschland 2050 nicht wiederzuerkennen sein.
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Erschreckend und aufrüttelnd
JennyK am 15.06.2021
Bewertungsnummer: 1506719
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Mein erster Eindruck
Einer meiner ersten Gedanken bei Kapitel 2 oder 3 war, „wenn irgendein:e Schriftsteller:in noch Anregungen für einen dystopischen Roman benötigt, sollen sie einfach dieses Buch lesen. So viele Szenarien wie die Welt zugrunde gehen könnte“. Mich hat das Buch sehr erschrocken. Auf meinen Blog dreht sich alles um ein nachhaltiges Leben. Ich mich bereits kritisch mit dem nachhaltigen Konsum auseinandergesetzt und Tipps fürs Bad oder den Alltag gegeben. Doch auch für mich waren die Auswirkungen des Klimawandels weit weg. Mit den schlimmsten Dingen habe ich erst gerechnet, wenn ich bereits an Altersschwäche gestorben bin. Aber nein, wenn wir heute nicht handeln, wird unser Leben 2050 schon nicht mehr so aussehen, wie wir es kennen. 2050 bin ich nicht mal in Rente (bei einem Renteneintritt von 67). Das sind keine 30 Jahre mehr.
„Dennoch macht sich bisher kaum jemand eine Vorstellung davon, was Klimawandel wirklich für ihn bedeutet - dass die ganze Gesellschaft betroffen sein wird, die gesamte Wirtschaft. Im Zweifelsfall meinen die Leute immer noch, dass es die anderen trifft und nicht sie.“
Meine Meinung zu „Deutschland 2050“
Toralf Staud und Nick Reimer haben sehr viele Forschungsberichte und Studien gelesen und Expert:innen interviewt und die Ergebnisse/Konsequenzen in verständlichen Worten niedergeschrieben. Was bedeuten die Ergebnisse von Klimastudien für Deutschland für die Welt? Wie wird der Klimawandel unser Leben in Deutschland bis 2050 bzw. Ende des Jahrhunderts verändern? Kinder, die heute geboren werden, werden statistisch gesehen bis mind. Ende dieses Jahrhunderts leben. Die Forschung rechnet mit verschiedenen Szenarien, von wenig bis vollständiger Senkung der Treibhausgase. Die beiden Autoren haben die Ergebnisse genommen, die zeigen, was passiert, wenn wir ab heute nur leicht den Ausstoß von Treibhausgasen senken.
Ich stimme ihnen zu, dass es unwahrscheinlich ist von kurzfristig den Ausstoß erheblich zu senken. Vielleicht kriegen wir irgendwann die Kurve, aber nicht von heute auf morgen. Vermutlich muss es erst noch schlimmer werden, bis alle bereit sind, Einschnitte in ihrem Leben zu akzeptieren. Bis dahin werden wir aber noch viele Treibhausgase produzieren, die dann auch erst einmal in der Atmosphäre sind. Die verschwinden da leider auch nicht so schnell, selbst wenn wir weniger hinzufügen. Da ist die Natur leider etwas träge.
Die Kapitel und Unterkapitel sind kurz gehalten (mensch kann eben noch das Kapitel beenden) und verständlich geschrieben. Es ist keine trockene Aufarbeitung von Forschungsergebnissen, nein, viel mehr wird sehr bildhaft beschrieben was auf uns zukommt. Wir müssen mit Hitze- und Dürreperioden rechnen, die Hitzetage werden mehr, vermutlich werden wir auch „Siesta“ einführen müssen, wie in Südeuropa in der Mittagszeit. Typische Nächte (über 20 Grad nachts) werden zunehmen. Dies hat Einfluss auf die Vegetation in Deutschland, auch mögen Zecken und Mücken diese Temperaturen. Das Risiko für tropische Krankheiten in Deutschland steigt.
In den letzten Jahren konnten wir bereits beobachten, wie sich die Hitze auf unsere Wälder auswirkt, die tieferen Erdschichten werden immer trockener. Wälder, wie wir sie heute kennen, wird es in 2050 nicht mehr geben. Dies hat direkt Einfluss auf verschiedenste Lebewesen. Viele Tierarten stehen auch in Deutschland schon heute auf der Roten Liste und werden aussterben.
Die Hitze führt gleichzeitig zu mehr Starkregen Ereignissen. Ist doch gut bei der Trockenheit, oder? Leider nein, wer kennt es nicht. Wenn es plötzlich so stark regnet, ist der trockene Boden gar nicht in der Lage, so schnell so viel Wasser aufzunehmen. Überschwemmungen drohen. Beim Lesen dieses Kapitels hatte ich direkt das Video aus Münster vor Augen, wo vor einigen Jahren bei Starkregen ein Mann auf einer Luftmatratze über die überschwemmte Straße schwamm.
Die Themen gehen noch weiter erhitze Städte, Trinkwasser wird knapp, Anstieg des Meeresspiegels, geschmolzener Teer usw.
Dies hat auch alles Einfluss auf unsere Wirtschaft. Der Pegel der Wasserstraßen sinkt, bereits im letzten Jahr konnten zeitweise keine Schiffe auf dem Rhein fahren. Gleise verbiegen sich bei zu großer Hitze.
„Sänke der Treibhausgas-Ausstoß schnell und drastisch, so der mehrfach zitierte Expertenbericht für das Verkehrsministerium, dann ergäben sich für die Rheinschifffahrt nur >> sehr moderate bzw. keine Änderungen <<.“
Büroräume erst recht, auch Industrieproduktionsanlagen müssen mehr leisten um Temperaturen zu schaffen, bei denen wir noch arbeiten können.
„Das Umweltbundesamt schätzt nach Auswertung zahlreicher Studien, die Arbeitsproduktivität könne während Hitzewellen um drei bis zwölf Prozent sinken. […] auch in Büros sinken Leistungsfähigkeit und geistige Produktivität, wenn die Temperaturen den >>Behaglichkeitsbereich<< von 23 bis 26 Grad überschreiten.“
Pflanzen, die heute die Landwirtschaft anbaut, kommen unterschiedlich mit Hitze und Trockenheit aus, aber nicht alles, was wir heute als saisonales und regionales Essen kennen, wird bleiben. Dies bedeutet eine Umstellung für die Landwirtschaft.
Alle Aussagen der Autoren werden mit Fußnoten und den entsprechenden Studien hinterlegt. Anregungen, um den Klimawandel zu verlangsamen und langfristig zu stoppen, werden nur am Rand gegeben, dazu haben die beiden bereits ein anderes Buch geschrieben (Wir Klimaretter).
Letztlich ist klar, noch können wir etwas ändern, bevor manches nicht mehr rückgängig zu machen ist. Sind die Gletscher und Eispanzer an den Polen erst einmal geschmolzen, wird nur eine Eiszeit neue Gletscher schaffen. Dann bliebe der gestiegene Meeresspiegel und wir müssten uns an eine neue Weltkarte und kleinere Lebensräume gewöhnen. Mein Geburtsort in Norddeutschland läge dann auch unter Wasser.
„Weltweit ist es bereist offensichtlich, dass ärmer Staaten wie auch ärmere Menschen (obwohl sie viel weniger zum Klimawandel beitragen) stärker unter den Folgen leiden als reiche. Dasselbe Phänomen wird sich in Deutschland zeigen. Auch hierzulande verursachen Wohlhabende deutlich mehr Treibhausgase. Doch wer genug Geld hat, kann sich in seiner Wohnung eine Klimaanlage leisten.“
Oder zieht weg.
Fazit
Dieses Buch rüttelt hoffentlich alle wach. Es kommen so oder so Veränderungen auf und zu entweder, weil wir nichts ändern und uns die Klimakrise voll erwischt oder weil wir zu Einschnitten bereit sind, die ebenfalls Einfluss auf unserer Leben nehmen. Teuer wird es auch in beiden Fällen, entweder zahlen wir die Entschädigungsleistungen bei Naturkatastrophen oder die Verhinderungsmaßnahmen aus Steuergeldern. Ich entscheide mich für die Einschnitte und Kosten, um die schlimmen Folgen der Klimakrise zu verhindern.
Ich hoffe, die Politik und Unternehmen begreifen es auch schnell, denn alleine ist es nicht zu schaffen.
Warum uns der Klimawandel ans Herz gehen sollte
Felix aus München am 08.06.2021
Bewertungsnummer: 1504283
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Staud und Reimer erklären in ihrem Buch einfach und bildlich, welchen Einfluss der Klimawandel auf uns, die Bundesrepublik Deutschland haben wird. Ein Grund mehr in Zukunft doch vermehrt vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen und weniger Fleisch zu essen. Denn wir haben nur einen Planeten.
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