Er will ihr nah sein, noch näher, immer noch näher. Bis es irgendwann nicht näher geht.
London, Fundbüro des öffentlichen Nahverkehrs. Lester Sharp kümmert sich um herrenlose Fundsachen: Handys, Schlüssel, Portemonnaies - besonders gern um Kleidungsstücke und medizinische Gerätschaften. Er ist auch privat ein Sammler und Sonderling, der sich schwertut mit Frauen und zwischenmenschlichen Beziehungen. Als er der jungen Erin begegnet, weiß er zunächst nicht, wie er sich verhalten soll - findet aber schon bald eine Möglichkeit, ihr nah zu sein. Näher, als es ihr lieb sein kann...
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
BücherwurmNZ
5/5
06.06.2021
eBook (ePUB)
Psychothriller vom Feinsten
Das Buch ist aus zwei Perspektiven geschrieben. Zum einen aus der von Erin, die andere aus Sicht von Lester Sharp. Letztere überwiegt und ist für mich sie spannendere, aber auch schockierendere Perspektive. Man erfährt ungefiltert seine Gedanken und was er bezüglich Erin anstellt. Zudem tauchen die Worte seiner früheren Psychotherapeutin in seinen Gedanken auf, was bei mir immer die Alarmglocken schrillen ließ. Einige Kapitel erzählen die Geschichte von Lester und seiner früheren Freundin, welche für sie nicht gut ausging, und den Leser noch tiefer in Lesters Psyche eindringen lässt.
Die Geschichte ist überaus spannend, oft musste ich den Kopfschütteln, mir ist es eiskalt den Rücken runter gelaufen, bei dem, was Lester tat und wie tief er in die Privatsphäre von Erin eingedrungen ist. Ich wollte sie ständig warnen. Die hohe Spannung und die kurzen Kapitel ließen mich schnell durch das Buch kommen. Ich wusste nie, was als nächstes passieren wird, da die Autorin einige Überraschungen parat hält. Bis zum Schluss habe ich mit Erin mitgefiebert.
Fazit:
Ein Psychothriller vom Feinsten mit einer tiefgehenden und schockierenden Story sowie viel Spannung, einigen Überraschungen und vielen Gänsehautmomenten.
NiWa
4/5
25.07.2021
eBook (ePUB)
Latente Spannung, eine abstoßende Figur & bedrohliche Atmosphäre
Lester Sharp arbeitet im Fundbüro und ist außerdem sonderbar. Als er seinen neuen Nachbarin Erin begegnet, weiß er, dass es Schicksal ist. Er will ihr nah sein. Näher als es gut für Erin ist.
„Ich will dir nah sein“ ist ein feiner Psychothriller, der äußerst geschickt mit den Elementen des Genres spielt.
Lester arbeitet im Fundbüro und liebt seinen Job. Hier katalogisiert er verlorene Gegenstände und ist von ihnen fasziniert. Egal ob es Schlüssel, Handys oder medizinische Gerätschaften sind, er entwickelt eine eigenartige Beziehung dazu, und er ist eindeutig ein Sonderling. Darüber hinaus ist Lester nicht nur in der Arbeit sonderbar, sondern er tut sich schwer, zwischenmenschliche Beziehungen richtig zu interpretieren. Ein freundliches Lächeln da, ermutigt ihn, und ein verzweifelt ausgestoßenes „Nein“ spornt ihn mehr an. Erst recht, wenn er denkt, dass es - wie bei der neuen Nachbarin Erin - Schicksal ist.
Bei dem Buch hat mich der Klappentext neugierig gemacht. Mein erster Gedanke war, dass es nach einem guten Thriller klingt und dieses Versprechen hat der Roman gehalten.
Als Leser taucht man in Lesters gestörte Wahrnehmung ein. Viele Passagen werden aus seiner Perspektive erzählt und dementsprechend ist man bei diesen verkehrten Gedankengängen live dabei.
Anfangs ist es unschuldig. Lester wirkt wie ein merkwürdiger Kauz, der sich zu intensiv für die verlorenen Gegenstände in seinem Job interessiert. Doch je länger man ihn begleitet, desto tiefer taucht man in die wirren Überlegungen ein, und ahnt, dass es erst die Spitze des Eisbergs ist.
Lester hat mich total abgestoßen. Ich habe ihn als extrem widerliche Person empfunden, bei dessen räumlicher Nähe man körperlich auf den Ekel reagiert. Seine Wahrnehmung ist absolut verdreht, er interpretiert kleinste Gesten falsch und wird dadurch zu einer Bedrohung, der man nicht im Treppenhaus begegnen will.
Gleichzeitig hatte ich Mitleid mit ihm, weil in seiner Illusion alles seine Richtigkeit hat. Er handelt so, wie er denkt, dass es angebracht ist, und begreift nur am Rande, dass er regelmäßig Grenzen übertritt.
Die neue Nachbarin Erin hat es ihm angetan. Nach ihrem Einzug erlebt man Lester voll befremdlichen Elan und manche Szenen haben etwas Beängstigendes. Ich bin mir relativ sicher, dass es solche Menschen wie ihn wirklich gibt, was mir schon arg zu denken gibt.
Zudem erhält man Einblick in Erins Leben, was die Handlung zusätzlich aufpeppt und ihr zum Ende hin eine bizarre Wendung verleiht.
Ich habe den Thriller gebannt gelesen, weil Lesters Ekelfaktor und seine abnormalen Gedankengänge fesselnd sind. Vom merkwürdigen Sonderling wandelt er sich zur - meiner Ansicht nach - realistischen Bedrohung, was dem Thriller ordentlich Spannung verleiht.
Der Handlungsaufbau ist einem Psychothriller entsprechend. Es ist eher ruhig und die Spannung baut sich unterschwellig auf. Erins Leben liegt in Lesters Hand, obwohl die Nachbarin nicht ahnt, welcher unscheinbaren Bedrohung sie ausgesetzt ist. Zum Schluss wartet die Autorin mit einem gut konstruierten, überraschenden Ende auf, das mir gefallen hat.
„Ich will dir nah sein“ ist ein fesselnder Psychothriller, der meiner Meinung nach mit latenter Spannung, einer abstoßenden Figur und bedrohlicher Atmosphäre an die Seiten bannt.
Bewertung
aus Leiben
4/5
28.05.2021
eBook (ePUB)
Stalker
Lester Sharp arbeitet in einem Fundbüro und geht dort voll in seinem Job auf, da es auch seiner Leidenschaft - fremde Gegenstände - entgegenkommt. Privat hat er kaum soziale Kontakte, auch die Pflege vernachlässigt er. Vielmehr ist er damit beschäftigt, seine Nachbarn zu stalken. Als die Balletttänzerin Erin in die Wohnung neben ihn einzieht, kann er sein Glück kaum fassen, und verleibt sich über die Ferne in sie. Gut für ihn, dass er von seinem Badezimmer gut in die Wohnung der neuen Nachbarin hört. Zudem hat er auch einen Schlüssel vom Vormieter.
Das Cover des Buches ist einfach gemacht, passt aber ausgezeichnet zum Buch.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr gut - Charaktere und Orte werden bildhaft beschrieben.
Der Plot ist gut gewählt, v.a. durch den unsympathischen - aber trotzdem interessanten - Charakter Lester Sharp und auch Erin, die selbst ihre Geheimnisse hat. Mit Rhys kommt dann ein ebenfalls gut durchdachter Protagonist hinzu.
Die Spannung verläuft kontinuierlich durch das Buch, wobei mir einfach der Überraschungseffekt fehlte. Am Ende des Buches stieg dann die Spannung auf den Höchststand, denn plötzlich kam eine Wendung mit der ich nicht gerechnet hätte. Genau dieses Ende machte das Buch dann lesenswert und lässt mich eine Empfehlung aussprechen, auch wenn ein paar kleine Fragen leider ungeklärt blieben. So hätte ein Epilog der einiges erklärt (Stichwort Rhys) einen runderen Abschluss ergeben.
Nichtsdestotrotz fühle ich mich sehr gut unterhalten.
Fazit: Psychothriller, der lange etwas dahintümpelt, aber am Ende doch positiv überraschen kann. 4 von 5 Sternen
Bewertung
2/5
03.07.2021
eBook (ePUB)
Leider nicht überzeugt
Es beginnt wie ein Psychothriller, ein eigenartiger Mann stalked seine Nachbarin und das tut er 2/3 des Buches, was ich sehr langatmig fand. Gegen Ende dann gibt es doch noch einen kleinen Twist und die Geschichte endet anders sls erwartet, aber die Personen blieben für mich farblos und haben mich nicht begeistert.
Bewertung
5/5
19.03.2022
Buch (Taschenbuch)
Einer meiner Lieblingspsychothriller!...
Einer meiner Lieblingspsychothriller! Von Beginn an so fesselnd, dass man es in einem Rutsch lesen muss!
Für Fans von "Girl on the train" und "Ich darf nicht schlafen".
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