Ein aufregender Roman über Carola Neher, eine der schillerndsten Schauspielerinnen der Weimarer Republik von der Bestseller-Autorin Charlotte Roth.
Wo sie auftritt, jubeln die Menschen der geheimnisvollen Carola Neher zu. Die Theater reißen sich um sie. Berlin liegt ihr zu Füßen in jenen letzten Jahren der Weimarer Republik. In durchfeierten Nächten verdreht sie einem berühmten Mann nach dem anderen den Kopf – doch im Herzen bleibt sie allein. Das ändert sich, als sie dem Dichter Klabund begegnet, ein Suchender und ein Getriebener wie sie selbst.
Ausgerechnet sie, die begehrte femme fatale, verliebt sich in den scheuen, zurückhaltenden Dichter, der von der gleichen inneren Glut verzehrt wird wie sie selbst. Was keiner für möglich gehalten hätte, tritt ein: Sie heiratet ihn. Doch eine brave Ehefrau wird Carola nicht, denn schon bald lockt sie das wilde Leben – und die Künstler Berlins, darunter Bertolt Brecht, der ihr die Chance ihres Lebens bietet …
In diesem Roman setzt Bestseller-Autorin Charlotte Roth der Schauspielerin Carola Neher ein Denkmal, die in den 20er Jahren die Muse vieler berühmter Männer war und als Brechts erste Polly unsterblich wurde.
Kundinnen und Kunden meinen
4.1/5.0
K
aus Darmstadt
5/5
28.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine besondere Frau Charlotte…
Eine besondere Frau Charlotte Roth hat einen Roman über eine bis dato für mich unbekannte Frau verfasst. Da ich Bücher über starke Frauen und wahre Geschichten sehr mag, hat die Muse von Bertolt Brecht mein Interesse geweckt. Gerade zu Beginn hatte ich Schwierigkeiten der Geschichte zu folgen, da ich den Schreibstil gewöhnungsbedürftig fand. Auch war mir dieser etwas zu sperrig und dadurch nicht so flüssig zu lesen. Allerdings habe ich mich nach einigen Kapiteln an die Art der Autorin gewöhnt und mich mit dem Stil angefreundet. Dies hat dazu geführt, dass ich der Geschichte immer besser folgen konnte und mir die Hauptfigur ans Herz gewachsen ist. Sie ist mir sehr sympathisch geworden und genau dadurch hat mich das Buch nach und nach immer mehr in den Bann gezogen. Auch hatte ich schließlich ein Bild der Figuren im Kopf, wodurch die Handlung sehr authentisch erschien. In meinen Augen wird das Buch von Seite zu Seite besser, weil es an Spannung gewinnt und die verschiedenen Facetten der Hauptfigur eindrücklich präsentiert werden. Zudem hat mich das Buch am Ende berührt und hätte gerne noch mehr Seiten gelesen. Dies hat mich dann doch selbst überrascht, da ich dies zu Beginn des Lesens nicht erwartet hatte. Ich habe sehr viel über eine Person gelernt, die ich vorher nicht kannte und mag besonders, dass die Autorin sich mit eher in den Hintergrund geratenen Persönlichkeit befasst hat, da es die Gegebenheiten der damaligen Zeit wunderbar widerspiegelt. Mir hat das Buch gefallen, auch wenn ich mich erst einmal daran gewöhnen musste. Daher erhält es 4 von 5 Sternen.
Lesefuchs - Bücher mit Herz
aus Bargteheide
5/5
13.05.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine Frau zwischen zwei Männern
Ich liebe die Romane von Charlotte Roth. Sie entführt uns in vergangene Zeiten und lässt diese so bildhaft wieder auferstehen, dass man meint, man sei mittenmang. Der neue Roman „Die Königin von Berlin“ erschien 2020 mit im 1. Lockdown. Jetzt ist die Taschenbuchausgabe erhältlich.
Zum Inhalt des Buches möchte ich Ihnen gar nicht mehr sagen, als es hier bei thalia.de schon steht, außer diesem hier: Es geht um die Schauspielerin Carola Neher, die leider durch ihre Lebensumstände vergessen wurde. Zwei Männer waren in ihrem Leben sehr wichtig – Bertolt Brecht und Klabund.
Dieser Roman ist anders als die bisherigen Romane der Autorin, die im Droemer Knaur Verlag erschienen sind. Diesmal ist es keine reine Fiktion, sondern eine Romanbiografie. Die Autorin schließt damit eher an das Buch „Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit“ (Julia Eisele Verlag) an, welches eine Romanbiografie über Michael Ende ist, als an die Romane, die alle bei Droemer Knaur erschienen sind. Allerdings spielt das aktuelle Buch wieder in der Zeit, die wir Leser: innen von ihr lieben und auch erwarten. „Die Königin von Berlin“ spielt zumeist in den zwanziger Jahren. Am Ende gibt es noch einen knappen Ausblick bis zu ihrem Tod 1942.
Für mein Empfinden ist Charlotte Roth in ihrem Schreiben reifer geworden, oder einfach mehr sie selbst. Sie schreibt in einer Sprache, die tiefer geht als bisher. Was ich damit sagen möchte, heißt, dass sie hinter das eigentliche Geschehen blickt, mehr reflektiert und mehr mit der Sprache spielt. Das heißt aber auch, dass ich manche Sätze zweimal lesen musste, weil ich sie nicht gleich auf Anhieb verstanden habe.
Ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich mich in diese Geschichte eingelesen hatte. Bis zur Mitte hatte die Autorin mich dann aber. Ich konnte nicht mehr aufhören, musste wissen, wie die Geschichte endet, auch wenn ich schon bei Wikipedia geluschert hatte. Dies ist übrigens wieder so ein Buch, bei dem ich ganz viel parallel in Internet nachgeschlagen habe. Nicht weil die Autorin wichtige Details unterschlagen hätte, sondern einfach, weil ich so neugierig war und gewisse Dinge nicht abwarten konnte. Außerdem wollte ich auch wissen, wie die Menschen aussehen, über die ich gerade gelesen habe. Das Cover stellt tatsächlich Carola Neher dar. Es ist aber ein gestelltes Motiv. Carola Neher hatte nie einen Geparden! Nun aber zurück, warum ich ursprünglich nicht mit dem Buch warm geworden bin. Anfangs mochte ich (Karoline) Carola Neher nicht. Sie war mir zu egoman und zu getrieben. Ebenso wie Bertolt Brecht, der mir im Laufe des Buches sogar noch unsympathischer wurde, als er mir zu Beginn der Geschichte schon war. Aber dann begann die Geschichte zwischen Carola und Klabund. Und damit hatten mich sowohl die Protagonistin als auch die Autorin.
Dieser Roman entführt uns tatsächlich in die Welt des Theaters in den zwanziger Jahren. Eine Welt, in der ganz viel möglich war und in der es in der Folgezeit viele Umbrüche gab. Dass die zwanziger Jahre eine hektische Zeit waren, wo die Menschen auf einem Vulkan lebten, war mir klar. Dass es auch eine schreckliche Zeit war, weil so viele Menschen arbeitslos waren und die Finanzsituation sie erdrückte, war mir auch klar. Aber ich wusste nicht, wie das Theater funktionierte. Es gibt viele bekannte Persönlichkeiten aus dieser Zeit, die verschiedene Wege beschritten. Manche lernen wir näher, manche nur am Rande kennen. Aber ich wusste nicht, wie Theaterstücke entstanden. Ich dachte ganz naiv, dass der Autor eine zündende Idee hatte und diese dann niedergeschrieben hat. Aber dem war ganz offensichtlich nicht so. Theaterstücke scheinen mehr mit den Drehbüchern zu Filmen gemein zu haben. Der Autor entdeckt eine Geschichte und versucht diese dann in ein Theaterstück umzusetzen. So gibt es dann eben auch verschiedene Versionen zu ein und demselben Thema. Sie werden es an Hand des „Kreidekreises“ in diesem Roman erleben. Mich hat allerdings erschreckt, dass damit die ursprünglichen Urheber eigentlich leer ausgehen, d.h. dass wir sie gar nicht kennen. Das war mir z.B. bei der „Dreigroschenoper“ so nicht bewusst.
In diesem Roman gibt es eine Rahmenhandlung, die im Spätsommer 1979 in Weyher bei Edenkoben spielt. Eine Bibliothekarin erhält Besuch von einem Mann, der etwas über die Familie Ziegler, insbesondere über Carola Neher herauszufinden versucht. Anfangs habe ich mich gefragt, was diese Geschichte mit dem eigentlichen Roman zu tun hat. Das ist mir allerdings relativ früh klargeworden. Ich wusste aber trotzdem noch nicht, warum die Autorin sie in den Roman integriert hat. Doch auch dies ist mir am Ende klargeworden. Es war ein cleverer Schachzug, um uns das Ende der großen Schauspielerin Carola Neher näherzubringen. Dieses Ende ist nämlich noch bis heute nicht bis ins Kleinste geklärt.
Für Leser:innen, die regelmäßig ins Theater gehen oder Theaterstücke lesen, wird die Gestaltung des Romans interessant sein. Charlotte Roth hat das Buch nämlich in Akte wie ein Theaterstück eingeteilt. Es gibt Zwischenspiele (die Rahmenhandlung) und Zitate aus den Werken von Klabund und Bertolt Brecht. Und dazu gibt es noch kleine Bemerkungen von der Autorin selbst zu der Geschichte. Großartig gemacht.
Ich fand den Ausflug in diese mir doch sehr ferne Welt des Theaters ausgesprochen interessant und lesenswert. Allerdings ist dieser Roman nicht so leicht zu lesen wie die bisherigen von Charlotte Roth. Dieser Roman erfordert mehr Konzentration und Interesse an dem Thema als die bisherigen. Aber mich hat dieser Roman eindeutig bereichert. Und deshalb empfehle ich - lassen Sie sich auf dieses Abenteuer ein! Vielleicht haben Sie danach sogar noch Lust, etwas über die vielen Menschen nachzulesen, die in diesem Buch erwähnt wurden. Oder sie wollen endlich einmal wieder ins Theater gehen.
Bewertung
5/5
29.07.2020
eBook (ePUB 3)
Mal was anderes
Dieses Buch ähnelt einem sehr tollen Theaterstück. Direkt am anfang wird man in das Leben der Carola Neher mitgezogen. Auch wenn es um die geheimnisvolle Carola Neher geht ist es dennoch KEINE Biografie von Ihr, sondern ein wunderbarer Roman, der wie ein Theaterstück unterhaltet.
Bewertung
5/5
31.03.2020
eBook (ePUB 3)
Ein wunderbares Portrait einer vergessenen Persönlichkeit
Die Zwanziger Jahre: Die junge, lebenshungrige Karoline lebt mit ihrer Familie in München. Sie will ausbrechen aus diesem öden Leben und hinaus auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Am liebsten in Berlin. Bis dahin ist es aber ein weiter Weg für die junge Frau, die sich nun Carola nennt. Aber sie ist hartnäckig, lässt sich durch nichts und niemanden von diesem Ziel abbringen. Und diese Hartnäckigkeit zahlt sich schließlich aus. Sie schafft es eines Tages endlich bis nach Berlin, wo ihr fortan viele Türen offen stehen.
Sie erlebt eine kleine Welt innerhalb der Welt, bestehend aus allem, was Rang und Namen hatte im damaligen Kulturbetrieb der Weimarer Republik: Regisseure, Schauspieler, Journalisten und Schriftsteller wie Bertold Brecht, Lion Feuchtwanger, Klabund, und und und. Alles Namen, die bis heute jeder kennt. Nur ein Name fehlt heutzutage, wenn man auf diese Zeit zurückblickt, nämlich ausgerechnet dieser: Carola Neher, der einstigen „Königin von Berlin“. Was war passiert? Wie konnte eine solche Persönlichkeit aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden?
Charlotte Roth erzählt hier ihre Geschichte, gibt ihr eine Stimme. Und mit jedem Satz, den ich lese, wird es für mich unbegreiflicher, wie diese selbstbewusste, willensstarke und wunderschöne Frau so in Vergessenheit geraten konnte. Immerhin war sie eine sprudelnde Inspirationsquelle für Bertold Brecht und eine Herzensbrecherin für viele andere, die ihrem Charme erlagen.
Ich war fasziniert von der bunten und schillernden Welt des Berlins der Zwanziger Jahre, so lebendig erzählt, als wäre man dabei gewesen. Und dann war ich wiederum so traurig, mitzuerleben, wie dieser wilde Mikrokosmos auseinander bricht und sich in alle Winde verstreut, weil so viele von ihnen vor den Nazis fliehen mussten, auch Carola. Und ich war gefesselt von der Lebensgeschichte dieser „Königin von Berlin“, die ich wahnsinnig gern kennengelernt hätte.
P.S.: Die Autorin gibt den Tipp, sich auf youtube anzusehen wie Carola Neher den „Barbara-Song“ in der Verfilmung der Dreigroschenoper singt, das habe ich getan – und bin ihr verfallen.
Bewertung
aus Durlangen
5/5
21.02.2020
eBook (ePUB 3)
Ein intensiver Roman über Carola Neher und die schillernden 1920er Jahre der Theaterwelt
Soeben habe ich die letzten Zeilen dieses fesselnden und verzaubernden Romans gelesen und bin noch immer dabei, ins Hier und Jetzt zurückzufinden.
Charlotte Roth hat mit diesem Roman Carola Neher, einem Theaterstar der Weimarer Republik, ein Denkmal gesetzt. Ich, der der Name Carola Neher rein gar nichts gesagt hat und die hauptsächlich auf den Namen Brecht angesprungen ist, habe sofort in die Geschichte gefunden und voller Spannung die Wandlung der Karoline Neher aus der Provinz zum gefeierten Star Carola Neher Berlins verfolgt.
Die Athmosphäre der Theaterwelt, der Höhen und Tiefen, der Freundschaften und Feindschaften, war fühlbar und hat dank der wahnsinnig gut gezeichneten Protagonisten nachhaltig beeindruckt.
Carola Neher, die sich mit Brecht einlässt und den sensiblen Feingeist Klabund heiratet. Carola, die nicht glaubt lieben zu können und doch in einer Klarheit lebt, die es nicht nötig hat anderen Gefühle vorzutäuschen. Carola, die für ihren Traum kämpft und lebt und sich niemals untreu wird. Man mag nicht alles gutheißen, wie sie gelebt, gehandelt und entschieden hat, aber es ist alles so überaus menschlich und doch nachvollziehbar, was letztlich wohl daran liegen mag, dass Charlotte Roth sie so liebevoll in all ihren Farben gemalt hat... den dunklen der Ängste und Selbstzweifel, den hellen der Freude und der Überzeugung es zu schaffen und den schillernden, die ihren Traum ausmachten, ihre Freunde, ihre Männer und ihr Wirken.
Uns begegnen in diesem Roman so viele Theatergrößen, deren Namen in Vergessenheit geraten sind und die kaum einer mehr kennt, wo sich aber ein zweiter und dritter Blick durchaus lohnt. Ich jedenfalls werde noch ein paar Tage beschäftigt sein.
Ich möchte auf die Gefahr hin zu spoilern, nicht zu sehr auf die Handlung eingehen, sondern viel mehr betonen, wie sehr mich dieser Roman begeistert und die Geschichte mich berührt hat.
Carola Neher und auch Klabund ( in dessen Wesen man sich zwangsläufig verlieben muss) werden mich noch lange gedanklich begleiten und ihre reine Verbindung nachhallen.
Ich möchte diesen Roman allen wärmstens empfehlen, denn er und Carola Neher verdienen eine große Leserschaft!
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.