Als Sila erfährt, dass sie im Oderbruch einen alten Hof geerbt hat, macht sie sich nicht nur auf eine Reise in ihre alte Heimat, sondern auch auf eine Reise in die Vergangenheit. Schmerzhafte Erinnerungen werden wach, an die Kindheit in der DDR und die Flucht in den Westen – aber auch gute Erinnerungen, an die Bienen und Pflanzen, die sie als Kind begleitet haben. Doch Sila ist unsicher, ob der Oderbruch wirklich der richtige Ort ist, um einen Neustart zu wagen. Als sie über einen Gartenblog die Lehrerin Lexi kennenlernt, die auf Fehmarn einen Garten hat und ihren Schulkindern dort die Natur näherbringt, entsteht eine Freundschaft, die beide inspiriert: zu neuen Taten und neuen Zielen. Und so planen sie einen Grundstückstausch.
Kundinnen und Kunden meinen
4.6/5.0
Bücher in meiner Hand
5/5
11.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Eine sehr erdende und auch sehr blumige Geschichte
Die Titel dieser Inselgärten-Serie sind nicht nur sehr poetisch, sie haben auch immer mit der im Buch erzählten Geschichte zu tun. In diesem dritten Band "Die Träume der Bienen" verleiht eine Biene der Protagonistin Sila ihren Künstlernamen, und nicht nur deshalb ist diese spezielle Bienenart eine wichtige Erinnerung an ihre Kindheit im Oderbruch, in der ehemaligen DDR.
Seit ihrer Flucht aus der DDR, als sie noch ein Teenager war, lebt Sila in Berlin und arbeitet in einer offenen Werkstatt mit ihrem On-Off-Partner Devin sowie Indra und Oswin, zwei rüstige Senioren. Sila ist gelernte Tischlerin, verziert aber sehr oft mit Brandmalerei Schaukelstühle und Schilder.
Aufgewachsen ist Sila in der DDR mit ihrer alleinerziehenden Mutter auf einem Loose-Hof. Als sie diesen Hof erbt, geht sie nach all den Jahren erstmals wieder zurück und stellt sich ihrer Vergangenheit. Sila möchte den Hof verkaufen, bringt ihn aber erstmal auf Vordermann. Beim jäten, Bäume zurückschneiden, Steinmauern ausbessern etc. hängt sie ihren guten und schlechten Erinnerungen nach, kommt mit sich und der Vergangenheit langsam ins Reine - und weiss was sie will. Bloss noch nicht wo.
Dies ist den Leserinnen aber schnell klar. Auch merken diese rasch, wo sich die Träume der Biologielehrerin Lexi erfüllen würden. Lexi fährt alle paar Tage nach Fehmarn, wo sie einen Garten besitzt. Sie liebt ihn und noch viel mehr liebt sie es, zusammen mit ihren Schülern zu gärtnern und ihnen alles beizubringen. Sie ist eigentlich glücklich, träumt aber von mehr.
Man spürt die Liebe der beiden Protagonistinnen zur Pflanzen- und Tierwelt. Beim Lesen hatte man die Rehe, Bussarde, Glühwürmchen und Bienen bildlich vor Augen und hörte das Nachtwächterhorn sanft ertönen.
Am besten liest man deshalb den grössten Teil dieses Romans draussen im Garten, auf dem Balkon, auf einer Parkbank oder auf einer Wiese und freut sich, wenn sich während der Lektüre eine Biene oder ein Vogel vorbeifliegt. Wie ein Gruss, der sagt, "hey, ich weiss, du liest von mir und meinen Artgenossen". So jedenfalls erging es mir, als eine Biene beim Nektar suchen vor mir herum schwirrte.
Die Lebensgeschichten der zwei Frauen sind interessant und Patricia Koelle gelingt es wie immer, diesen Geschichten, wie direkt aus dem Leben gegriffen, einen spannenden Touch zu geben.
Ebenfalls wie immer werden auch Ereignisse oder Schauplätze aus den Vorgängerbänden mit einbezogen. Man kann die Bände der Inselgärten-Serie als Einzelbände lesen - im Gegensatz zur Ostsee-Trilogie. Doch ich glaube, dass Mittendrin-Einsteiger nach der Lektüre die verpassten Bände auf jeden Fall nachlesen möchten, weil die Geschichten um die verschiedenen Gärten so ansprechend geschildert werden, dass man unbedingt wissen will, was es mit dem Mervin-Garten, dem Lese-Garten und allen anderen erwähnten Gärten auf sich hat. Ganz unabhängig von dem wunderschönen Schreibstil der Autorin.
Das Beste am Ende dieses dritten Bandes: dass man weiss, dass es mindestens noch einen Garten und dessen Geschichte zu entdecken gibt, in einem weiteren Band namens "Das Geheimnis der Grashüpfer". Und man von allen Protagonisten sicherlich nochmals hört und mitbekommt, wie es ihnen nach der letzten Seite ergangen ist.
Fazit: Superschöne, blumige und sehr erdende Geschichte in einem wundervollen Schreibstil erzählt.
5 Punkte.
Bewertung
aus Aidlingen
5/5
28.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Warmherzig und einfach wunderbar
Ich liebe die Bücher von Patricia Koelle! Sie hat die außergewöhnliche Gabe, mit Worten Bilder zu malen, die man beim Lesen vor Augen hat. Und es gibt wieder einmal viel zu sehen, zu entdecken und auch zu lernen.
Im Mittelpunkt dieser sehr schönen Geschichte stehen zwei Frauen, die auf den ersten Blick gar nicht so viel gemeinsam haben.
Sila ist 44, sie arbeitet als Tischlerin mit anderen Künstlern zusammen in einem Atelier in Berlin. Lexi ist 27, sie ist eine engagierte Lehrerin, die in ihrem Garten auf Fehmarn Kindern die Liebe zur Natur vermittelt.
Sila und Lexi stehen mit beiden Beinen im Leben und doch sind sie rastlos und auf der Suche. Dabei wissen sie nicht einmal genau, was sie suchen...
Es lohnt sich so sehr, die zwei Frauen auf ihrem Weg zu begleiten und sie immer besser kennenzulernen. Patricia Koelle versteht es einfach, Geschichten zu erzählen, in die man komplett eintauchen kann und aus denen man selber Kraft schöpft. Mich hat auch dieser Roman wieder tief berührt.
"Die Träume der Bienen" ist der dritte Teil der Inselgärten-Reihe, jedes Buch ist in sich abgeschlossen, aber wenn man eines gelesen hat, dann will man unbedingt die anderen auch lesen. Besonders schön ist es, dass Personen und Orte aus den anderen Büchern wieder auftauchen
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
begine
aus Lemwerder
5/5
24.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Von Menschen und Bienen
Die Schriftstellerin Patricia Koelle schreibt anschaulich und ihre Romane beinhalten immer wieder besondere Schicksale.
Der Roman“Die Träume der Bienen“ ist aus der Reihe Die Inselgärten Band 3
Die 44jährige Silla Beer erbt einen Hof mit großem Garten im Oderbruch. Als Kind floh ihre Mutter mit ihr aus der DDR. Ihre Kindheit hat ihr viele Narben hinterlassen. Im Oderbruch war es Wanda, die ihr den Umgang mit Garten und Bienen beibrachte.
Von der Flucht verfolgen sie noch Alpträume.
Die Autorin schreibt intensiv und real. Die Gärten kam man sich bildhaft vorstellen.
Es ist eine Geschichte, die bis in die Vergangenheit greift.
Der Ronan ist ein besonderes Lesevergnügen.
Katie
aus Köln
4/5
22.04.2021
Buch (Taschenbuch)
Die Träume der Bienen
In meiner Rezension drücke ich lediglich mein persönliches Empfinden aus, dies sagt nichts darüber aus ob ein Buch gut oder schlecht ist. Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich auf den Klappentext.
Dies ist bereits das vierte Buch welches ich von Patricia Koelle lesen darf. Ich mag an ihren Bücher immer, die ganz besondere Atmosphäre. Sie bringt die Natur immer so wunderbar zur Geltung, wie auch in diesem Buch. Nach nur wenigen Seiten konnte ich mich durch den gefühlvollen, flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil absolut fallen lassen. Orte und Situationen beschreibt die Autorin bildlich und detailliert, ohne dabei zu ausschweifend zu werden. Die beiden Frauen Lexi 27 und Sila 44 Jahre alt, sind eigentlich ziemlich unterschiedlich und ich muss zugeben dass ich mich anfangs ein wenig schwer damit getan habe, aber die gesamte Entwicklung der beiden hat mich sehr fasziniert. Ich konnte die Gedankengänge im weiteren Verlauf gut nachvollziehen und ich muss auch sagen, so einiges regt doch zum Nachdenken an. Nebencharaktere wurden authentisch und fließend eingebracht. Das Cover ist wirklich ein Ttaum. Buchtitel und Buchinhalt passen zueinander.
Mein Fazit: Ein Buch welches zum Träumen einlädt aber noch lange im Kopf bleibt.
J. Kaiser
4/5
22.03.2021
Buch (Taschenbuch)
Sehr Spannend und informativ
Klapptext: Sila Beer, 44 Jahre alt, arbeitet als Tischlerin in Berlin. Als sie erfährt, dass sie im Oderbruch einen alten Hof geerbt hat, macht sie sich auf eine Reise in ihre alte Heimat, sondern auch auf eine Reise in die Vergangenheit, in der schmerzhafte Erinnerungen wach werden. Sie denkt an die Bienen und Pflanzen, die sie als Kind begleitet haben. Als sie über einen Gartenblog die 27-jährige Lehrerin Lexi Rehling kennenlernt, entsteht eine Freundschaft, die beide gleichermassen inspiriert, zu neuen Taten und neuen Zielen..
Fazit: Die beiden Frauen haben sich angefreundet. Die Tischlerin Sila und die Lehrerin Lexi. Man merkt schnell beim Lesen, dass die beiden ihre innere Ruhe in den Gärten finden. Beide teilen gerne ihre Erlebnisse. Ich fand, dass das ein sehr guter Sommerroman ist. Beim Lesen kommt man sehr zur Ruhe. Man geniesst die Umgebung und entspannt sich zusehends. Dieses Buch kann ich sehr empfehlen. Das Lesen macht sehr viel Spass und ist eine richtige Wohlfühloase.
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