Eine spannende Zeitreise in die Kaiserzeit um 1900.
Glückstadt, 1894. Kapitän Hauke Sötje hat alles verloren: sein Schiff, seine Mannschaft, seinen Ruf. Ein ehrenvoller Freitod scheint ihm der einzige Ausweg aus einer gescheiterten Existenz – aber nicht ohne zuvor die Verantwortlichen seiner persönlichen Katastrophe zur Rechenschaft zu ziehen. Doch dann wird er in einen brisanten Mordfall verwickelt, der die Existenz der neu gegründeten Heringsfischerei AG bedroht, und gerät schließlich selbst unter Verdacht. Mit Hilfe der jungen Fabrikantentochter Sophie versucht Hauke die Fäden zu entwirren und kommt einer Verschwörung ungeahnten Ausmaßes auf die Spur
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Gelungener Start einer neuen Krimi-Reihe
Martin Schult aus Borken am 22.08.2021
Bewertungsnummer: 1553778
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Der ehemals stolze Kapitän Hauke Sötje hat alles verloren, was sein Leben ausgemacht hat. Nach einer familiären Tragödie musste er kurz darauf sein Schiff und einen Großteil seiner Mannschaft den Wellen überlassen. Sein Ruf ist beschädigt und der Freitod scheint ihm der letzte Ausweg aus seiner persönlichen Situation zu sein. Vorher möchte er sich aber noch von seinen Lieben, die er bei der gescheiterten Geburt seines ersten Kindes verloren hat, verabschieden und kommt nach Glückstadt zurück. Hier wird er aber direkt in einen Mordfall verwickelt, bei dem er auch noch selbst verdächtigt wird. Er beschließt, den Täter zu entlarven, um so auch der jungen und verzweifelten Fabrikantentochter Sophie zu helfen, deren Vater angeblich durch Betrügereien die Existenz der neu gegründeten Heringsfischerei AG bedroht.
"Feuer in der Hafenstadt" ist der Auftaktband einer neuen Krimi-Reihe, die uns in das späte 19. Jahrhundert führt. Die Autorin Anja Marschall erzählt die Geschichte in einem temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die ereignisreichen und für die damalige Zeit authentisch wirkenden Ermittlungsarbeiten auf einem hohen Niveau gehalten. Die Protagonisten werden interessant charakterisiert, wobei gerade der Kapitän Hauke Sötje schnell Sympathiepunkte sammeln konnte. Der historische Hintergrund wirkt sehr gut recherchiert und gewährt einen spannenden Blick in die damalige Zeit. Der clever konzipierte Fall findet mit einer für mich überraschenden und gut nachvollziehbaren Auflösung einen gelungenen Abschluss.
Insgesamt ist "Feuer in der Hafenstadt" ein aus meiner Sicht gelungener Auftaktband einer neuen Krimi-Reihe, die mit einem sympathischen Hauptprotagonisten, einem spannenden und nicht allzu oft thematisierten historischen Hintergrund und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen kann. Ich freue mich schon auf den Folgeband, so dass ich das Buch gerne weiterempfehle und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.
Neustart für Hauke Sötje – vom Kapitän zum Kommissar
Ilses Lesetipps aus Wien am 11.08.2021
Bewertungsnummer: 1548476
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„Feuer in der Hafenstadt“ (der Titel einer früheren Ausgabe lautete „Fortunas Schatten“) ist der erste Band einer Krimiserie rund um Hauke Sötje.
Kurz zum Inhalt: Der ehemalige Kapitän Hauke Sötje überlebte als einziger ein Schiffsunglück, dessen Ursache ihm nach wie vor ein Rätsel ist. Ihn plagen Schuldgefühle und eigentlich hat er keinen Lebenswillen mehr. Kaum in Glückstadt angekommen, ereignen sich eine Reihe von Verbrechen. Zunächst wird Hauke so mancher Tat verdächtigt, wird aber schließlich immer mehr in die Nachforschungen verwickelt und letzten Endes offiziell zum Ermittler ernannt, wobei er Sophie kennenlernt, die auf seine Hilfe angewiesen ist. Schließlich finden die beiden auch emotional zueinander.
Abgesehen davon, dass die Handlung spannend ist, sich laufend neue Wendungen ergeben, es an Verdächtigen keineswegs mangelt und man bis zuletzt die komplexen Zusammenhänge nicht durchschaut, besticht der Roman vor allem auch durch die historischen Fakten, wie z.B. Ende des 19. Jahrhunderts Feuer gelöscht wurden, welche technischen Neuerungen aufkommen, wie Gaslaternen oder das Telefon, und last but not least das Bild der Frau zur damaligen Zeit. Inwieweit die historischen Ereignisse der Wahrheit entsprechen oder Fiktion sind, wird im Anhang näher erläutert. Alles Historische wirkt jedenfalls gut recherchiert und ist wissenserweiternd.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Hauke und Sophie, sehr sympathisch charakterisierte Protagonisten. Er ist intelligent, ehrlich, hilfsbereit und packt überall mit an, sie entspricht nicht dem Frauenbild der damaligen Zeit, ist wenig fügsam, zeigt Stärke und strebt Selbstständigkeit an.
Der Schreibstil ist flüssig, der Wechsel aus Sicht von Hauke zu jener von Sophie belebt die Handlung, die Kapitel haben eine angenehme Länge, wobei mir besonders die im Originalwortlaut zitierten Auszüge aus einer Glückstädter Zeitung aus dem Jahr 1894 gefielen, weil man dadurch wirklich gut in die damalige Zeit hineinfindet. Beschreibungen, auch aus dem Alltagsleben, vom Leben der Reichen ebenso von den ärmeren Bevölkerungsschichten, sind detailliert, aber gut dosiert, man wird nie überfordert oder gelangweilt. Nicht unerwähnt möchte ich die historische Karte von Glückstadt am Beginn des Buches lassen, sie bietet einen ausgezeichneten Überblick über die Örtlichkeit.
Mir hat dieser historische Krimi ausgezeichnet gefallen und Lust auf weitere durch Hauke Sötje zu lösende Fälle gemacht.
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