Der Buchhändler und Antiquar Giacomo lebt zurückgezogen in einer stillen Gasse in Barcelona. Seine Liebe gilt allein den Büchern. Er berauscht sich am Geruch ihres Papiers, dem Einband, der Vergoldung der Lettern und der Druckerschwärze. Sein Traum: der Aufbau einer eigenen Bibliothek. Bei dem Erwerb bibliophiler Schätze steht ihm allerdings sein Rivale Baptisto im Weg, der Buchhändler vom Königsplatz. Allmählich steigert sich Giacomos Leidenschaft zum verbrecherischen Wahn ...
Kundinnen und Kunden meinen
4.0/5.0
Bewertung
5/5
22.04.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein schönes Buch, mit einer kleinen Geschichte
Im Alter von 15 jahren schrieb Gustave Flaubert diese kleine Erzählung. Der Suhrkamp Verlag hat eine Kleinod erschaffen. Die Illustrationen von Burkhard Neie sind passend zur geraden gelesene Seite und sehen schön aus. Ich habe es gekauft weil ich auch wie die Hauptperson, Antiquar Giacomo, in diesen Buch bin.
Er ist Buchhändler und Antiquar, er liebt Bücher, weil es Bücher sind. Die Geschichten in den Bücher interessieren ihn nicht.
Warum steht im Buch, das möchte nicht spoilern. Ausser ein Zitat von Seite 8:
Er war schweigsam und verträumt, umdüstert und traurig. Er kannte nur einen Gedanken, eine Liebe, eine Leidenschaft: die Bücher.
Das Nachwort von Barbara Vinken ist sehr gut geschrieben und erklärt einen den Text, die Zeit in der die Geschichte erzählt. Lange nicht so ein gutes Nachwort oder Vorwort gelesen.
Ein Buch was man gerne in die Hand nimmt, ob zum lesen oder sich an den Buch zu erfreuen.
MaWiOr
aus Halle
5/5
06.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der dreißigjährige Giacomo,…
Der dreißigjährige Giacomo, der in einer düsteren Gasse Barcelonas lebt, ist ein Buchhändler. Dieser schweigsame Sonderling, ehemals ein Mönch, gibt all sein Geld für Bücher aus. Dabei kann der Büchernarr nicht einmal lesen. Er liebt das Papier und den Geruch seiner bibliophilen Schätze. Da wird eines Tages das älteste Buch Spaniens versteigert. Giacomo will alles verkaufen, um dieses Buch zu besitzen. Doch bei der Versteigerung erhält sein ärgster Feind Baptisto den Zuschlag. Ein paar Tage bricht ein Feuer im Haus des neuen Besitzers aus, Giacomo eilt in das brennende Gebäude und rettet den wertvollen Buchschatz unter Lebensgefahr aus den Flammen. Doch nun wird er verdächtigt, den Brand bei seinem Kontrahenten gelegt zu haben. Er wird zum Tode verurteilt und lehnt eine Begnadigung ab. Der gediegene Insel-Band – mit Illustrationen von Burkhard Neie und einem Nachwort von Barbara Vinken – erscheint zum 200. Geburtstag von Gustave Flaubert.
Raumzeitreisender
aus Ahaus
4/5
07.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Das kleine Büchlein fällt…
Das kleine Büchlein fällt schon allein wegen seiner zahlreichen antik wirkenden Illustrationen auf, die, passend zum Inhalt, eine finstere Geschichte über mysteriöse Bücher vermuten lassen. Protagonist ist der ehemalige Mönch und heutige Buchhändler Giacomo, der, ebenso wie der Autor der Geschichte, so der Eindruck, fasziniert ist von der Welt der Bücher. Giacomo ist geradezu besessen vom Besitz seltener Bücher. Die Geschichte spielt in Barcelona, also in dem Ort, in dem Carlos Ruiz Zafón fast zweihundert Jahre später den geheimnisvollen "Friedhof der vergessenen Bücher" angesiedelt hat. Giacomo geht es nur um den Besitz und nicht um den Inhalt der Bücher. Er ist ein Sammler, so wie auch Philatelisten seltene Briefmarken sammeln. Seine Leidenschaft steigert sich in eine Manie und wird ihm schließlich zum Verhängnis. Die Geschichte ist nicht ganz rund, aber ausdrucksstark. Kaum zu glauben, dass ein fünfzehnjähriger Junge sie verfasst hat. Flauberts literarisches Talent wird hier deutlich und auch die Tiefe seiner Gedanken. So ist der Schritt zu "Madame Bovary" nicht mehr weit.
direkt positiv zu sagen ist, dass das Büchlein super schön aussieht. Die Illustrationen, das Buch-Cover und vor allem gewählten Farben sind einfach nur himmlisch.
Die Stimmung ist düster und der Anfang gefiel mir gut, doch dann nahm die Geschichte irgendwie eine leicht religiöse Richtung dadurch dass es um eine Bibel und einen Mönch geht, was mir dann weniger gut gefiel. Was natürlich nur persönliche Geschmackssache ist.
Der Buchhändler um den es geht lebt für seine Bücher, er ist schon regelrecht besessen von ihnen. Die Bibel um die es geht gibt es nur einmal in ganz Spanien und er hängt sehr extrem an ihr. Doch dann kommt ihm die Bibel abhanden, bei dem versuch diese wieder zu gelangen gerät er in Schwierigkeiten.
Ist eine nette Geschichte für zwischendurch, aber wäre das Büchlein nicht so schön her gemacht mit den Illustrationen und dem Cover, dann wäre es das Geld auf jeden Fall nicht wert.
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