Produktbild: Sumpffieber
Band 10

Sumpffieber Ein Dave-Robicheaux-Krimi, Band 10

5

8,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Verkaufsrang

53756

Erscheinungsdatum

01.09.2020

Verlag

Pendragon

Seitenzahl

456 (Printausgabe)

Dateigröße

1936 KB

Übersetzt von

Christine Frauendorf-Mo¨ssel

Sprache

Deutsch

EAN

9783865327444

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  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

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53756

Erscheinungsdatum

01.09.2020

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Pendragon

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456 (Printausgabe)

Dateigröße

1936 KB

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Christine Frauendorf-Mo¨ssel

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Deutsch

EAN

9783865327444

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Kontrastreicher Spannungsroman mit Niveau

Bewertung aus Baden-Württemberg am 05.08.2020

Bewertungsnummer: 1360316

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Nur zweimal in meinem Leben hatte ich eine solche Morgendämmerung erlebt: einmal in Vietnam, als auf einer Nachtpatrouille eine Mine vor mir detoniert war und ihre Leuchttentakel um meine Oberschenken geschlungen hatte, und das andere Mal, Jahre davor, draußen vor Franklin, Louisianna, als mein Vater und ich die Leiche eines Gewerkschaftlers entdeckt hatten, den man mit 16-Penny-Nägeln an Fuß- und Handgelenken an eine Scheunenwand genagelt hatte. (Erster Satz, S. 5) Der Gewerkschaftler hieß Jack Flynn. Sein mysteriöser Tod wurde damals nie richtig aufgeklärt, ebenso wenig wie der Mord an zwei jungen Weißen, die angeblich eine Farbige vergewaltigt haben sollten. Beide Fälle hat Sheriff Dave Robicheaux (Ich-Erzähler) nicht vergessen. Als nun, Jahrzehnte später, die Tochter Flynns und zwischenzeitlich berühmte Fotografin, Megan Flynn, wieder in New Iberia auftaucht und Fragen stellt, erscheinen die Morde von einst in einem neuen Licht. Megan setzt sich vehement für Cool Breeze Broussard ein, der im Bezirksgefängnis einsitzt. Offensichtlich wird er dort vom sadistischen Gefängnisverwalter Guidry schikaniert. Auch das FBI schickt eine Agentin: Man hofft, durch Broussard an Informationen über weitere Drahtzieher zu kommen. Davor wiederum scheinen andere in Angst und Schrecken versetzt zu werden, denn Broussard entgeht nur knapp einem Anschlag. Was weiß Broussard, was verheimlicht er? Hat man zunächst den Eindruck, bei dem Inhaftierten handele es sich um ein undurchsichtiges Subjekt, so muss man diese Ansicht schnell revidieren. Cool Breeze hat schon viel Ungerechtigkeit erfahren müssen und leidet unglaublich unter dem Tod seiner Frau, die sich vor vielen Jahren offensichtlich das Leben nahm. Damit verbindet ihn eine Schuld, die ihn nicht mehr ruhen lässt. Dieses Eingangsszenario versteht Burke meisterhaft auszuweiten. Er beherrscht sein Handwerk dabei grandios. Alles scheint miteinander in Verbindung zu stehen. Der Plot ist komplex, viele Figuren werden eingeführt. Es gibt den reichen weißen Filmguru, den untergetauchten Schwerenöter, es gibt gepeinigte Frauen beider Hautfarben, mafiöse Strukturen uvm. Keine Figur ist einfach strukturiert, manche hat Marotten, die man auch mal belächeln kann. Nur gut oder nur böse scheint es bei Burke nicht zu geben. Auch Schwarze haben ihre Schattenseiten, ebenso wie es gute Weiße gibt. Allerdings im tiefsten Süden der USA nicht viele. Der Autor zeigt uns eine Wirklichkeit, die geprägt ist von jahrelang praktiziertem Hass und latentem Rassismus. Diese zeigen sich in den gesellschaftlichen Strukturen, im Miteinander, in der Ungleichheit vor dem Rechtssystem. Das ist bedrückend, aber auch erschreckend aktuell angesichts des jüngsten Polizeimordes in Minneapolis und seiner Folgen (Mai/Juni 2020). Noch immer scheint die schwarze Bevölkerung unterdrückt zu werden, hat keinen Zugang zu Bildung und lebt in großer Armut. Der Leser ist gefordert. Burke legt verschiedenen Handlungsstränge aus, äußert Vermutungen, verwirft sie wieder. Man verfolgt eine Mischung aus Legenden, alten Geheimnissen, unaufgeklärten Gewaltverbrechen und dem aktuellen Fall. Der Roman hat definitiv keine Längen, Langeweile ist ein Fremdwort. Allerdings gibt es einiges an Brutalität, Gewalt und Action im Buch. Zart besaitet sollte man diesbezüglich nicht sein. Mehrere Tote säumen die 455 Seiten des Romans. Manches Opfer hat den Tod mehr als verdient, andere nicht. Die ganze Ermittlung fühlt sich wie ein spannendes Puzzlespiel an. Robicheaux und sein Freund Clete Purcel fügen Teil für Teil aneinander. Die Auflösung gibt es erst ganz am Schluss – wie es sich für einen guten Kriminalroman gehört, ist sie unvorhersehbar und überraschend. Allerdings trägt sie auch der zuvor geschilderten Realität Rechnung. Als ganz großes Plus habe ich den Schreibstil Burkes empfunden. Er schreibt sehr bildgewaltig. Man kann sich nicht nur die Figuren, sondern auch diese einzigartige Fluss- und Sumpflandschaft, in der die Menschen leben, bildlich vorstellen. Der Autor muss diese Gegend kennen und lieben. Seine Schilderungen sind poetisch und naturverbunden, hier ein Beispiel: „Kurz bevor die Sonne über dem Golf von Mexiko aus dem Wasser stieg, legte sich der Wind plötzlich, der die ganze Nacht schäumend die Wellenkämme aufgepeitscht hatte, und der Himmel war mit einem Mal blank und bleich wie ein polierter Knochen, als habe man die Atmosphäre zur Ader gelassen und jeder Farbe beraubt.“ Robicheaux hat auch ein Privatleben. Mit einer Ehefrau, einer Adoptivtochter, einem Köderladen mit Bootsverleih. Hier geht es meist ruhig zu, hierhin zieht sich der Sheriff zurück, wenn er nachdenken muss. Diese Passagen wirken friedlich, bringen Alltäglichkeit ins Geschehen und wirken zusammen mit den Naturbeschreibungen herrlich kontrastierend zum turbulenten Mix aus Action und Gewalt. Ich habe selten einen dermaßen sprachgewaltigen, intelligenten und gleichzeitig spannenden Kriminalroman gelesen. Völlig zu Recht kann man James Lee Burke zu den Klassikern dieses Genres zählen. Der vorliegende Roman wurde bereits vor über 20 Jahren erstveröffentlicht und nun in einer überarbeiteten Neuauflage in hochwertiger Klappenbroschur bei Pendragon neu herausgegeben. Der Bestseller-Autor hat zahlreiche Auszeichnungen und Preise gewonnen, unter anderem auch den Deutschen Krimipreis 2015. Für mich war es der erste Roman dieses Schriftstellers, es wird gewiss nicht der letzte sein. Große Lese-Empfehlung!

Kontrastreicher Spannungsroman mit Niveau

Bewertung aus Baden-Württemberg am 05.08.2020
Bewertungsnummer: 1360316
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

„Nur zweimal in meinem Leben hatte ich eine solche Morgendämmerung erlebt: einmal in Vietnam, als auf einer Nachtpatrouille eine Mine vor mir detoniert war und ihre Leuchttentakel um meine Oberschenken geschlungen hatte, und das andere Mal, Jahre davor, draußen vor Franklin, Louisianna, als mein Vater und ich die Leiche eines Gewerkschaftlers entdeckt hatten, den man mit 16-Penny-Nägeln an Fuß- und Handgelenken an eine Scheunenwand genagelt hatte. (Erster Satz, S. 5) Der Gewerkschaftler hieß Jack Flynn. Sein mysteriöser Tod wurde damals nie richtig aufgeklärt, ebenso wenig wie der Mord an zwei jungen Weißen, die angeblich eine Farbige vergewaltigt haben sollten. Beide Fälle hat Sheriff Dave Robicheaux (Ich-Erzähler) nicht vergessen. Als nun, Jahrzehnte später, die Tochter Flynns und zwischenzeitlich berühmte Fotografin, Megan Flynn, wieder in New Iberia auftaucht und Fragen stellt, erscheinen die Morde von einst in einem neuen Licht. Megan setzt sich vehement für Cool Breeze Broussard ein, der im Bezirksgefängnis einsitzt. Offensichtlich wird er dort vom sadistischen Gefängnisverwalter Guidry schikaniert. Auch das FBI schickt eine Agentin: Man hofft, durch Broussard an Informationen über weitere Drahtzieher zu kommen. Davor wiederum scheinen andere in Angst und Schrecken versetzt zu werden, denn Broussard entgeht nur knapp einem Anschlag. Was weiß Broussard, was verheimlicht er? Hat man zunächst den Eindruck, bei dem Inhaftierten handele es sich um ein undurchsichtiges Subjekt, so muss man diese Ansicht schnell revidieren. Cool Breeze hat schon viel Ungerechtigkeit erfahren müssen und leidet unglaublich unter dem Tod seiner Frau, die sich vor vielen Jahren offensichtlich das Leben nahm. Damit verbindet ihn eine Schuld, die ihn nicht mehr ruhen lässt. Dieses Eingangsszenario versteht Burke meisterhaft auszuweiten. Er beherrscht sein Handwerk dabei grandios. Alles scheint miteinander in Verbindung zu stehen. Der Plot ist komplex, viele Figuren werden eingeführt. Es gibt den reichen weißen Filmguru, den untergetauchten Schwerenöter, es gibt gepeinigte Frauen beider Hautfarben, mafiöse Strukturen uvm. Keine Figur ist einfach strukturiert, manche hat Marotten, die man auch mal belächeln kann. Nur gut oder nur böse scheint es bei Burke nicht zu geben. Auch Schwarze haben ihre Schattenseiten, ebenso wie es gute Weiße gibt. Allerdings im tiefsten Süden der USA nicht viele. Der Autor zeigt uns eine Wirklichkeit, die geprägt ist von jahrelang praktiziertem Hass und latentem Rassismus. Diese zeigen sich in den gesellschaftlichen Strukturen, im Miteinander, in der Ungleichheit vor dem Rechtssystem. Das ist bedrückend, aber auch erschreckend aktuell angesichts des jüngsten Polizeimordes in Minneapolis und seiner Folgen (Mai/Juni 2020). Noch immer scheint die schwarze Bevölkerung unterdrückt zu werden, hat keinen Zugang zu Bildung und lebt in großer Armut. Der Leser ist gefordert. Burke legt verschiedenen Handlungsstränge aus, äußert Vermutungen, verwirft sie wieder. Man verfolgt eine Mischung aus Legenden, alten Geheimnissen, unaufgeklärten Gewaltverbrechen und dem aktuellen Fall. Der Roman hat definitiv keine Längen, Langeweile ist ein Fremdwort. Allerdings gibt es einiges an Brutalität, Gewalt und Action im Buch. Zart besaitet sollte man diesbezüglich nicht sein. Mehrere Tote säumen die 455 Seiten des Romans. Manches Opfer hat den Tod mehr als verdient, andere nicht. Die ganze Ermittlung fühlt sich wie ein spannendes Puzzlespiel an. Robicheaux und sein Freund Clete Purcel fügen Teil für Teil aneinander. Die Auflösung gibt es erst ganz am Schluss – wie es sich für einen guten Kriminalroman gehört, ist sie unvorhersehbar und überraschend. Allerdings trägt sie auch der zuvor geschilderten Realität Rechnung. Als ganz großes Plus habe ich den Schreibstil Burkes empfunden. Er schreibt sehr bildgewaltig. Man kann sich nicht nur die Figuren, sondern auch diese einzigartige Fluss- und Sumpflandschaft, in der die Menschen leben, bildlich vorstellen. Der Autor muss diese Gegend kennen und lieben. Seine Schilderungen sind poetisch und naturverbunden, hier ein Beispiel: „Kurz bevor die Sonne über dem Golf von Mexiko aus dem Wasser stieg, legte sich der Wind plötzlich, der die ganze Nacht schäumend die Wellenkämme aufgepeitscht hatte, und der Himmel war mit einem Mal blank und bleich wie ein polierter Knochen, als habe man die Atmosphäre zur Ader gelassen und jeder Farbe beraubt.“ Robicheaux hat auch ein Privatleben. Mit einer Ehefrau, einer Adoptivtochter, einem Köderladen mit Bootsverleih. Hier geht es meist ruhig zu, hierhin zieht sich der Sheriff zurück, wenn er nachdenken muss. Diese Passagen wirken friedlich, bringen Alltäglichkeit ins Geschehen und wirken zusammen mit den Naturbeschreibungen herrlich kontrastierend zum turbulenten Mix aus Action und Gewalt. Ich habe selten einen dermaßen sprachgewaltigen, intelligenten und gleichzeitig spannenden Kriminalroman gelesen. Völlig zu Recht kann man James Lee Burke zu den Klassikern dieses Genres zählen. Der vorliegende Roman wurde bereits vor über 20 Jahren erstveröffentlicht und nun in einer überarbeiteten Neuauflage in hochwertiger Klappenbroschur bei Pendragon neu herausgegeben. Der Bestseller-Autor hat zahlreiche Auszeichnungen und Preise gewonnen, unter anderem auch den Deutschen Krimipreis 2015. Für mich war es der erste Roman dieses Schriftstellers, es wird gewiss nicht der letzte sein. Große Lese-Empfehlung!

Brutalität und Poesie - kann das gut gehen?

kingofmusic aus Bielefeld am 14.07.2020

Bewertungsnummer: 1351636

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

"Kurz bevor die Sonne über dem Golf von Mexiko aus dem Wasser stieg, legte sich der Wind plötzlich, der die ganze Nacht hindurch schäumend die Wellenkämme aufgepeitscht hatte, und der Himmel war mit einem Mal blank und bleich wie ein polierter Knochen, als habe man die Atmosphäre zur Ader gelassen und jeder Farbe beraubt." (S. 5) Nanu, was ist denn jetzt los? Werde ich etwa wieder Krimi-Fan? Während ich in den letzten Jahren so gut wie gar keinen Krimi gelesen habe, finden sich in diesem Jahr schon einige auf meiner Leseliste. Aber Abwechslung hat bekanntlich noch nie geschadet. Und wenn es dann noch so außergewöhnlich gute Krimis wie „Sumpffieber“ von James Lee Burke zu entdecken gibt, dann springe ich gerne über meinen Schatten. „Sumpffieber“ war mein erster Krimi des amerikanischen Krimiautors James Lee Burke, jedoch definitiv nicht der letzte. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine… In New Iberia (Louisiana) beherrschen Rassismus und Gewalt die Straßen und Plätze. Dave Robicheaux, Sheriff, muss sich in diesem (seinem 10.) Fall mit ungeklärten Verbrechen befassen, als die Tochter des vor Jahrzehnten ermordeten Gewerkschafters Jack Flynn, wieder in New Iberia auftaucht. Megan ist eine berühmte Fotografin, ihr Bruder Filmproduzent. „Megans Fotos waren faszinierend. Ihre große Gabe war ihre Fähigkeit, das menschliche Leid von Individuen aus dem großen Ganzen herauszufiltern, die in unserer Mitte lebten, für die meisten Beobachter jedoch unsichtbar blieben. Amerikanische Ureinwohner in Reservaten, Wanderarbeiter aus der Landwirtschaft, geistig Behinderte, die sich am Dampf wärmten, der aus Lüftungsschächten drang, alle starrten sie mit dem leeren Blick von Holocaust-Opfern in die Kamera und lösten beim Betrachter die Frage aus, in welcher unseligen Gegend oder welchem Land das Foto wohl gemacht worden sein könnte. Auf den Gedanken, es könnte die eigene Umgebung sein, kam man erst im zweiten Moment.“ (S. 229/ S. 230) Im Lauf der komplexen Handlung (die übrigens zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar ist, was ein zusätzlicher Pluspunkt ist) in diesem bereits 1998 erstveröffentlichten, nichts desto trotz immer noch äußerst aktuellen Krimi, gibt es immer neue „Fäden“, die Robicheaux, sein Partner Clete Purcel sowie seine Kollegin Helen Soileau verfolgen müssen, bis es am Ende der 455 Seiten unzählige Tote (ob verdient oder nicht liegt immer im Auge des Betrachters *g*) sowie die Erkenntnis gibt, dass vieles (in Bezug auf Recht und Gerechtigkeit) sich ändern muss. Das ist jedoch nur ein Wunschdenken und so ist das etwas unbefriedigende Ende trotzdem passend wie der Klecks Sahne auf der Erdbeerschnitte. Wer gerne Krimis mit komplexer Handlung, Brutalität auf der einen und poetischen Landschafts-, Licht- und Wetterbeschreibungen auf der anderen Seite liest, sollte hier mindestens ein Auge, besser jedoch zwei „riskieren“. Well done, Mr. Burke! 5* ©kingofmusic

Brutalität und Poesie - kann das gut gehen?

kingofmusic aus Bielefeld am 14.07.2020
Bewertungsnummer: 1351636
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

"Kurz bevor die Sonne über dem Golf von Mexiko aus dem Wasser stieg, legte sich der Wind plötzlich, der die ganze Nacht hindurch schäumend die Wellenkämme aufgepeitscht hatte, und der Himmel war mit einem Mal blank und bleich wie ein polierter Knochen, als habe man die Atmosphäre zur Ader gelassen und jeder Farbe beraubt." (S. 5) Nanu, was ist denn jetzt los? Werde ich etwa wieder Krimi-Fan? Während ich in den letzten Jahren so gut wie gar keinen Krimi gelesen habe, finden sich in diesem Jahr schon einige auf meiner Leseliste. Aber Abwechslung hat bekanntlich noch nie geschadet. Und wenn es dann noch so außergewöhnlich gute Krimis wie „Sumpffieber“ von James Lee Burke zu entdecken gibt, dann springe ich gerne über meinen Schatten. „Sumpffieber“ war mein erster Krimi des amerikanischen Krimiautors James Lee Burke, jedoch definitiv nicht der letzte. Und mit dieser Meinung stehe ich nicht alleine… In New Iberia (Louisiana) beherrschen Rassismus und Gewalt die Straßen und Plätze. Dave Robicheaux, Sheriff, muss sich in diesem (seinem 10.) Fall mit ungeklärten Verbrechen befassen, als die Tochter des vor Jahrzehnten ermordeten Gewerkschafters Jack Flynn, wieder in New Iberia auftaucht. Megan ist eine berühmte Fotografin, ihr Bruder Filmproduzent. „Megans Fotos waren faszinierend. Ihre große Gabe war ihre Fähigkeit, das menschliche Leid von Individuen aus dem großen Ganzen herauszufiltern, die in unserer Mitte lebten, für die meisten Beobachter jedoch unsichtbar blieben. Amerikanische Ureinwohner in Reservaten, Wanderarbeiter aus der Landwirtschaft, geistig Behinderte, die sich am Dampf wärmten, der aus Lüftungsschächten drang, alle starrten sie mit dem leeren Blick von Holocaust-Opfern in die Kamera und lösten beim Betrachter die Frage aus, in welcher unseligen Gegend oder welchem Land das Foto wohl gemacht worden sein könnte. Auf den Gedanken, es könnte die eigene Umgebung sein, kam man erst im zweiten Moment.“ (S. 229/ S. 230) Im Lauf der komplexen Handlung (die übrigens zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar ist, was ein zusätzlicher Pluspunkt ist) in diesem bereits 1998 erstveröffentlichten, nichts desto trotz immer noch äußerst aktuellen Krimi, gibt es immer neue „Fäden“, die Robicheaux, sein Partner Clete Purcel sowie seine Kollegin Helen Soileau verfolgen müssen, bis es am Ende der 455 Seiten unzählige Tote (ob verdient oder nicht liegt immer im Auge des Betrachters *g*) sowie die Erkenntnis gibt, dass vieles (in Bezug auf Recht und Gerechtigkeit) sich ändern muss. Das ist jedoch nur ein Wunschdenken und so ist das etwas unbefriedigende Ende trotzdem passend wie der Klecks Sahne auf der Erdbeerschnitte. Wer gerne Krimis mit komplexer Handlung, Brutalität auf der einen und poetischen Landschafts-, Licht- und Wetterbeschreibungen auf der anderen Seite liest, sollte hier mindestens ein Auge, besser jedoch zwei „riskieren“. Well done, Mr. Burke! 5* ©kingofmusic

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Sumpffieber

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