Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. "Ma'am" ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus – und kommt auf den Geschmack. Von da an deckt sie sich jede Woche mit Lesestoff ein. Sir Kevin, Privatsekretär der königlichen Hoheit, ist "not amused", beginnt doch die Queen ob ihrer neuen Leidenschaft ihre royalen Pflichten zu vernachlässigen. Umwerfend komisch und very british – gelesen von Jürgen Thormann.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
5/5
07.02.2024
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was für ein zeitloser Roman, der...
Was für ein zeitloser Roman, der sich ideal zum Selberlesen und Verschenken eignet. Der Autor hat einen so tollen, sprachlich schönen und glaubwürdigen Roman geschrieben, wie die Queen Bücher und das Lesen für sich entdeckt. Ein Lesegenuss für jeden Bibliophilen unter uns.
Bewertung
5/5
24.03.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was haben die Queen und das Kamasutra miteinander zu tun? Lesen und Lachen!
Wer nicht neugierig ist lernt auch nicht dazu - habe ich als Kind gelernt. Durch die königlichen Hunde, die den Bücherbus ankläffen, macht die Queen mit der mobilien Bibliothek Bekanntschaft und dort nimmt dann das Schicksal seinen höchst amüsanten Lauf - gefördert durch die subversiven Bücherempfehlungen des Küchenjungen Norman. Die aufflammende Leseleidenschaft ist weit entfernt von Rosamunde Pilcher und die Queen überrascht den ein oder anderen Diplomaten mit ihrer neuerdings recht unkonventionellen Literaturauswahl und den daraus erspriessenden Ein- und Ansichten. Immer mehr gerät das Königshaus ins Stolpern, weil die Queen ihre Priorität lieber dem nächsten Kapitel als der nächsten Sitzung schenkt.
Dieses wunderschöne hochwertig gebundene kleine Bändchen zeigt erneut die Fähigkeit von Alan Bennett, den Leser immer wieder mit feinstem britischen Humor und intelligenten Spitzen auf das Beste zu unterhalten.
Für alle die .... ach was ....für Alle!!!!
Bewertung
5/5
13.09.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein kleines, feines Büchlein,...
Ein kleines, feines Büchlein, welches den Lesenden sowohl die Queen, als auch die Literatur näher bringt, Lust aufs Lesen macht, die Bedeutung von Geschichten und Erzählungen zeigt und mich sehr häufig zum Schmunzeln gebracht hat.
Pink Anemone
aus Wien
5/5
28.02.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine wundervolle Hommage an das Lesen und die Queen - britischer Humor trifft auf Tiefsinnigkeit und Bibliophilie.
Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma'am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus - und kommt auf den Geschmack. Von da an deckt sie sich jede Woche mit Lesestoff ein und lernt den Küchengehilfen Norman kennen, mit dem sie sich fortan über ihre Lektüre unterhält (wie übrigens auch mit dem verdutzten französischen Präsidenten)...(Klappentext)
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"Auf Windsor gab es ein abendliches Staatsbankett, und als der französische Präsident seine Position neben Ihrer Majestät eingenommen hatte, reihte sich die königliche Familie dahinter auf, und die Prozession setzte sich langsam in Richtung Waterloo Chamber in Bewegung." (S. 5 - Anfang)
Man scheint hier kleine Einblicke in das Leben der Queen, die Hofetikette und die Abläufe von Staatsbesuchen zu erhalten. Ob dies nun wirklich der Wahrheit entspricht sei mal dahingestellt. Sicher ist, wäre ich an der Steller Ihrer Majestät, würde ich mich ebenso in die Welt der Bücher flüchten. Denn genau das tut sie, nachdem sie eines Tages die Bekanntschaft mit einem Bücherbus und einem Jungen namens Norman gemacht hatte. Vor allem durch Norman entdeckte sie die Liebe zur Literatur und zum Lesen. Anfangs war sie in der Hinsicht noch etwas zurückhaltend.
"Man hatte keine Vorlieben zu haben. Ihr Beruf verlangte Interesse zu zeigen, aber keine Interessen zu haben. Und außerdem war Lesen nicht tun. Sie war ein Mensch der Tat." (S. 8)
Doch das änderte sich schnell, je mehr sie in die Welt der Bücher eintauchte. So sehr, dass ihr Staatsbesuche und Eröffnunsgalas lästig wurden und sie es sich erlaubte dafür zu spät zu kommen, ja sogar hin und wieder eine Krankheit vorzuschieben, nur um nicht teilhaben zu müssen und sich stattdessen mit einem Buch zurückzuziehen.
Die Queen verändert sich und entzieht sich zunehmend der Kontrolle des gesamten Hofstaates. Dieser ist darüber alles andere als begeistert und schreitet zur Tat - mit unvorhergesehenen Konsequenzen.
Dieses Büchlein ist eine wahre Hommage an die Queen, aber vor allem an die Literatur und das Lesen selbst. Eine Geschichte über Bücher, wie sich das Leseverhältnis durch zunehmendes Lesen verändert, man sich selbst verändert.
Dies alles sieht man hier am Beispiel der Queen, welche sich nur noch mit Büchern und dem Lesen beschäftigen möchte. Auch sie verändert sich - wird zunehmend offener, direkter, quasi mehr sie selbst. Ihr Hofstaat hingegen sieht das jedoch als schleichende Vergreisung - die Schrullen einer alten Lady.
Dadurch ergeben sich äußerst witzige Dialoge, die den typisch trockenen und oft bissigen britischen Humor beinhalten.
">>Ich spinne hier nur mal ein paar Gedanken, Ma'am, aber es wäre sicher hilfreich, wenn wir eine Presseerklärung des Inhalts herausgeben könnten, dass Ihre Majestät neben englischer Literatur auch ethnische Klassiker liest."<<
>>An welche ethnischen Klassiker hatten Sie da gedacht, Sir Kevin? Das Kamasutra?<<"
(S. 43)
Doch auch tiefsinnige Gedanken, die jeden Bibliophilen beschäftigen sind hier enthalten.
">>Für mich<<, so schrieb sie, >> ist Literatur ein riesiges Land, zu dessen fernen Grenzen ich mich aufgemacht habe, die ich aber unmöglich erreichen kann. Und ich bin viel zu spät aufgebrochen. Ich werde meinen Rückstand niemals aufholen.<<" (S. 46)
Endlos könnte man aus diesem Büchlein zitieren und ebenso endlos darin verweilen.
Fazit:
Ich tauchte für paar Stunden darin ein, schmunzelte, lachte und nickte des öfteren bestätigend wenn es um die Liebe und die Gefühle zur Literatur ging. Es ist ein Buch in dem ich mich regelrecht zu Hause fühlte und wie gerne wäre ich noch bei der Queen und ihren Büchern verblieben.
Alan Bennett schreibt locker-flockig, mit viel Witz und doch auch so eindringlich und mit Tiefe. Daher bekommt dieses bibliophile Büchlein von mir eine absolute Leseempfehlung und mit Sicherheit war dies nicht mein letzter Bennett.
In diesem Sinne - "Man legt sein Leben nicht in seine Bücher. Man findet es in ihnen" (S. 97)
Isaopera
5/5
06.04.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein literarisches Kleinod
"Die souveräne Leserin" ist inzwischen bereits (fast) ein Klassiker und in jedem Fall ein Lesegenuss! Bennett schreibt klug, gedankenvoll, amüsant und herrlich britisch. Ich bin mir nicht sicher, ob er die Queen persönlich kennt, aber für mich leibt und lebt sie in den Seiten!
Auch wenn man als deutscher Leser möglicherweise nicht alle Autoren so geläufig hat wie ein englischer Leser, ist dieses Buch gerade für Freunde der Literatur ein echtes Kleinod.
Die Lektüre ist kurz & knackig und dabei niemals langweilig - fast schade, wenn sie vorbei ist! Aber: das Ende ist nochmal ein echter Knüller, also kann man sich darauf freuen ;)
Viel Spaß beim Lesen - es lohnt sich!
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