Drei Jahre ist es her, dass Lelle seine Tochter morgens an einer Bushaltestelle absetzte. Seither ist sie spurlos verschwunden und der Vater sucht verzweifelt im düsteren Licht der Mitternachtssonne die Gegend ab. Zur gleichen Zeit kommt die siebzehnjährige Meja zusammen mit ihrer psychisch labilen Mutter mit der Hoffnung auf einen Neuanfang in diesem abgelegenen Teil Nordschwedens an. Als ein weiteres Mädchen verschwindet, werden Lelles und Mejas Leben auf eine Weise miteinander verbunden, die sie sich nie hätten vorstellen können. Gelesen von Peter Lontzek. (Laufzeit: 9h 42)
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bewertung
5/5
23.02.2021
Buch (Taschenbuch)
dramatische Ereignisse im einsamen Norrland
Mittsommer und Linas und Mejas dunkle Geschichten beginnen. Geschichten, die das Leben vieler Menschen verändern. Lina ist seit 3 Jahren unauffindbar, wie vom Erdboden verschluckt. Nun soll dieser Jahrestag an ihr unaufgeklärtes Verschwinden erinnern. Die Eltern hat die Ungewissheit entzweit. Die Mutter gibt dem Vater die Schuld, ist mit der Situation völlig überfordert und flüchtet in eine neue Familie, in ein neues Leben. Die Polizei bleibt während der ganzen Zeit erfolglos. Der Vater begibt sich immer wieder auf Fahrten durch das Land um seine Tochter zu finden. Eine verzweifelte Suche.
Die Schreibweise ist sehr eindrucksvoll und stimmungsvoll. Alle Figuren, Gegenstände, selbst die Natur werden hervorragend, sehr detailliert und vergleichend beschrieben. Viele Lebensweisen und Ansichten werden offenbart und die einsamen Gegenden vertuschen und verdrängen die Emotionen der Figuren.
Ein Roman der mich gefesselt hat und zum Weiterlesen animiert..
Bewertung
aus Trieben
5/5
14.09.2019
eBook (ePUB)
"Dunkelsommer', Stina Jackson
Spannend, von der 1. bis zur letzten Seite!
Äußerst gut geschrieben, absolut empfehlenswert!
LaberLili
5/5
03.08.2019
eBook (ePUB)
Stimmungsvoll, auf eine schwere Weise
Im Falle von „Dunkelsommer“ ist der Titel Programm: Die Handlung trägt sich zwar (vornehmlich) im Sommer zu, das jedoch in einer eher abgelegenen, dicht bewaldeten Gegend Schwedens, wo die Natur schon entsprechend viel Licht schluckt – das eben selbst zu einer Jahreszeit, während der es in Schweden nahezu rund um die Uhr taghell ist. Ohnehin ist „Dunkelsommer“ auch vom Text her ein sehr düster-atmosphärischer Roman, der zum Einen den trunksüchtigen, lethargischen Lelle, der seit dem Verschwinden seiner Teenie-Tochter vor einigen Jahren Nacht für Nacht die weitere Umgebung etappenweise durchforstet, in der Hoffnung, Spuren seiner Tochter zu finden und der zum Anderen die Jugendliche Meja in den Mittelpunkt stellt, die zusammen mit ihrer Mutter eine relativ dysfunktionale Familie bildet und deren Mutter nun, quasi Hals über Kopf, gemeinsam mit ihr in diese dichte Waldregion gezogen ist, zum neuen „Lebensgefährten“ der Mutter, ursprünglich eine Onlinebekanntschaft, wobei der neue Partner auch recht schmierig und eigenbrötlerisch wirkt… letztlich wirken hier alle Figuren sehr auf sich allein gestellt und in kein gefestigtes Umfeld eingebettet, so dass es schon fast erschreckend auffällig ist, als Meja sich spontan in einen von drei Brüdern verknallt, die sie zufällig kennenlernt und deren Familiengefüge völlig solide erscheint. Auf den ersten Blick. Für den Leser scheint hier aber schon bald etwas leicht Archaisches durch – von Anfang an kann man sich zudem denken, nicht zuletzt des Klappentexts wegen, dass sich Lelles und Mejas Wege letztlich kreuzen werden. Zu unterschiedlich sind diese beiden Stränge, zu wenig haben sie zunächst miteinander zu tun als dass es sonst Sinn ergeben könnte, warum ausgerechnet diese beiden Figuren im selben Buch behandelt werden: Man ist sich auch ohne die Buchbeschreibung gelesen zu haben sehr früh sicher, dass es hier eine Schnittstelle geben muss; zudem klingt Meja sehr nach Lina, der verschwundenen Tochter Lelles, und man befürchtet frühzeitig, dass Meja drauf und dran ist, zum nächsten Opfer zu werden. Nur von welchem Täter? In diesem Roman scheinen alle ein wenig dubios zu sein; der neue „Stiefvater“ wirkt sofort besonders verdächtig, aber irgendwie bleibt zunächst alles kaum greifbar. Es ist mehr Intuition als Miträtseln gefragt – ich hatte zwar relativ früh eine ganz bestimmte Ahnung, die in die letztlich richtige Richtung ging, aber diese erschien mir auf Anhieb doch zu extrem.
Dass „Dunkelsommer“ als bester schwedischer Spannungsroman ausgezeichnet worden ist, kann ich durchaus verstehen. Dies ist in meinen Augen ein definitiv empfehlenswerter Roman für alle Leser, die düster-atmosphärische Thriller, die sich eher wie ein (Sozial)Drama abspielen, mit einem Hauch Verlorenheit und einer Prise Melancholie sehr schätzen.
Unsere Bücherwelt
5/5
01.08.2019
eBook (ePUB)
Atmosphärisch und fesselnd
Ich kann kaum glauben, dass es sich bei „Dunkelsommer“ um das Debüt von Stina Jackson handeln soll, denn ich habe lange kein Buch mehr gelesen, bei dem ich zwischendurch schlicht vergessen habe, dass ich eben nur „lese“.
Die dramatische Geschichte von dem verzweifelten Lelle, der auf der Suche nach seiner Tochter, Nacht für Nacht die Straßen und Wälder Nordschwedens nach einem Hinweis auf Lina absucht, hat mich sofort gepackt.
Ich saß praktisch neben Lelle auf dem Beifahrersitz seines Autos, habe den stinkigen Mief seiner Zigaretten gerochen, wurde mit seinem scheinbar aussichtslosen Kampf oder seiner inneren Lähmung angesteckt und habe einfach mit ihm mit gelitten. Er ist so verdammt wütend und gleichzeitig verzweifelt … Ich habe mich absolut in ihn rein versetzen können, weil einfach alles an ihm echt war.
Die Autorin hat ein unglaubliches Talent, einen emotional abzuholen und mitzunehmen. Sie hätte Lelle nicht authentischer zeichnen können, er war mit seinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen so greifbar, dass er ein guter Freund geworden ist, den ich nun vermisse.
Aber auch Mejas Geschichte hat mich gepackt.
Beide, sowohl Lelle als auch auch Meja, kennen sich nicht, sie begegnen sich erst später im Laufe des Buches und ihre Geschichten laufen parallel, aber beide haben eines gemeinsam: Sie sind auf der Suche nach etwas. Ob sie letztendlich fündig werden, müsst ihr natürlich selber heraus finden.
Beide haben ihr persönlich-emotionales Päckchen zu tragen und bei beiden habe ich echt sehr mitgefühlt und mitgefiebert.
Hinzu kommt die wahnsinnig tolle Atmosphäre, die Stina Jackson da wirklich in mein Wohnzimmer, direkt auf meine Couch geholt hat.
Ich war noch nie in Schweden, kenne die helle Mitternachtssonne des Sommers, die langen dunklen Wintermonate und die tiefen Wälder nur aus Erzählungen, aber nun habe ich das Gefühl, dass ich selbst auch schon dort war.
Ich bin einfach mit den Beschreibungen der Autorin verschmolzen und hatte sofort Bilder im Kopf. Ich war selbst mitten drin in der Einöde, in den dunklen Wäldern, in den kleinen Orten mit den eigenbrötlerischen Menschen und habe zwischendurch immer mal wieder Hunger auf eine Zimtschnecke bekommen.
Stina Jackson verzichtet hier auf langatmige Situations- und Ortsbeschreibungen, was ich super fand, weil ich das nicht mag und meistens als langweilig empfinde. Vielmehr liefert sie uns dieses Feeling und die Atmosphäre ganz automatisch mit den Erzählungen von Lelle und Meja mit. Der Flair Nordschwedens umgibt uns quasi von ganz allein.
Dieses Buch darf sich zu recht Spannungsroman nennen, denn hier liegt ein dauerhaftes Knistern und Flimmern in der Luft. Man wartet ständig, sucht eigentlich dauerhaft irgendetwas und fiebert Antworten entgegen. Wenn man fündig wird, hält man den Atem an.
Ich will unbedingt mehr von der Autorin lesen, denn das Schreiben von Charakter- und Atmosphäre-Büchern scheint ihre Berufung zu sein.
Und jetzt gehe ich erst mal auf die Suche nach einer Zimtschnecke.
„Rauchen Sie?“, fragte Meja plötzlich. „Nur im Sommer.“ (Zitat „Dunkelsommer“ von Stina Jackson)
Fazit
Liebhaber von Spannungsromanen, die emotional unter die Haut gehen, weil sie einfach eine dramatische und mitfühlende Geschichte zu erzählen haben, sollten sich „Dunkelsommer“ unbedingt mal näher ansehen.
Mich hat die Geschichte absolut gepackt und mitgerissen. Hauptsächlich weil die beiden Hauptcharaktere so unglaublich authentisch gezeichnet wurden und die Autorin die Atmosphäre spannend gestaltet und den Flair von Nordschweden ganz fantastisch eingefangen hat.
Jonas1704
aus Düsseldorf
5/5
27.07.2019
eBook (ePUB)
Meisterhaft und sehr atmosphärisch geschrieben
Lelle ist seit drei Jahren auf der Suche nach seiner Tochter. Es kann nicht darüber hinwegkommen, dass diese verschwunden ist und sein Leben ist dementsprechend zerstört.
Auf der anderen Seite wird Mejas Leben erzählt, die sich erst an eine neue Umgebung muss wo sie umgezogen sind, nach Norrland und hinzu auch Probleme mit ihrer Mutter hat, die dem Alkohol gegenüber nicht abgeneigt ist und dazu noch psychische Probleme hat.
Meja freundet sich mit drei Brüdern an, die sie zufällig trifft. Schon ahnt man als Leser, dass genau diese irgendwas mit dem Verschwinden von Lina zu tun haben werden. Wie sich die beiden Geschichten zusammentun erzählt die Autorin hier meisterhaft und sehr atmosphärisch.
Für Thriller Fans eine absolute Leseempfehlung!
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