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Der Faschist

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15,99 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2020

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

536

Maße (L/B/H)

19/12/3,7 cm

Gewicht

564 g

Auflage

2

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7519-1477-2

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Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

01.09.2020

Verlag

BoD – Books on Demand

Seitenzahl

536

Maße (L/B/H)

19/12/3,7 cm

Gewicht

564 g

Auflage

2

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Deutsch

ISBN

978-3-7519-1477-2

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  • Schnick

    aus Arcisses

    5/5

    28.08.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Vielschichtiges, unterhaltsames Gedankenexperiment

    Ich habe bereits zwei Romane von Nikodem Skrobisz gelesen und etwas darüber geschrieben, die allerdings unter seinem Pseudonym Leveret Pale veröffentlicht worden sind. Beide hatten mich begeistert. Da war es klar, dass ich auch sein neuestes Werk "Der Faschist" lesen musste. Der Roman beschreibt den Weg des im Romantitel genannten Faschisten - aus der Sicht eben dieses Faschisten. Vorangestellt ist dem Roman aber zunächst einmal eine Triggerwarnung, was ich persönlich sehr gut finde. Denn - ja -, das N-Wort wird einmal benutzt und auch Ausdrücke wie "linke Zecken" etc. haben ihren Weg in den Roman gefunden. Auch wenn ich die Verwendung des N-Wortes normalerweise nicht gut heiße, so ergibt die Verwendung in diesem Roman (es wird erfreulicherweise nicht ausufernd verwendet, sondern - wenn ich mich richtig entsinne - "nur" einmal) Sinn. Wie gesagt, es wurde aus Sicht eines Faschisten geschrieben. Ich war und bin aber erfreut, dass Skrobisz das nicht nutzte, um nun ausufernd rassistische Begriffe zu verwenden. Was Skrobisz wirklich toll herausgearbeitet hat, ist die Verführungskraft, die eine Ideologie wie der Faschismus ausüben kann. Richtig verpackt bietet der Faschismus einfache Antworten auf komplexe Fragen. In einer Welt, die für manche Menschen immer schwieriger zu verstehen ist, kann der Faschismus eine (aus meiner Sicht perverse) Antwort sein. "Tatsächlich bin ich überzeugt, dass das alles erst durch eine Reihe meiner Entscheidungen möglich wurde. Und diese nahmen zweifelsohne ihren Anfang mit meinem persönlichen Abfall von der Menschlichkeit an einem Samstagabend vor rund zehn Jahren." Dies schreibt "Der Faschist" Nikolas Schaber bereits auf der ersten Seite. Und meiner Meinung nach trifft das den Kern. Wer sich für den Faschismus entscheidet, entscheidet sich gegen die Menschlichkeit - wie auch immer man Menschlichkeit definiert. Vor allem aber ist es eine ENTSCHEIDUNG, Faschist zu sein. Wie dem auch sei: Nikolas Schabers Weg zum Faschisten ist faszinierend zu lesen. Skrobisz/Pale hat das Talent, komplexe Themen so in seine Romane einzuarbeiten, dass die Leser*innen zwar durchaus etwas dazulernen können, aber nie das Gefühl haben, belehrt zu werden. In diesem Fall lernen wir mit Nikolas Schaber die Grundlagen des Faschismus - allerdings in der verführerischen Fassung. Das war für mich sehr schwierig und ist innerhalb des Romans eine spürbare Gratwanderung: Da aus der Sicht von Nikolas Schaber geschrieben wird, wird der Faschismus über weite Strecken entsprechend unreflektiert und verführerisch dargestellt. Ich für meinen Teil habe während des Lesens immer wieder in Gedanken Gegenargumente angeführt, wollte Schaber und Konsorten am liebsten meinen Abscheu entgegen schleudern... Mein Weltbild ist allerdings einigermaßen gefestigt - was meine Abneigung gegen Rechts außen/Faschismus betrifft, nicht nur einigermaßen, um ehrlich zu sein. "Der Faschist" stellt eine Gratwanderung dar. Dass dies auch Skrobisz bewusst ist, macht sich bereits an seiner Distanzierung innerhalb der vorangestellten Trigger-Warnung bemerkbar. Aber auch kleine Spitzen innerhalb des Romans zeigen immer wieder auch die Unmenschlichkeit des Faschismus auf. Und das Finale ist ohnehin grandios. Wie dem auch sei: Mit "Der Faschist" ist Nikodem Skrobisz ein tolles, vielschichtiges Gedankenexperiment gelungen, das aktuelle Ereignisse und Entwicklungen aufgreift, verdichtet und zu einem spannenden Roman verknüpft.

  • Gelincik

    5/5

    27.07.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Faschismus

    In dem Buch 'Der Faschist' von Leveret Pale geht es um Nikolas, von dessen Entwicklung wir erfahren. Wie kommt er zum Faschismus und was passiert danach? Das Buch hat über 500 Seiten und braucht deshalb einiges an Zeit, damit man es lesen kann. Doch das lohnt sich absolut! Der Autor hat so viel recherchiert, so viel an Information reingepackt - unglaublich! Hinter dieser Geschichte steckt sehr viel Arbeit! Obwohl ich mich in diesem Bereich schon einigermaßen auskenne, habe ich viel dazu gelernt. Ich habe immer wieder nach diesen Wörtern gesucht und nachgelesen. Einiges werde ich jetzt nach Ende des Buches nachholen. Ich empfehle das Buch jedem, der sich gerne mit dieser Thematik auseinandersetzt oder Interesse daran hat. Wer mal was tiefgründiges lesen möchte, ist hier genau richtig. Von mir bekommt das Buch 5 von 5 Sternen.

  • gaia

    5/5

    21.07.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Goebbels 2.0 - toll recherchiert, spannend und authentisch geschrieben

    In seinem neuen Roman entwirft Nikodem Skobisz eine nahe Post-Corona-Zukunft, in der sich ein junger Mann nach persönlichen Rückschlägen in der Szene der Neo-Faschisten wiederfindet und dort zügig radikalisiert. Er rutscht in die Rolle des führenden Propagandisten und gestaltet dadurch die Zukunft der politischen Landschaft mit. Skobisz nimmt hier nicht nur die psychologischen Aspekte der Radikalisierung eines Einzelnen unter die Lupe, er verdeutlicht vor allem die Unterschiede zwischen Faschismus und Nationalsozialismus, erklärt die gesellschaftspolitischen wie auch philosophischen Hintergründe der Bewegung sowie deren Gefahren und zeigt, wie schnell sich eine Gesellschaft hin zu einem radikalen System manipulieren lässt. Die persönliche Macht- und Gewaltentwicklung des Protagonisten Nikolas Schaber wird durch facettenreiche Nebencharaktere flankiert. Authentisch webt dabei der Autor seine herausragende Rechercheleistung zum theoretischen Hintergrund der faschistischen Bewegung in den Romanplot ein. Lektürehilfen in Form von ausführlichen Literaturempfehlungen sind auf der Internetseite des Autors zu finden. Sehr gern hätte ich einige Hinweise hierzu auch im Buch direkt vorgefunden. Abschließend war die Lektüre des vorliegenden Buches hochinteressant und lehrreich. Das weitverbreitete Halbwissen, Faschismus und Nationalsozialismus seien eigentlich dasselbe wurde durch die Lektüre glücklicherweise behoben und Wissenslücken gefüllt. Mich haben besonders die politikwissenschaftlichen und philosophischen Theorien am meisten interessiert, aber auch LeserInnen, die an den psychologischen Phänomenen interessiert sind, kommen auf ihre Kosten. Rundum ein empfehlenswerter Roman, der sich übrigens als absoluter Pageturner entpuppt.

  • Bewertung

    aus Freiburg

    4/5

    02.02.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Heftige Entwicklung

    Die Coronapandemie ist vorbei, die Wirtschaft ist in Deutschland zusammengebrochen. Nikolas Schaber ist privilegiert und kann ein ruhiges, sorgloses Leben mit seiner langjährigen Freundin und in seinem Beruf als Werbegrafiker führen. Dann betrügt ihn seine Freundin, und er trennt sich von ihr. Über kurze Zeit wird er zum Führer der European Union of Fascists. Wie kann es dazu kommen? Das wird in diesem Buch auf spannende Weise abgehandelt. Ich fand es faszinierend. Zudem habe ich so einiges gelernt über die Gesellschaft und politische Strömungen. Manches, vor allem gegen Ende, fand ich dann doch übertrieben. Ich glaube zum Beispiel nicht, dass man, wie Nikolas, so mir nichts, dir nichts eine solche Grausamkeit entwickeln kann. Insgesamt fand ich die Schreibweise sehr gut. Gestört haben mich aber die sehr vielen kleinen Grammatik- und Rechtschreibfehler, die rissen mich manchmal aus dem Lesefluss.

  • LaNasBuchclub

    4/5

    06.01.2023

    Buch (Taschenbuch)

    Über den korrumpierenden Effekt von Macht

    Wie konnte aus einem unbedeutenden, politisch desinteressierten Grafikdesigner einer der mächtigsten Mitglieder der faschistischen Bewegung „European Union of Fascists“ werden? In seiner beängstigend realistischen Dystopie „Der Faschist“ beschreibt Autor Nikodem Skrobisz, wie das pandemiegebeutelte und politisch ausgezehrte Europa einen zusehends radikalen Wandel hinlegt und der Grundstein für ein nie gesehenes faschistisches Imperium gelegt wird. Ermöglicht wurde dieser Wandel unter anderem durch das Mitwirken von Nikolas Schaber. Schwer getroffen durch den Betrug seiner langjährigen Freundin mit einem afrikanischen Flüchtling, verliert sich der junge Mann immer mehr in einer Spirale aus Depressionen, Orientierungslosigkeit und neu aufkeimender Fremdenfeindlichkeit. Doch als ihn der Zufall mit der faschistischen Szene in Berührung kommen lässt, scheint sich sein Blatt auf einmal zu wenden. Angestachelt durch Szenen-Musik und den aufrührerischen Reden des Führers der European Union of Fascists wird der Sog der Bewegung immer stärker und Nikolas sieht erstmals einen Ausweg aus seinem persönlichen Unglück. In dieser als Memoiren ausgestalteten Erzählung blickt er erstmals auf seine Entscheidungen und den Prozess seiner persönlichen Radikalisierung zurück. Als ich erstmals auf das Buch aufmerksam geworden bin, hatte ich noch keine richtige Vorstellung davon, was mich erwarten könnte, daher habe ich einfach mal drauf losgelesen. Der Schreibstil ist im Großen und Ganzen sehr packend und lässt einen guten Lesefluss zu. Die Handlung hat an sich keine wirklich überraschenden Wendungen beinhaltet, allerdings war es wirklich faszinierend dem Radikalisierungsprozess von Nikolas so en detail zu folgen. Daraus ergab sich für mich dann auch ein gewisses Gefühl von Spannung und dieser Sog, der einen fleißig die Seiten umblättern lässt. Der Prozess ist packend und beängstigend zugleich. Zudem überzeugt die Geschichte durch einen starken roten Faden, authentische und glaubhafte Charaktere und umfassende Recherche. Skrobisz ist es wirklich gut gelungen aufzuzeigen, wie die ‚richtige‘ Darstellung ideologischer Ansichten und ideologie-konforme Auslegung historischer Sachverhalte die faschistische Bewegung legitimiert und stärkt. Sein Protagonist dient dabei als Paradebeispiel für ein Individuum mit instabilem Selbstwertgefühl, dem die bedingungslose Wertschätzung der anderen Parteimitglieder, die Wir-/Die-Mentalität der Gruppe und Aussicht auf Macht dabei helfen, seine persönlichen Konflikte zu kompensieren. Ich denke, es ist wichtig zu erwähnen, dass das Buch durchaus in die Kategorie „harter Tobak“ fällt. Es ist gut geschrieben und hervorragend ausgearbeitet, aber eben ungefiltert in der Ausdrucksweise und besonders thematisch sehr herausfordernd. Teilweise fiel es mir wirklich schwer den menschenverachtenden Ausführungen ‚zuzuhören‘ und insbesondere der Art und Weise, wie der Protagonist diese ins rechte Licht zu rücken versucht. Also sei darauf hingewiesen, dass die Triggerwarnung zu Beginn wirklich nicht ohne Grund da steht. Abschließend kann ich eigentlich nur sagen, dass „Der Faschist“ ein sehr mitreißendes und interessantes Leseerlebnis bietet und seine Leserschaft zum Nachdenken anregt.

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