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Das Feuer retten Roman | Litprom-Bestenliste Weltempfänger Sommer 2022

2

28,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.04.2022

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

800

Maße (L/B/H)

21,9/14,7/5,4 cm

Gewicht

1023 g

Farbe

Schwarz / Grau

Auflage

1. Auflage 2022

Originaltitel

Salvar el Fuego

Übersetzt von

Matthias Strobel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98440-8

Beschreibung

Rezension

»Der Roman ist eine existenzielle Auseinandersetzung mit der Frage, was ein Leben lebenswert macht.« Ronja Dittrich, BR 2 Diwan, 03. Juli 2022 ("BR Diwan")
»Dieser verstörend-faszinierende Roman [ist] […] ein Manifest der Macht und der Kraft der Literatur.« Ulrich Noller, WDR 5, 13. Mai 2022 ("WDR 5")
»›Das Feuer retten‹ ist hartnäckig packender Lesestoff zwischen Schauder und Schönheit, der einen wiederholt zucken lässt in Anbetracht von soviel Klartext über den Erhalt oder Entzug von Liebe und Freiheit.« Christian Mückl, Nürnberger Nachrichten, 07. Mai 2022 ("Nürnberger Nachrichten")
»›Das Feuer retten‹ ist ein Höllentrip durch Mexikos Gegenwart und ein Plädoyer für die Erlösung durch die unbedingte Liebe.« Sven Ahnert, SRF, 02. Mai 2022 ("SRF")
»Ein praller Großstadtroman, voller Leidenschaft und Gewalt vor der Kulisse eines Landes in dem Ausbeutung, Entrechtung und Morde zum Alltag gehören.« Dirk Fuhrig, Deutschlandfunk Kultur, 11. April 2022 ("Deutschlandfunk")
»Ein Roman von ungeheurer Wucht« El País ("El País")
»Einer der kraftvollsten, intensivsten und originellsten Gegenwartsautoren, die in spanischer Sprache schreiben.« El Exprés ("El Exprés")

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

13.04.2022

Verlag

Klett Cotta

Seitenzahl

800

Maße (L/B/H)

21,9/14,7/5,4 cm

Gewicht

1023 g

Farbe

Schwarz / Grau

Auflage

1. Auflage 2022

Originaltitel

Salvar el Fuego

Übersetzt von

Matthias Strobel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-608-98440-8

Herstelleradresse

Klett-Cotta Verlag
Rotebühlstr. 77
70178 Stuttgart
DE

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Brachial gut

Ruthild Maria Görschen aus Potsdam am 02.08.2023

Bewertungsnummer: 1992672

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wow, was für ein Buch! Guillermo Arriaga kennt sich aus und schafft es tatsächlich über – sage und schreibe – 800 Seiten den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen. Und das Ganze mit einem sehr ungewöhnlichen Schreibstil, zumindest mutet es in der Übersetzung aus dem Spanischen so an. OT „Salvar el fuego“. Ich habe fünfzehn farbige Klebchen (Pagemarker) reingepackt, aber bevor ich die durchgehe, möchte ich kurz zum Inhalt kommen. Die Protagonistin Marina, die einzig in der Ich-Form erzählt, ist Tänzerin und Choreografin, hat drei Kinder und einen verständnisvollen, vermögenden Mann, Claudio, und reichlich Hauspersonal in Mexiko-Stadt. Ihr gehört eine Tanzschule: „Danzamantes“ und sie ist ständig auf der Suche nach ungewöhnlichen Choreografien. „Es [gemeint ist hier Chan Chan] war das Lieblingslied der Truppe, seit wir eine Choreografie zu der Wahnsinnsversion von Compay Segundo auf die Bühne gebracht hatten.“ (S. 173) Die männliche Hauptfigur des Romans heißt José Cuauhtémoc, oft kurz als JC bezeichnet, ein großer blonder Indio, zu fünfzig Jahren Knast verurteilt wegen mehrfachen Mordes und er sitzt ein im „Reclusio Oriente“. „Der Mann hatte Gesichtszüge wie der Schauspieler >Indio< Fernandez, nur in blond. Seine Physiognomie eines aztekischen Fürsten passte irgendwie nicht zu seiner Wikingermähne und seiner imposanten Statur.“ (S. 174) Schade, dass es kein Hörbuch gibt, denn ich hätte gern gewusst, wie man JCs Namen richtig ausspricht. JC mag auf jeden Fall die Gute-Laune-Music von Celso Piña. (S. 115) Eines Tages beschließt Marina mit ihrer Tanztruppe im Gefängnis aufzutreten und mehrere ihrer reichen und einflussreichen Freunde unterstützen dieses Vorhaben. Zusätzlich gibt es eine Schreibwerkstatt im Knast, zwei Mal pro Woche, die ein weiterer Freund von Marina leitet. Oft ist sie dann auch dabei. Zahlreiche literarische „Knastschriftstücke“, wilde und harte Prosa, bereichern diesen Roman. Sofort erkennbar am Schrifttyp, unterschrieben jeweils vom Häftling soundso, Nummer soundso, samt Dauer der Haftstrafe und wofür. In Kursivschrift finden wir dann noch aufschlussreiche „Briefe“ von JCs Bruder Francisco, gerichtet an deren ermordeten Vater Ceferino. Dieser war eine intelligente, aber furchtbar grausame Kreatur. Marina verliebt sich in JC und der Leser fragt sich natürlich, wie diese von JC erwiderte Liebe, die alle Grenzen sprengt, Erfüllung finden kann, zumal JC zu fünfzig Jahren Haft verurteilt wurde. Oder ist jede zufällige Begegnung eine Verabredung? (Frei nach Borges, S. 552) Hier werden oft die Zeitebenen gewechselt, das bringt unerwartet viel Schwung in die Handlung und stört keineswegs den Lesefluss. Im Gegenteil, so manches Geschehen erhellt sich noch im Nachhinein. Die Blickwinkel der verschiedenen Protagonisten sind ebenfalls leicht erkennbar, es schreiben Marina, JC, etliche Häftlinge vom Reclusio Oriente, z. T. wird das Gefängnispersonal beschrieben und natürlich berichtet Francisco dem toten Ceferino. Der Leser wird an mehrere Seiten der Medaille herangeführt: Das abgehobene Luxusdasein reicher Familien, wie der Longines; das unbeschreibliche Elend im Knast und die Brutalität der rivalisierenden Banden im Außen, samt korrupter Polizei und Behörden. Sprachgewaltig der Stil, oft das Englische in Lautschrift, um innezuhalten. Kein gutes Haar wird an den USA gelassen: „Die Vereinigten Staaten behaupten, sie seien das Land der Freiheit, dabei sind sie in Wirklichkeit das Land der Repression und der eigennützigen Gesetze.“ (S. 450) Fazit: Diese 800 Seiten vergehen wie im Flug. Wir bekommen nicht nur eine Liebesgeschichte, so intensiv und von einer Wucht, die einen umhaut, wie ich sie noch nie zuvor gelesen habe, sondern wir erleben auch die gegensätzlichsten Welten Mexikos. Angereichert mit den feinsten Literatur- und Musiktipps, die die Latinowelt so zahlreich zu bieten hat. Beispiele Autoren: Álvaro Mutis oder Jorge Luis Borges. Für hartgesottene Leser überaus empfehlenswert. Von mir höchst verdiente 5 Sterne.

Brachial gut

Ruthild Maria Görschen aus Potsdam am 02.08.2023
Bewertungsnummer: 1992672
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Wow, was für ein Buch! Guillermo Arriaga kennt sich aus und schafft es tatsächlich über – sage und schreibe – 800 Seiten den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen. Und das Ganze mit einem sehr ungewöhnlichen Schreibstil, zumindest mutet es in der Übersetzung aus dem Spanischen so an. OT „Salvar el fuego“. Ich habe fünfzehn farbige Klebchen (Pagemarker) reingepackt, aber bevor ich die durchgehe, möchte ich kurz zum Inhalt kommen. Die Protagonistin Marina, die einzig in der Ich-Form erzählt, ist Tänzerin und Choreografin, hat drei Kinder und einen verständnisvollen, vermögenden Mann, Claudio, und reichlich Hauspersonal in Mexiko-Stadt. Ihr gehört eine Tanzschule: „Danzamantes“ und sie ist ständig auf der Suche nach ungewöhnlichen Choreografien. „Es [gemeint ist hier Chan Chan] war das Lieblingslied der Truppe, seit wir eine Choreografie zu der Wahnsinnsversion von Compay Segundo auf die Bühne gebracht hatten.“ (S. 173) Die männliche Hauptfigur des Romans heißt José Cuauhtémoc, oft kurz als JC bezeichnet, ein großer blonder Indio, zu fünfzig Jahren Knast verurteilt wegen mehrfachen Mordes und er sitzt ein im „Reclusio Oriente“. „Der Mann hatte Gesichtszüge wie der Schauspieler >Indio< Fernandez, nur in blond. Seine Physiognomie eines aztekischen Fürsten passte irgendwie nicht zu seiner Wikingermähne und seiner imposanten Statur.“ (S. 174) Schade, dass es kein Hörbuch gibt, denn ich hätte gern gewusst, wie man JCs Namen richtig ausspricht. JC mag auf jeden Fall die Gute-Laune-Music von Celso Piña. (S. 115) Eines Tages beschließt Marina mit ihrer Tanztruppe im Gefängnis aufzutreten und mehrere ihrer reichen und einflussreichen Freunde unterstützen dieses Vorhaben. Zusätzlich gibt es eine Schreibwerkstatt im Knast, zwei Mal pro Woche, die ein weiterer Freund von Marina leitet. Oft ist sie dann auch dabei. Zahlreiche literarische „Knastschriftstücke“, wilde und harte Prosa, bereichern diesen Roman. Sofort erkennbar am Schrifttyp, unterschrieben jeweils vom Häftling soundso, Nummer soundso, samt Dauer der Haftstrafe und wofür. In Kursivschrift finden wir dann noch aufschlussreiche „Briefe“ von JCs Bruder Francisco, gerichtet an deren ermordeten Vater Ceferino. Dieser war eine intelligente, aber furchtbar grausame Kreatur. Marina verliebt sich in JC und der Leser fragt sich natürlich, wie diese von JC erwiderte Liebe, die alle Grenzen sprengt, Erfüllung finden kann, zumal JC zu fünfzig Jahren Haft verurteilt wurde. Oder ist jede zufällige Begegnung eine Verabredung? (Frei nach Borges, S. 552) Hier werden oft die Zeitebenen gewechselt, das bringt unerwartet viel Schwung in die Handlung und stört keineswegs den Lesefluss. Im Gegenteil, so manches Geschehen erhellt sich noch im Nachhinein. Die Blickwinkel der verschiedenen Protagonisten sind ebenfalls leicht erkennbar, es schreiben Marina, JC, etliche Häftlinge vom Reclusio Oriente, z. T. wird das Gefängnispersonal beschrieben und natürlich berichtet Francisco dem toten Ceferino. Der Leser wird an mehrere Seiten der Medaille herangeführt: Das abgehobene Luxusdasein reicher Familien, wie der Longines; das unbeschreibliche Elend im Knast und die Brutalität der rivalisierenden Banden im Außen, samt korrupter Polizei und Behörden. Sprachgewaltig der Stil, oft das Englische in Lautschrift, um innezuhalten. Kein gutes Haar wird an den USA gelassen: „Die Vereinigten Staaten behaupten, sie seien das Land der Freiheit, dabei sind sie in Wirklichkeit das Land der Repression und der eigennützigen Gesetze.“ (S. 450) Fazit: Diese 800 Seiten vergehen wie im Flug. Wir bekommen nicht nur eine Liebesgeschichte, so intensiv und von einer Wucht, die einen umhaut, wie ich sie noch nie zuvor gelesen habe, sondern wir erleben auch die gegensätzlichsten Welten Mexikos. Angereichert mit den feinsten Literatur- und Musiktipps, die die Latinowelt so zahlreich zu bieten hat. Beispiele Autoren: Álvaro Mutis oder Jorge Luis Borges. Für hartgesottene Leser überaus empfehlenswert. Von mir höchst verdiente 5 Sterne.

Brachial gut Wow, was für ein…

ninchenpinchen aus Potsdam am 02.08.2023

Bewertungsnummer: 2812764

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Brachial gut Wow, was für ein Buch! Guillermo Arriaga kennt sich aus und schafft es tatsächlich über – sage und schreibe – 800 Seiten den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen. Und das Ganze mit einem sehr ungewöhnlichen Schreibstil, zumindest mutet es in der Übersetzung aus dem Spanischen so an. OT „Salvar el fuego“. Ich habe fünfzehn farbige Klebchen (Pagemarker) reingepackt, aber bevor ich die durchgehe, möchte ich kurz zum Inhalt kommen. Die Protagonistin Marina, die einzig in der Ich-Form erzählt, ist Tänzerin und Choreografin, hat drei Kinder und einen verständnisvollen, vermögenden Mann, Claudio, und reichlich Hauspersonal in Mexiko-Stadt. Ihr gehört eine Tanzschule: „Danzamantes“ und sie ist ständig auf der Suche nach ungewöhnlichen Choreografien. „Es [gemeint ist hier Chan Chan] war das Lieblingslied der Truppe, seit wir eine Choreografie zu der Wahnsinnsversion von Compay Segundo auf die Bühne gebracht hatten.“ (S. 173) Die männliche Hauptfigur des Romans heißt José Cuauhtémoc, oft kurz als JC bezeichnet, ein großer blonder Indio, zu fünfzig Jahren Knast verurteilt wegen mehrfachen Mordes und er sitzt ein im „Reclusio Oriente“. „Der Mann hatte Gesichtszüge wie der Schauspieler >Indio< Fernandez, nur in blond. Seine Physiognomie eines aztekischen Fürsten passte irgendwie nicht zu seiner Wikingermähne und seiner imposanten Statur.“ (S. 174) Schade, dass es kein Hörbuch gibt, denn ich hätte gern gewusst, wie man JCs Namen richtig ausspricht. JC mag auf jeden Fall die Gute-Laune-Music von Celso Piña. (S. 115) Eines Tages beschließt Marina mit ihrer Tanztruppe im Gefängnis aufzutreten und mehrere ihrer reichen und einflussreichen Freunde unterstützen dieses Vorhaben. Zusätzlich gibt es eine Schreibwerkstatt im Knast, zwei Mal pro Woche, die ein weiterer Freund von Marina leitet. Oft ist sie dann auch dabei. Zahlreiche literarische „Knastschriftstücke“, wilde und harte Prosa, bereichern diesen Roman. Sofort erkennbar am Schrifttyp, unterschrieben jeweils vom Häftling soundso, Nummer soundso, samt Dauer der Haftstrafe und wofür. In Kursivschrift finden wir dann noch aufschlussreiche „Briefe“ von JCs Bruder Francisco, gerichtet an deren ermordeten Vater Ceferino. Dieser war eine intelligente, aber furchtbar grausame Kreatur. Marina verliebt sich in JC und der Leser fragt sich natürlich, wie diese von JC erwiderte Liebe, die alle Grenzen sprengt, Erfüllung finden kann, zumal JC zu fünfzig Jahren Haft verurteilt wurde. Oder ist jede zufällige Begegnung eine Verabredung? (Frei nach Borges, S. 552) Hier werden oft die Zeitebenen gewechselt, das bringt unerwartet viel Schwung in die Handlung und stört keineswegs den Lesefluss. Im Gegenteil, so manches Geschehen erhellt sich noch im Nachhinein. Die Blickwinkel der verschiedenen Protagonisten sind ebenfalls leicht erkennbar, es schreiben Marina, JC, etliche Häftlinge vom Reclusio Oriente, z. T. wird das Gefängnispersonal beschrieben und natürlich berichtet Francisco dem toten Ceferino. Der Leser wird an mehrere Seiten der Medaille herangeführt: Das abgehobene Luxusdasein reicher Familien, wie der Longines; das unbeschreibliche Elend im Knast und die Brutalität der rivalisierenden Banden im Außen, samt korrupter Polizei und Behörden. Sprachgewaltig der Stil, oft das Englische in Lautschrift, um innezuhalten. Kein gutes Haar wird an den USA gelassen: „Die Vereinigten Staaten behaupten, sie seien das Land der Freiheit, dabei sind sie in Wirklichkeit das Land der Repression und der eigennützigen Gesetze.“ (S. 450) Fazit: Diese 800 Seiten vergehen wie im Flug. Wir bekommen nicht nur eine Liebesgeschichte, so intensiv und von einer Wucht, die einen umhaut, wie ich sie noch nie zuvor gelesen habe, sondern wir erleben auch die gegensätzlichsten Welten Mexikos. Angereichert mit den feinsten Literatur- und Musiktipps, die die Latinowelt so zahlreich zu bieten hat. Beispiele Autoren: Álvaro Mutis oder Jorge Luis Borges. Für hartgesottene Leser überaus empfehlenswert. Von mir höchst verdiente 5 Sterne.

Brachial gut Wow, was für ein…

ninchenpinchen aus Potsdam am 02.08.2023
Bewertungsnummer: 2812764
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Brachial gut Wow, was für ein Buch! Guillermo Arriaga kennt sich aus und schafft es tatsächlich über – sage und schreibe – 800 Seiten den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen. Und das Ganze mit einem sehr ungewöhnlichen Schreibstil, zumindest mutet es in der Übersetzung aus dem Spanischen so an. OT „Salvar el fuego“. Ich habe fünfzehn farbige Klebchen (Pagemarker) reingepackt, aber bevor ich die durchgehe, möchte ich kurz zum Inhalt kommen. Die Protagonistin Marina, die einzig in der Ich-Form erzählt, ist Tänzerin und Choreografin, hat drei Kinder und einen verständnisvollen, vermögenden Mann, Claudio, und reichlich Hauspersonal in Mexiko-Stadt. Ihr gehört eine Tanzschule: „Danzamantes“ und sie ist ständig auf der Suche nach ungewöhnlichen Choreografien. „Es [gemeint ist hier Chan Chan] war das Lieblingslied der Truppe, seit wir eine Choreografie zu der Wahnsinnsversion von Compay Segundo auf die Bühne gebracht hatten.“ (S. 173) Die männliche Hauptfigur des Romans heißt José Cuauhtémoc, oft kurz als JC bezeichnet, ein großer blonder Indio, zu fünfzig Jahren Knast verurteilt wegen mehrfachen Mordes und er sitzt ein im „Reclusio Oriente“. „Der Mann hatte Gesichtszüge wie der Schauspieler >Indio< Fernandez, nur in blond. Seine Physiognomie eines aztekischen Fürsten passte irgendwie nicht zu seiner Wikingermähne und seiner imposanten Statur.“ (S. 174) Schade, dass es kein Hörbuch gibt, denn ich hätte gern gewusst, wie man JCs Namen richtig ausspricht. JC mag auf jeden Fall die Gute-Laune-Music von Celso Piña. (S. 115) Eines Tages beschließt Marina mit ihrer Tanztruppe im Gefängnis aufzutreten und mehrere ihrer reichen und einflussreichen Freunde unterstützen dieses Vorhaben. Zusätzlich gibt es eine Schreibwerkstatt im Knast, zwei Mal pro Woche, die ein weiterer Freund von Marina leitet. Oft ist sie dann auch dabei. Zahlreiche literarische „Knastschriftstücke“, wilde und harte Prosa, bereichern diesen Roman. Sofort erkennbar am Schrifttyp, unterschrieben jeweils vom Häftling soundso, Nummer soundso, samt Dauer der Haftstrafe und wofür. In Kursivschrift finden wir dann noch aufschlussreiche „Briefe“ von JCs Bruder Francisco, gerichtet an deren ermordeten Vater Ceferino. Dieser war eine intelligente, aber furchtbar grausame Kreatur. Marina verliebt sich in JC und der Leser fragt sich natürlich, wie diese von JC erwiderte Liebe, die alle Grenzen sprengt, Erfüllung finden kann, zumal JC zu fünfzig Jahren Haft verurteilt wurde. Oder ist jede zufällige Begegnung eine Verabredung? (Frei nach Borges, S. 552) Hier werden oft die Zeitebenen gewechselt, das bringt unerwartet viel Schwung in die Handlung und stört keineswegs den Lesefluss. Im Gegenteil, so manches Geschehen erhellt sich noch im Nachhinein. Die Blickwinkel der verschiedenen Protagonisten sind ebenfalls leicht erkennbar, es schreiben Marina, JC, etliche Häftlinge vom Reclusio Oriente, z. T. wird das Gefängnispersonal beschrieben und natürlich berichtet Francisco dem toten Ceferino. Der Leser wird an mehrere Seiten der Medaille herangeführt: Das abgehobene Luxusdasein reicher Familien, wie der Longines; das unbeschreibliche Elend im Knast und die Brutalität der rivalisierenden Banden im Außen, samt korrupter Polizei und Behörden. Sprachgewaltig der Stil, oft das Englische in Lautschrift, um innezuhalten. Kein gutes Haar wird an den USA gelassen: „Die Vereinigten Staaten behaupten, sie seien das Land der Freiheit, dabei sind sie in Wirklichkeit das Land der Repression und der eigennützigen Gesetze.“ (S. 450) Fazit: Diese 800 Seiten vergehen wie im Flug. Wir bekommen nicht nur eine Liebesgeschichte, so intensiv und von einer Wucht, die einen umhaut, wie ich sie noch nie zuvor gelesen habe, sondern wir erleben auch die gegensätzlichsten Welten Mexikos. Angereichert mit den feinsten Literatur- und Musiktipps, die die Latinowelt so zahlreich zu bieten hat. Beispiele Autoren: Álvaro Mutis oder Jorge Luis Borges. Für hartgesottene Leser überaus empfehlenswert. Von mir höchst verdiente 5 Sterne.

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Das Feuer retten

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