Produktbild: Der Mai

Der Mai Versepos

Aus der Reihe Literatur von Welt
6

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47949

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.12.2020

Herausgeber

Walter Schamschula

Verlag

Alfred Kröner Verlag

Seitenzahl

120

Maße (L/B/H)

19,5/11,6/1,5 cm

Gewicht

198 g

Auflage

1

Originaltitel

Máj

Übersetzt von

Walter Schamschula

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-520-61701-9

Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

47949

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

12.12.2020

Herausgeber

Walter Schamschula

Verlag

Alfred Kröner Verlag

Seitenzahl

120

Maße (L/B/H)

19,5/11,6/1,5 cm

Gewicht

198 g

Auflage

1

Originaltitel

Máj

Übersetzt von

Walter Schamschula

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-520-61701-9

Herstelleradresse

Kröner
Lenzhalde 20
70192 Stuttgart
DE
kontakt@kroener-verlag.de

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  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    17.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Tschechisches Nationalgedicht...

    Nun ja, vielleicht ist ‘Nationalgedicht’ etwas übertrieben, aber lt. Klappentext und wiederholter Versicherung des Übersetzers kann in Tschechien so gut wie jeder Passagen des MAI auswendig. Das Gedicht gilt wohl zumindest als wichtigstes Werk der tschechischen Romantik. Karel Hynek Mácha, der gerade einmal 25 Jahre alt wurde, schrieb dieses ‘Romantische Liebesepos’ im Jahr 1836. Bis heute zählt dieses Gedicht zur Schullektüre, dient aber wohl auch nach wie vor als Inspirationsquelle der tschechischen Literatur. Dies entnahm ich dem sehr ausführlichen Nachwort, das immerhin etwa ein Drittel des Buchumfangs ausmacht. Gedichte. Wie liest man ein Gedicht richtig? Dazu noch in einer Leserunde mit einem sehr präsenten Übersetzer? Und wie schreibt man anschließend auch noch eine angemessene Rezension? Gar nicht so einfach. Gelesen habe ich das Epos letztendlich dreimal, beim letzten Mal habe ich es mir dann auch noch zeitgleich vom Übersetzer vorlesen lassen, wodurch es noch einmal einen anderen Charakter bekam - z.B. durch das Lesen über das Zeilenende hinaus (s. Video im Anhang). Doch worum geht es in dem Gedicht eigentlich? Dies verrät der Klappentext im Grunde ganz gut:   „Es war spät Abend – erster Mai – abends der Mai – war Liebeszeit." Mit diesen Worten beginnt das Kurzepos über Liebe und Tod des tschechischen Romantikers Karel Hynek Mácha (1810–1836). Ein Räuberhauptmann wird hingerichtet, weil er die Verführung seiner Geliebten gerächt hat. In eindrucksvollen Bildern verabschiedet er sich von der Erde. Das Kurzepos „Mai“ ist nicht nur eines der wichtigsten Werke der Romantik, es diente auch wegen seines avantgardistischen Bilderreichtums den tschechischen Surrealisten als Vorbild und stellt bis heute ein Fundament der tschechischen Dichtung dar.    Ich kann nicht behaupten, wirklich alle Stellen verstanden zu haben, aber das haben Gedichte zuweilen so an sich, so meine Erfahrung. Dies mag auch an mir liegen und meiner fehlenden Vorstellungskraft, bestimmte Bilder betreffend. Was mich allerdings verwirrt hat, war der Untertitel: ’Romantisches Liebesepo’s. Romantisch ist durchaus doppeldeutig und hier im Sinne der kulturgeschichtlichen Epoche ‘Romantik’ gemeint. Aber ein Liebesepos war es für mich dennoch nicht, sondern vielmehr ein leises Drama voller intensiver Bilder. Hier geht es vor allem um die letzten Stunden des Räuberhauptmanns vor seiner Hinrichtung, um seine düsteren Gedanken und Erinnerungen - die Tat geschah aus Eifersucht, Wilhelms große Liebe Jarmila wurde von einem anderen verführt, was der Räuberhauptmann nicht ertrug. Aber außer einem kurzen Verweis auf den Hintergrund der Tat spielte hier für mich die Liebe selbst tatsächlich keine große Rolle. Interessanterweise betonte der Übersetzer in der Leserunde, dass das Werk in Tschechien unbedingt als Liebesepos wahrgenommen wird. Bis heute treffen sich lt. Ondřej Cikán die Verliebten am 1. Mai unter der Mácha-Statue und lesen sich Teile des Epos gegenseitig vor, weinen dabei z.T. sogar gemeinsam. Da ich nicht Teil dieser Tradition bin, nehme ich das so zwar zur Kenntnis, kann dies aber nicht nachempfinden - und bleibe bei meinem Eindruck, dass es sich hier v.a. um ein leises Drama handelt. Abgesehen von dieser Irritation konnte mich das Epos und v.a. dessen Übersetzung ins Deutsche wirklich beeindrucken. Im Grunde handelt es sich hierbei um eine Mischung aus Lyrik (Lieder) und Epos (Gedicht mit Handlung). Auch dies lernte ich durch Hinweise des Übersetzers.  Düster ist dieses Werk, hoffnungslos gar durch das Nichts, das einen nach Ansicht des Räuberhauptmanns Wilhelm nach dem Tod erwartet. Und dem entgegen setzt Karel Hynek Mácha die Schönheiten der Natur, in Bildern, die vor meinen Augen Gestalt annahmen und die stellenweise geradezu eine Sehnsucht heraufbeschworen. Gerade die Passagen mit den Naturbeschreibungen konnten mich hier sehr begeistern - so z.B. auf S. 69:   Es schläft der See geschwungen Mitten im Tal, das blüht, ganz weiß. Wie sich das Blau ans Ufer schmiegt - Um weiter grün dann aufzublühn, Und immer heller wird das Grün, Bis es als bleicher Schein verfliegt. Und Höfe stehn im weiten Kreis, Das Ufer dann und wann zu säumen. Im See der weißen Vögel Chor, Der schnellen Boote helles Schäumen, Bis nach den dunklen Bergen vor Der weite See sich neigt. Weiße Höfe, der Boote Wipfel - Turm - Stadt - der weißen Vögel Funken - Die Hügelkette - dunkle Gipfel - Das alles ist im See versunken, Als Spiegelbild gezeigt.   Was mir gefallen hat, war die Tatsache, dass das Gedicht nicht einem bestimmten Versmaß unterworfen ist, sondern ‘wild’ hin und herwechselt, wie auch im Nachwort ausführlich erläutert wird. Das dadurch wechselnde Tempo in Abstimmung zur jeweiligen Handlung oder Stimmung - ein genialer Schachzug. Sehr beeindruckt hat mich die Leistung des Übersetzers. Schon das Übersetzen von Prosa verlangt eine große Sorgfalt, ein Abwägen und Feilen von Worten und Satzstellungen. Aber Verse? Die sich dann in der ‘fremden’ Sprache tatsächlich reimen und trotzdem ein flüssiges Ganzes bilden? Noch dazu im wechselnden Versmaß, wie im tschechischen Original? Hut ab! Das Nachwort bietet dann noch einen kleinen Eindruck davon, wieviel Mühe tatsächlich auf den Text verwandt wurde… Die Aufmachung des Hardcover-Buches finde ich sehr gelungen, sehr liebevoll bis ins Detail. Die Gegenüberstellung des Textes (links im Original, rechts in der Übersetzung) bietet Sprachkundigen jederzeit die Möglichkeit eines Vergleichs. Tschechisch kann ich leider kein einziges Wort, aber ich habe zwischendurch trotzdem immer mal zur linken Seite gelinst. Die Illustrationen verstärken die Düsternis des Textes noch, sind von daher passend (auch hinsichtlich der Spiegelungen des Sees oder auch der Zweisprachigkeit, wie im Nachwort geschildert), auch wenn sie meinen persönlichen Geschmack überhaupt nicht treffen. Aber über Geschmack lässt sich eben nicht streiten.  Der lange Anhang hat mich zunächst etwas erschlagen, aber ich habe bald begriffen, dass dies noch einmal die intensive Auseinandersetzung des Übersetzers mit dem berühmten Werk verdeutlicht. Manche Passagen sind womöglich eher etwas für Studierende, da sie sehr wissenschaftlich wirken, aber den Überblick selbst fand ich auch recht interessant.  Alles in allem eine kleine Perle, die sich zu entdecken lohnt.   © Parden

  • Bewertung

    aus Leipzig

    5/5

    13.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein großes Werk

    Obwohl ich eigentlich gar kein großer Leser von Lyrik bin, hatte mich dieses Stück gleich gefesselt. Es geht um eine junge Frau die vergebens auf ihren Liebhaber wartet. Der sitzt jedoch im Gefängnis und kann nicht zu ihr. Eigentlich an sich eine „simple“ Grundgeschichte, doch die gefundenen Worte umschreiben es wunderbar und traurig zugleich. Das Original ist in tschechisch geschrieben, doch finde ich die Übersetzung für mich persönlich sehr gelungen. Das Buch ist zudem so aufgebaut, dass auf der einen Seite der tschechische Text steht und auf der anderen der deutsche. Wer also beide Sprachen beherrscht, kann direkt beides lesen und vergleichen. Eingerahmt von sehr schönen Illustrationen kann man sich noch ein bisschen mehr in den Inhalt hineinversetzen. Zudem gibt es noch ein großes Nachwort vom Übersetzer Ondrej Cikan, der noch einiges erläutert und man das Gesamtwerk so noch ein bisschen mehr versteht.

  • helena

    aus Potsdam

    5/5

    13.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Lohnenswerter tschechischer Klassiker

    Ein junger Räuber sitzt im Kerker, da er den Nebenbuhler oder Verführer (?) seiner Geliebten ermordete. Zudem stellte sich heraus, dass dies sein Vater war, der ihn vor einiger Zeit verstoßen hatte. Man lauscht nun seinen letzten Gedanken kurz vor der Hinrichtung. Zugleich hört man man seiner Geliebten zu, man lauscht der Natur und ganz zum Schluss wird man eines Wanderers gewahr, der neben dem Skelett des jungen Mannes von ganz eigenen Empfindungen ergriffen wird. Mai ist ein 1836 erschienenes Versepos und bei den Tschechen ein Klassiker. Jeder kennt es, wenngleich vielleicht nicht jeder es gänzlich gelesen hat..:) Zumindest die ersten 36 Verse sind wohl geläufig, da sie in der Schule gelehrt und traditionell am 01.Mai von jung Verliebten am Denkmal des Dichters deklamiert werden. Der Untertitel: „Romantisches Liebesepos“ trifft es nicht so ganz. Was ist das für ein Epos? Ein Liebesgedicht? Ein Schauergedicht? Ein Naturgedicht? Eine Tragödie? Es ist ein Gedicht über das Leben und den Tod, über das Werden und Vergehen. Voller Emotionen: traurig, melancholisch, düster, gruselig, schauerlich, romantisch, hoffnungsvoll, anmutig und sogar humorvoll. Voller jugendlichem Weltschmerz, aber auch altersweiser Hoffnung. Einige Stellen, einige Bilder waren mir erst mal unverständlich und beschwerlich. Erst nach mehrmaligem Lesen entschlüsselte es sich etwas und entfaltete auch seine volle Wirkung. Andere Stellen waren hingegen sofort eingängig und wunderschön. Es lohnt sich sehr, immer wieder in diese sehr schönen Bilder einzutauchen! Das Epos ist bezüglich der Strophen und Versmaße abwechslungsreich gestaltet. Inhaltlich bleibt es teils eher vage und lässt einige Fragen offen, nicht alle Zusammenhänge werden hier erklärt. Vorrangig geht es vielleicht auch eher um den Gebrauch der Sprache, um die besonderen Bilder mit ihrer Ausdruckskraft, Poesie, auch Fantasie und Emotionalität. Nicht zuletzt auch um die metaphysischen Gedanken, die zu Máchas Zeiten sicher nicht ganz alltäglich waren. Der vorliegende Band enthält die tschechische und auch deutsche Version (linke Seite tschechisch, rechte Seite deutsch). Hin und wieder gibt es schwarz/weiß Illustrationen, zumeist eher abstrakt und in Faltbildertechnik. Es folgt ein sehr umfangreiches Nachwort vom Übersetzer Ondrej Cikan. Er rückt das Versepos in den historischen Kontext und gibt Einblicke in das leider doch recht kurze Leben des Dichters, der sehr viel später erst zu einer Kultfigur avancierte. Zudem wird man für die enorme Herausforderung von Übersetzungen, insbesondere von Gedichten, sensibilisiert. So stellt Cikan verschiedene Versionen der unterschiedlichen Übersetzer gegenüber, was ich überaus spannend fand. Wenngleich mir dieses ausführliche Nachwort an manchen Stellen etwas zu literaturwissenschaftlich geriet, empfand ich es insgesamt doch als sehr bereichernd, erhellend und vor allem auch notwendig! Sowieso lohnt es sich sehr, weitere Recherchen aufzunehmen, weitere Quellen zu nutzen oder auch sich beispielsweise Vertonungen des Gedichtes anzuhören! Dieses Gedicht, dieses Versepos las ich vor allem aus Interesse an Klassikern und am Kulturgut der Tschechen. Es hat mir nun große Lust bereitet, mehr über Klassiker unserer Nachbarländer zu erfahren und vor allem auch Mut gemacht, mehr Gedichte zu lesen!

  • liesmal

    aus Wilhelmshaven

    5/5

    05.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Abends der Mai

    „Mai“ – von Karel Hynek Mácha, einem tschechischen Dichter der Romantik des 19. Jahrhunderts. Romantisches Liebesepos lautmalerisch übersetzt von Ondřej Cikán. Erschienen im Ketos Verlag. Tschechisch / Deutsch. Illustrationen von Antonín Šilar. Buchbeschreibung: „Ein Räuberhauptmann wird hingerichtet, weil er die Verführung seiner Geliebten gerächt hat. In eindrucksvollen Bildern verabschiedet er sich von der Erde…“ Wer jetzt glaubt, dass es sich um eine düstere, vielleicht sogar grausame Geschichte handelt, der hat sich geirrt. „Mai“ hält tatsächlich das, was das Cover verspricht, nämlich eine romantische Geschichte – zwar voller Enttäuschungen, Verletztheit, Trauer, aber auch voller Sehnsucht, Hoffnung und Schönheit. „Es war spät Abend – erster Mai – Abends der Mai war Liebeszeit. Das Täubchen ruft zur Lieb herbei, Der Föhrenhain duftete weit.“ Das sind die ersten Zeilen, und traurig-romantisch geht es weiter. Ich lese von der seufzenden, stillen Rose, von Bäumen, die sich umschlungen halten, von einem Mädchen, das bei rosenrotem Abendlicht weit über den See schaut. Es ist Jarmila, die vergeblich auf ihren geliebten Wilhelm wartet. Die klangvollen Worte lassen mich die Natur in all ihrer Schönheit mit deutlichen Bildern vor Augen erkennen. Ich lese Teile des Gedichtes immer wieder, mal leise und mal laut – immer langsam, damit ich mich ganz hineinfallen lassen kann, zum Beispiel „in das Moos, das von Liebe flüstert“. Ich weiß nicht, ob es an den unterschiedlichen Versmaßen liegt, aber wenn ich das Buch zur Seite lege, dann sind manchmal nur einzelne Worte hängen geblieben, aber ich spüre dem Gelesenen nach und habe eine Melodie im Kopf – als wäre es ein Gesang. Interessant finde ich, dass „Mai“ zur Pflichtlektüre in Tschechiens Schulen gehört. Dass sich Verliebte am Denkmal Máchas treffen und dort den „Mai“ zitieren, stelle ich mir großartig vor. Ich bin wirklich beeindruckt davon, wie es dem Autor Karel Hynek Mácha und dem großartigen Übersetzer Ondřej Cikán gelungen ist, mit diesem Werk meine Gefühle durcheinanderwirbeln zu lassen. Dafür verdienen beide meine ganze Hochachtung. Bücher, die im Verlag KETOS erscheinen, verfügen über einen ausführlichen Anhang – so auch dieses. Neben dem Nachwort des Übersetzers gibt es umfangreiche Informationen zum Leben und Wirken Máchas, ganz speziell zu „Mai“ und vieles mehr. Ich habe mich mit diesem Buch auf ein neues Terrain gewagt und möchte mit meiner Empfehlung von Herzen gern meine Begeisterung weitergeben.

  • liesmal

    aus Wilhelmshaven

    5/5

    05.07.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Abends der Mai „Mai“ – von…

    Abends der Mai „Mai“ – von Karel Hynek Mácha, einem tschechischen Dichter der Romantik des 19. Jahrhunderts. Romantisches Liebesepos lautmalerisch übersetzt von Ondřej Cikán. Erschienen im Ketos Verlag. Tschechisch / Deutsch. Illustrationen von Antonín Šilar. Buchbeschreibung: „Ein Räuberhauptmann wird hingerichtet, weil er die Verführung seiner Geliebten gerächt hat. In eindrucksvollen Bildern verabschiedet er sich von der Erde…“ Wer jetzt glaubt, dass es sich um eine düstere, vielleicht sogar grausame Geschichte handelt, der hat sich geirrt. „Mai“ hält tatsächlich das, was das Cover verspricht, nämlich eine romantische Geschichte – zwar voller Enttäuschungen, Verletztheit, Trauer, aber auch voller Sehnsucht, Hoffnung und Schönheit. „Es war spät Abend – erster Mai – Abends der Mai war Liebeszeit. Das Täubchen ruft zur Lieb herbei, Der Föhrenhain duftete weit.“ Das sind die ersten Zeilen, und traurig-romantisch geht es weiter. Ich lese von der seufzenden, stillen Rose, von Bäumen, die sich umschlungen halten, von einem Mädchen, das bei rosenrotem Abendlicht weit über den See schaut. Es ist Jarmila, die vergeblich auf ihren geliebten Wilhelm wartet. Die klangvollen Worte lassen mich die Natur in all ihrer Schönheit mit deutlichen Bildern vor Augen erkennen. Ich lese Teile des Gedichtes immer wieder, mal leise und mal laut – immer langsam, damit ich mich ganz hineinfallen lassen kann, zum Beispiel „in das Moos, das von Liebe flüstert“. Ich weiß nicht, ob es an den unterschiedlichen Versmaßen liegt, aber wenn ich das Buch zur Seite lege, dann sind manchmal nur einzelne Worte hängen geblieben, aber ich spüre dem Gelesenen nach und habe eine Melodie im Kopf – als wäre es ein Gesang. Interessant finde ich, dass „Mai“ zur Pflichtlektüre in Tschechiens Schulen gehört. Dass sich Verliebte am Denkmal Máchas treffen und dort den „Mai“ zitieren, stelle ich mir großartig vor. Ich bin wirklich beeindruckt davon, wie es dem Autor Karel Hynek Mácha und dem großartigen Übersetzer Ondřej Cikán gelungen ist, mit diesem Werk meine Gefühle durcheinanderwirbeln zu lassen. Dafür verdienen beide meine ganze Hochachtung. Bücher, die im Verlag KETOS erscheinen, verfügen über einen ausführlichen Anhang – so auch dieses. Neben dem Nachwort des Übersetzers gibt es umfangreiche Informationen zum Leben und Wirken Máchas, ganz speziell zu „Mai“ und vieles mehr. Ich habe mich mit diesem Buch auf ein neues Terrain gewagt und möchte mit meiner Empfehlung von Herzen gern meine Begeisterung weitergeben.

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