Wüst, brutal, sinnlich: Akiz erzählt die Geschichte eines Underdogs auf dem Weg in die Sterneküche – ein neuer Sound in der deutschen Literatur. Der Hund ist ein Ausnahmetalent. Ein Waisenjunge, halb verhungert aus einem Kellerloch gekrochen, der kochen kann, dass es einem das Herz zerreißt. Und er ist für Mo wie ein Bruder. Als sie beide im Restaurant El Cion anfangen, steigt der Hund in den Olymp der Sterneküche auf. Akiz erzählt die Geschichte zweier Underdogs, ohne Luft zu holen, in überschäumendem Sound. Ein brachiales, unvergessliches Debüt, das mit voller Wucht auf die Explosion zusteuert.
Kundinnen und Kunden meinen
4.7/5.0
Bewertung
5/5
04.03.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Hund im Olymp der Sternenküche
Sternenküche, hochdekoriert, stets am Abgrund wieder in der Versenkung zu verschwinden. Sternenköche, dem Wahnsinn nahe, nach immer noch exotischerem Geschmackswunder suchend. 9 Gänge-Menüs kreierend, nach denen sich die Gäste nur noch an die erlebten Gaumenexplosionen erinnern, aber nicht mehr daran, was sie eigentlich gegessen haben. Da taucht er auf, Hund genannt. Ein Ausnahmetalent. Von da an ändert sich das Leben aller, die mit ihm zu tun hatten, brachial auf den Abgrund zusteuernd. Reinlesen, hoch spannend.
Bewertung
5/5
11.02.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein Debüt, dass einem den Atem raubt. Wahnsinnig gut!
ATEMLOS habe ich dieses Debüt auf 191 Seiten in mich aufgesogen. Ich kann es nicht anders beschreiben. Das Cover und der Klappentext sind vielversprechend. Allerdings erahnte ich nicht ansatzweise, was mich bei "Der Hund" tatsächlich erwarten würde.
Wer schon einmal Sterneküche genießen durfte, der weiß um die feinen Kompositionen und die Geschmacksexplosionen, wunderbar angerichtet auf feinstem Porzellan. Ich werde jedenfalls meine persönliche Erfahrung, mit 6 Gängen und grandioser Weinbegleitung nebst Service in Perfektion, nie vergessen. Und genau um diese hohe Kunst, die Leidenschaft, Ruhm und Zerfall geht es in diesem Buch. Schauplatz in das Restaurant "El Cion", ein Sternelokal erster Güte mit einem halb wahnsinnigen Inhaber Namens Valentino. Im Rampenlicht der Geschichte steht ein junger Mann - abfällig als Hund bezeichnet und gerufen. Als wüsste er selbst kaum um sein Talent, fühlt er sich magisch angezogen von jeder Art von Lebensmitteln und schafft es mit sehr unorthodoxen Mitteln tatsächlich an den Herd der heiligen Hallen und tritt eine unaufhaltsame Lawine los. Über den weiteren Verlauf der Geschichte möchte ich an dieser Stelle ungern berichten. Die Leseerfahrung eines jeden einzelnen ist zu meiner Ansicht nach zu wertvoll. Gesagt werden muss allerdings, dass der Autor AKIZ hier ein beeindruckendes Talent entfaltet. Er bedient sich gern an Metaphern, zieht oft Sätze in die Länge, schafft es aber gekonnt, mich als Leser durch die Seiten zu peitschen und alles um mich herum zu vergessen. Im Klappentext wird dieser Roman als wüst, brachial und mit überschäumender Sinnlichkeit beschrieben. Das trifft es für mich absolut! Ich bin sicher, schon so früh im Jahr auf einen heißen Anwärter für mein persönliches Highlight 2020 gestoßen zu sein. DIESES BUCH MÜSST IHR UNBEDINGT LESEN! 5 Sterne deluxe
F. Himmelstorfer
aus Linz
4/5
03.04.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Brachiale Küchenkunst
Nachts in einer Unterführung: fettige Bomberjacke, die Augen "klein wie Stecknadeln", das Gesicht "fiebrig, gierig, fast schon pervers".
So trifft unser Erzähler auf „den Hund“. Wer er ist, weiß keiner, aber er zaubert aus Müll Hochgenüsse, bei denen die "Synapsen schillernde Blasen warfen wie silbriges Kerosin".
Hier wurde mir eine dreckige, drogenbelastete, verbrecherische Seite der Haute Cuisine gezeigt. Köche, die mitten in der Küche mit ihrem Messer Kokain klein hacken und zwischen ihre gelben Zähne reiben. Küchenpersonal, das sich wie in einer Straßengang den Sonnenapfel des Restaurants tätowieren lässt. Nuttige Frauen, die sich zwischen den Lebensmitteln nehmen lassen. Im Zentrum des Ganzen ein unbekanntes Ausnahmetalent, das eine dem Antichristen gleiche Aura ausstrahlt.
Akiz schafft mit seinen karikativ übertriebenen Charakteren und der Horror anmutenden Atmosphäre ein Debüt voll ekelerregender Sinnlichkeit.
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