Als Henni Binneweis 1902 das Licht der Welt erblickt, herrscht Wilhelm II. noch über Preußen und Kaiserreich. Die Frauen tragen Krinoline und arbeiten am heimischen Herd. Und ein Mädchen, das im Hinterhof einer Mietskaserne am Prenzlauer Berg aufwächst, sollte nicht zu viel vom Leben erwarten. Aber Henni wird an ihrem vierten Geburtstag geweissagt, dass sie zu Höherem »jeborn« sei, und daran glaubt sie fortan felsenfest. Im Jahr 1914 geht es so richtig los: Der Kaiser erklärt den Serben den Krieg. Das allein ist schon ein Abenteuer. Vor allem aber zerstört der Weltkrieg die alte Ordnung, und eine neue ist nicht in Sicht. Inmitten der revolutionären Tumulte schlägt Henni sich geschickt durch den Alltag. Und weil sie so kess wie hübsch ist, tanzt sie sich schon bald durch die rauschhaften Nächte und hinauf auf die Bühnen der Varietés, wo es munter drunter und drüber geht. Auch zu Hause am Prenzl- berg bleibt kein Stein auf dem anderen. Mama Binneweis ist Jüdin, was nun immer häufiger zur Sprache kommt, die Familie droht zu zerbrechen. Und plötzlich ändert sich auch für Henni alles. Doch Henni wäre nicht Henni, nähme sie nicht den Kampf auf gegen das, was sich unaufhaltsam zu einem bedrohlichen Sturm zusammenbraut.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
20.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mit typischem Berliner Charme...
Mit typischem Berliner Charme und Humor nimmt Henni uns mit in der 20er Jahre.
Ihr kurzes Leben ist geprägt durch Armut und Krieg aber eben auch durch Liebe, Tanz und das Berliner Nachtleben...
Dit muss man jelesn ham!
Samy Bill
aus Jenaz
5/5
08.09.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Umwerfende Literatur
Wie Tim Krohn mit scheinbar lakonischer Sprache den Schrecken einer deutschen Realität der 20er Jahre beschreibt, ist einfach umwerfend. Manchmal ist man nicht sicher, ob das englischer Humor ist, Galgenhumor der Protagonistin, Coolness des Schreckens. Und vor allem wird das über das ganze Buch durchgehalten, entgleitet nie ins Lächerliche oder Larmoyante.
Und die eingewobenen historischen Fakten sind von einer Präzision, die mich als Historiker erstaunen lassen, auch wenn ab und zu für das Aufscheinen eines Fakts eine unnötige Schlaufe gedreht wird. Auch für mich haben sich neue Bilder auf die Zeit nach WK I aufgetan. Alle Figuren sind glaubwürdig, und die bürgerliche Bigotterie wird gnadenlos entlarvt, wie auch die Radikalisierung von Links bis Ultrarechts.
Chapeau Tim Krohn.
Kurze Frage zu unserer Seite
Vielen Dank für dein Feedback
Wir nutzen dein Feedback, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte habe Verständnis, dass wir dir keine Rückmeldung geben können. Falls du Kontakt mit uns aufnehmen möchtest, kannst du dich aber gerne an unseren Kund*innenservice wenden.