Paola passt nicht in diese Welt, findet sie. Wo Glanz und Erfolg das Maß vorgeben, hält sie sich lieber an ihren Bruder, der im Rollstuhl sitzt, gerne Schach spielt und auf Likes pfeift. Auf täglichen Spaziergängen mit ihrem Bruder gelingt es Paola, Gegenden zu erkunden, wo sie das wahre Leben vermutet - das so ganz anders ist, als sie dachte.
Kundinnen und Kunden meinen
4.2/5.0
Bewertung
4/5
20.11.2020
eBook (ePUB 3)
Alles, was bei Facebook draußen, aber in der Realität drin geblieben ist.
Mit Paola und ihrer Familie sind Raffaella Romagnolo wundervoll charmante Protagonistinnen gelungen, denen ich zwischen zwei Buchdenkeln begegnen durfte. Obwohl Paola in einem reichen Hause aufwächst, ist sie schon allein vom Erscheinungsbild her, eine ganz andere. So verbringt die vermeintliche Außenseiterin ihre freie Zeit mit ihrem körperbehinderten Bruder und bringt diesen zu privaten Schachspielen mit einem Klassenkameraden. Diese Lektüre ist tatsächlich vergleichbar mit UND DOCH FALLEN WIR GLÜCKLICH von Enrico Galiano, denn die pubertären Gegebenheiten, etwa die erste Liebe oder die Uneinigkeiten mit den Eltern, bilden nur die Fassade für ein ernsteres, global diskutiertes Thema. Wenn gleich dieser Roman nicht ganz so kitschig und in seiner Sprache auch ein wenig kesser daherkommt. Ein tolles Stück Literatur mit einer tollen Protagonistin, schönen Worten und vor allem Figuren und Thematiken, die Identifikationspotenzial, aber auch Verständnis bieten, denn jedes Ereignis trifft auch jeden anders, schließlich spielt nicht jeder die gleiche Rolle auf der Bühne namens "Leben". Klasse!
Bewertung
5/5
07.12.2022
Buch (Gebundene Ausgabe)
Was für ein wunderbarer Roman!...
Was für ein wunderbarer Roman! Paolas Geschichte konnte mich tief berühren und gleichzeitig auch zum Lachen bringen. Es geht ums Erwachsenwerden, zu sich selbst stehen, um komplizierte Familienverhältnisse und Paolas besondere Beziehung zu ihrem Bruder. Absolute Empfehlung!
Bewertung
5/5
23.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Berührend
Paola ist ein kluges Mädchen, eine "professionelle Hasserin", eine liebevolle Schwester und Verfechterin der Wahrheit. Ihr Gedankengang ist der eines typischen Teenagers: sprunghaft, launisch, abschweifend. Doch das tut dem Werk keinen Abbruch, denn es lässt sich dennoch fließend lesen. Alle Gedanken gehen früher oder später ineinander über, auch auf der Metaebene der Worte wird das Seelenleben der jungen Protagonistin hervorragend dargestellt. Paoletta ist anders, gleichzeitig sind ihre Kanten auch unsere. Die Beschreibung ihrer Beziehung zu Richi ist eine der schönsten, die ich kenne. Auch Richi ist anders, er ist "die Schale", die ihren Platz sucht, und doch so unfassbar wichtig ist.
Das Buch ist eine liebevolle Hommage an die unsteten Jugendjahre, mit denen wir alle unseren Frieden schließen müssen.
vielleser18
aus Hessen
5/5
17.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Auf dem Weg ins Erwachsenensein
Es brauchte ein bisschen, aber dann hat es mich gepackt und dann so richtig gefesselt und begeistert: die Sprache und der Erzählstil von Raffaella Romagnolo und vor allem die Geschichte von Paola.
Es ist der Umbruch zum Erwachsensein bzw. das Erwachsenwerden. Es geht um Anders sein, als alle anderen, auf sich gestellt, isoliert, aber dennoch, immer einnen Hoffnungsschimmer zu sehen. Es geht um das Verliebtsein und Enttäuscht werden. Um ein MIteinander und ein Leben aneinander vorbei. Um Schein und Sein. Um Lug und Trug. Und um das richtige im Leben, mit allen Konsequenzen.
Paola ist 16 Jahre, kommt aus reichen Elternhaus, materiell fehlt ihr nichts, aber sie ist einsam, mit ihrem Aussehen unzufrieden und fühlt sich in ihrem emotional kühlen Elternhaus ungeliebt. Zum Glück ist da noch Ricci, ihr jüngerer Bruder, der im Rollstuhl sitzt. Mit ihm bricht sie aus dem starren Alltag, mit dem Schweigen, den Ermahnungen und Verhaltensregeln aus, indem sie ihre Spaziergänge mit ihm in das Sozialviertel der Stadt macht. Dort trifft sie auf den zwei Jahre älteren Antonio. Aus Selbstgesprächen mit einer imaginären Freundin werden reale Gespräche. Doch Selbstzweifel und falsche Verdächtigungen zerstören die feinen Bande. Und dann kommt alles noch schlimmer, das elterliche Kartenhaus bricht auseinander.
Die Autorin hat eine fein gewebte Geschichte gesponnen und die junge, verletzliche, unsichere und dennoch kluge und gefühlvolle Protagonistin sehr authentisch zum Leben erweckt. Paolas Gedanken (abschweifend und ausufernd ), vor allem ihre Gefühle und Einschätzungen über das wahre Leben, über das, was hinter Fassaden stattfindet, über das, was sie selbst und die Menschen um sie herum antreibt und bewegt, hat Raffala Romagnolo in eine fesselnde und nachdenklich machende Geschichte gepackt, die sich nach und nach in ihrer Gänze enthüllt, mit überraschenden Wendungen und spannendem Schluss.
SueWid
aus Bochum
5/5
14.11.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Zeitgenössischer Coming-of-Age-Roman
Ich hatte mich schon auf diesen Roman gefreut und bin umso froher das Buch als Rezensionsbuch vorablesen zu können.
Paola ist ein ganz normaler Teenager, die mit sich selbst hadert, sich hässlich fühlt, überall aneckt und sehr oft einfach nur wütend auf ihre gesamte Umgebung ist. Das alles versucht sie mit ihrer Ironie zu überspielen. Wohlbehütet wächst sie in einer sehr gut situierten Familie in einem großen Haus auf. Alle Möglichkeiten stehen ihr offen, allerdings ist Geld wie so oft nicht alles. Paola leidet unter den schwierigen familiären Verhältnissen. Dem physisch wie emotional abwesenden Vater und der überbehütenden, kontrollsüchtigen Mutter.
Am schlimmsten trifft sie, dass Niemand sich für ihre Bedürfnisse oder Probleme interessiert und über allem Familiengeheimnisse liegen, welche aber nie besprochen werden.
„Alle glücklichen Familien ähneln einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre Art unglücklich, und unsere Art ist das Schweigen. […] Das Schweigen klebt an dir, ist wie Leim, eine Angewohnheit wie das Rauchen, du möchtest aufhören, kannst es aber nicht.“ S.193
Und so „bricht“ sie immer wieder aus mit ihrem einzigen Freund und Verbündeten, ihrem körperlich behinderten Bruder Richi. Mit ihm kann sie sich offen geben, bespricht das Mobbing und die Ablehnung in der Schule, die Ärgernisse mit den Eltern.
Paola macht sich auf die Suche nach dem wahren Leben, Antworten auf ihre Fragen und findet dabei doch auch Freundschaft und ihren ganz eigen Stil.
Für mich war es ein wunderbar unterhaltsamer Roman, ich habe mit Paola mitleiden, lachen und sehnen können. Sie ist eine nahbare und irgendwie sehr sympathische Figur mit ihren Fehlern und Problemen ohne dabei der typische Abklatsch einer nullachtfünfzehn Teenie Vorlage zu sein.
Sehr gut hat die Autorin Raffaella Romagnolo zeitgenössische Themenpunkte mit eingearbeitet ohne dabei kitschig zu werden. Ihr Schreibstil ist flüssig, leichtverständlich so dass man den Roman direkt wegsuchten kann. Besonders fand ich das Paola als Ich-Erzählerin uns als Leser direkt anspricht, uns zu ihren imaginären Freunden und Mitwissern macht.
Nach dem ich das Buch beendet hatte, wollte ich Paola und ihre Familie einfach noch ein bisschen weiterbegleiten dürfen. Ihre Beziehungen und Entwicklungen weiterverfolgen. Sehen wie sie ihren Weg weiter geht. Für mich hätte es also gerne noch etwas weiter und mehr in die Tiefe gehen dürfen. Nichtsdestotrotz eine klare Leseempfehlung.
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