Ehe Patricia Highsmith durch ihre Romane >Zwei Fremde im Zug<, >Tiefe Wasser< und >Der talentierte Mr. Ripley< berühmt wurde, schrieb sie psychologische Stories. Über entwurzelte Einwanderer, tapfere Liebende, wissende Mädchen und Jungen und vom Leben gebeutelte Menschen. Damals erschienen ihre Stories nur verstreut in Schul- und Frauenmagazinen. Nun dürfen wir sie neu entdecken.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
11.11.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mein neuer Buchtipp für Sie!
Patricia Highsmith, mein Einstieg in den Kriminalroman. Eine so großartige Autorin, psychologisch, packend - ja, perfekt.Mit Tom Ripley erschuf Sie eine einzigartige Figur der Literatur: Verbrecher aber dennoch sympathisch. Blender, Mörder, Betrüger - aber auf seine eigene Art liebenswert.Mit "Ladies" liegt nun eine Sammlung ihrer frühen beziehungsweise frühsten Erzählungen vor, die einen Einblick in ihren literarischen Werdegang gewährt. Ungeschliffen aber dennoch feinfühlend, mit dem Augenmerk auf ProtagonistInnen, die scheinbar unsichtbar unter dem Radar schweben."Irgendetwas stimmte nicht mit dem Haus und dem ganzen Morgen. Man konnte es fühlen, hören, schmecken und riechen - nur nicht sehen. Sie saß ganz still und hielt den Atem an."Highsmith neu entdecken: Ein guter Vorsatz für das neue Jahr!
easymarkt3
5/5
10.07.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Die dramaturgischen Fähigkeiten mit Blick in die jeweiligen Psychen machen diese frühen Erzählungen einzigartig.
Insgesamt sechzehn kurzweilige und spannende Stories, die für unbestimmbare Beklemmung sorgen durch die Unvermeidbarkeit des Bösen, der Unmöglichkeit der Liebe, ohne Suche nach Schuldigen oder Indizien. Die Stories entstanden zwischen 1937 und 1949, denen es auch am Sprachgebrauch und den geschilderten Lebensumständen- meist in New York als Schauplatz - anzumerken ist. In jeder Geschichte wird nur ein Ausschnitt aus dem jeweiligen Leben den Protagonisten im Detail beschrieben, ein Nachmittag, Tag oder eine kurze Periode, oft mit offenem Ende, sodass man sich diese Kurzgeschichte weiterspinnen kann/muss. Sie handeln z.B. von einem Au-Pair Mädchen, das aus Liebe ein Haus anzündet, von zwei jungen Müttern, die sich im Park begegnen; einem Schneckenforscher; einer Frau, die aus ihrer Ehe flieht; einer Frau, die Hilfe beim Psychiater sucht; zwei Fremden, die durch halb New York einer Tasche nachjagen oder vom Kloster Saint Fotheringay, einem Taxifahrer, einer Sekretärin – oft vom Leben gebeutelte, einsame Frauen und Männer. Happy Endings sollte man lieber nicht erwarten, eher eine dunkle Perspektive auf faszinierende Charakteren, hoffnungsvolle Versager, die mit der Trennung von einer alten Gewohnheit, einem Job, einem Menschen, einem Ort erneut keine Chance auf ein besseres Leben erhaschen können.
Diese nüchterne Intensität, das Spiel mit Perspektiven und die erzählerische Ökonomie sind bemerkenswert ausgeprägt.
Bewertung
5/5
01.02.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Entdecken Sie die große Patricia Highsmith neu
Ein echter Buchschatz: psychologisch ausgefeilte, bildreiche, teilweise verstörende, aber immer mit feiner, böser Ironie ausgestattete frühe Geschichten der großen Lady der Kriminalliteratur. Die Neuentdeckung von Highsmiths ersten Werken ist ein faszinierendenes Lesevergnügen.
vielleser18
aus Hessen
5/5
24.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Sehr fesselnde Kurzgeschichten
In dem Band "Ladies" hat der Diogenes Verlag frühe, zum Teil noch nie veröffentlichte Kurzgeschichten der Autorin Patricia Highsmith (1921-1995) veröffentlicht. Zum 100, Geburtstag, wenn sie denn so alt geworden wäre, hat der Verlag diesen Band mit neuen und alten Kurzgeschichten herausgegeben. Die Stories entstanden zwischen 1937 und 1949, man merkt es auch am Sprachgebrauch und den geschilderten Lebensumständen.
Faszinierend empfand ich, dass die Autorin mit winzigen Streiflichtern, kurzen Sequenzen und manchmal nur durch Momentaufnahmen verschiedenste Protagonisten beschreiben konnte, aber dem Leser in jeder Geschichte nur einen Ausschnitt aus dem jeweiligen Leben des Protagonisten oder der Protagonistin beschreibt. Das kann ein Nachmittag umfassen, einen Tag oder eine kurze Periode. Dann ist die Geschichte auch schon zu Ende, oft kann man -oder muss man sogar- die Geschichte weiterspinnen. Es regt zum Nachdenken an. Manchmal fühlt man sich ein Voyeur, ein heimlicher Beobachter. Jede Geschichte ist anders und einzigartig. Sie handeln von einem Au-Pair Mädchen, dass aus Liebe ein Haus anzündet; von zwei jungen Müttern, die sich im Park begegnen; einem Schneckenforscher; einer Frau, die aus ihrer Ehe flieht, einer Frau, die Hilfe beim Psychiater sucht; und und und. Alle sehr unterhaltsam und am besten in Häppchen zu genießen.
Ich bin normalerweise kein Typ von Kurzgeschichten, aber diese hier haben es mir wirklich angetan und haben mich sehr gefesselt.
Birkatpet
aus Wesseling
5/5
19.01.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Wow
Die Kurzgeschichten in diesem Band sind noch vor 1951 und dem Durchbruch der Autorin geschrieben worden. Diese Stories fanden damals wenig Beachtung, sowohl von ihr selber, als auch vom potentiell Publikum, sie wurden in Schulmagazinen und Frauenzeitschriften veröffentlicht.
In “Ladies” hat der Diogenes Verlag nun 16 ihrer frühen Kurzgeschichten, darunter einige bislang unveröffentlichte, zu einer tollen Sammlung zusammengestellt. Erschienen im Oktober 2020, anlässlich des 100. Geburtstages der Autorin am 21. Januar 2021.
Alle zeichnen ein Porträt des Amerika in den 40’er Jahren und umfassen eine große Bandbreite. Kriminalistisch, spannend, psychologisch, brisant, liebenswert, skurril, humorvoll, dramatisch und bildstark, immer kurze Sequenzen im Leben der jeweiligen Menschen.
Die Personen sind bildhaft und detailliert dargestellt, äußerlich und innerlich, zum Greifen nah und zwangsläufig mit Kino im Kopf. Die Gefühle sind spürbar, die Mimik, Gestik nahezu sichtbar, es sind eher die Gefallenen der Gesellschaft, unscheinbare, gescheiterte, besondere Menschen, die in großer Hoffnung leben, dass das Leben sich ändern wird, dass zu ihrem Vorteil neu gewürfelt wird und dafür werden unvorhersehbare Wege gegangen, bei Patricia Highsmith ist immer alles möglich.
Auffällig im Erzählstil ist, schon in diesen frühen Stories, die Beobachtungsgabe der Autorin, die Fähigkeit Vergleiche anzustellen, welche die jeweilige Situation, Person, bestimmte Details noch lebhafter und intensiver gestalten. Ebenso nimmt sie in der Regel die Vogelperspektive ein, lässt uns lesen, wie durch eine Kamera beschrieben, distanziert und doch mittendrin, im Jetzt und alles ist offen, sie spielt raffiniert mit Perspektive und Fokus.
Ich kannte einige wenige Kurzgeschichten bereits aus anderen gemischten Erzählbänden des Verlages, aber mit "Ladies" begann meine Begeisterung, Liebe und Sucht für und zu dieser Autorin.
Absolute Leseempfehlung.
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