Produktbild: Eine Luftmatratze muss her!

Eine Luftmatratze muss her! Dorfwirtschaftswunder 1950

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.10.2020

Verlag

Verlag Anton Pustet Salzburg

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

24,9/17,7/2 cm

Gewicht

760 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7025-0994-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

01.10.2020

Verlag

Verlag Anton Pustet Salzburg

Seitenzahl

160

Maße (L/B/H)

24,9/17,7/2 cm

Gewicht

760 g

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-7025-0994-1

Herstelleradresse

Verlag Anton Pustet e.U.
Bergstraße 12|5020|Salzburg|AT
michaela.schachner@pustet.at

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  • ws

    aus Markdorf

    5/5

    11.10.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Hinter dem Ort Ried steht…

    Hinter dem Ort Ried steht keine Bretterwand "ENDE DER WELT"... Von München in das oberösterreichische Städtchen Ried sind es 160 Kilometer, von Linz nach Ried knappe 80 und wer in Salzburg startet muss gerade mal 70 Kilometer absolvieren. Von der berühmten Bretterwand mit der Aufschrift "Ende der Welt" zu sprechen, ist also völlig abwegig. Allerdings erscheinen viele der von Wolfgang Marschall akribisch zusammengestellten Artikel der 'Rieder Volkszeitung' aus heutiger Sicht unvorstellbar. Datenschutz? Ein Fremdwort. "Dem 62jährigen Franz Schuster [...] mußte im Krankenhaus Salzburg der rechte Fuß unterhalb des Knies abgenommen werden." (Seite 27) Klimawandel? Ein Fremdwort, Zitat Seite 6: "Abgase haben auch ihre Vorteile. Auf der Welt wird es wärmer." Atomkraft? in den 1950er Jahren angeblich ein Segen: "Herzen mit Atomantrieb" (S. 40) oder "In 20 Jahren: Schiffe und Lokomotiven fahren mit Atomenergie". (S. 42) Inserate, mit denen Fernseh-Vorführungen in Gaststätten beworben werden. Ohnehin sind die im Buch wiedergegebenen Werbeanzeigen durchaus amüsant. Wie wäre es mit einer "Lugana-Firmungsuhr"? Immerhin mit 17 Steinen im Vollankerwerk. Für Buben zu 290 Schilling, das Modell für Mädchen zu 410 Schilling. Reiseangebote, "Levi's-Jeans jetzt auch in Österreich", "6.630 km Straßen in Oberösterreich staubfrei", "Pille gegen Promille", "Sie wollen alle tüchtige Hausfrauen werden [...] um die zukünftigen Gatten wirklich glücklich zu machen" (zuletzt aufgeführtes Zitat von Seite 133, nach heutigem Verständnis nicht zu fassen.) So geht es in einem fort. Amüsant ge- und beschrieben. Wobei diese Ansichten, Meinungen, Einstellungen wahrlich nicht auf die Kleinstadt Ried beschränkt waren. Ich entsinne mich an ein Sammelalbum für Bildchen, die in den 1950er, 1960er Jahren noch den Schachteln verschiedenen Zigarettenmarken beigelegt waren. Eines der Bildchen zeigte einen Schrebergarten mit einem versenkbaren Rohr, an dessen Spitze Uran montiert war. Dessen radioaktive Strahlung dafür sorgte, dass Kohl-, Krautköpfe und Tomaten so groß wie eine BMW Isetta wurden... Zur absoluten Freude der den Garten bearbeitenden Hausfrau, die ihren Gatten damit glücklich macht. Schmunzeln, staunen, sich wundern. Alles auf einmal.

  • Gertie G.

    aus Wien

    4/5

    01.10.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Nichts ist so aktuell wie eine vorvorgestrige Zeitung.

    Autor Wolfgang Marschall hat in diesem Buch anhand von Schlagzeilen und Randnotizen der „Rieder Volkszeitung“ die Zeit zwischen 1950 und 1960 wieder aufleben lassen. Es ist eine Zeit, in der jede, auch noch so winzige Nachricht in der Zeitung zu finden war. Man scherte sich nicht um die Privatsphäre der Menschen. So stand dann tatsächlich der volle Name eines Autofahrers in der „Riada Ratsch“, wie die Zeitung liebevoll genannt wurde, der wegen Trunkenheit am Steuer seinen rosa Schein abgeben musste. Keine Nachricht war den Zeitungsmachern zu gering, als dass man darüber nicht berichtete. Das Buch dokumentiert den rasanten Wirtschaftsaufschwung, den damit verbundenen Wertewandel und das Lebensgefühl der 50er- und 60er-Jahre. Die Geschichten sind authentisch, informativ und sie lassen den Leser bei der Rückschau auf diese Zeit mitunter hellauf lachen. Allerdings gibt es auch Artikel, die Kopfschütteln auslösen. Wenn zum Beispiel DDT als Allheilmittel gegen Schädlinge in der Landwirtschaft angepriesen wird, oder die Segnungen der Kernkraft gerühmt werden. Diese Zeitreise hätte vermutlich in jeder ländlichen Region Österreichs ähnlich stattfinden können. Ausschnitte aus der „Rieder Volkszeitung“ in Wort und Bild geben den Lesern ein umfassendes Bild dieser Aufbruchsjahre. Fazit: Ein gelungener Rückblick in die Zeit des Wirtschaftswunders. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

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