Produktbild: Die Vögel

Die Vögel Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2021 in der Kategorie Übersetzung

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23,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.10.2020

Verlag

Guggolz Verlag

Seitenzahl

276

Maße (L/B/H)

19,5/12,5/2,8 cm

Gewicht

355 g

Farbe

Karamell

Auflage

6. Auflage

Originaltitel

Fuglane

Übersetzt von

Hinrich Schmidt-Henkel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-945370-28-5

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

30.10.2020

Verlag

Guggolz Verlag

Seitenzahl

276

Maße (L/B/H)

19,5/12,5/2,8 cm

Gewicht

355 g

Farbe

Karamell

Auflage

6. Auflage

Originaltitel

Fuglane

Übersetzt von

Hinrich Schmidt-Henkel

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-945370-28-5

Herstelleradresse

Guggolz Verlag
Gustav-Müller-Straße 46
10829 Berlin
DE

Email: verlag@guggolz-verlag.de

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  • Bewertung

    5/5

    15.10.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein einsamer Mensch mit ganz besonderer Begabung

    Kurzkommentar: Dieses wunderbare Buch erzählt von Mattis, einem Mann, den das Unsagbare von anderen Menschen trennt. Überempfindsam lebt er in seiner ganz eigenen Welt. Innerlich hilflos erdrückt ihn die Übermacht der Welt. Sehr ruhig, aber äusserst ausdrucksstark erzählt Tarjei Vesaas von der Einsamkeit, der Natur und einer ungeheuren Kraft der Nächstenliebe.

  • Bewertung

    5/5

    30.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mattis, die Schnepfe und der Rest der Welt

    An einem Tag habe ich dieses tolle Buch verschlungen. Ich habe mich hingesetzt und bin erst wieder aufgestanden, als ich das letzte Wort gelesen hatte. Es ist wirklich faszinierend, wie Vesaas, der mich schon mit seinem "Eisschloss" vollkommen überzeugt hat, es schafft, eine so fesselnde Spannung aufzubauen, obwohl nichts im klassischen Sinne Spannendes passiert. Kein Mensch wird ermordet, es geschieht kein Verbrechen, die Zeit läuft nicht ab, bis die Bombe explodiert und es ist auch niemand sterbenskrank. Die einzigen einschneidenden Dinge, die passieren, sind: Eine Schnepfe, die ihre Route ändert und abgeschossen wird, ein Blitz, der in einen Baum einschlägt und ein Holzfäller, der über einen See gefahren wird. Klingt erstmal nicht sonderlich mitreißend, aber: die Geschichte wird aus der Sicht von Mattis erzählt. Und für Mattis erschüttern diese Ereignisse die Grundfesten seiner Welt. Mattis, der von allen im Dorf nur "Dussel" genannt wird, tut sich schwer mit zwischenmenschlichen Beziehungen. Er lässt sich leicht ablenken, setzt andere Prioritäten, sagt was er denkt - und das scheint die meisten Leute entweder zu verwirren, oder zu verärgern. Da ihm niemand Arbeit geben will, lebt er zusammen mit seiner Schwester Hege, die ihr Geld mit Strickarbeiten verdient. Die Sprache, mit der Mattis Geschichte erzählt wird, ist recht simpel, aber genau deshalb kann man sich als Leser*in total schnell in ihn hineinversetzen und auf einmal stört es mich auch, dass sich Hege überhaupt nicht für die veränderte Flugbahn der Schnepfe interessiert. Fast genauso eindrücklich wie die geschriebenen Worte, ist das, was zwischen den Zeilen passiert - genau das hat mich auch schon beim "Eisschloss" so begeistert. "Die Vögel" ist eine wunderschöne, gleichzeitig tragisch soghafte Geschichte, über einen liebenswerten Aussenseiter.

  • gst

    aus Pirna

    5/5

    15.04.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Mattis denkt

    Mattis und Hege leben in einem armseligen Häuschen am Waldrand. Die Dorfbewohner bezeichnen Mattis als Dussel. Hege, 40 Jahre alt, sorgt liebevoll für den drei Jahre jüngeren Bruder. Das Geld zum Leben verdient sie mit Strickarbeiten, während Mattis vor sich hin sinniert und zu keiner Arbeit taugt. Der Autor spürt Mattis Gedanken über die Schnepfe nach, die nachts über das Haus fliegt – bis sie einem jungen Jäger vor die Flinte geriet. Er beobachtet genau und fühlt sich tief in Mattis hinein; so dass auch der Leser die Spannung spürt, die Mattis umtreibt. Vesaas schreibt sehr intensiv und schildert lebendig die Gegend, in der Mattis und Hege zu Hause sind. Auch wenn man lange das Gefühl hat, dass nicht viel geschieht, bahnt sich fast unmerklich ein schreckliches Unglück an. Tarjei Vesaas wurde 1897 als ältester Sohn eines Bauern im norwegischen Vinje geboren. 1923 debütierte er mit dem Roman Menneskebonn (Menschenkinder). In den zwanziger und dreißiger Jahren bereiste er Europa. Nach Hause zurückgekehrt wehrte er sich gegen die Tradition, als ältester Sohn den elterlichen Hof zu übernehmen. Vesaas schrieb Romane, Dramen, Kurzprosa und Gedichte. International gefeiert galt er als Anwärter auf den Nobelpreis. Gemeinsam mit Knut Hamsun zählt er zu den bedeutendsten norwegischen Romanciers des 20. Jahrhunderts und geriet nach seinem Tod 1970 hierzulande in Vergessenheit. Umso schöner, dass er nun dank des Übersetzers Hinrich Schmidt-Henkel neu aufgelegt wurde.

  • https://lieslos.blog/

    5/5

    03.01.2021

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Eine Perle!

    Der ca. 37-jährige Mattis ist anders. Er ist in sich gekehrt, lebt in seiner eigenen Welt und wird von den Dörflern verspottet, verlacht und als zurückgeblieben abgestempelt. Sie nennen ihn abfällig „Dussel“. Er weiß, dass er nicht ist, wie alle anderen. In seinem Kopf ist oft ein Durcheinander und seine Gedanken schweifen immer wieder ab. Zusammen mit seiner um ca. drei Jahre älteren Schwester Hege, die sich um ihn und den Haushalt kümmert, wohnt er in einem kleinen alten Häuschen am See. Die beiden haben viele Gemeinsamkeiten, aber harmonisch geht es bei weitem nicht immer zu. Für Hege ist es nicht immer einfach, freundlich und geduldig mit ihrem „...einfältigen Bruder...“ (S. 8) zu sein. Vieles versteht er nicht und oft hat er einfach keine Lust. Am Liebsten verbringt er seine Zeit im Freien. Hege erledigt Strickarbeiten und der naturverbundene Mattis verrichtet einfachste Hilfsarbeiten auf dem Feld und im Wald. Damit bestreiten die beiden ihren Lebensunterhalt. Auch Mattis erhält einen Lohn obwohl er sich oft ungeschickt und unbeholfen anstellt. Mattis, der die Welt mit neugierigen und kindlichen Augen betrachtet, hat ein Faible für Waldschnepfen und er fühlt sich mit seiner Schwester sehr verbunden, auch wenn geschwisterliche Konflikte nicht ausbleiben. Alles hat sich gut eingespielt, läuft in gewohnten Bahnen und wie am Schnürchen bis eines Tages der Holzfäller Jørgen auftaucht, der sich in Hege verliebt und sich bei ihnen einnistet. Und zu allem Überfluß wird dann auch noch eine Waldschnepfe, die er gern und oft beobachtet hat, erschossen. Diese beiden Geschehnisse bringen den kindlichen Mattis ziemlich durcheinander, sein inneres Gleichgewicht gerät in eine Schieflage und seine bis dahin sichere Welt beginnt zu wanken. Er empfindet eine gewisse Bedrohlichkeit... Mit einzigartiger Sprache - einfach und gleichzeitig wortgewaltig, fesselnd, poetisch und bildhaft - erzählt Vesaas die bezaubernde und melancholische Geschichte von Mattis, in den man sich wunderbar hineinversetzen und mit dem man problemlos mitfühlen kann. Egal ob Kummer, Sorgen, Nöte, Freude oder Angst... alles wird spürbar und greifbar. Faszinierend ist, dass das Ungesagte zwischen den Zeilen nicht minder fesselt. Da wird etwas ganz Bedeutsames ohne Worte transportiert und das ist große Kunst! Nicht unerwähnt sollen die eindrücklichen Landschafts- und Naturbeschreibungen bleiben. Wälder, Seen, Bäche, die Tierwelt und Wetterphänomene werden vor dem geistigen Auge lebendig. Es macht große Freude, den Außenseiter Mattis zu begleiten und einen Einblick in die Innenwelt dieses sonderbaren, in sich gekehrten jungen Mannes zu bekommen, der Schwierigkeiten mit zwischenmenschlichen Beziehungen hat. Ich empfehle diesen unaufgeregt, glaubwürdig und feinfühlig erzählten Roman sehr gerne weiter! Er hat eine Intensität und übt einen Sog aus, obwohl er nicht spannend im eigentlichen Sinn ist. Man kann sich hineinfallen und treiben lassen. Lesevergnügen und Entspannung pur, obwohl schon ganz bald klar ist, dass etwas Tragisches passiert. Ein Buch zum Genießen... trotz aller Ernsthaftigkeit und Tragik. Ach ja: Das Nachwort von Judith Henkel ist übrigens auch sehr lesenswert, weil sie interessante und informative Anmerkungen und Interpretation zum Besten gibt.

  • Karin Braun

    aus Kiel

    5/5

    24.12.2020

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ganz große Literatur

    Die Geschwister Mattis und Hege leben etwas außerhalb des Dorfes. Sie haben es nicht leicht, denn Geld ist rar und die Last für das für das Materielle zu sorgen liegt in erster Linie bei Hege, denn Mattis ist verloren in eine Kinderwelt und die Natur. Wenn er einmal Arbeit auf einem der umliegenden Höfe findet, ist es nicht für lange und eingestellt wird er meist aus Mitleid. Der Dussel wird er genannt und ist sich seines anders seins durchaus bewusst. Mattis liebt die Natur und er fürchtet Gewitter. Überall sieht er Zeichen und versucht den Sinn der Dinge zu entschlüsseln. Als eines Tages eine Schnepfe ihre gewohnte Flugbahn über dem Haus ändert, ist er sich sicher, das es ein Zeichen ist. Etwas wird sich ändern. Mattis schwankt zwischen Hoffen und Bangen. Tarjei Veesas ist in seiner Heimat einer Norwegen einer der ganz großen Autoren, aber seltsamer Weise hier zu Lande nahezu unbekannt. Dabei verdient dieser Autor eine ganz große Bühne. K. O. Knausgard hat „Die Vögel“, als den wichtigsten norwegische Roman bezeichnet. Ob er das ist, weiß ich nicht, ganz sicher ist es eine der berührendsten Geschichten, die ich jemals gelesen habe. Trajei Veesas Sprache ist schlicht und entfaltet trotzdem, vielleicht auch gerade deshalb, einen fast hypnotischen Sog. Ehe man sich versieht, befindet man sich in Mattis Welt, die man selbst dann nicht so ganz verlässt, wenn man das Buch aus der Hand gelegt hat.

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