Auf der Insel Pate, vor der Küste Kenias, lebt die eigensinnige Ayaana mit ihrer Mutter Munira. Als ein Matrose namens Muhidin in ihr Leben tritt, findet Ayaana etwas, wonach sie sich immer gesehnt hat: einen Vater. Doch als Ayaana erwachsen wird, muss sie mit einschneidenden Ereignissen zurechtkommen, die nicht nur sie selbst, sondern auch das Leben auf Pate tiefgreifend verändern: Fremde mit zweifelhafter Vergangenheit tauchen auf, religiöse Extremisten suchen Zuflucht auf der Insel, China streckt seine Fühler nach Afrika aus und mit einem Tsunami fordert die Natur ihren Tribut. So beschließt Ayaana, in der Ferne ihr Glück zu suchen und ein Studium in China zu beginnen. Sie begibt sich auf eine gefährliche Schiffsreise, die letztlich vor allem eines ist - eine Reise zu sich selbst.
Nach ihrem gefeierten Debütroman ¿Der Ort, an dem die Reise endet¿ legt Yvonne Adhiambo Owuor einen kraftvoll erzählten Roman über eine junge Frau vor, die darum kämpft, ihren Platz in der Welt zu finden - eine ergreifende Geschichte über Schicksal, Tod, Liebe und Verlust.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
begine
aus Lemwerder
5/5
23.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Schicksale in Kenia
Die kenianische Schriftstellerin Yvonne Adhiambo Owuor ist eine wichtige Stimme Kenias.
Das Meer der Libellen, ist eine Geschichte, die an Kenias Küste auf der Insel Pate, des Lamu-Archipels, angelegt ist.
Simone Jakob hat den Roman übersetzt.
Ich fand schon den Debütroman der Autorin stark.
Ayaana und ihre Mutter Munira leben da. Muhidin landet auf der Insel und Ayaana empfindet für ihn Gefühle, wie zu einem Vater.
Ayaana wachst auf und geht zum Studium nach China und kommt dann zurück. Sie hat kein leichtes Leben. Ihre Erfahrungen sind berührend. Es gibt noch einige Schicksale mehr.
Die Autorin beschreibt die Figuren mit stilistischen Eigenarten.
Der Roman ist stark und ansprechend.
Circlestones Books Blog
5/5
23.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Eine intensive, großartige Geschichte
„Frag dich immer: Wo will ich hin? Und wenn du es weißt, mach dich auf den Weg.“ (Zitat Pos. 882)
Inhalt
Die Insel Pate gehört zum Lamu Archipel an der Nordküste Kenias. Dort wächst Ayaana mit ihrer Mutter Munira auf. Ayaana hat viele Fragen an das Meer und als der weitgereiste, alternde Seemann Muhidin, der nun ein kleines Buchgeschäft besitzt, ihr zuhört und auf manche Fragen auch Antworten kennt, hat sie endlich einen Vater gefunden. Denn ihre Mutter Munira schweigt darüber, wer ihr richtiger Vater ist. Sie ist beinahe einundzwanzig Jahre alt, als sie als Nachfahrin einer sechshundert Jahre alten Geschichte eine Einladung nach China und ein Studienstipendium erhält. Doch die Sehnsucht nach ihrer Heimat und dem Meer bleibt und noch immer hat sie keine Antwort auf die Frage: Nhi shi shei -Wer bist du?
Thema und Genre
In diesem Coming-of-Age-Roman, der in Afrika und China spielt, geht es um die Frage, wer man ist, um Heimat, Wurzeln, Sehnsucht, menschliche Schicksale, Gewalt, Trauer, Verlust, Familie und die Liebe in vielen Facetten. Doch es geht auch um die Geschichte eines kleinen Insel-Archipels als Spielball der Mächtigen und den Kampf um die Unabhängigkeit, um den Erhalt der Natur und der eigenen Freiheit.
Charaktere
Es sind die vielschichtigen Charaktere, alle auf ihrer eigenen, unterschiedlichen Suche nach einem Platz im Leben, die diese intensive Geschichte prägen. Ayaana ist ein unabhängiges, wissbegieriges Mädchen mit vielen Fragen an die Menschen und an die Natur, die sie umgibt. Da sie keinen Vater hat, sucht sie sich selbst einen aus. Später, als junge Frau in China, bleibt sie trotz Heimweh stark und mutig, setzt Schritte, geht ihren Weg, der sie, immer noch auf der Suche, zurück nach Pate führt.
Handlung und Schreibstil
Dieser Roman ist fiktiv, so wie auch die Hauptfigur, Ayaana Abeerah Mlingoti. Dennoch gibt es das „China Girl“ und die Fakten dazu wirklich und daraus, sowie dem realen historischen Hintergrund, entstand diese Geschichte.
Die Handlung beschreibt das Leben von Ayaana beginnend in ihrer Kindheit, bis sie eine erwachsene junge Frau ist. Damit verbunden sind die Geschichten der Menschen, die sie auf diesem Weg begleiten oder ihren Weg kreuzen, aktuell und in Rückblenden. Die politischen Ereignisse sorgen für Spannung und unvorhersehbare Wendungen, welche die aktuelle Handlung beeinflussen. Es ist eine vielschichtige, interessante und lebendige Geschichte, welche das packende Geschehen und Schicksale der Hauptfiguren verknüpft.
Die Sprache ist eindrücklich und sehr poetisch, die Beschreibungen malen Bilder aus einer phantastisch bunten Farbpalette.
Fazit
Ein intensiver, packender Roman, farbenprächtig, lebensbejahend und gleichzeitig stürmisch und dunkel vor Trauer und Verlust, wie das Leben. Eine großartige Geschichte und ein spannender Einblick in die moderne afrikanische Literatur.
hallobuch, Silke Schröder
aus Hannover
5/5
23.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
ein bewegender und kraftvoller Roman
Sehr poetisch und facettenreich erzählt die Kenianerin Yvonne Adhiambo Owuordie die Geschichte ihrer ebenso smarten wie eigenwilligen Heldin Ayaana. Dabei lässt sie wie nebenbei auch wichtige politische Ereignisse aus den letzten Jahren einfließen, die das Leben ihrer Figur beeinflussen. Die Autorin ließ sich von der wahren Geschichte (??) einer jungen Frau von der Insel Pate inspirieren, die 2005 wegen ihrer chinesischen Vorfahren tatsächlich ein chinesisches Studien-Stipendium erhalten hat. So erzählt Yvonne Adhiambo Owuor von einer jungen Frau, die ihren Platz im Leben sucht, von ihren Erfahrungen beim Aufbruch von der vertrauten Inselgemeinschaft in ein völlig fremdes Land und von ihrer unglaublichen Verbundenheit zum Meer. “Das Meer der Libellen” (im englischen Original: The Dragonfly Sea) ist ein bewegender und kraftvoller Roman, der mit seiner sehr poetischen Sprache vom Leben, von Verlusten und von viel Liebe erzählt.
https://lieslos.blog/
5/5
23.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Moderne afrikanische Literatur. Brillant!
Wir begeben uns in eine fremde und exotische Welt.
Nach Ostafrika.
An die Nordküste Kenias.
Auf die die kleine Insel Pate.
Dort treffen wir auf das wissbegierige, pfiffige und eigenwillige Mädchen Ayaana und ihre Mutter Munira, die von ihrer Familie und der Gesellschaft verstoßen wurde, weil sie ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat.
Den in die Jahre kommenden Matrosen Muhidin, der viel herumgekommen ist, viel ertragen muss(te) und nun einen Buchladen besitzt, adoptiert sie als Vater.
Drastische und folgenschwere Geschehnisse beeinflussen und verändern den Alltag auf der Insel und Ayaanas Leben tiefgreifend und nachhaltig:
Das Erscheinen undurchsichtiger und fragwürdiger Fremder.
Das Auftauchen religiöser Extremisten.
Chinas Machtbegehren.
Ein Tsunami.
All das bringt die junge Erwachsene Ayaana dazu, eine Einladung nach China und ein Stipendium anzunehmen und sich von den vertrauten Inselbewohnern, dem gewohnten Alltag und der bekannten Umgebung zu verabschieden.
Sie plant, in China zu studieren und begibt sich auf eine gefährliche Schiffsreise, über der die Frage „Nhi shi shei“ (Wer bist du?) schwebt und die als Metapher für eine Reise zu sich selbst betrachtet werden kann.
Yvonne Adhiambo Owuor ist eine genaue Beobachterin, die detailliert und wunderbar bildlich beschreiben kann. Die vielschichtig gezeichneten Protagonisten und Szenen erwachen zum Leben und die Landschaften sieht man förmlich vor dem geistigen Auge.
Man kann sich in den herrlichen Naturbeschreibungen regelrecht verlieren.
Der facetten- und themenreiche, spannende und fesselnde Roman, der relevantes politisches Zeitgeschehen streift, ist letztlich fiktiv, wurde aber von der realen Geschichte einer jungen Frau aus Pate inspiriert, die 2005 aufgrund ihrer chinesischen Wurzeln tatsächlich ein chinesisches Studienstipendium erhalten hat.
„Das Meer der Libellen“ ist ein Stück moderne afrikanische Literatur und erzählt eine intensive Geschichte, die gleichermaßen lebensbejahend, exotisch und stürmisch, wie düster und traurig ist.
Ein herausragender, außergewöhnlicher, wuchtiger und poetischer Roman, der eine bewegende, in Teilen märchenhafte Geschichte von einer jungen Frau erzählt, die ihr Glück, die Liebe und ihren Platz sucht, Verluste verkraften und Sehnsüchte überwinden muss.
Es geht um Heimat, Wurzeln und Heimweh, Gewalt, Verlust und Trauer, Freiheit und Unabhängigkeit sowie um die Machtkämpfe der „Großen und Möchtigen“.
Unbedingt lesen!
Daniela Heinen
aus Sankt Augustin
5/5
23.04.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Großartige Geschichte
Dieser Roman spielt in Afrika und handelt von einer jungen, willensstarken Frau und ihrer Suche nach sich selbst.
Die Geschichte ist wunderbar geschrieben, bildgewaltig und voller Details. Die Autorin schafft es, die Landschaft Afrikas und das Leben dort vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben zu erwecken.
Die Protagonistin ist ein ganz toll ausgearbeiteter Charakter mit vielen Tiefen und Facetten. Sie muss in ihrem Leben mit vielen Schicksalsschlägen fertig werden, die sie im Endeffekt aber stärker machen.
Sie verlässt ihre Heimat, um in China zu studieren. Und auch dieser Teil der Geschichte ist großartig erzählt.
In diesem Roman konnte ich wirklich versinken und möchte ihn darum unbedingt empfehlen!
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