Produktbild: Real Tigers
Band 3

Real Tigers Ein Fall für die Slow Horses

Aus der Reihe Slow Horses
11

18,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

45842

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

28.10.2020

Verlag

Diogenes Verlag AG

Seitenzahl

480

Maße (L/B/H)

20,3/12,6/3 cm

Gewicht

452 g

Farbe

Dunkelbraun / Olive

Auflage

1

Übersetzt von

Stefanie Schäfer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-30080-2

Beschreibung

Rezension

»Herrons unterhaltsame, aber auch ganz schön hintergründige Romane leben von komischen Situationen und brillanten Dialogen.«
»Sarkasmus ist eine der großen Stärken dieses Autors, schwarzer Humor eine weitere. Und an erzählerischer Phantasie scheint es ihm auch nicht zu mangeln.«
»Das ist extrem lustig, garstig, aktuell.«
»Kurzweilig, actionreich, spannend und dank Herrons trockenem Humor vor allem auch komisch und unterhaltsam.«

Produktdetails

Verkaufsrang

45842

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

28.10.2020

Verlag

Diogenes Verlag AG

Seitenzahl

480

Maße (L/B/H)

20,3/12,6/3 cm

Gewicht

452 g

Farbe

Dunkelbraun / Olive

Auflage

1

Übersetzt von

Stefanie Schäfer

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-257-30080-2

EU-Ansprechpartner

truepages UG (haftungsbeschränkt)
Westermühlstrasse 29
80469 München
DE
info@truepages.de

Herstelleradresse

Diogenes Verlag AG
Sprecherstrasse 8
8032 Zürich
CH
info@diogenes.ch

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  • Sagota

    aus Saarbrücken

    5/5

    21.01.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Wenn "lahme Gäule" zu wahren Tigern werden....

    Der 3. Fall Jackson Lamb's - "Real Tigers" von Mick Herron, erschien (TB,2020) im Diogenes-Verlag, Zürich und wurde aus dem Englischen von Stefanie Schäfer übersetzt. Für mich stellt diese Reihe intelligenter Agentenkrimis etwas Besonderes dar und auf 'Real Tigers' in der deutschen Übersetzung habe ich mich nach dem Genuss der beiden Vorgänger sehr gefreut: Auch hier wurde ich nicht enttäuscht, da Mick Herron einen genialen Schreibstil (und schräge Figuren) hat, die stets ein Schmunzeln und großen Lesegenuss bereithalten. Dieses Mal stellt uns ein "Geist", der durch Slow House wandert, die "Abservierten" kurz vor. Es gibt also ein Wiedersehen mit Jackson Lamb und seinen Agenten, die allesamt etwas vermurkst haben und als "Lahme Gäule" im Slow House des Regent Park's (Hauptsitz des MI5 und Secret Service, London) outgesourcet wurden, um dort stupide und eintönige Arbeiten zu verrichten. Man hofft darauf, dass jeder Einzelne aufgibt und die Kündigung einreicht, doch davon sind (Gott sei's gedankt) die meisten weit entfernt: Wir begegnen River Cartwright, dem Enkel des legendären David Cartwright; Catherine Standish, der Assistentin Jackson Lamb's, Roderick Ho, dem IT-Spezialisten, der jedoch kein Glück bei Frauen hat, Louisa Guy, die seit dem Tod von Min (früherer Kollege und auch Partner) einen recht zweifelhaften Lebensstil führt, Marcus Longridge (der sich bemüht, seine Spielsucht in Grenzen zu halten) und die zuweilen koksende Shirley Dander, die beiden Neuzugänge im Slow House. Wie gewohnt malträtiert Jackson Lamb seine "Untergebenen" gerne, hält ihnen oft den Spiegel des Versagens vor; jedoch mag er es nicht, wenn einer seiner Agenten in Gefahr schwebt - und jemand nicht zum Dienst erscheint. Was im Falle von Catherine Standish, einer trockenen Ex-Alkoholikerin, eines Morgens der Fall ist. Es sollte sich herausstellen, dass ein Ex-Liebhaber sie kurzerhand entführt hat, um (im Austausch der Agentin) an ein Dossier des Premierministers zu gelangen, das in den heiligen Archiven des Regent Parks vermutet wird: An der Hüterin dieses Archivs (eine alte Fledermaus auf Rädern namens Molly Doran, aus den früheren Krimis bestens bekannt) ist kaum ein Vorbeikommen, doch River versucht dennoch sein Glück und schleicht sich in die Katakomben ein (obwohl es den Agenten des Slow House strengstens verboten ist, den Regents Park zu betreten). Leider ist das Eindringen Rivers nicht von Erfolg gekrönt und Nick Duffy, ebenfalls ein alter Bekannter der Serie und Chef der "Dogs", wie die Mitarbeiter des Regent Parks genannt werden, knöpft sich River vor.... Eine weitere illustre Gestalt, (die sehr viel äußerliche Ähnlichkeit mit dem derzeitigen Premierminister Englands hat) ist Peter Judd, der amtierende Innenminister sowie Ingrid Tearner (Direktorin des MI5 und aalglatt) wie auch Diana Taverner oder "Lady Di", die ihre eigenen Interessen verfolgt und ebenfalls wie ihre Vorgesetzte mit allen Wassern gewaschen ist. Weshalb wurde Catherine entführt? Wer sind die maßgeblich Beteiligten? Was geht hinter den Kulissen des Regent Parks vor sich? Sind die Akten im Archiv, bei denen es sich teils um brisante Daten handelt, auch sicher? Wer könnte ein Interesse haben, die Personalakte des Premiers (dessen Vergangenheit mit Sicherheit glattgebügelt wurde) zu entwenden? All diesen Fragen muss sich Jackson Lamb stellen und ist wie immer nicht alleine, den Fall zu lösen: Er hat seine Slow Horses... Der Leser verfolgt mit Spannung die Aktivitäten Jackson Lambs und seiner Agenten, wobei es in diesem Agentenkrimi um Macht geht und wie die Mächtigen sie sichern; um Verschwörungstheorien und "Graue Bücher"; um die Möglichkeiten, die eigene Position zu sichern (und nach Möglichkeit, dem jeweils Ranghöheren ans Bein zu pissen, am besten erfolgreich) und die Methoden, wie dies (am besten unter Ausschluss der Öffentlichkeit) zu bewerkstelligen ist. Mick Herron's unvergleichlicher Schreibstil lebt von den bissigen, oft witzigen Dialogen der Slow Horses - ganz besonders von Jackson Lambs - und des alltäglichen Schlagabtauschs untereinander. Auch schwarzer Humor ist keine Seltenheit, der skurrile Handlungen (die oftmals gar nicht so unrealistisch erscheinen) noch betont. Der spannende Showdown in der stillgelegten Fabrik klärt gegen Ende einiges und der oben erwähnte "Geist" führt den Leser wiederum durch die Büros des Slow House: Resümierend bis zu einem schnarchenden Jackson Lamb, dessen Tür nicht von einem Geist, sondern einer weiß behandschuhten Hand geöffnet wird - wobei allzu oft vergessen wird, dass sich hinter so mancher Tür tatsächlich ein Tiger verstecken kann ;-) Fazit: Mick Herron vertritt nach meinem Dafürhalten die hohe Kunst der intelligenten Unterhaltung in Form eines weiteren Agentenkrimis, der zum Ende hin durchaus Thrillerelemente in sich trägt, in Reinkultur. Wer schwarzhumorige, teils sarkastische, pointierte, vor allem aber sehr intelligent geschriebene und tiefgründige Spionagekriminalromane mag, sollte diese Reihe unbedingt lesen! Am allerbesten chronologisch, wie in diesem Genre ratsam. Fans der "Slow Horses" dürften sich (wie ich) gefreut haben, dass sie letztendlich das bessere "Tiger-Team" sind! Von mir gibt es 4,5 */ 92° auf der Krimi-Couch und eine absolute Leseempfehlung.

  • Elke

    aus Vaihingen an der Enz

    5/5

    08.12.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Ein uneingeschränktes Lesevergnügen

    Gleich zu Beginn ein Geständnis: Ich bin kein Fan von Spionagethrillern. Deshalb wundere ich mich darüber, dass mir Mick Herrons Reihe mit Jason Lamb und seinen „Slow Horses“ solch großen Spaß macht, ich das Erscheinen der nachfolgenden Bände kaum erwarten kann und sie deshalb auch im Original lese. Die Kenntnis der beiden Vorgänger ist nicht zwingend erforderlich, um dieses Buch genießen zu können, deshalb hier nur eine kurze Zusammenfassung: Die „Slow Horses“ sind ein Team von ehemaligen Agenten des MI5, die entweder bei ihren Einsätzen gravierende Fehler gemacht haben oder wegen persönlicher Probleme für den britischen Geheimdienst nicht mehr tragbar sind. Entlassen kann man sie nicht, also wurden sie weit ab vom Schuss im „Slough House“, deshalb auch „Slow Horses“, untergebracht und verbringen dort ihre Tage mit langweiligen und völlig überflüssigen Routinearbeiten. Die Leitung hat Jackson Lamb, ein unkultivierter, nicht teamfähiger Ehemaliger mit üblen Manieren, aber einem messerscharfen Verstand. Soweit zu den Rahmenbedingungen. Nach den „Dead Lions“ bekommen es die Slow Horses nun mit „Real Tigers“ zu tun, die ihre Krallen ausfahren und die Macht sowohl im Geheimdienst als auch im Land an sich reißen wollen. Zum einen sind da Ingrid Tearney, noch Leiterin des MI5, und Diana „Lady Di“ Taverner, die diese mit hinterhältiger Höflichkeit von ihrem Posten verdrängen möchte, zum anderen Peter Judd, der neue Innenminister, der in Downing Street 10 einziehen möchte. Ein machiavelistischer Strippenzieher, dessen Charakterisierung jedem Vergleich mit Boris Johnson standhält. Und was hat das mit den Slow Horses zu tun? Nun, Catherine, trockene Alkoholikerin und diejenige aus Slough House, die Lamb am nächsten ist, wird von einem ehemaligen Weggefährten entführt. Einer ihrer Kollegen erhält den Auftrag, ein geheimes Dossier im Austausch für Catherine zu beschaffen, was allerdings in einem Desaster endet. Aber Lamb wäre nicht der schlaue Fuchs, der er zweifelsfrei ist, wenn er die Manipulationen seines Teams und die Hintergründe nicht durchschauen würde. Das Buch ist eine gelungene Mischung aus spannendem Spionagethriller und ätzender Satire, das nicht mit gelungenen Seitenhieben auf die britischen Politiker geizt. Die Personen sind allesamt außergewöhnlich, interessant und stimmig charakterisiert, obwohl man keine davon zum Freund haben möchte. Außerdem kann Herron mit Sprache umgehen, seine Formulierungen sind treffend und intelligent, und auch das macht nicht nur „Real Tigers“ sondern die gesamte Reihe zu einem uneingeschränkten Lesevergnügen.

  • Bibliomarie

    aus Düsseldorf

    5/5

    08.12.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Damengambit

    „Wie die meisten Varianten des Verderbens begann auch diese mit Männern in Anzügen.“ Mit diesem ersten Satz hatte mich der neue Band von Mick Herron gleich wieder an der Angel. Es geht um die Agenten auf dem Abstellgleis des britischen Geheimdiensts, die in Slough House mit absurden Recherchen beschäftigt werden. Jackson Lamb – unsympathisch, ekelig und aus allen Körperöffnungen stinkend – ist der Chef. Aber man sollte sich von seinem Äußeren nicht täuschen lassen, er ist ein Meister im Spiel, ist dem Gegner immer drei Züge voraus, wobei die Gegner meist in den eigenen Reihen MI5 zu finden sind. Eines Abends begegnet Catherine Standish, seine unscheinbare Assistentin, ihrem ehemaligen Liebhaber. Kurz danach wird sie in einen Lieferwagen gezerrt und verschleppt. Ein Bild von ihr, gefesselt und geknebelt wird an River Cartwright geschickt und damit nimmt die Geschichte ihren Verlauf. Ein raffiniertes Katz und Maus Spiel beginnt, ein Agentenroman der Extraklasse, very british und skurril. Wer da wen in die Pfanne hauen will, bleibt lange im Dunkeln, aber das macht den besonderen Reiz dieser Reihe aus. Die Welt der Agenten, der Politik, der schmutzigen Spiele um Macht und Einfluss wird mit viel Action geschildert. Die Versager aus dem Slough House lassen sich nicht unterbuttern und zeigen, was sie drauf haben. Jeder von ihnen hat seine eigenen Fähigkeiten und auch wenn sie sich nicht leiden können, wenn eine der Ihren in Gefahr ist, halten sie zusammen. Ich mag die Schreibweise von Herron mit seinen schnellen Perspektivwechseln sehr, er schreibt witzig, temporeich und voller ironisch-böser Anspielungen. Bei manchen hatte ich gleich ein reales Bild der britischen Politik vor Augen. Trotz der genussvoll zelebrierten Beschreibung von Jackson Lambs Unarten, hat sich auch in diesem Band wieder meine Sympathie für ihn eingestellt. Wie ich überhaupt die Beschreibung der ausgemusterten Agenten toll fand, sie sind ja nicht unfähig, wurden meist ein Opfer von Intrigen und warten – wohl vergebens – auf ihre Rehabilitation. Auch nach dem dritten Band bin ich neugierig auf die weiteren Folgen.

  • Bewertung

    Thalia Book Circle Community

    5/5

    29.11.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Schachspiel der Königinnen...

    Catherine Standish ist die diskrete Assistentin von Jackson Lamb, dem jähzornigen Chef der Geheimdienstagenten, die im Dienst versagt haben. Als sie eines Morgens nicht zur Arbeit erscheint, merkt sogar Lamb, dass sie fehlt. Mehr noch: Sie wurde entführt – von einem ehemaligen Liebhaber. Doch Catherines Entführung ist nur die Spitze des Eisbergs einer viel größeren Verschwörung – gegen den MI5 und sogar den Premierminister.  Dies ist bereits der dritte Band um die Agententuppe der Slow Horses - so werden die abgehalfterten Mitarbeiter des englischen Geheimdienstes genannt, die ihr Gnadenbrot im Slough House erhalten. Obwohl - Gnade? Was könnte langweiliger, hoffnungsloser, deprimierender sein, als ausgerechnet dort sein Leben als eben-nicht-Agent zu fristen? Noch dazu unter einem Chef, der einem jeden Tag vor Augen führt, dass niemand, wirklich niemand Wert auf die Arbeit legt, die dort vollbracht wird?    Kein Mensch verließ Slough House am Ende eines Arbeitstages und fühlte sich, als hätte er zur Sicherheit der Nation beigetragen. Man verließ es, als wäre das eigene Gehirn durch einen Entsafter gepresst worden. (S. 31)   Eine Loser-Truppe sind sie, die Slow Horses, und Jackson Lamb passt als Chef hervorragend dazu. Er hat kein Benehmen, schert sich nicht um Eigentumsverhältnisse, führt sich auf wie ein absolutistischer Despot, stinkt und ist stets ungepflegt, frisst, säuft und qualmt wie ein Schlot, und hält vor allem mit seiner Menschenverachtung nicht hinter dem Berg. Er behandelt seine Untergebenen wie Leibeigene und bringt sie beinahe täglich zu dem, was die Vorgesetzten beim MI5 geradezu hoffen: zu kündigen. Doch irgendwie sind die am Leben Gescheiterten im Slough House zäh und hart im Nehmen. Und wenn sie nicht gerade bei einem unvorhergesehenen und meist nicht offiziellen Einsatz ums Leben kommen, fristen sie ihr trostloses Dasein während und nach der Arbeit, bis zufällig der nächste Einsatz ins Haus steht. Und das ist auch hier wieder der Fall, zumal es diesmal gleich einen der ihren trifft: die allseits beliebte Sekretärin des Hauses, Catherine Standish.   “Es würde nur einen Wimpernschlag kosten, Sie alle auf die Straße zu setzen. Es liegt nicht nur daran, dass Ihre Leute im Grunde nutzlose Arbeit verrichten. Doch jedes Mal, wenn sie etwas tun, was sie nicht tun sollen, endet das in einem Chaos, das immens viel Aufwand nach sich zieht.” Lamb nickte stolz. (S. 207)   Ein ehemaliger Liebhaber hat Catherine entführt, doch spielen Gefühle als Tatmotiv keine Rolle. Zumindest keine, die hinsichtlich einer (ehemaligen) Beziehung von Bedeutung wären. Immer tiefer taucht der Leser hier in ein perfides Schachspiel ein, das unter den offensichtlichen Zügen an der Oberfläche zunehmend weit verwinkelte Pläne und Hintergründe offenbart, die sich bis in oberste Hierarchiestufen ziehen. Ein Schachspiel, das viele Bauernopfer fordert, Aufräumkommandos inbegriffen. Und doch erweisen sich die Slow Horses einmal mehr als Spielverderber - oder versuchen es zumindest. Mick Herron ist ein Erzähler. Er kreiert mit seiner Agenten-Reihe voller Verlierertypen eine besondere Art des Spionagethrillers und spart dabei nicht mit Kritik an gängigen Praktiken der Geheimdienste, die sich quer durch alle Staaten ziehen, nichtsdestoweniger aber gegen alle Menschenrechte verstoßen. Neben der packenden Handlung ist auch der bildhafte Schreibstil lobend zu erwähnen, der eine atmosphärische Dichte ebenso hervorruft wie er Bilder im Kopf des Lesers erzeugt. Das Düstere, Hoffnungslose, Melancholische gewinnt so derart an Kontur, dass man beim Lesen gelegentlich glaubt, Teil des Ganzen zu sein. Der Autor lässt sich Zeit mit seiner Erzählung, und doch scheint auch diesmal kein Wort zu viel. Perspektivwechsel mit geschickt eingebauten Cliffhangern sorgen für ausreichende Spannung, die gegen Ende ebenso wie das Tempo noch einmal deutlich anzieht. Überragend auch diesmal wieder der Humor: trocken, schwarz, zynisch und - ja, englisch eben. Herrlich und immer wieder an unerwarteten Stellen eingebaut, sorgten diese Einlagen bei mir selbst an Punkten höchster Anspannung für etliche Lacher.    “Vergiss nicht, dass ich an mein Team denken muss.” — “Wirklich? Das wäre das erste Mal.” — “Sie haben einen natürlichen Respekt vor mir.” — “Das ist kein Respekt. Das ist das Stockholm-Syndrom.” (S. 466 f.)   Ein überzeugender dritter Band einer in England bereits sechsbändigen Reihe um Jackson Lamb - spannend, actionreich, unterhaltsam und mit überraschenden Wendungen. Macht in jedem Fall neugierig auf weitere Folgen!     © Parden

  • Circlestones Books Blog

    5/5

    24.11.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Ein origineller Spionagethriller

    „Und das war der springende Punkt. Kein Mensch verließ Slough House am Ende eines Arbeitstages und fühlte sich, als hätte er zur Sicherheit der Nation beigetragen.“ (Zitat Seite 31) Inhalt Catherine Standish, Mitglied des Slough House, ist entführt worden. Für ihre Freilassung verlangen die Entführer ein streng geheimes Dossier über den Premierminister, das River Cartright besorgen soll. Doch dieses befindet sich im Hauptquartier des MI5 am Regent’s Park. Er wird entdeckt und der neue Innenminister befiehlt, Slough House sofort zu schließen. Es sieht schlecht aus für die Slow Horses. Doch bei seiner Operation Tigerteam hat der Politiker wichtige Details übersehen und die Ereignisse entwickeln eine brisante Eigendynamik. Thema und Genre In diesem Spionagethriller geht es um Geheimdienste, Intrigen, Politik, Hierarchien und Machtspiele. Ein wichtiges Thema sind in diesem neuen Fall der Slow Horses auch die Sicherheit von gesammelten Daten in einer Zeit der modernsten Technologien. Charaktere Von den aktiven Mitgliedern des MI5 werden die Agenten im Slough House herablassend als lahme Gäule bezeichnet. Es sind eigenwillige Einzelgänger, unangepasst und frustriert und obwohl man sie nicht als sympathische Protagonisten bezeichnen würde, hat man diese interessanten Figuren sofort ins Leserherz geschlossen. Jackson Lamb, der Chef dieser Einheit, ist unangenehm, überheblich und schwer durchschaubar. Doch wenn es um einen von ihnen geht, sind sie plötzlich ein Team und auch der bequeme, übergewichtige Jackson Lamb wird sehr beweglich. Handlung und Schreibstil Diesmal ist es ein Geist, der durch das Slough House streift, ungehindert durch alle Türen und Mauern blickt und zu Beginn die einzelnen Mitglieder der Slow Horses vorstellt, sodass auch Leser*innen, welche noch kein Buch dieser Serie gelesen haben, die Mitglieder dieses speziellen Teams und ihre Geschichte kennenlernen. Die spannenden Ereignisse sind in Kapitel und diese in zwei Hauptteile eingeteilt: „Falsche Freunde“ und „Wahre Feinde“. Wie schon diese beiden Titel aussagen, enthält die spannende, straffe Handlung überraschende Wendungen, die weder für die Protagonisten vorhersehbar sind, auch nicht für jene, die wesentlich an der Planung der Geschehnisse beteiligt waren, noch für uns Leser. Dennoch ist die Geschichte absolut glaubhaft, nachvollziehbar und könnte durchaus real sein. Gekonnt schildert, charakterisiert und entwickelt der Autor auch alle seine Figuren. Die Sprache überzeugt auch durch englischen Humor und lockere Ironie. So bleibt sogar während des packenden, rasanten Showdowns Zeit für witzige Sequenzen, sodass man beim Lesen, obwohl mitten im Geschehen eines actionreichen Nahkampfes auf Leben und Tod, in lautes Lachen ausbricht. Fazit Auch dieser dritte Band der Serie um die sympathischen Antihelden enttäuscht nicht und bietet wieder eine Fülle von Überraschungen und neuen Themen. Eine moderne Variante der klassischen Spionageromane, ein packender und realistischer Thriller und ein großartiges Leseerlebnis zwischen gefährlicher Action, spannenden Intrigen, unvorhersehbaren Wendungen und Humor.

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