Johann Niemann war stellvertretender Kommandant des Vernichtungslagers Sobibor. Am 14. Oktober 1943 wagten jüdische Gefangene den Aufstand und töteten dabei auch Niemann. Erst vor Kurzem wurden mehr als 350 Fotos und zusätzliche schriftliche Quellen aus seinem Besitz entdeckt. Die privat gesammelten und teilweise in zwei Alben zusammengestellten Bilder erlauben anhand der visuellen Überlieferung seiner Karriere ganz neue Einblicke zum Holocaust im deutsch besetzten Polen und zu den Krankenmorden der sogenannten Euthanasie, an denen Niemann beteiligt war. Der Edition dieser einzigartigen Sammlung stellen die Herausgeber eine umfassende historische Einordnung der Quellen zur Seite. Das Wissen zu der als „Aktion Reinhard“ bezeichneten Ermordung von etwa 1,8 Millionen Jüdinnen und Juden in den Todeslagern Sobibor, Belzec und Treblinka, die bis heute keinen angemessenen Platz in der gesellschaftlichen Erinnerung gefunden hat, wird durch die Niemann- Sammlung um wertvolle Erkenntnisse erweitert.
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aus Emden
5/5
28.02.2020
Buch (Paperback)
Erschreckend und entsetzlich aber wichtig!
Die private Fotosammlung des Massenmörders Johann Niemann eröffnet erschreckend direkte Einblicke in die Geschichte des Holocaust aus der Sicht eines gewissenlosen Psychopathen. Die Visualisierung dieses einzigartig grausamen Verbrechens aus der Kameraperspektive des Täters gibt bisher ungekannte Möglichkeiten, die Hintergründe und Strukturen desselben zu analysieren.
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