„Wir sollten einen Club gründen. Club der beschissenen Väter.“ Es ist Sommer in Berlin. Timo und Lennart erleben zusammen mit Christoph, Lennarts bestem Freund, unbeschwerte Tage in der Großstadt. Nachts wird in den Clubs gefeiert und tagsüber am See gefaulenzt. Bis Lennart ein Foto seines für ihn unbekannten Vaters in die Hände fällt, von dem er immer glaubte, seine Mutter hätte alles von ihm vernichtet. Und als Timo sich auch noch in Christoph verliebt, zerbricht ihre Beziehung. Weil Lennart nicht länger in der gemeinsamen Wohnung mit Timo bleiben kann, zieht er vorübergehend zu seiner Mutter und ihrem Lebensgefährten und erfährt stückchenweise wer sein Vater ist. Timo haut nach ihrer Trennung ab und tritt mit Sebastian die lang geplante Reise an. Doch schon in Amsterdam werden, aufgrund von Sebastians HIV-Erkrankung, all ihre Pläne über den Haufen geworfen. Wieder in Berlin plant Timo eine letzte Aktion um Lennart zurückzugewinnen. Wird Lennart ihm verzeihen können?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Mönchengladbach
5/5
22.04.2020
Buch (Taschenbuch)
Leseempfehlung!
Meine Meinung:
Vorab: Es ist ein wahnsinnig tolles Buch!
Der Schreibstil lässt sich locker und flüssig lesen und man rutscht nur so durch die Seiten- Es ist ein richtiger Pageturner. Dazu hat es sehr viel Atmosphäre.
Ich habe das Buch an einem Stück gelesen, weil es einfach so interessant war. Ich wollte einfach immer mehr erfahren und wissen wie das ganze ausgeht.
Timo habe ich stellenweise echt gehasst, auch wenn seine Gedanken teilweise nachvollziehbar waren, konnte ich damit nicht ganz umgehen. Ich mochte dieses Thema, dass eine ganze weile offen im Raum stand, einfach nicht und war deshalb sehr froh, dass Lennart nicht so blind vor Liebe war und sich selbst das ganze Buch über treu geblieben ist.
Lennart war ein wirklich toller Charakter. Ich habe mit ihm gelitten und sogar ein paar Tränchen fließen lassen. Eine ganze Zeit lang wollte ich ihn einfach in den Arm nehmen und für ihn da sein, weil die Situation so beschissen war.
Seinen besten Freund konnte ich wohl am wenigsten nachvollziehen. Ich versteh nicht wieso man seinen besten Freund anlügt und so hintergeht, ein richtiges no go.
Ich fand es schön, dass neben diesem Liebesdrama auch noch andere Geschichten drum herum gespielt haben. Ob es jetzt um diesen Ausflug von Timo und seinem besten Freund ging oder um Lennart des seinen Vater nicht kennt und von Berlin Abstand nimmt in dem er eine Zeit bei dem neuen Freund seiner Mutter und dessen Familie verbringt. Gerade diese Zeit Ort hat mir richtig gut gefallen, ich hatte richtig das Gefühl das Lennart dort gewachsen ist.
Fazit:
Dieses Buch ist einfach großartig. Ich hab es so gerne gelesen, obwohl es dieses Thema beinhaltet, dass ich nicht so gern mag.
Ich hab die Gefühle spürbar erlebt und konnte voll und ganz in allem versinken. Ich freu mich schon wahnsinnig mehr von der Autorin zu lesen und gebe dem Buch 5 von 5 Sternen. Es wird in Zukunft definitiv nochmal gelesen und lege es euch wärmstens ans Herz.
Bewertung
aus Bensheim
4/5
31.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Tolle Atmosphäre, interessante Charaktere & schöne Sommergeschichte
Die Geschichte beginnt damit, dass der 18-jährige Timo nach Berlin kommt - zu seinem Freund Lennart, der ihn mit zu sich nach Hause nimmt und in seinem Zimmer einquartiert. Mit Lennart entdeckt Timo Berlin, das Leben in einer Großstadt, in der queere Menschen keine Ausnahme sind. Und er lernt Christoph, Lennarts besten Freund kennen, den er eigentlich ziemlich unsympathisch findet… Und dann ist da noch Sebastian, Timos bester Freund, den dieser zuhause in Kaltenbüttel zurück gelassen hat, obwohl er ihm eigentlich in seiner schwierigsten Zeit beistehen wollte.
Was ich an diesem Buch geliebt habe, ist Berlin. Timos und Lennarts Leben, wie sie nachts feiern gehen, tagsüber die Stadt und ihre besonderen Ecken erkunden oder am See chillen. Wie die beiden nicht gerade in Geld schwimmen und das okay ist. Wie die Stadt beschrieben wird, das Leben dort, die queere Szene. Es ist echt und ungeschönt und realistisch (soweit ich als Dorfmädchen das beurteilen kann) und doch so, dass ich jetzt am liebsten in den Zug in Richtung Berlin fahren würde.
Das alles ist natürlich auch dem schönen Schreibstil der Autorin zu verdanken, der sich sehr angenehm lesen lassen hat.
Eine Person, die auch Timo, in diesem Buch aber vor allem Lennart, beschäftigt, ist sein Vater. Er weiß nicht, wer er ist, hat ihn nie kennengelernt und seine Mutter, die jung schwanger wurde, spricht nicht über ihn. Bis an einem Tag ein Foto von ihm auf dem Küchentisch liegt. Ich hätte mir tatsächlich gewünscht, dass das Thema noch ein bisschen intensiver behandelt wird, auch wenn mir die schlussendliche Situation diesbezüglich gefallen hat.
Timo hingegen hat ein ganz anderes Problem. Obwohl er Lennart über alles liebt und sich vorstellen kann, mit ihm alt zu werden, gibt es da noch jemand anderen, der sein Herz etwas schneller schlagen lässt.
Kurz möchte ich noch über die Charaktere in dem Buch sprechen, die ich allesamt eigentlich sehr gut gelungen fand - auch wenn es mir irgendwann etwas zu viele waren. Das war wohl der einzige Nachtteil daran, dass ich den ersten Band nicht gelesen habe - mit einzelnen Namen konnte ich nicht wirklich was anfangen, und obwohl in der Regel kurz erläutert wurde, um wen es sich handelt, hatte ich dann Schwierigkeiten, das im Kopf zu behalten. Ähnlich war es auch bei den Charakteren, die man als Leser, wie Timo, erst in diesem Buch kennenlernt. Übermäßig viele waren es eigentlich nicht, aber dachte ich mir vereinzelt mal: „wer war das jetzt nochmal?“. Und „wer hatte hier jetzt was mit wem?“. Vielleicht lag es daran, dass man über manche Nebencharaktere recht wenig wusste.
Ich finde Timos und Lennarts Form der Beziehung übrigens auch toll und wie damit umgegangen wird. An einer Stelle (und wer das Buch gelesen hat, wird wahrscheinlich wissen, was ich meine) konnte ich außerdem eine Reaktion von Lennart nicht wirklich nachvollziehen und war tatsächlich etwas verwirrt - hierauf möchte ich aufgrund von Spoilergefahr aber nicht näher eingehen. Und auch in einer anderen Situation (die gar nichts damit zu tun hat und eigentlich keine Rolle für die Geschichte spielt) fand ich Lennarts Verhalten etwas fragwürdig… sonst ist er aber ein sehr sympathischer Charakter.
Die Entwicklung der Geschichte hat mir alles in allem wirklich gut gefallen und obwohl sie an der ein oder anderen Stelle etwas vorhersehbar war, habe ich mit dem Ende in der Form nicht gerechnet - wurde aber auf jeden Fall positiv überrascht und bin mit dem Ausgang sehr zufrieden.
Ich kann das Buch wirklich nur weiterempfehlen - an alle, die gerne queere Geschichten lesen und in den Berliner Sommer eintauchen möchten. Ihr müsst , wie gesagt, nicht zwingend den ersten Band lesen, um in „Die Nacht ist für uns“ Timo, Lennart und co begleiten zu können.
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