Abenteuerurlaub mit Familie: Mit dem Bulli ein Jahr durch Europa
Wer träumt nicht manchmal davon, sich eine Auszeit zu nehmen, den Alltag hinter sich zu lassen und einfach mal ins Blaue hinein zu fahren? Monika Rech-Heider hat sich diesen Wunsch gemeinsam mit ihrer Familie erfüllt. In ihrem Reisebericht schildert sie alle Höhen und Tiefen auf ihrem Weg - von der ersten Idee bis zum Wieder-Ankommen in Köln und der Rückkehr ins alte Leben.
- Vom Traum bis zur Entscheidung: anderthalb Jahre Vorbereitung aufs Auszeit nehmen
- VW Bulli statt Wohnmobil: Warum die Reduzierung aufs Wesentliche und die Reise mit dem T3 letzten Endes das schönere Abenteuer war
- Kurzweilige Landeskunde: mit drei Schulkindern Europa kennenlernen
- Eine Familienreise, auf der alle ganz anders zueinander finden, als sie das zuhause getan hätten
- erfrischend und ergreifend erzählte Auszeit mit Folgen: Für mehr Selbstbestimmung und ein bewussteres Leben
»Wir wollten den Kindern zeigen, dass das Leben gut ist. Dass Europa gut ist. Dass wir hier zu Hause sind, und dass uns nichts passiert. Und der Plan ist aufgegangen.« Familie Rech-Heider ist während ihrer Europa-Tour an den Herausforderungen gewachsen, hat neue Freundschaften geschlossen und andere Perspektiven entdeckt. In ihrem außergewöhnlichen Erlebnisbericht »Auf nach Neuland« nimmt die Autorin ihre Leser mit auf die Reise.
Raus aus dem Chaos, rein in ein neues, unbeschwerteres, freieres Leben - so fühlt es sich an mit Mann, drei Kindern und Hund ein Jahr als Aussteiger durch Europa zu tingeln!
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Europa als Einheit und Heimat erleben - ein schöner Grund für eine Abenteuerreise
annlu am 13.04.2020
Bewertungsnummer: 1315344
Bewertet: eBook (ePUB 3)
Irgendwann ist der Moment einfach da – der Moment in dem ihr klar wird, dass die Zeit zwischen Beruf-Schule-Alltag nicht reicht für das Familienleben das sich Monika Rech-Heider wünscht. Der erste Wunsch reift heran, wird konkret und zu einem Plan: Die Familie mit drei Kindern und Hund nimmt sich eine Auszeit um ein Jahr lang durch Europa zu reisen.
Den Wunsch für eine Auszeit kennen wohl viele, auch die Gründe, die dagegen sprechen. So beginnt auch das Buch mit der Zeit vor der Reise. Zweifel, bürokratische Hürden (besonders was die Schulpflicht der Kinder angeht) aber auch Rückschläge stehen der Entschlossenheit, es einfach durchzuziehen gegenüber.
Die Reise selbst wird von ihren zwei Enden her erzählt. So wechseln sich die ersten Tage mit den letzten und dem damit verbundenen Rückblick ab. Schnell schon wird klar, dass alle Pläne schön und gut sind, dass die Realität aber nicht immer mit ihnen zu tun hat. So ist der Bericht auch von Rückschlägen und Enttäuschungen geprägt, zeigt, dass manchmal die eigenen Erwartungen zurückgesteckt werden müssen, um das Hier und Jetzt zu genießen. Obwohl einige der Reiseziele beschrieben werden, sind es mehr noch einzelne Momente, die stellvertretend für das Jahr stehen, Begegnungen mit Menschen, die prägend wirken aber auch Erkenntnisse über sich selbst, die die Autorin beschäftigen.
Auslöser der Reise ist nicht nur ein zeitlich begrenzter Ausbruch aus dem Berufsalltag, sondern auch der Wunsch, den Kindern Europa näher zu bringen – besonders auch auf Grund der Flüchtlingswellen, die den Zusammenhalt Europas vor der Reise auf die Probe stellen. Passend zu diesem Ziel wird das Buch durchzogen von historischen Ausflügen (zur innerdeutschen Grenze, zu einem NS-Arbeitslager), Überlegungen zu Grenzübergängen aber auch zu Politik und Gesellschaft der besuchten Länder. Mit dem Gedanken die großen gesellschaftlichen Probleme aber auch die Grundhaltung für ein freies, offenes Europa kindgerecht an den Nachwuchs weiterzugeben wird die Reise nicht nur zu einem Abenteuer, sondern führt auch zu nachdenklichen Momenten.
Und doch merkt der Leser wie die großen gesellschaftlichen Probleme im Laufe der Reise in den Hintergrund rücken, wie sich der Fokus auf Familienmomente verlagert und wieviel Bedeutung die Begegnung mit neuen Freunden und deren Ansichten gewinnt.
Fazit: Ein Jahr durch Europa ziehen – was wie ein Abenteuer wirkt, wird hier mit Blick auf die innere Veränderung, auf die Begegnungen mit anderen und neue Einstellungen erzählt.
Sehr lesenswert!
Bewertung aus Arnstorf am 15.06.2020
Bewertungsnummer: 1341005
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
"Auf nach Neuland" von Monika Rech-Heider ist ein Buch, das mich begeistern konnte. Es ist nicht nur ein Reisebericht, es gibt auch sehr private Einblicke in das Leben und die Gefühle der Familie vor, während und nach der Reise. Ich persönlich konnte für mich viel daraus mitnehmen. Mir hat es einen ganz neuen Blickwinkel auf das Thema Lernverhalten gegeben und wenn meine Tochter dieses Jahr in die Schule kommt hoffe ich, die Erkenntnisse daraus zu beherzigen. Außerdem hat die Familie eine Form des Reisens gewählt, die ich nicht erwartet hatte - ein Reisen ohne konkreten Plan und sich einfach führen zu lassen, was mir sehr imponiert hat und ich gerne für mich selbst in Zukunft auch mehr umsetzen möchte. Auch wenn ich das Leben am Limit nicht kenne und keine einjährige Auszeit plane, hat das Buch für mich einen hohen Wert!
Es behandelt im Grunde zwei Themen. Zum einen die Familie selbst - drei Kinder, beide Elternteile voll berufstätig - hetzt sie durchs Leben und an vielen wichtigen Dingen einfach vorbei, statt dabei zu sein. Ihre Situation wird sehr eindringlich beschrieben, auch ihre Sorgen, welchen Eindruck ihre Kinder von den ständigen schlechten Nachrichten aus der Welt bekommen und sie ihnen ein Europa zeigen möchten, auf das sie vertrauen können, ja, Vertrauen und wichtige Grundsteine mit auf den Weg geben möchten. Sehr interessant fand ich die Informationen zur Reiseplanung. Insbesondere die Schulpflicht hat mich sehr interessiert und schließlich die gewonnenen Erkenntnisse, wie das Lernverhalten in anderen Ländern und von anderen Familien aufgefasst wird, wo sich die Kinder nach ihren Interessen frei und ohne Druck entfalten können. Erstaunlich, dass das Jahr ohne richtigen Schulunterricht scheinbar keine Lücken hinterlassen hat, weil sie das Leben und Reisen so viel gelehrt hat, ebenso wie die Wandlung der Familie und dass sie es tatsächlich geschafft haben, ihr langsameres Tempo und alles positive aus der Reise mit in den Alltag zu nehmen. Es gab viele Rückschläge, so hat die tatsächliche Reise später begonnen als gedacht und musste mit zweimaliger Rückkehr an den Wohnort unterbrochen werden, allen voran wegen der Entscheidung für das nur vermeintlich richtige Fahrzeug, was zu viel Frust, zumindest bei den Eltern, geführt hat. Aber ab dem Zeitpunkt, ab dem sie loslassen konnten, kehrten immer wieder positive Wendungen ein und am Ende das Wissen, dass es gut war, so wie es war.
Zum Anderen geht es um die Reise an sich, die wie schon beschrieben nur vage geplant war und wo sich die Familie ganz auf ihr Gefühl verließ, welche Straße sie nahmen, wo sie stehen blieben und was sie taten. Es ging auch nicht wie gedacht darum, möglichst viele Orte zu bereisen, sondern sie verweilten mehrere Wochen an Orten, an denen sie sich sehr wohl gefühlt haben, der Orte und der Menschen wegen, die sie dort kennen gelernt haben und tiefe Freundschaften entstanden sind. Ich fand ihre Erzählungen dazu und ihre Offenheit sehr beeindruckend und vor allem viele Sätze waren so aussagekräftig, dass nicht viel Text nötig war, um wunderschöne Szenen, Orte, Gefühle und Begegnungen im geistigen Auge hervor zu rufen. Ein paar Fotos im Mittelteil sind eine sehr schöne Ergänzung.
Der Schreibstil war für mich zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, vielleicht auch, weil ich mich in die Situation der Familie nicht so ganz hinein versetzen konnte. Warum man drei Kinder hat, wenn man sich dann kaum Zeit für sie nimmt, der Beruf so wichtig ist obwohl es offensichtlich keine Geldsorgen gab und der im Miteigentum befindliche im Westerwald nicht zuvor schon genutzt wurde, um auch mal abschalten zu können? Aber dies will ich in meine Bewertung nicht negativ einfließen lassen. Zudem sind durchwegs Zeitsprünge enthalten, die manchmal etwas verwirren. So wird ein Großteil der Reise aus der Sicht während der Heimreise erzählt und den Erinnerungen an verschiedene Orte, die währenddessen hoch kommen. Außerdem sind Briefe enthalten, die man so nicht verschicken würde, die die Erlebnisse aber auf eine ganz besondere Weise wiedergeben. Alles in allem macht dieser Stil das Buch zu etwas ganz besonderem und ich habe es innerhalb zwei Tagen gelesen, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Ich kann dieses Buch somit jedem sehr empfehlen, der über eine Entschleunigung seines Lebens nachdenkt, eine ganz wunderbare Art zu reisen nahe gelegt bekommen möchte und Denkanstöße zum Thema Schulpflicht und Lernverhalten erhalten möchte. Familie Rech-Heider macht es mit diesem Buch vor, wie es klappt, in jeder Hinsicht zu einem entspannteren Leben umzuschwenken und ich vergebe dafür sehr gerne fünf glänzende Sterne!
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