Blumfeld erzählt von einem älteren Junggesellen, der auf Grund seines Alters und der ihm schon vertrauten Gedanken, immer eigenbrödlerischer zu werden scheint. So fühlt er sich im rituellen Ablauf seines Abends von einem Paar Tischtennisbälle verfolgt.Kafka lässt offen, ob diese Verfolgung real ist oder ob diese nur in seiner Phantasie passiert. Diese "Verfolgungsszene" wird als literarische Reflexion auf das damals neue Medium "Film" verstanden. Die zu Beginn der Erzählungen geschaffenen, privaten Metaphern zu Blumfelds Lebens, setzen sich im beruflichen Umfeld fort. (Literarische Grundlage der Hörbuchfassung: Die Erzählungen 1966).
Kundinnen und Kunden meinen
3.7/5.0
Bewertung
aus Bamberg
5/5
27.10.2025
Buch (Gebundene Ausgabe)
»Der Grundsatz, nach dem ich entscheide, ist: Die Schuld ist immer zweifellos.«
»Der Grundsatz, nach dem ich entscheide, ist: Die Schuld ist immer zweifellos.«
Wenn man Kafka liest, begibt man sich immer in eine andere Welt. Eine Welt, in der nichts sicher scheint und niemanden zu trauen ist, denn auch auf die eigene Wahrnehmung sei kein Verlass!
So auch in diesem ersten Band, der von Kafka-Biograf und Experte Reiner Stach kommentierten Ausgabe, der Erzählungen.
Die Erzählungen, beginnend mit seiner ersten Buchpublikation „Betrachtung“, sind geprägt von kranken, vom Schicksal geplagten, einsamen, aber auch wissbegierigen Figuren an teils abgelegenen Orten. Einige davon werden von der patriarchalen Macht von Kafkas Vater überschattet, die er literarisch verarbeitete und dadurch Einblicke in seine Familie gab.
Auch wenn ich erst vor etwa drei Jahren alle Erzählungen Kafkas gelesen habe, kam es mir bei fast allen – mit Ausnahme „Der Verwandlung“ und „In der Strafkolonie“ – so vor, als läse ich sie zum ersten Mal. Bei den kurzen Texten ist das nicht wirklich verwunderlich, da deren Inhalt oftmals nicht so bedeutungsvoll ist und die mich persönlich auch nicht so begeistern können. Bei den längeren hat es mich jedoch mehr verwundert.
Mein Highlight dieses Bands bleibt ganz klar „Die Verwandlung“, welche einfach zu dem Besten gehört, was Kafka geschrieben hat und ein unbedingtes Must-Read für alle ist, die sie bisher noch nicht gelesen haben. Aber auch die Erzählungen „Das Urteil“, „Erinnerungen an die Kaldabahn“ und besonders „Blumfeld, ein älterer Junggeselle“ haben mir gut gefallen und konnten mich überzeugen.
Ohne Zweifel muss man Kafkas Texte mehrmals gelesen haben, um sie ansatzweise zu verstehen.
Deshalb empfand ich, wie schon beim ersten Band dieser kommentierten Ausgabe zu dem Roman „Der Process“, die Kommentare von Reiner Stach hilfreich, um den thematischen und biografischen Kontext der Erzählungen zu erfassen.
Bewertung
aus Wien
5/5
28.10.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
Menschliches Tier
Faszinierend was dem österreichischen Schriftsteller alles einfällt! Ich persönlich habe die Verwandlung gerne gelesen und war am Ende von der Handlung sehr erstaunt. Da Kafka ein ziemlich guter Schriftsteller war, kann man sich ja auch nichts anderes erwarten. An diesem Werk stört mich nur eine einzige Sache und zwar es ist traurig zu lesen, dass Kinder zur damaligen Zeit als Versorger der Familie gesehen wurden und so bald sie arbeitsunfähig wurden, auch schnell ihren Wert verloren sowie Gregor, der selbst im Buch halb zu einem Tier wurde. Ansonsten ist die Verwandlung vollkommen empfehlenswert!
Lena Bachl
5/5
27.01.2017
Buch (Gebundene Ausgabe)
"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte,...
... fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt."
Nach Langem habe ich auch endlich Die Verwandlung von Kafka gelesen. Das Buch ist inzwischen immerhin ein Klassiker und ich hatte die Kurzgeschichte innerhalb von zwei Stunden gelesen.
Ich muss zugeben, es war bizarr. Die Geschichte ist mehr als merkwürdig, was sie allerdings auch so interessant macht. Ich ärgere mich jedoch ein klein wenig darüber, dass der Leser keineswegs eine Erklärung dafür bekommt, weshalb Gregor eines Tages als riesiges Insekt erwacht.
Mich fasziniert, dass Kafkas Erzählung wirklich schon vor über einem Jahrhundert verfasst wurde.
AnnaLovesBooks23
3/5
18.05.2026
Buch (Gebundene Ausgabe)
Düster, bedrückend und voller starker Gedanken. Emotional blieb für mich aber etwas Abstand.
Die Verwandlung war für mich der zweite Klassiker nach Weiße Nächte und ich habe total gemerkt, wie unterschiedlich Klassiker sein können. Während mich Dostojewski emotional komplett abgeholt hat, blieb Kafka für mich deutlich distanzierter.
Die Geschichte fand ich trotzdem richtig interessant. Das Aufwachen als Käfer wirkt erstmal absurd, aber eigentlich steckt da so viel mehr dahinter. Für mich stand Gregor nie einfach nur für ein Ungeziefer, sondern eher für Krankheit, Depression und dieses Gefühl, plötzlich nicht mehr in die Welt zu passen oder nicht mehr funktionieren zu können.
Vor allem die Familie fand ich dabei spannend zu beobachten. Solange Gregor arbeitet und Geld verdient, hat er seinen Platz. Sobald er krank wird und zur Belastung wird, verändert sich langsam alles. Und ehrlich gesagt fühlt sich genau das bis heute noch ziemlich aktuell an.
Das ganze Buch wirkt unglaublich schwer und bedrückend. Man merkt diese Hoffnungslosigkeit wirklich auf jeder Seite. Ich glaube auch, dass diese emotionale Distanz im Schreibstil komplett gewollt ist. Kafka schreibt sehr nüchtern und beobachtend und genau dadurch fühlt sich alles irgendwie kalt an.
Ich habe beim Lesen schon verstanden, warum das Buch so ein bedeutender Klassiker ist. Der Schreibstil ist gut und zwischen den Zeilen steckt extrem viel. Gerade die Themen Isolation, gesellschaftlicher Druck und der Umgang mit kranken Menschen waren richtig stark.
Mich persönlich hat das Buch emotional aber einfach nicht komplett erreicht. Ich fand die Gedanken hinter der Geschichte teilweise stärker als die Geschichte selbst. Trotzdem bin ich froh, es gelesen zu haben, weil ich glaube, dass genau solche Bücher einen noch lange beschäftigen.
Bewertung
3/5
16.01.2025
eBook (ePUB)
die verwandlung
Eines Morgens erwacht Gregor Samsa und ist in einen riesigen Käfer verwandelt. Das revoltierende Unbehagen in ihm - gegen seinen Beruf, seine Familie - hat sich eine äußere Gestalt geschaffen. Die Eltern und die Schwester ekeln sich nun vor Gregor. Dabei sind sie an seiner Metamorphose nicht unschuldig. (Klappentext) Definitiv mein Lieblings-Kafka-Werk bis jetzt. War sehr leicht zu lesen und verstehen, trotz der Super langen Sätze. Ich fand, dass die Geschichte eigentlich auch sehr traurig war. Man hat klar mitbekommen, wie Gregors Familie ihn immer mehr und mehr „ausgeschlossen“ hat und wie seine Depression immer mehr wuchs.
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