„Kein Freund außer den Bergen: Nachrichten aus dem Niemandsland“ von Behrouz Boochani – ein Buch, das den Leser bis ins Mark trifft. Zumindest war das bei mir der Fall.
Zum Inhalt: Der kurdisch-iranische Journalist Behrouz Boochani wurde Anfang 2013 auf der berüchtigten Abschiebeinsel Manus Island in einem von Australien betriebenen Auffanglager als staatenloser Flüchtling interniert. Bald wurde er als Sprecher der unter unfassbaren Zuständen festgehaltenen »Boatpeople« erneut zur Zielscheibe von Repression und Erniedrigung. Die bewegende Geschichte seiner Flucht und seiner über sechs Jahre andauernden Inhaftierung hat er über Monate hinweg als Kurznachrichtengewitter an seinen Übersetzer geschrieben. Satz für Satz. Auf einem Handy.
Kann man bei so einem Buch über seine Meinung sprechen?! Schwierig, denn thematisch ist es einfach unglaublich wichtig, sich mit solch einem Erfahrungsbericht, ja Lebensbericht auseinander zu setzen, wie ich finde und so kann und sollte man an dieses unfassbare Schicksal gedenken!
Ein Buch, das ich so schnell nicht vergessen werde und ich kann wahrlich nur meinen Hut ziehen, dass dieser Mann trotz allem nicht aufgegeben hat.
Bewertung
aus Adliswil
5/5
03.03.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Hervorragendes Geschichtenerzählen
Hervorragendes Geschichtenerzählen, ohne auf Menschen und Atmosphäre zu verzichten. Boochani gibt dem Leser direkten Zugang zu den Einzelheiten der Inhaftierung. Wer Steuern zahlt, sollte lesen, wie unsere Regierung uns mitschuldig gemacht hat.
debbie
5/5
21.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
wieviel kann ein menschenleben ertragen
diese rezension wird etwas anders als meine rezensionen bisher...denn dieses buch ist außergewöhnlich...ich kann noch nicht mal genau in worte fassen wie sehr mich dieses werk mitgenommen hat...ich saß mit tränen in den augen da und konnte nicht glauben, was der kurdisch-iranische journalist behrouz boochani hier schildert...es ist eine geschichte über hoffnung und trauer, über mut und verlust sowie über die abgründe der menschlichen seele...
man sieht im fernseh die menschen auf booten in eine unsichere zukunft aufziehen und fragt sich immer wieder warum tut man das...ich denke, dass wir alle uns kaum vorstellen können, was es heißt fliehen zu müssen...keinen anderen ausweg zu sehen als diese reise auf sich zunehmen...
anfang 2013 begibt sich der journalist auf diese reise und strandet in einem auffanglager in australien...auf einer abschiebeinsel...als staatenloser flüchtling...und dort lebt er....führ 6 jahre...in diesem buch erzählt er seine geschichte...geschrieben auf einem telefon, als sms, an einen bekannten...selbst jetzt bekomme ich noch gänsehaut...es ist unglaublich, was ein mensch erleben kann...und auch überleben kann...
auch während dieses buch erschien, verbringt boochani sein leben weiterhin auf dieser insel...er hatte das glück menschen kennenzulernen, die ihm helfen seine stimme laut heraus zu schreien...menschen, die ihm helfen all das aufzuzeigen, was falsch läuft...
mir ist bewusst, dass dieses buch schwere kost enthält...nicht jeder wird mit diesem buch warm werden...wenn ihr euch allerdings auf diese reise einlasst, werdet ihr es nicht bereuen...
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