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Loyalitäten »Wie ein elektrischer Schlag« Niklas Bender, F.A.Z. — Roman

59

10,00 €

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.03.2020

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

174

Maße (L/B/H)

12,4/18,9/1,6 cm

Gewicht

201 g

Farbe

Weiß / Orangerot

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

›Les loyautés‹

Übersetzt von

Doris Heinemann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-6503-1

Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.03.2020

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

174

Maße (L/B/H)

12,4/18,9/1,6 cm

Gewicht

201 g

Farbe

Weiß / Orangerot

Auflage

2. Auflage

Originaltitel

›Les loyautés‹

Übersetzt von

Doris Heinemann

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-6503-1

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH
Amsterdamer Strasse 192
50735 Köln
DE

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  • fromme Helene

    5/5

    09.12.2021

    Buch (Taschenbuch)

    Unausgesprochenes bindet

    Théos Geschichte ist aufwühlend, erschreckend und gleichzeitig so menschlich. Ich fliege nur so durch die Seiten, hoffe inständig, irgendjemand möge doch einschreiten. Irgendjemand möge sich gegen all seine Konventionen und Bedenken, dieses Kindes annehmen... Delphine de Vigan zeigt Théos Leben mit schonungslosem Blick und weckt gleichzeitig Verständnis für all die Verfehlungen der Erwachsenen. Jeder ist gebunden in seinem System, gehorcht den unausgesprochenen Regel, muss Zugeständnis machen, damit das Leben weiter funktioniert. Ich werde Zeuge, wie Théo sich immer mehr Aufgaben auflädt, um all die Erwartungen zu erfüllen - um ein guter Sohn zu sein, ein guter Schüler, ein guter Freund – alles, um geliebt zu werden. Alles, um die Eltern vor sich selbst zu schützen. Er stellt sie lange Zeit zufrieden, die Menschen um ihn herum, hat Antworten auf ihre Fragen, kann ihr Misstrauen zerstreuen ... solange bis seine Kraft am Ende ist. Nach der Lektüre bleibe ich sehr nachdenklich zurück. Was bürden wir unseren Kindern auf? Wie verstricken wir sie in unsere Probleme und Ängste? Welchen großen Einfluss hat all das Unausgesprochene? Wie schaffen wir es, die Kinder zu schützen, wenn das Leben all unsere Energie bindet? Das Buch mutet fast wie eine Sozialstudie an, zeigt die Fehler der Systeme auf, aber verurteilt nicht. Wieder sind es die unhörbaren Hilferufe eines Kindes, die verkannt werden und selbst die, die hellhörig werden, sind dem System verpflichtet und müssen sich gut überlegen, ob sie gegen die Vorschriften verstoßen. Die Geschichte zeigt, dass Eltern, Lehrer, Erwachsene... Menschen sind und dass Menschlichkeit fehlbar ist. Doch es rüttelt wach. Fordert auf, auf seinen Instinkt zu hören und nicht den einfache Ausreden zu glauben, wo es Auffälligkeiten gibt. Unsere Kinder dürfen wir nicht unseren Loyalitäten und unserer Bequemlichkeiten opfern. Danke, Delphine de Vigan, fürs Wachrütteln. Fazit: Must-Read! Ein Buch, das an die Substanz geht und gleichzeitig aufrüttelt: Wir tragen die Verantwortung für unser Leben und unsere Kinder - Lasst unsere Kinder, sich nicht zuständig für unsere Aufgaben fühlen.

  • Lesendes Federvieh

    aus München

    5/5

    26.03.2020

    Buch (Taschenbuch)

    Lieblingsbuchpotenzial

    Théo versucht alles richtig zu machen. Seine getrennt lebenden Eltern nicht zu enttäuschen und ein guter Schüler zu sein. Doch dieser Spagat überfordert den erst 12-jährigen Jungen zunehmend. Außer seiner Klassenlehrerin und der Mutter seines besten Freundes fällt niemandem etwas auf. Théo steuert mit Vollgas auf den Abgrund zu... "Loyalitäten" ist eines jener großartigen Bücher, die man nicht so schnell vergisst. Delphine de Vigan ist mit diesem kleinen, feinen Buch ein Gesellschaftsportrait gelungen, das seinesgleichen sucht. Präzise und schonungslos offen beschäftigt sie sich mit dem Thema Loyalität in seinen verschiedenen Ausprägungen. Sie schreibt über menschliche Abgründe, innere Zerrissenheit und über emotionales Alleingelassensein. Dabei nimmt sie den Leser mit in Théos verkorkste Welt und somit hat das Geschehen ein Gesicht, nämlich das eines liebenswerten 12-jährigen Jungens, der versucht alles zusammenzuhalten. Es war für mich fesselnd und aufwühlend zugleich, Théo auf seinem Weg zu begleiten. Seite um Seite war ich von diesem intensiven, kraftvollen Buch mehr und mehr fasziniert - und erschüttert. Delphine de Vigan schafft es mühelos den Leser durch ihre klare, ruhige Sprache zum Nachdenken anzuregen. Es reicht doch oft schon ein genauerer Blick und ein Quäntchen Mut, um einem Menschen zu helfen. Für mich gehört dieses Buch auf jeden Fall zu meinen Highlights 2020. Fazit: Lieblingsbuchpotenzial

  • Bewertung

    5/5

    18.05.2023

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Ein Gefühl und ein Werk bis an die Substanz

    Alkohol ist eine Droge, doch sie unterscheidet sich von den anderen Substanzen, sie ist nicht nur legal, sie ist nicht nur gesellschaftlich akzeptiert, sie wird kaum hinterfragt. In Delphine de Vigans Roman „Loyalitäten“ geht es im Grunde genommen um vier Figuren aus deren Sicht die einzelnen Kapitel geschildert werden. Den 12jährigen Theo, der bereits als Alkoholiker zu charakterisieren ist und dessen einziges Ziel darin besteht „eines Tages das Bewusstsein zu verlieren“, sein bester Freund Mathis, der zu Anfang mit ihm trinkt, doch nach Theos erstem Absturz Zweifel hegt, Cecile, Mathis Mutter, die als erste Figur wahrnimmt, dass Mathis trinkt, aber mit weiteren familiären Problemen konfrontiert wird und Helene, die engagierte Lehrerin von Theo, die versucht Theos Problemen auf den Grund zu gehen, dabei jedoch kläglich scheitert. „Loyalitäten“ ist ein schockierend realistisches Werk, das einen zu Herzen rührt und zeigt, dass Loyalität auch manchmal zu weit gehen kann.

  • Kaffeeelse

    5/5

    20.05.2022

    Buch (Gebundene Ausgabe)

    Freund

    Und wieder gelingt Delphine de Vigan ein absolut berührendes, ein richtig intensives und ein psychologisch dichtes Buch! Ein trauriges und erschütterndes Buch! Denn Delphine de Vigan gelingt es wie kaum einer anderen Autorin in ihren wunderbaren Büchern Menschen so authentisch, so lebendig und auch so intensiv zu zeichnen. Und auch ihr besonderes Augenmerk auf menschliche Dramen und ihre sehr eindringliche Zeichnung von menschlichen Höllen ist einzigartig. Delphine de Vigan ist eine Autorin, die sich in mein Herz schreibt, deren Bücher die wichtigsten Plätze in meinen heiligen Bücherhallen erhalten und Delphine de Vigan ist eine Lieblingsautorin geworden. Schon mit "Das Lächeln meiner Mutter" hat sich die französische Autorin in mein Herz geschrieben und auch die weiteren Romane von ihr treffen mich tief. 5 Bücher kenne ich bisher von ihr und alle 5 Bücher sind 5-Sterne-Bücher für mich. Was eine deutliche Ansage ist! Hier in diesem Buch widmet sich Delphine de Vigan dem 12-jährigen Théo, einem Scheidungskind. Durch die Trennung der Eltern und dem folgenden Verhalten der beiden Elternteile, dem kalten und herzlosen Verhalten der traumatisierten und verletzten Mutter und dem Verfall des Vaters ist das dazwischenstehende Kind ebenso schwer traumatisiert. Das Kind sieht in seinem hoffnungslosen Leben keinen Anker, keine Liebe und möchte am liebsten verschwinden, nichts mehr spüren, sucht Hilfe beim Tröster Alkohol. Nach außen versucht der Junge den Schein zu wahren und das gelingt ihm gut. Nur sein Freund Mathis weiß von dem Alkohol und bemerkt teilweise den familiären Hintergrund. Nur ist Mathis ein Kind und schlägt auch aus einer Kameradschaft zu Théo keinen Alarm, ist loyal. Wie auch Théo loyal zu seinem Vater und seiner Mutter ist. Eine zerstörerische Loyalität! Nur die Lehrerin Hélène schöpft Verdacht, irgendetwas stimmt in ihren Augen hier nicht, sie fühlt sich an eigenen Traumata erinnert und sie ruht trotz Misserfolgen nicht, sie versucht zu helfen. In diesem doch recht kurzen Buch eröffnet sich der Leserschaft ein immenses Grauen, von dem man hofft, dass es unreal ist! Aber wer mit offenen Augen durch seine Umgebung geht, wird bemerken, dass es überall unglückliche Familienkonstellationen gibt und oft zufriedenstellende Hilfestellungen aus den verschiedensten Gründen fehlen. Ein Buch mit einer schwerwiegenden Gesellschaftskritik! Ob dieses Buch etwas ändert? Wer weiß!

  • Bewertung

    aus Laupheim

    5/5

    12.02.2022

    eBook (ePUB)

    Wahnsinnig intensiv

    „Loyalitäten Das sind die unsichtbaren Verbindungen, die uns mit den anderen - den Toten wie den Lebenden - verbinden, leise gemachte Versprechen, deren Auswirkungen wir nicht kennen, still gehaltene Treue….“ Wow! Hier ist es, meine Lesehighlight 2022! Dieses dünne Büchlein, nur 174 Seiten dick, hat es in sich. Erzählt uns eine Geschichte in der es um falsch und richtig geleitete Loyalität geht. Eine Geschichte über einen sozial vernachlässigten Jungen Théo, der seiner Welt und den Problemen in ihr, durch Alkohol entfliehen will. Denn müsste er der Außenwelt mitteilen, dass sein Vater schon lange in einer tiefen Depression steckt und sich deshalb gar nicht um Théo kümmern kann, der alle zwei Wochen für eine Woche bei ihm lebt? Hier erfahren wir die falsche Loyalität eines Sohnes zu seinem Vater. Doch in diesem Buch, das aus verschiedenen Perspektiven geschrieben ist, lernen wir auch Théos Freund Matthis, seine Lehrerin und Matthis Mutter kennen. Einzig Hélène, Théos Lehrerin, geprägt durch ihre eigene Vergangenheit erkennt die Not ihres Schülers und ist geprägt von einer Loyalität gegenüber ihn, weshalb sie sogar ihre Karriere aufs Spiel setzt! Ein großartiger Roman, stilistisch durch kurze Sätze fesselnd geschrieben, der uns aufzeigt, in welchen Spannungsfeldern sich Menschen bewegen, wodurch sie zu gewissen Dingen getrieben werden. Es gibt so viele Passagen, die dieses Buch lesenswert machen! Für mich persönlich ist die einzige Kritik, dass ich mit Théo und Matthis zwei Jahre älter gewünscht hätte, was für mich die Story noch realistischer gemacht hätte. Ganz große Leseempfehlung!

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