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Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus »Ise, ich brauche Sie!« Walter Gropius — Biografischer Roman

8

14,00 €

inkl. gesetzl. MwSt., Versandkostenfrei

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

29.04.2020

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

19/12,7/2,5 cm

Gewicht

341 g

Farbe

Elfenbein / Olive

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-6536-9

Beschreibung

Rezension

»Der perfekte Einstieg in das kommende Bauhaus-Jubiläumsjahr.«
Rosemarie Tuchelt, HR2 Kultur
»Es ist der Verdienst dieses schmalen, aber reichen Romans, Ise Frank aus dem Halbschatten in Gropius´ Rücken endlich ins Licht gerückt zu haben.«
Andreas Schäfer, DLF Kultur
»›Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus‹ eignet sich famos zur Einstimmung auf das Bauhaus-Jahr 2019.«
Nina May, RND
»Jana Revedin gelingt es mit ihrer bilderreichen, präzisen und einfühlsamen Sprache hervorragend, das Zeitkolorit der 20er-Jahre aufscheinen zu lassen.«
Joachim Dicks, NDR Kultur
»Die exemplarische Geschichte einer Frau, die bahnbrechende Entwicklungen vorantrieb, bislang aber viel zu wenig beachtet wurde.«
Renata Schmidtkunz, ORF 1
»[Jana Revedin] erzählt dramaturgisch geschickt und mit großer Leichtigkeit, dabei voller Tiefe. Ein Eindruck, der noch lange nachwirkt.«
Anja Dürrmeier, BAYERISCHER RUNDFUNK
»Literatur, die Weltgeschichte erzählt: Dieser Roman kann das.«
Jörg Braunsdorf, BERLINER KURIER
»Wunderbar, wie die [...] Autorin das literarische Fach beherrscht. Sie schenkt ihrem Publikum ein Buch, das an eine fast vergessene, bedeutende Frau erinnert.«
Harald Loch, NEUES DEUTSCHLAND
»Ein interessantes Buch über eine spannende Zeit, dicht und emotional.«
Ute Pfeiffer, DEUTSCHE WELLE Kultur
»Wer vor allem über Gropius' legendäre Ehefrau, die Schriftstellerin und Lektorin Ise Frank, mehr wissen möchte, liest ›Jeder hier nennt mich Frau Bauhaus‹.«
Ralf Schlüter, ART
»Was Revedins Buch […] wunderbar gelingt, ist, einen Hauch der Zeit durch die Geschichte wehen zu lassen.«
Petra Kohse, BERLINER ZEITUNG
»Das Buch […] vermittelt das emanzipierte, moderne Lebensgefühl seiner Zeit.«
Marco Müller, WDR 3 Kultur
»Ich hatte von Ise Frank noch nie gehört und habe nach der Lektüre das Gefühl, dass ich sie wirklich gut kennengelernt habe.«
Manuela Reichart, RBB KULTURRADIO
»Ich liebe dieses Buch. Das Bauhaus springt uns aus jeder Seite entgegen und damit nicht genug: Es aus den Augen einer Frau zu erleben, ist besonders bereichernd.«
Charles Landry, Architekturpublizist (›The Art of City Making‹, ›The Creative City‹)
»Rasende Reporterin und Genie der Vermarktung: Jana Revedin hat mit Ise Frank eine Hauptfigur des Bauhauses endlich ins verdiente Licht gerückt - und eine berückende literarische Figur geschaffen.«
Andreas Schäfer, DLF Kultur
»Wie über so viele Frauen berühmter Männer gibt es auch zu Ise Gropius weit mehr zu berichten, als es die Geschichtsschreibung lange wahrhaben wollte.«
Michael Kohler, KÖLNER STADT-ANZEIGER
»Jana Revedin gelingt es mit ihrer bilderreichen, präzisen und einfühlsamen Sprache hervorragend, das Zeitkolorit der 20er-Jahre aufscheinen zu lassen.«
Joachim Dicks, NDR Kultur
»Jana Revedin hat Fakten und Fiktion zu einem biografischen Roman über eine ungewöhnliche Frau erdichtet, der elegant in die Zeit und Denkweise der damaligen Akteure einführt.«
P. M. History
»Eine spannende Lebensgeschichte, romanhaft erzählt.«
Eva Reik, KÖLNER STADT-ANZEIGER
»Diesen Roman empfehle ich allen Lesern, die sich für Kunst, Architektur und Geschichte des 20. Jahrhunderts im Allgemeinen […] interessieren – vor allen Dingen aber ist dieses Buch die Biographie einer interessanten und starken Frau.«
Katja Fischer, SACHSEN FERNSEHEN
»Eine Geschichte über eine starke Frau, erzählt von einer ebensolchen.«
Simone Graff, Stuttgarter Buchwochen
»Jana Revedin kann – und das ist eine große Stärke dieses Buchs - in ihrem neuen Werk zwei Leidenschaften verbinden, jene für die Architektur und jene für das Schreiben.«
Dr. Heimo Strempfl, Robert Musil Literaturmuseum Klagenfurt
»Mit ihrem geradlinigen und grandiosen Sprachstil begeistert [Jana Revedin] nicht nur architektur- und kunstbegeisterte LeserInnen. Sie macht den Zeitgeist und Stolz dieser faszinierenden Epoche […] deutlich spürbar.«
Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

29.04.2020

Verlag

DuMont Buchverlag

Seitenzahl

304

Maße (L/B/H)

19/12,7/2,5 cm

Gewicht

341 g

Farbe

Elfenbein / Olive

Auflage

4. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-8321-6536-9

Herstelleradresse

DuMont Buchverlag GmbH
Amsterdamer Strasse 192
50735 Köln
DE

Email: herstellung@dumont.de

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Die Frau im Bauhaus

petraellen aus Neuss am 27.07.2021

Bewertungsnummer: 1540559

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Autor Jana Revedin Inhalt Ise Frank ist sechsundzwanzig Jahre alt, als sie am 28. Mai 1923 an der Technischen Hochschule Hannover zum ersten mal auf Walter Gropius trifft. Ihr Leben ändert sich. Sie stammt aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie und startete gerade eine Karriere als Buchhändlerin und Rezensentin in München. Sie heiraten und Ise Frank wird nicht nur seine Ehefrau, sondern auch Walter Gropius Sekretärin der berühmten Architektur- und Designschule. Beide begegnen sich auf Augenhöhe und so ist es nicht verwunderlich, dass Ise Frank als Journalistin und Autorin den Kurs des Bauhauses entscheidend mitbestimmen kann. Eckpunkte „Ise, ich brauche Sie“. (S.81) Walter Gropius fühlt sich zu Ise Frank hingezogen. Beide verstehen sich gut. Walter Gropius bezieht Ise Frank in all seine Überlegungen zum neuen Bauen ein. Er braucht sie, was er ihr ganz zu Anfang ihrer Beziehung sagt. Sie heiratet den deutlich älteren Gropius und dieser Satz von ihm wird zu einem Leitthema, das sich in ihrem Leben durchzieht. Sie ist fasziniert von dieser ihr unbekannten Welt, lässt sich auf die für sie unbekannte Materie ein und engagiert sich unermüdlich für das Bauhaus. Sie wird von den Künstlern besonders aufgrund ihrer Kreativität und präzisen wirtschaftlichen Ideen geschätzt. Ise ist eine couragierte und visionäre Frau und schafft es in der Welt der Männer ihr Netzwerk aufzubauen. Sie kennt Gussie Adenauer, deren Mann Konrad Oberbürgermeister von Köln ist. Beinahe wäre das Bauhaus dort hingezogen, wenn Kandnisky, Feininger und Gropius nicht Dessau bevorzugt hätten. Sie arbeitet selbst an Entwürfen. Bruno Taut setzt einen technisierten, ergonomischen Haushalt um mit elektrisch betriebenen Service-Maschinen: der Eier-, Kaffee- und Teekocher, der Tellerwärmer, der Heißluftspüler, der Toaster, der Tischgrill“ (S. 215) Der Nationalsozialismus wirft seine Schatten, das Bauhaus wird immer häufiger als „Judenbande“ denunziert. Erste Gedanken an Auswanderung tauchen auf. Dann geschieht es: Das Bauhaus wird aufgelöst, nachdem die NSDAP die absolute Mehrheit im Dessauer Stadtsenat erreicht hatte. Ise und Gropius setzen sich 1934 zuerst nach England, 1937 in die USA ab. Neben der Geschichte des Bauhauses, seinen Problemen, den Erfolgen und Misserfolgen, den Ideen, den Visionen steht auch die Beziehung zwischen Ise und Gropius im Focus. Die Beziehung war nicht einfach, aber der Umgang miteinander erfolgte immer mit gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe. So wie er „Gropius“ war, so war sie „Die Frau Bauhaus“. Die Rolle der Frauen wird in dem Roman angesprochen. Die meisten Studentinnen und weiblichen Lehrkräfte befanden sich in der Weberei, da dies scheinbar der Ausbildungsstruktur und dem traditionellen Frauenbild zu entsprach. Auch im Bereich der Fotografie waren Frauen präsent. Die interessante und besonders innige Freundschaft zwischen Ise Frank und der Fotografin Irene Hecht stellt eine weiteres großes Thema dar. Allerdings fand diese Freundschaft zu Irene ein jähes Ende, als sie eine Beziehung zu Irenes Mann unterhielt und damit „das Vertrauen zwischen den einstigen Weggefährten für immer zerstörte.“ (vgl. 259) Sprache und Stil Der Roman umfasst die Jahre 1923 bis 1928. Der Roman beschreibt die detaillierte Entwicklung des Bauhauses und zeigt auch die menschliche Facette auf. Im Mittelpunkt steht Ise Frank, die zur damaligen Zeit eine sehr emanzipierte Frau war. Unter ihrem Einfluss entstand das erste “Haus der emanzipierten Frau“. Obwohl der Roman nur einen Ausschnitt aus dem Leben von Ise und Walter Gropius aufzeigt, gelingt es der Autorin doch sehr eindrucksvoll alle Facetten mit vielen interessanten Details zu schildern und auch das einmalige kreative Umfeld und Schaffen in dieser Zeitperiode einzufangen. „Das Haus war tatsächlich, wie Passanten sagten, durchsichtig!“ (S. 161) Kurze Rückblenden geben Einblick in das Leben von Ise Frank und lassen ihre Vergangenheit transparent erscheinen. Auch die besondere Freundschaft zu Irene Hecht, der Fotografin, nimmt einen breiten Raum ein. Ebenso eröffnet der Roman Einblicke in die politische und wirtschaftliche Lage der kurzen Bauhauszeit. Der Roman teilt sich in 50 Kapitel auf, die jeweils durch eine kurze prägnante Überschrift zu dem jeweiligen Inhalt gekennzeichnet sind. Das Kapitel 50 „Nachspiel“ enthält geschichtliche Ergänzungen und Überblick der weiteren Lebensläufe der Charaktere, wie zum Beispiel die Emigration in die USA. Am Schluss beschreibt die Autorin in einem Nachwort ihre Beweggründe den Roman geschrieben zu haben. Demnach ist dieses Buch kein Geschichtsbuch, sondern ihre Protagonisten sind „nicht mehr als «Figuren, die lebendigen Menschen gleichen ».“ Fazit Fachlich fundiert erzählt das Buch die Geschichte des Bauhauses von seinen Anfängen als bloße Idee über seine Umsetzung bis hin zu seiner Auflösung. Die Geschichte des Bauhauses wird authentisch geschildert, ohne ein Geschichtsbuch sein zu wollen. Verständlich wird das Prinzip Bauhaus erläutert und auch die wichtigsten historischen Persönlichkeiten des Bauhauses in Dessau werden in dem Roman lebendig. Noch heute erinnern große Namen an die damalige Zeit, wie zum Beispiel Bruno Taut, Jean Michel Frank, Marcel Breuer, Mies van der Rohe und einige mehr. Gegenstände wie Breuers Freischwinger, Brands Teekanne und Wagenfelds Glaslampe sind bis heute Produkte dieser Zeit. „«Breuers Freischwinger, Brands Teekanne, Wagenfelds Glas, das könnten Produkte werden, die qualitätsvolles Industriedesign, so wie ich es verstehe, für unser neues Jahrhundert definieren».“ (S.120) Die Autorin Jana Revedin hat gut recherchiert und es ist ein biografischer Roman entstanden, der auf Fakten basiert, aber trotzdem fiktiv ist. Jana Revedin beschreibt es so in ihrem "Nachspiel": „Und so basieren alle Charaktere und ihre Handlungen auf Fakten, die, besonders in der von mir gewählten Form eines biografischen Romans, niemals dicht und vollständig sind. Deshalb können alle Gespräche und Begegnungen , besonders in Bezug auf Ise Franks Jugendjahre und ihre schicksalhafte Beziehung zu Irene Hecht so, aber auch anders verlaufen sein.“ (S. 260) Ise Frank „Frau Bauhaus“ steht für das Bauhaus als solches und unabhängig von ihrem Mann Walter Gropius. Sie hat gezeigt, dass sie nicht nur am Lebenswerk ihres Mannes sich identifiziert, sondern eine engagierte Frau und kreative Partnerin an der Seite des Architekten und Bauhaus-Gründers Walter Gropius war. „Jeder nennt mich hier Frau Bauhaus.“ Anmerkung Das Cover der Taschenbuchausgabe entspricht dem Cover der E-Bookausgabe. Die Seitenzahlen beziehen sich auf die E-Bookausgabe. Mehr auf: lesenueberall.com

Die Frau im Bauhaus

petraellen aus Neuss am 27.07.2021
Bewertungsnummer: 1540559
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Autor Jana Revedin Inhalt Ise Frank ist sechsundzwanzig Jahre alt, als sie am 28. Mai 1923 an der Technischen Hochschule Hannover zum ersten mal auf Walter Gropius trifft. Ihr Leben ändert sich. Sie stammt aus einer großbürgerlichen jüdischen Familie und startete gerade eine Karriere als Buchhändlerin und Rezensentin in München. Sie heiraten und Ise Frank wird nicht nur seine Ehefrau, sondern auch Walter Gropius Sekretärin der berühmten Architektur- und Designschule. Beide begegnen sich auf Augenhöhe und so ist es nicht verwunderlich, dass Ise Frank als Journalistin und Autorin den Kurs des Bauhauses entscheidend mitbestimmen kann. Eckpunkte „Ise, ich brauche Sie“. (S.81) Walter Gropius fühlt sich zu Ise Frank hingezogen. Beide verstehen sich gut. Walter Gropius bezieht Ise Frank in all seine Überlegungen zum neuen Bauen ein. Er braucht sie, was er ihr ganz zu Anfang ihrer Beziehung sagt. Sie heiratet den deutlich älteren Gropius und dieser Satz von ihm wird zu einem Leitthema, das sich in ihrem Leben durchzieht. Sie ist fasziniert von dieser ihr unbekannten Welt, lässt sich auf die für sie unbekannte Materie ein und engagiert sich unermüdlich für das Bauhaus. Sie wird von den Künstlern besonders aufgrund ihrer Kreativität und präzisen wirtschaftlichen Ideen geschätzt. Ise ist eine couragierte und visionäre Frau und schafft es in der Welt der Männer ihr Netzwerk aufzubauen. Sie kennt Gussie Adenauer, deren Mann Konrad Oberbürgermeister von Köln ist. Beinahe wäre das Bauhaus dort hingezogen, wenn Kandnisky, Feininger und Gropius nicht Dessau bevorzugt hätten. Sie arbeitet selbst an Entwürfen. Bruno Taut setzt einen technisierten, ergonomischen Haushalt um mit elektrisch betriebenen Service-Maschinen: der Eier-, Kaffee- und Teekocher, der Tellerwärmer, der Heißluftspüler, der Toaster, der Tischgrill“ (S. 215) Der Nationalsozialismus wirft seine Schatten, das Bauhaus wird immer häufiger als „Judenbande“ denunziert. Erste Gedanken an Auswanderung tauchen auf. Dann geschieht es: Das Bauhaus wird aufgelöst, nachdem die NSDAP die absolute Mehrheit im Dessauer Stadtsenat erreicht hatte. Ise und Gropius setzen sich 1934 zuerst nach England, 1937 in die USA ab. Neben der Geschichte des Bauhauses, seinen Problemen, den Erfolgen und Misserfolgen, den Ideen, den Visionen steht auch die Beziehung zwischen Ise und Gropius im Focus. Die Beziehung war nicht einfach, aber der Umgang miteinander erfolgte immer mit gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe. So wie er „Gropius“ war, so war sie „Die Frau Bauhaus“. Die Rolle der Frauen wird in dem Roman angesprochen. Die meisten Studentinnen und weiblichen Lehrkräfte befanden sich in der Weberei, da dies scheinbar der Ausbildungsstruktur und dem traditionellen Frauenbild zu entsprach. Auch im Bereich der Fotografie waren Frauen präsent. Die interessante und besonders innige Freundschaft zwischen Ise Frank und der Fotografin Irene Hecht stellt eine weiteres großes Thema dar. Allerdings fand diese Freundschaft zu Irene ein jähes Ende, als sie eine Beziehung zu Irenes Mann unterhielt und damit „das Vertrauen zwischen den einstigen Weggefährten für immer zerstörte.“ (vgl. 259) Sprache und Stil Der Roman umfasst die Jahre 1923 bis 1928. Der Roman beschreibt die detaillierte Entwicklung des Bauhauses und zeigt auch die menschliche Facette auf. Im Mittelpunkt steht Ise Frank, die zur damaligen Zeit eine sehr emanzipierte Frau war. Unter ihrem Einfluss entstand das erste “Haus der emanzipierten Frau“. Obwohl der Roman nur einen Ausschnitt aus dem Leben von Ise und Walter Gropius aufzeigt, gelingt es der Autorin doch sehr eindrucksvoll alle Facetten mit vielen interessanten Details zu schildern und auch das einmalige kreative Umfeld und Schaffen in dieser Zeitperiode einzufangen. „Das Haus war tatsächlich, wie Passanten sagten, durchsichtig!“ (S. 161) Kurze Rückblenden geben Einblick in das Leben von Ise Frank und lassen ihre Vergangenheit transparent erscheinen. Auch die besondere Freundschaft zu Irene Hecht, der Fotografin, nimmt einen breiten Raum ein. Ebenso eröffnet der Roman Einblicke in die politische und wirtschaftliche Lage der kurzen Bauhauszeit. Der Roman teilt sich in 50 Kapitel auf, die jeweils durch eine kurze prägnante Überschrift zu dem jeweiligen Inhalt gekennzeichnet sind. Das Kapitel 50 „Nachspiel“ enthält geschichtliche Ergänzungen und Überblick der weiteren Lebensläufe der Charaktere, wie zum Beispiel die Emigration in die USA. Am Schluss beschreibt die Autorin in einem Nachwort ihre Beweggründe den Roman geschrieben zu haben. Demnach ist dieses Buch kein Geschichtsbuch, sondern ihre Protagonisten sind „nicht mehr als «Figuren, die lebendigen Menschen gleichen ».“ Fazit Fachlich fundiert erzählt das Buch die Geschichte des Bauhauses von seinen Anfängen als bloße Idee über seine Umsetzung bis hin zu seiner Auflösung. Die Geschichte des Bauhauses wird authentisch geschildert, ohne ein Geschichtsbuch sein zu wollen. Verständlich wird das Prinzip Bauhaus erläutert und auch die wichtigsten historischen Persönlichkeiten des Bauhauses in Dessau werden in dem Roman lebendig. Noch heute erinnern große Namen an die damalige Zeit, wie zum Beispiel Bruno Taut, Jean Michel Frank, Marcel Breuer, Mies van der Rohe und einige mehr. Gegenstände wie Breuers Freischwinger, Brands Teekanne und Wagenfelds Glaslampe sind bis heute Produkte dieser Zeit. „«Breuers Freischwinger, Brands Teekanne, Wagenfelds Glas, das könnten Produkte werden, die qualitätsvolles Industriedesign, so wie ich es verstehe, für unser neues Jahrhundert definieren».“ (S.120) Die Autorin Jana Revedin hat gut recherchiert und es ist ein biografischer Roman entstanden, der auf Fakten basiert, aber trotzdem fiktiv ist. Jana Revedin beschreibt es so in ihrem "Nachspiel": „Und so basieren alle Charaktere und ihre Handlungen auf Fakten, die, besonders in der von mir gewählten Form eines biografischen Romans, niemals dicht und vollständig sind. Deshalb können alle Gespräche und Begegnungen , besonders in Bezug auf Ise Franks Jugendjahre und ihre schicksalhafte Beziehung zu Irene Hecht so, aber auch anders verlaufen sein.“ (S. 260) Ise Frank „Frau Bauhaus“ steht für das Bauhaus als solches und unabhängig von ihrem Mann Walter Gropius. Sie hat gezeigt, dass sie nicht nur am Lebenswerk ihres Mannes sich identifiziert, sondern eine engagierte Frau und kreative Partnerin an der Seite des Architekten und Bauhaus-Gründers Walter Gropius war. „Jeder nennt mich hier Frau Bauhaus.“ Anmerkung Das Cover der Taschenbuchausgabe entspricht dem Cover der E-Bookausgabe. Die Seitenzahlen beziehen sich auf die E-Bookausgabe. Mehr auf: lesenueberall.com

Eine moderne Frau und eine interessante Epoche

Bewertung am 22.05.2020

Bewertungsnummer: 404278

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

2019 feierte „das staatliche Bauhaus“, gegründet von Walter Gropius, sein 100jähriges Bestehen. Das Konzept dieser Vereinigung aus Handwerk und Kunst ist vielen heute noch ein Begriff. Und viele Künstler, die entweder zu den Gründern gehörten, oder eine Zeit lang als Meister dort tätig waren, kennen wir noch heute. Aber es gibt noch mehr wichtige Persönlichkeiten als Walter Gropius, Lyonel Feininger, Johannes Itten, Gerhard Marcks, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinski und László Moholy-Nagy, die eher im Hintergrund gewirkt haben. So z.B. Ise Frank, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war. Durch ihre Energie und ihren Mut ist es überhaupt erst dazu gekommen, dass ein Bankrott abgewendet werden und ein Neuanfang in Dessau gestartet werden konnte. Jana Revedin widmet dieser starken Frau ihr Buch, dessen Untertitel „Das Leben der Ise Frank. Ein biografischer Roman“ lautet. Prof. Dr. Jana Revedin, geboren 1965 in Konstanz, ist eine deutsche Architektin und Theoretikerin, die sich für sozialen, ökologischen Wohnungsbau einsetzt. Dementsprechend gehört das Bauhaus natürlich zu den Themen, die sie unterrichtet. Auf Ise Frank ist sie per Zufall gestoßen, als sie mit ihrer Meisterklasse Texte des großem Reformarchitekten der Weimarer Republik, Bruno Taut, las. Ise Frank und Bruno Taut haben nämlich gemeinsam bereits im Meisterhaus des Ehepaars Gropius eine Küche installiert, die auf den aus Amerika importierten Ergonomielehrsätzen beruhte. Das war noch zwei Jahre vor der sogenannten „Frankfurter Küche“ von Margarete Schütte Lihotzky. „Jeder hier nennt mich „Frau Bauhaus““ ist eine interessante Mischung aus Roman, Biografie und Sachbuch zum Thema Bauhaus. Die Autorin beginnt die Geschichte am 28. Mai 1923 in Hannover. Dort hält Walter Gropius einen Vortrag an der Technischen Universität. Ise Frank begleitet ihr Freundin Lise, selbst Architekturstudentin, zu diesem Vortrag. Und im Anschluss daran gehen Walter Gropius, Ise und Lise noch gemeinsam etwas trinken. Ise selbst lebt alleine in München. Sie arbeitet in einem Verlag mit eigener Buchhandlung. Dort schreibt sie hauptsächlich Rezensionen. Knapp zwei Monate später besucht Walter Gropius sie in München. Irgendetwas muss ihn an Ise Frank fasziniert haben. Von da an treffen sie sich regelmäßig in München. Und irgendwann fragt Walter Gropius sie, ob sie seine Frau werden will. In dem Roman hört es sich nicht nach einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte an, sondern eher nach einer guten Freundschaft/Kameradschaft, die auf gleichen Interessen und gleichem Intellekt beruht. Ise Frank willigt ein. Und so folgen wir ihren Spuren nach Weimar und Dessau. Wir lernen das Bauhaus und seine Mitstreiter kennen und bekommen so einen Einblick in eine ausgesprochen interessante Zeit des Umbruchs. Wir erfahren aber auch viel Persönliches aus dem Umfeld und nicht alles hört sich immer so sympathisch an. Das Bauhaus brauchte immer Unterstützung der Stadt Dessau und Subventionen aus der Wirtschaft. Bereits 1928 verdunkelten sich hier die Wolken in Dessau. Die Nationalsozialisten bekamen immer mehr Macht und Hugo Junkers, der Hauptsponsor musste leider zu Beginn des Herbstsemester ankündigen, dass seine Subventionen zum 1. April 1928 eingestellt werden müssten. Dies war mehr oder weniger das Ende für das Bauhaus, wie es unter Walter Gropius Leitung entstanden ist und geführt wurde. Viele Mitglieder waren Juden. Sie waren zum Glück schon weitsichtig genug, dass sie sich bereits früh ins Ausland orientierten. Das Buch endet mit dem Kapitel Nachspiel, in dem Jana Revedin aufzeigt, wie es mit den Personen, die in ihrem autobiografischen Roman eine wichtige Rolle spielten, nach 1928 weiterging. Mich hat dieses Buch sehr fasziniert. Es ist keine klassische Romanbiografie. Dafür packt die Autorin zu viel ihres Wissens hinein. Aber es liest sich trotz alledem sehr flüssig und macht Spaß und neugierig. Ise Frank war eine ausgesprochen interessante und ungewöhnliche Frau, wie auch ihre beste Freundin, die Fotografin Irene Hecht. Die Ideen, die das Bauhaus ausmachten, finde ich noch heute ausgesprochen interessant und ihrer Zeit weit voraus. Auch wenn wir heute die Architektur der fünfziger Jahre häufig als hässlich empfinden, so beruht sie doch auf den praktischen Ideen des Bauhauses. Die Lektüre dieses Buchs hat jetzt endgültig den Wunsch bei mir geweckt, endlich einmal nach Dessau zu fahren und auf den Spuren des Bauhauses zu wandeln.

Eine moderne Frau und eine interessante Epoche

Bewertung am 22.05.2020
Bewertungsnummer: 404278
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

2019 feierte „das staatliche Bauhaus“, gegründet von Walter Gropius, sein 100jähriges Bestehen. Das Konzept dieser Vereinigung aus Handwerk und Kunst ist vielen heute noch ein Begriff. Und viele Künstler, die entweder zu den Gründern gehörten, oder eine Zeit lang als Meister dort tätig waren, kennen wir noch heute. Aber es gibt noch mehr wichtige Persönlichkeiten als Walter Gropius, Lyonel Feininger, Johannes Itten, Gerhard Marcks, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinski und László Moholy-Nagy, die eher im Hintergrund gewirkt haben. So z.B. Ise Frank, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig war. Durch ihre Energie und ihren Mut ist es überhaupt erst dazu gekommen, dass ein Bankrott abgewendet werden und ein Neuanfang in Dessau gestartet werden konnte. Jana Revedin widmet dieser starken Frau ihr Buch, dessen Untertitel „Das Leben der Ise Frank. Ein biografischer Roman“ lautet. Prof. Dr. Jana Revedin, geboren 1965 in Konstanz, ist eine deutsche Architektin und Theoretikerin, die sich für sozialen, ökologischen Wohnungsbau einsetzt. Dementsprechend gehört das Bauhaus natürlich zu den Themen, die sie unterrichtet. Auf Ise Frank ist sie per Zufall gestoßen, als sie mit ihrer Meisterklasse Texte des großem Reformarchitekten der Weimarer Republik, Bruno Taut, las. Ise Frank und Bruno Taut haben nämlich gemeinsam bereits im Meisterhaus des Ehepaars Gropius eine Küche installiert, die auf den aus Amerika importierten Ergonomielehrsätzen beruhte. Das war noch zwei Jahre vor der sogenannten „Frankfurter Küche“ von Margarete Schütte Lihotzky. „Jeder hier nennt mich „Frau Bauhaus““ ist eine interessante Mischung aus Roman, Biografie und Sachbuch zum Thema Bauhaus. Die Autorin beginnt die Geschichte am 28. Mai 1923 in Hannover. Dort hält Walter Gropius einen Vortrag an der Technischen Universität. Ise Frank begleitet ihr Freundin Lise, selbst Architekturstudentin, zu diesem Vortrag. Und im Anschluss daran gehen Walter Gropius, Ise und Lise noch gemeinsam etwas trinken. Ise selbst lebt alleine in München. Sie arbeitet in einem Verlag mit eigener Buchhandlung. Dort schreibt sie hauptsächlich Rezensionen. Knapp zwei Monate später besucht Walter Gropius sie in München. Irgendetwas muss ihn an Ise Frank fasziniert haben. Von da an treffen sie sich regelmäßig in München. Und irgendwann fragt Walter Gropius sie, ob sie seine Frau werden will. In dem Roman hört es sich nicht nach einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte an, sondern eher nach einer guten Freundschaft/Kameradschaft, die auf gleichen Interessen und gleichem Intellekt beruht. Ise Frank willigt ein. Und so folgen wir ihren Spuren nach Weimar und Dessau. Wir lernen das Bauhaus und seine Mitstreiter kennen und bekommen so einen Einblick in eine ausgesprochen interessante Zeit des Umbruchs. Wir erfahren aber auch viel Persönliches aus dem Umfeld und nicht alles hört sich immer so sympathisch an. Das Bauhaus brauchte immer Unterstützung der Stadt Dessau und Subventionen aus der Wirtschaft. Bereits 1928 verdunkelten sich hier die Wolken in Dessau. Die Nationalsozialisten bekamen immer mehr Macht und Hugo Junkers, der Hauptsponsor musste leider zu Beginn des Herbstsemester ankündigen, dass seine Subventionen zum 1. April 1928 eingestellt werden müssten. Dies war mehr oder weniger das Ende für das Bauhaus, wie es unter Walter Gropius Leitung entstanden ist und geführt wurde. Viele Mitglieder waren Juden. Sie waren zum Glück schon weitsichtig genug, dass sie sich bereits früh ins Ausland orientierten. Das Buch endet mit dem Kapitel Nachspiel, in dem Jana Revedin aufzeigt, wie es mit den Personen, die in ihrem autobiografischen Roman eine wichtige Rolle spielten, nach 1928 weiterging. Mich hat dieses Buch sehr fasziniert. Es ist keine klassische Romanbiografie. Dafür packt die Autorin zu viel ihres Wissens hinein. Aber es liest sich trotz alledem sehr flüssig und macht Spaß und neugierig. Ise Frank war eine ausgesprochen interessante und ungewöhnliche Frau, wie auch ihre beste Freundin, die Fotografin Irene Hecht. Die Ideen, die das Bauhaus ausmachten, finde ich noch heute ausgesprochen interessant und ihrer Zeit weit voraus. Auch wenn wir heute die Architektur der fünfziger Jahre häufig als hässlich empfinden, so beruht sie doch auf den praktischen Ideen des Bauhauses. Die Lektüre dieses Buchs hat jetzt endgültig den Wunsch bei mir geweckt, endlich einmal nach Dessau zu fahren und auf den Spuren des Bauhauses zu wandeln.

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