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Nach dem Gedächtnis Roman | Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2023

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

18.11.2020

Abbildungen

mit Abbildung

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

524

Maße (L/B/H)

18,3/11,7/3,5 cm

Gewicht

361 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Pamjati pamjati

Übersetzt von

Olga Radetzkaja

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47066-4

Beschreibung

Rezension

»Gegenstand dieses Buches ist ... in erster Linie die Reflexion einer Suche nach deren verbliebenen Spuren. Es beschreibt das Bemühen darum, etwas einzufangen und zu bewahren, das längst verloren ist, und thematisiert gleichzeitig das Wissen um die Vergeblichkeit des Vorhabens. Ein beharrliches, und herrliches, ›Trotzdem!‹ ... « ("Frankfurter Rundschau")
»Mit seiner genialen Machart ist Nach dem Gedächtnis ein Buch zur rechten Zeit ... « ("Neue Zürcher Zeitung")
»Man kann dieses Buch nicht konsumieren. Es behandelt seine Leserinnen und Leser als Gesprächspartner, so wie Ossip Mandelstam es einst in einem Buchtitel gefordert hat.« ("SRF")
»Jetzt liegt Nach dem Gedächtnis in der bravourösen Übersetzung von Olga Radetzkaja auf Deutsch vor. Einen Metaroman nannte es die russische Kritik: ein Buch, das über sich selbst nachdenkt. Es bringt damit auch uns zum Nachdenken. Darin besteht ein Teil seiner Verführungskraft.« ("Republik")
» Nach dem Gedächtnis ist viel mehr als ein Roman: eine poetisch konzentrierte, unpathetisch ausformulierte Reflexion über die Bedingungen der Möglichkeit, sich heute, zumal aus der russisch-jüdischen Perspektive, der eigenen Familiengeschichte zu vergewissern.« ("NDR")
»Maria Stepanova hat die Toten zu ihren Mitautoren gemacht. Das Ergebnis ist ein Buch, wie man es auf Russisch zuvor nicht kannte – und das in anderen Sprachen seinesgleichen sucht.« ("Novaja Gazeta")
»[Stepanova schreibt] bruchstückhaft, selbstkritisch reflektiert und zugleich in einer dichten poetischen Sprache.« ("Berliner Zeitung")
»Ein wahrhaftes Ereignis – für alle, die noch zu lesen verstehen.« ("Echo Moskvy")
» Nach dem Gedächtnis von Maria Stepanova ist das mit großem Abstand beste Buch in russischer Sprache des Jahres 2017. Stepanova schreibt ein Russisch wie niemand sonst.« ("Afi ša")

Produktdetails

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

18.11.2020

Abbildungen

mit Abbildung

Verlag

Suhrkamp

Seitenzahl

524

Maße (L/B/H)

18,3/11,7/3,5 cm

Gewicht

361 g

Farbe

Anthrazit / Messing

Auflage

1. Auflage

Originaltitel

Pamjati pamjati

Übersetzt von

Olga Radetzkaja

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-518-47066-4

Herstelleradresse

Suhrkamp Verlag
Torstraße 44
10119 Berlin
DE

Email: info@suhrkamp.de

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Meisterwerk

Bewertung aus Brugg AG am 13.10.2021

Bewertungsnummer: 1587507

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Autorin versucht, anhand von Fotografien, Orten, Schriften die Erinnerung an ihre weitverzweigte Familie in Russlsnd, Frankreich usw aufrecht zu erhalten , zu rekonstruieren. Ein dichtes Puzzle von Lebensläufen, Krieg, Unterdrückung, Studium, Kunst in unerhört schöner, poetischer Sprache ist entstanden, ein Versuch, durch Erinnerung die Toten aus dem Vergessen, dem Nichts auferstehen zu lassen( aber immer wieder heisst es: nichts bleibt von uns nach dem Tod)

Meisterwerk

Bewertung aus Brugg AG am 13.10.2021
Bewertungsnummer: 1587507
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Die Autorin versucht, anhand von Fotografien, Orten, Schriften die Erinnerung an ihre weitverzweigte Familie in Russlsnd, Frankreich usw aufrecht zu erhalten , zu rekonstruieren. Ein dichtes Puzzle von Lebensläufen, Krieg, Unterdrückung, Studium, Kunst in unerhört schöner, poetischer Sprache ist entstanden, ein Versuch, durch Erinnerung die Toten aus dem Vergessen, dem Nichts auferstehen zu lassen( aber immer wieder heisst es: nichts bleibt von uns nach dem Tod)

Lesen, kann ich nur sagen!…

Bories vom Berg aus München am 07.04.2019

Bewertungsnummer: 2717409

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lesen, kann ich nur sagen! Als «Metaroman» wird im Klappentext das Buch «Aus dem Gedächtnis» der streitbaren russischen Intellektuellen und Schriftstellerin Maria Stepanova bezeichnet, «eine essayistischer Erzählung», die sich den üblichen Genres nicht so eindeutig zuordnen lässt. Obwohl dieses Debüt einer in Deutschland unbekannten Autorin wie ein Komet am literarischen Himmel erschienen ist, schweigt sich das Feuilleton bisher weitgehend aus. Auf Wikipedia findet man unter diesem Namen eine blonde, 2,02 Meter große russische Basketballspielerin, die gleichnamige Schriftstellerin ist dort nur namentlich gelistet, es gibt keinen Beitrag über sie. Das alles wird nicht so bleiben, ist zu vermuten! Die Autorin beschreibt ihre geradezu manisch betriebene Spurensuche nach ihren jüdisch-russischen Vorfahren, ein gewagtes Vorhaben angesichts einer ziemlich dürftigen Quellenlage. Denn nur einzelne Zweige des weitverzweigten Stammbaums ihrer großen Familie sind durch Texte verschiedenster Art, diverse Fotos und aufbewahrte Gegenstände einigermaßen gut erschließbar, andere existieren allenfalls als körper- und geschichtslose Namen, oft sogar nur in mündlicher Überlieferung. Die in fünf Generationen das gesamte zwanzigste Jahrhundert umfassende und teilweise auch noch bis ins neunzehnte Säkulum zurückreichende Geschichte bezieht die Ahnen mit ein, gibt ihnen quasi eine Stimme. Eine gewisse Schlüsselrolle kommt dabei der ebenso dominanten wie exzentrischen Urgroßmutter Sarra zu, einer bolschewistische Revolutionärin, die 1907 nach Paris gegangen ist, dort Medizin studiert und promoviert hat und, in die Heimat zurückgekehrt, sich vorausahnend als Ärztin in die relative Sicherheit einer Gesundheitsbehörde zurückgezogen hat. Diese intuitive Weitsicht scheint in den Genen der Großfamilie zu liegen, bis auf einen als Soldat gefallenen jungen Mann hat die gesamte Sippe die Wirren von Revolution, Weltkrieg, Antisemitismus und stalinistischen Säuberungen, zumindest körperlich, recht gut überstanden. Es ist das Wechselspiel von Erinnern und Vergessen, das den Leser auf seinem in jeder Hinsicht bereichenden Streifzug durch die wechselvolle Geschichte Russlands begleitet, immer auf den Spuren dieser Familie, wobei er der Autorin bei ihren vergeblichen Bemühungen um Gewissheit quasi ständig über die Schulter blickt. Als Ich-Erzählerin nimmt Maria Stepanova sich selbst völlig aus, sie berichtet mit einer gewissen Schwermut über die Altvorderen, nicht über sich, - an einer Stelle erwähnt sie ihren Mann, ebenso prophetisch wie amüsant, als «mein zukünftiger Ex-Mann», das war’s auch schon. Man erfährt auch relativ wenig über ihre Eltern. Nur einmal, als der Vater ihre Frage, ob sie seine erhalten gebliebenen Briefe im Buch abdrucken dürfe, ziemlich überraschend brüsk zurückweist, ist sie gekränkt und irritiert zugleich. Diese mühevolle Erinnerungsarbeit mit den vielen darin eingeschlossenen, klugen Reflexionen ist von einer geradezu ausufernden Intertextualität begleitet, der sich vertiefend noch viele essayartige Randgeschichten hinzugesellen. So ist zum Beispiel ein längerer Abschnitt des Romans sehr einfühlsam dem Schicksal der jüdischen, in Auschwitz ermordeten Künstlerin Charlotte Salomon gewidmet, über die David Foenkinos einen miserablen Roman geschrieben hat. Und die eigenwilligen Glaskästen des schrägen US-amerikanischen Künstlers Joseph Cornell dienen ihr an anderer Stelle als willkommenes Vehikel zur Veranschaulichung des Erinnerns, die hinterlassenen Gegenstände haben ihren Sinn nur als ehemaliger Besitz Verstorbener, - solange sich überhaupt noch irgend jemand daran erinnert. Als Leser wird man geradezu suggestiv mitgenommen und zu eigenem Nachdenken angeregt, geht es in diesem stilistisch unpathetischen, fraktionell erzählten Suchprozess letztendlich doch um nichts Geringeres als die eigene Bedeutungslosigkeit, die unerträgliche Gewissheit also, nur ein Sandkorn der Geschichte zu sein. Lesen, kann ich nur sagen!

Lesen, kann ich nur sagen!…

Bories vom Berg aus München am 07.04.2019
Bewertungsnummer: 2717409
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Lesen, kann ich nur sagen! Als «Metaroman» wird im Klappentext das Buch «Aus dem Gedächtnis» der streitbaren russischen Intellektuellen und Schriftstellerin Maria Stepanova bezeichnet, «eine essayistischer Erzählung», die sich den üblichen Genres nicht so eindeutig zuordnen lässt. Obwohl dieses Debüt einer in Deutschland unbekannten Autorin wie ein Komet am literarischen Himmel erschienen ist, schweigt sich das Feuilleton bisher weitgehend aus. Auf Wikipedia findet man unter diesem Namen eine blonde, 2,02 Meter große russische Basketballspielerin, die gleichnamige Schriftstellerin ist dort nur namentlich gelistet, es gibt keinen Beitrag über sie. Das alles wird nicht so bleiben, ist zu vermuten! Die Autorin beschreibt ihre geradezu manisch betriebene Spurensuche nach ihren jüdisch-russischen Vorfahren, ein gewagtes Vorhaben angesichts einer ziemlich dürftigen Quellenlage. Denn nur einzelne Zweige des weitverzweigten Stammbaums ihrer großen Familie sind durch Texte verschiedenster Art, diverse Fotos und aufbewahrte Gegenstände einigermaßen gut erschließbar, andere existieren allenfalls als körper- und geschichtslose Namen, oft sogar nur in mündlicher Überlieferung. Die in fünf Generationen das gesamte zwanzigste Jahrhundert umfassende und teilweise auch noch bis ins neunzehnte Säkulum zurückreichende Geschichte bezieht die Ahnen mit ein, gibt ihnen quasi eine Stimme. Eine gewisse Schlüsselrolle kommt dabei der ebenso dominanten wie exzentrischen Urgroßmutter Sarra zu, einer bolschewistische Revolutionärin, die 1907 nach Paris gegangen ist, dort Medizin studiert und promoviert hat und, in die Heimat zurückgekehrt, sich vorausahnend als Ärztin in die relative Sicherheit einer Gesundheitsbehörde zurückgezogen hat. Diese intuitive Weitsicht scheint in den Genen der Großfamilie zu liegen, bis auf einen als Soldat gefallenen jungen Mann hat die gesamte Sippe die Wirren von Revolution, Weltkrieg, Antisemitismus und stalinistischen Säuberungen, zumindest körperlich, recht gut überstanden. Es ist das Wechselspiel von Erinnern und Vergessen, das den Leser auf seinem in jeder Hinsicht bereichenden Streifzug durch die wechselvolle Geschichte Russlands begleitet, immer auf den Spuren dieser Familie, wobei er der Autorin bei ihren vergeblichen Bemühungen um Gewissheit quasi ständig über die Schulter blickt. Als Ich-Erzählerin nimmt Maria Stepanova sich selbst völlig aus, sie berichtet mit einer gewissen Schwermut über die Altvorderen, nicht über sich, - an einer Stelle erwähnt sie ihren Mann, ebenso prophetisch wie amüsant, als «mein zukünftiger Ex-Mann», das war’s auch schon. Man erfährt auch relativ wenig über ihre Eltern. Nur einmal, als der Vater ihre Frage, ob sie seine erhalten gebliebenen Briefe im Buch abdrucken dürfe, ziemlich überraschend brüsk zurückweist, ist sie gekränkt und irritiert zugleich. Diese mühevolle Erinnerungsarbeit mit den vielen darin eingeschlossenen, klugen Reflexionen ist von einer geradezu ausufernden Intertextualität begleitet, der sich vertiefend noch viele essayartige Randgeschichten hinzugesellen. So ist zum Beispiel ein längerer Abschnitt des Romans sehr einfühlsam dem Schicksal der jüdischen, in Auschwitz ermordeten Künstlerin Charlotte Salomon gewidmet, über die David Foenkinos einen miserablen Roman geschrieben hat. Und die eigenwilligen Glaskästen des schrägen US-amerikanischen Künstlers Joseph Cornell dienen ihr an anderer Stelle als willkommenes Vehikel zur Veranschaulichung des Erinnerns, die hinterlassenen Gegenstände haben ihren Sinn nur als ehemaliger Besitz Verstorbener, - solange sich überhaupt noch irgend jemand daran erinnert. Als Leser wird man geradezu suggestiv mitgenommen und zu eigenem Nachdenken angeregt, geht es in diesem stilistisch unpathetischen, fraktionell erzählten Suchprozess letztendlich doch um nichts Geringeres als die eigene Bedeutungslosigkeit, die unerträgliche Gewissheit also, nur ein Sandkorn der Geschichte zu sein. Lesen, kann ich nur sagen!

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Nach dem Gedächtnis

von Maria Stepanova

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  • Fremde Tagebücher

    Anfänge

    Einige Fotos

    Sex unter Toten

    Zwischenkapitel • 1942 oder 1943

    Das Aleph und die Folgen

    Love interest

    Facetten der Ungerechtigkeit

    Zwischenkapitel • 1930

    Defekte und Diversionen

    Zwischenkapitel • 1934

    Die Frage der Wahl

    Das Jiddl taucht unter

    Zwischenkapitel • 1905-1915

    Goldchain addiert, Woodman subtrahiert

    Mandelstam verwirft, Sebald verwahrt

    Zwischenkapitel • 1947

    Einerseits, andererseits

    Charlotte oder Der Ungehorsam

    Zwischenkapitel • 1980, 1982, 1983, 1985

    Jakobs Stimme, Esaus Foto

    Ljodik oder Das Schweigen

    Joseph oder Der Gehorsam

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