Produktbild: Die Schildkröten

Die Schildkröten Roman

9,99 €

inkl. gesetzl. MwSt.

Beschreibung

Produktdetails

Format

ePUB

Kopierschutz

Nein

Family Sharing

Ja

Text-to-Speech

Ja

Erscheinungsdatum

13.05.2019

Verlag

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

296 (Printausgabe)

Dateigröße

1269 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783446262539

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Produktdetails

Format

ePUB

eBooks im ePUB-Format erlauben eine dynamische Anpassung des Inhalts an die jeweilige Display-Größe des Lesegeräts. Das Format eignet sich daher besonders für das Lesen auf mobilen Geräten, wie z.B. Ihrem tolino, Tablets oder Smartphones.

Kopierschutz

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Dieses eBook können Sie uneingeschränkt auf allen Geräten der tolino Familie, allen sonstigen eReadern und am PC lesen. Das eBook ist nicht kopiergeschützt und kann ein personalisiertes Wasserzeichen enthalten. Weitere Hinweise zum Lesen von eBooks mit einem personalisierten Wasserzeichen finden Sie unter Hilfe/Downloads.

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Mit Family Sharing können Sie eBooks innerhalb Ihrer Familie (max. sechs Mitglieder im gleichen Haushalt) teilen. Sie entscheiden selbst, welches Buch Sie mit welchem Familienmitglied teilen möchten. Auch das parallele Lesen durch verschiedene Familienmitglieder ist durch Family Sharing möglich. Um eBooks zu teilen oder geteilt zu bekommen, muss jedes Familienmitglied ein Konto bei Thalia oder einem anderen tolino-Buchhändler haben. Weitere Informationen finden Sie unter Hilfe/Family-Sharing.

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Ja

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Barrierefreiheit

  • keine Information zur Barrierefreiheit bekannt

Erscheinungsdatum

13.05.2019

Verlag

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG

Seitenzahl

296 (Printausgabe)

Dateigröße

1269 KB

Auflage

1. Auflage

Sprache

Deutsch

EAN

9783446262539

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Keine leichte Lektüre - aber sehr empfehlenswert

Johanna aus München am 06.06.2026

Bewertungsnummer: 3159866

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der autobiographisch gefärbte Roman „Die Schildkröten“ von Veza Canetti, der nicht so berühmten Frau des berühmten Elias Canetti, spielt im Grinzing des Jahres 1938. Sie schrieb ihn unmittelbar nach ihrer Flucht nach England. Veröffentlicht wurde er erst lang nach ihrem Tod (1963) aus dem Nachlass im Jahr 1999. Es ist eine äußerst schmerzhafte Geschichte vom Untergang des Rechts, der Kultur und der Zivilisation – dargestellt an den Ängsten und der Existenznot eines Paares (Eva und Dr. Kain), das den Canettis sehr ähnelt. Veza Canetti erzählt kaum verhüllt ihre eigene Geschichte von Verfolgung, Bangen ums Visum, Angst vor Verhaftung, Folter und Flucht. Daneben porträtiert sie in Kain ihren eigenen Mann und in dem jungen Nachbarmädchen Hilde Elias Canettis Geliebte Friedl Benedikt. Die staatenlosen Canettis können in letzter Minute über Paris nach England fliehen. „Du lebst immer noch in dem Wahn, daß sie nach einem Programm vorgehen. Sie gehen in Pogromen vor.“ Beide wissen, sie müssen ihre Wohnung und das Land verlassen. Als Juden haben sie kein Recht mehr auf ihre Bleibe. Ein SA-Mann wird sie ihnen wegnehmen. Sie warten auf das ersehnte Visum. Bei jedem Läuten an der Tür kommt die Angst wieder. Während Evas Mann, ein in seine Bücher und Papiere versunkener Gelehrter, sich vor der Realität verschließt, versucht Eva mit dem SA-Mann namens Pilz zu verhandeln. Wie Kain hat er einen sprechenden Namen. Pilz breitet sich aus – in der Wohnung wie in der Stadt. Er ist Symbol für all das Schreckliche, das sie und ihre Freunde und Verwandte erwartet. Das quirlige Nachbarsmädchen aus betuchtem Haus hat eine irrwitzige Idee. Sie will ihre Freunde (und sich selbst) aus Österreich herausbringen und zwar mit einem Flugzeug, das sie Pilz abkaufen möchte. Natürlich geht die Sache, von der ihr Eva und Kain dringend abraten, schief. Ihr Vater geht für die Aktion, von der er nichts gewusst hat, ins Gestapo-Gefängnis. Das Foto des anvisierten „Aeroplans“ erweist sich als Fälschung - Dekorationsstück in einem Fotostudio. Die Situation wird schnell bedrohlicher. Die Frist zur Ausreise ist abgelaufen. Man wirft sie aus der Wohnung, bevor das Visum da ist. Die Möbel sind schon requiriert. Sie ziehen zum Bruder in seine Ein-Zimmer-Wohnung in der Stadt. Der hat schon einen Einquartierten, einen gläubigen Juden, eine tragikomische Figur. Das Novemberpogrom wird vor allem aus dessen Sicht drastisch dargestellt. Nur eine Verwechslung rettet Eva und Kain vor dem Abtransport ins Konzentrationslager. Der Titel des Romans ist sein Leitmotiv und bezieht sich auf einen Korb voller Schildkröten, die Kain davor rettet, mit Hakenkreuzen versehen zu werden. Sie sind zäh, aber auch sehr verletzlich. Trotz Veza Canettis oft unterkühltem, knappen Stil, der an manchen Stellen ins Biblische, in bitter-sarkastischen Humor und ins Groteske (ein Gastmahl für den SA-Mann) rutscht, kann man sich dem Geschehen kaum entziehen. Ein Roman über den ungeheuren Schmerz des Heimatverlusts und den Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts. Lesepausen sind unumgänglich. Eine intensive Lektüre.

Keine leichte Lektüre - aber sehr empfehlenswert

Johanna aus München am 06.06.2026
Bewertungsnummer: 3159866
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Der autobiographisch gefärbte Roman „Die Schildkröten“ von Veza Canetti, der nicht so berühmten Frau des berühmten Elias Canetti, spielt im Grinzing des Jahres 1938. Sie schrieb ihn unmittelbar nach ihrer Flucht nach England. Veröffentlicht wurde er erst lang nach ihrem Tod (1963) aus dem Nachlass im Jahr 1999. Es ist eine äußerst schmerzhafte Geschichte vom Untergang des Rechts, der Kultur und der Zivilisation – dargestellt an den Ängsten und der Existenznot eines Paares (Eva und Dr. Kain), das den Canettis sehr ähnelt. Veza Canetti erzählt kaum verhüllt ihre eigene Geschichte von Verfolgung, Bangen ums Visum, Angst vor Verhaftung, Folter und Flucht. Daneben porträtiert sie in Kain ihren eigenen Mann und in dem jungen Nachbarmädchen Hilde Elias Canettis Geliebte Friedl Benedikt. Die staatenlosen Canettis können in letzter Minute über Paris nach England fliehen. „Du lebst immer noch in dem Wahn, daß sie nach einem Programm vorgehen. Sie gehen in Pogromen vor.“ Beide wissen, sie müssen ihre Wohnung und das Land verlassen. Als Juden haben sie kein Recht mehr auf ihre Bleibe. Ein SA-Mann wird sie ihnen wegnehmen. Sie warten auf das ersehnte Visum. Bei jedem Läuten an der Tür kommt die Angst wieder. Während Evas Mann, ein in seine Bücher und Papiere versunkener Gelehrter, sich vor der Realität verschließt, versucht Eva mit dem SA-Mann namens Pilz zu verhandeln. Wie Kain hat er einen sprechenden Namen. Pilz breitet sich aus – in der Wohnung wie in der Stadt. Er ist Symbol für all das Schreckliche, das sie und ihre Freunde und Verwandte erwartet. Das quirlige Nachbarsmädchen aus betuchtem Haus hat eine irrwitzige Idee. Sie will ihre Freunde (und sich selbst) aus Österreich herausbringen und zwar mit einem Flugzeug, das sie Pilz abkaufen möchte. Natürlich geht die Sache, von der ihr Eva und Kain dringend abraten, schief. Ihr Vater geht für die Aktion, von der er nichts gewusst hat, ins Gestapo-Gefängnis. Das Foto des anvisierten „Aeroplans“ erweist sich als Fälschung - Dekorationsstück in einem Fotostudio. Die Situation wird schnell bedrohlicher. Die Frist zur Ausreise ist abgelaufen. Man wirft sie aus der Wohnung, bevor das Visum da ist. Die Möbel sind schon requiriert. Sie ziehen zum Bruder in seine Ein-Zimmer-Wohnung in der Stadt. Der hat schon einen Einquartierten, einen gläubigen Juden, eine tragikomische Figur. Das Novemberpogrom wird vor allem aus dessen Sicht drastisch dargestellt. Nur eine Verwechslung rettet Eva und Kain vor dem Abtransport ins Konzentrationslager. Der Titel des Romans ist sein Leitmotiv und bezieht sich auf einen Korb voller Schildkröten, die Kain davor rettet, mit Hakenkreuzen versehen zu werden. Sie sind zäh, aber auch sehr verletzlich. Trotz Veza Canettis oft unterkühltem, knappen Stil, der an manchen Stellen ins Biblische, in bitter-sarkastischen Humor und ins Groteske (ein Gastmahl für den SA-Mann) rutscht, kann man sich dem Geschehen kaum entziehen. Ein Roman über den ungeheuren Schmerz des Heimatverlusts und den Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts. Lesepausen sind unumgänglich. Eine intensive Lektüre.

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Die Schildkröten

von Veza Canetti

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