Leidenschaft und Mut in Zeiten größter Verzweiflung
Der Zweite Weltkrieg hat auch die Nielands und ihre engen Vertrauten nicht verschont. Noch viele Jahre später spürt die Familie die erlittenen Verluste. Die angehende Journalistin Isabel, Enkelin von Sofie Timmlein und Edith Nieland, macht bei ihren Recherchen zudem eine Entdeckung, die weitreichende Folgen für die Familie hat. Unterdessen wird Isabels Cousine Rosa Timmlein durch den Bau der Mauer von der Familie getrennt. Als über Hamburg eine verheerende Sturmflut hereinbricht, ist ein weiteres Mal der starke Zusammenhalt der Familien Nieland und Timmlein gefragt.
In dieser ergreifenden Familiensaga erzählt Charlotte Jacobi auf tief bewegende Art und Weise von einer Hamburger Reedereidynastie zwischen Krieg, Geheimnissen und großen Gefühlen. Bei »Sturm über der Villa am Elbstrand« handelt es sich um den abschließenden Band der Elbstrand-Saga nach dem erfolgreichen ersten Band »Die Villa am Elbstrand« und »Sehnsucht nach der Villa am Elbstrand«.
Charlotte Jacobi ist das gemeinsame Pseudonym des Autorenduos Eva-Maria Bast und Jørn Precht. Die Überlinger Journalistin Eva-Maria Bast ist Leiterin der Bast Medien GmbH, der Stuttgarter Hochschulprofessor Jørn Precht ist Drehbuchautor für Kino- und Fernsehproduktionen. Beide haben zahlreiche Sachbücher und zeitgeschichtliche Romane veröffentlicht und Preise gewonnen.
Kundinnen und Kunden meinen
4.4/5.0
Bebe_1893
aus Hohennstadt
5/5
14.01.2023
Buch (Taschenbuch)
Ende der Saga
"Die Villa am Elbstrand"
Band 3 - Sturm über der Villa am Elbstrand
Hamburg 1960
Nach den beiden Kriegen, scheint es endlich ruhiger zu werden und aufwärts zu gehen.
Es kam jedoch alles anders.
Es kam eine Mauer, die West- und Ostdeutschland trennte und eine riesen Flut die einen Großteil von Hamburg überschwemmt.
Eine spannende Reise ist nun zu Ende. Manchmal musste ich meine grauen Zellen ganz schön anstrengen, damit ich noch zusammen brachte, wer zu wem gehört. Aber mein Fazit ist durchaus positiv und die Reihe kann ich nur empfehlen.
Bewertung
5/5
16.08.2021
Buch (Taschenbuch)
Ein grandioser Abschluss der Elbvilla-Saga,...
Ein grandioser Abschluss der Elbvilla-Saga, den ich kaum aus der Hand legen wollte und mich die Figuren nach der letzten Seite schmerzlich vermissen ließ!
Toll recherchiert mit viel deutscher Zeitgeschichte!
Bewertung
5/5
11.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Ein großer Zeitsprung
Seit dem zweiten Band „Sehnsucht nach der Villa am Elbstrand“ ist jetzt nur zwei Monate später der dritte und abschließende Band der Reihe um die Reedersfamilie Nieland und die Familie Timmlein erschienen. Und damit müssen wir die beiden Familien leider verlassen.
Mich hat zu Beginn des dritten Teils sehr erstaunt, dass wir uns jetzt plötzlich schon im Jahr 1960 befinden. Der zweite Band endete 1945, der Sprung ist also gewaltig. Die Kinder von Anna Nieland und Sofie Timmlein sind inzwischen erwachsen und haben schon eigene Kinder, die so um die 18 Jahre alt sind und flügge werden. Zum Glück gibt es am Anfang ein Personenregister, denn sonst hätte ich die Verbindungen nicht so leicht herstellen können. Die Hauptpersonen in diesem abschließenden Band sind:
- Rosa Timmlein, die uneheliche Tochter von Elfie Timmlein
- Isabel Torres, die Tochter von Hilde Timmlein und José Torres
- Timon Schwarz, der Sohn von Leni Meseritz
Leider ist die Matriarchin Gudrun Nieland inzwischen verstorben, aber Anne, Sofie, Willi und Max erfreuen sich nach wie vor guter Gesundheit. Doch diese liebgewonnenen Hauptpersonen der Bände eins und zwei treten im dritten Band eher in den Hintergrund. Es geht um die Geschichten von Rosa, Isabel und Timon. Elfies Tochter Rosa macht ihre Ausbildung zur Kellnerin auf Finkenwerder bei dem Partner Elfies, Jan Lüttgens. Dort lernt sie dessen Neffen Felix Lüttgens, einen Musiker, kennen und verliebt sich in ihn. Als Felix ein Angebot in Rostock an einem Theater erhält, folgt Rosa ihm dorthin.
Isabel, die Enkelin von Annas Schwester Edith, folgt beruflich ihrer Großmutter. Sie möchte Journalistin werden und hat das Glück, dass sie beim Hamburger Spiegel anfangen kann.
Timon möchte gerne in der Reederei Nieland eine Ausbildung machen. Sehr zum Entsetzen seiner jüdischen Eltern, die während des Nationalsozialismus nach England fliehen mussten, leistet er seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr ab.
Nachdem ich mich erst einmal in die Geschichte einlesen musste, hat sie mich dann wieder richtig gepackt. Erst einmal vermisste ich die „alte Garde“. Doch dann haben Eva-Maria Bast und Jörn Precht richtig Gas gegeben und ganz viel Zeitgeschehen in diesen Roman hineingepackt.
Wir finden uns zeitweise auf dem Kiez in St. Pauli wieder, wo gerade die ursprünglichen Beatles, noch ohne Ringo Starr, dafür mit Stu Sutcliff und Pete West, ihre ersten Auftritte haben. Sie freunden sich mit den jungen Leuten der Villa am Elbstrand an.
Wir gehen mit Rosa und Felix nach Rostock, bzw. Warnemünde. Felix ist glücklich in dem Theater, in dem er engagiert wurde. Und Rosa macht eine Ausbildung im Hotel. Doch dann beginnen die Beziehungen zwischen Ost- und West-Deutschland massiv zu bröckeln, und die Mauer wird gebaut. Rosa und Felix sind in der DDR gefangen.
Isabel arbeitet als Rechercheurin beim Spiegel und bekommt dadurch sehr viel mit. So geraten wir durch sie mitten hinein in die Spiegel Affäre um den angeblichen Landesverrat von Rudolf Augstein und Conrad Ahlers.
Und dann kommt der 17. Februar 1962. Timon ist mit seiner Freundin zu Besuch bei einem Kumpel auf Waltershof. Jan Lüttgens ist in seinem Lokal auf Finkenwerder und das Gros der beiden Familien weilt in der Villa am Elbstrand. Doch die Flut steigt immer weiter und es geschehen dramatische Situationen für alle Beteiligten. Leni, die Mutter von Timon, arbeitet inzwischen als Sekretärin für den Hamburger Innensenator Helmut Schmidt. Dadurch sind wir in verschiedenen Positionen direkt mittenmang des Geschehens.
Ich habe bisher noch nie so eine packende Schilderung der Hamburger Flut gelesen. Und das, wo gerade der Orkan „Sabine“ über Deutschland sein Unwesen trieb. Eigentlich liebe ich stürmisches Wetter. Ich wäre dann immer liebsten auf einer nordfriesischen Insel direkt am Meeressaum. Aber nach diesem Kapitel über die Sturmflut in Hamburg überdenke ich das besser noch einmal. Den Autoren die es großartig gelungen, die Naturkatastrophe zu beschreiben. Diese Not der Menschen, die häufig noch in Notunterkünften lebten. Auf Elbinseln, deren Deiche nicht hoch- stabil genug waren. Diese eisige Kälte. Die fehlenden Möglichkeiten sich in Sicherheit zu bringen. Und das Versäumnis, rechtzeitig vor der Flut in Hamburg zu warnen. Allerdings auch, was Helmut Schmidt für Anstrengungen unternommen hat, damit die Menschen aus ihren Notlagen gerettet werden konnten. Eigentlich wollte ich schon lange schlafen, aber ich konnte das Buch zu dem Zeitpunkt einfach nicht aus der Hand legen. Ich war gedanklich selbst mittendrin und fühlte mich vom immer höher steigenden Wasser bedroht! Und ich fror!
Der dritte Band verknüpft ebenso wie der zweite Band wieder sehr geschickt wahre Geschehnisse mit der fiktiven Handlung. Die Zeit von 1960 bis 1964 war in Deutschland ausgesprochen interessant. Es war auch noch die Zeit, in der sowohl die USA als auch die UdSSR massiv atomar aufrüsteten. Es kam zu den ersten Osterdemonstrationen in Deutschland. Es gab die Kuba-Krise und eine begründete Angst vor dem 3. Weltkrieg. Auch diese Themen werden am Rande gestreift. Ganz so klar war mir gar nicht bewusst, in welche Periode ich 1963 hineingeboren wurde. Schade, dass wir die Bewohner der Villa am Elbstrand jetzt verlassen müssen. Ich denke, es gäbe noch einiges an Stoff in der jungen Bundesrepublik, den die Autoren in ihren Romanen verarbeiten könnten.
Eine tolle Geschichtsstunde in Romanform. Die Romane um die Villa am Elbstrand können Männer und Frauen gut lesen, denn sie sie spannend erzählt, bieten viel geschichtlichen Hintergrund und die Liebe nimmt nicht zu viel Platz ein.
Dreamworx
aus Berlin
4/5
07.03.2020
Buch (Taschenbuch)
Abschied von der Elbstrandvilla
60er Jahre Hamburg. Der Zweite Weltkrieg liegt bereits einige Jahre zurück und hat der Familie Nieland einige Verluste eingebracht. Nun befindet sich Deutschland mitten im Wiederaufbau und im Wirtschaftswunder, was auch Veränderungen für die Familien Nieland und Timmlein mit sich bringt. Sofie Timmleins Enkelin Isabel möchte eine ernstgenommene Journalistin werden, während ihre Cousine Rosa sich als Schauspieler einen Namen machen möchte, doch dann wird sie unfreiwillig durch die Grenzmauer, die Deutschland in Ost und West teilt, von ihrer Familie getrennt und versucht alles, um wieder in den Schoß dieser zurückzukehren, was sich als gefährlich und gar nicht so einfach herausstellt. Die Sturmflut 1962 verlangt den beiden Familien noch einmal alles ab, denn auch diesmal bleiben sie nicht von Überraschungen verschont…
Charlotte Jacobi hat mit „Sturm über der Villa am Elbstrand“ den finalen Teil ihrer Hamburg-Trilogie vorgelegt, der wieder einmal mit einigen Verwicklungen, sehr guter historischer Hintergrundrecherche und vielen Spannungsmomenten aufwarten kann. Der Erzählstil ist flüssig, bildhaft und fesselnd, nach wenigen Zeilen hat sich der Leser erneut in der Elbstrandvilla in Hamburg eingelebt und verfolgt voller Neugier die Entwicklungen und Machenschaften der Hausbewohner nach einem Zeitsprung von mehreren Jahrzehnten. Sehr gelungen werden für Erstleser viele Informationen aus den ersten beiden Bänden als Randnotizen eingeflochten, so dass der Leser der Handlung durchgängig folgen kann. Die akribische Recherche des historischen Hintergrunds ist auch diesmal wieder exzellent, so werden viele Details rund um die große Flut in die Handlung mit eingebracht, aber auch der Mauerbau, die Anti-Atomkraftmärsche sowie der Hamburg-Besuch der Beatles finden sich in der Geschichte wieder. Viele bekannte Namen der damaligen Zeit tauchen im Rahmen des politischen und gesellschaftlichen Lebens der damaligen Zeit auf und zeugen einmal mehr von der guten Hintergrundrecherche. Überraschende Wendungen machen die Geschichte durchweg spannend und aufgrund der bildreichen Erzählweise hat der Leser während der Lektüre das Gefühl, nicht nur das Leben einiger Familienmitglieder zu beobachten, sondern hautnah bei einem Stück Zeitgeschichte mit dabei zu sein.
Die bekannten Charaktere haben den Jahren angepasst eine glaubwürdige Entwicklung hingelegt, die Enkelgeneration ist liebevoll und lebendig neu inszeniert, so dass sie dem Leser ebenso schnell ans Herz wachsen, wie die „alten Hasen“. Sofie Timmlein ist inzwischen eine geachtete und angesehene Zahnärztin, was sie ihrer eigenen Hartnäckigkeit, ihrem Fleiß und ihrer Ausdauer zu verdanken hat, aber auch ihrer Hilfsbereitschaft und ihrem Gerechtigkeitssinn. Auch Anna steht noch mit beiden Beinen im Leben und hat von ihrer resoluten Art nichts verloren. Isabel besitzt eine gesunde Neugier und gebärdet sich teilweise wie ein Pitbull, während sie Nachforschungen betreibt und den Dingen auf den Grund geht. Rosa ist eine Künstlerseele, die sich in arge Schwierigkeiten bringt. Aber auch Willy, Timon und Burkard machen diese Geschichte rundum spannend und zu einem krönenden Abschluss der Familiensaga.
Mit „Sturm über der Villa am Elbstrand“ heißt es Abschiednehmen von liebgewonnenen Protagonisten. Das Buch besticht durch eine akribische Hintergrundrecherche sowie der Entwicklung einer Familie über mehrere Jahrzehnte, wobei die schicksalshafte Erlebnisse der Vergangenheit bis in die Zukunft reichen. Spannende und kurzweilige Lektüre, die man nicht aus der Hand legen kann und somit eine Leseempfehlung verdient.
Katjuschka
4/5
08.02.2020
Buch (Taschenbuch)
Teil 3 der Elbstrand-Saga
Die Villa am Elbstrand hat mitsamt ihren Bewohnern vieles erlebt.
In diesem dritten und abschließenden Band der Trilogie liegt der historische Hintergrund im Erstehen der jungen deutschen Republik und der Teilung Deutschlands - aber auch der Angst vor einem neuen Krieg, ausgelöst durch die Kuba-Krise.
In Mittelpunkt natürlich wieder die Familien Nieland und Timmlein.
Anna und Sophie, die jungen Freundinnen aus dem ersten Teil der Reihe, sind beide mittlerweile Mutter und Großmutter geworden.
Und so spielen immer mehr ihre Töchter und Enkel die Hauptrollen in dieser in Hamburg angesiedelten Familien-Saga.
Ich denke man kann das Buch alleine lesen, da die nötigen Informationen aus Teil 1 und 2 sehr gut wie nebenbei vermittelt werden ohne die Leser(innen) mit Vorkenntnissen zu langweilen!
Ein Personenregister zum Verständnis über die familiären Verbindungen ist zum Glück dabei, denn es gibt mittlerweile sehr viele Protagonisten in dieser spannenden Geschichte.
Die historischen Begebenheiten sind sehr gut in die Handlung eingebettet und ganz offensichtlich akribisch recherchiert! Auch real existierende Personen fließen immer wieder perfekt ein.
So haben der Handlungsstrang rund um das Jahrhundert-Hochwasser in Hamburg und die Aktivitäten von Polizeisenator und späteren Bundeskanzler Helmut Schmidt fast Dokumentationscharakter.
Interessant fand ich auch den Augstein-Strauß - Konflikt.
An manchen Stellen kamen mir die privaten Aspekte fast ein wenig zu kurz....
Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere haben sich parallel zur Historie weiterentwickelt.
Von einigen "vertrauten" Personen muss man sich verabschieden, andere kommen dazu und bereichern die Handlung mit neuen Impulsen.
Ich denke jede(r) Leser(in) wird seine eigenen Lieblinge finden!
Der Abschluss ist versöhnlich - Ich habe also die Villa an der Elbchaussee verlassen und das Buch mit einem Lächeln beendet.
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