Der gerissene Kater Spiegel, der den Hexenmeister über den Tisch zieht; der schmollende Tagedieb Pankraz, den eine Begegnung mit einem Löwen und einem eitlen Frauenzimmer zum Manne macht; drei rivalisierende Gesellen, die an dem gierigen Verlangen nach einer reichen Jungfer reihum zugrunde gehen: Das sind die Leute von Seldwyla. Anhand ihrer Lebensbilder schildert Gottfried Keller die Engstirnigkeit, Beschränktheit und Zerrüttung, die hinter dem scheinbaren Idyll eines Dorfes schlummern. Tragikomisch und grotesk satirisch – »Die Leute von Seldwyla« ist eine Perle des poetischen Realismus.Lesung mit Christian Brückner, Heiner Schmidt, Wolf Euba, Ernst Schlott2 mp3-CDs | ca. 17 h 37 min
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5.0/5.0
MaWiOr
aus Halle
5/5
09.11.2019
Hörbuch (Audio)
In seinem zweiteiligen…
In seinem zweiteiligen Novellenzyklus „Die Leute von Seldwyla“ erzählt Gottfried aus dem Leben der Bürger von Seldwyla, einer fiktiven Kleinstadt mit bäuerlich-bürgerlichen Milieu. In der Vorrede erläutert er den Ortsnamen („wonniger und sonniger Ort“), die Umgebung und die Eigenart dieser Bürger. Seldwyla ist ein Ort des Müßiggangs und der liebenswerten Sonderlinge. Die meisten „Lebensbilder“ spielen in der Gegenwart, andere sind humoristische Märchen, die sich mitunter ins Groteske steigern. Der erste Teil (1856) vereint die Novellen „Pankraz, der Schmoller“, „Romeo und Julia auf dem Dorfe“, „Frau Regel Amrain und ihr Jüngster“, „Die drei gerechten Kammacher“ und „Spiegel, das Kätzchen“, wobei „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ auf einer tatsächlichen Begebenheit, dem Freitod eines jungen Liebespaares, beruhte. Die „verhängnisvolle Dorfgeschichte“ wollte Keller zunächst nicht in den Zyklus aufnehmen. Im zweiten Teil (1873/74) sind die Novellen „Kleider machen Leute“, „Der Schmied seines Glückes“, „Die missbrauchten Liebesbriefe“, „Dietegen“ und „Das verlorene Lachen“ versammelt. Die Geschichte um den armen Schneiderlehrling Wenzel Strapinski, der aufgrund seiner vornehmen Kleidung für einen reichen polnischen Grafen gehalten wird, ist die wohl bekannteste Erzählung aus dem Novellenzyklus und gehört seit Generationen zur klassischen Schullektüre. Mit Ausnahme von „Romeo und Julia auf dem Dorfe“ bringt das vorliegende Hörbuch (Produktion des Hessischen Rundfunks 1984, 2mp3-CDs mit einer Spieldauer von 17,5 Stunden) alle Novellen von „Die Leute von Seldwyla“ - gelesen von Christian Brückner, Wolf Euba, Heiner Schmidt und Ernst Schlott, sodass auch vom Sprecher-Team für Abwechslung gesorgt wird.
Odilie
aus Bremen
5/5
10.04.2025
Hörbuch
Ich bewundere diesen Verlag!
Unglaublich finde ich dieses Hörbuch!
Viele Stunden Genuss für Ihre Ohren.
Jede dieser 5 Novellen beschäftigt mich intensiv. Es ist eine Freude den Sprechern zuzuhören.
In den Booklets sind alle Hörtexte abgedruckt. Besonders beeindruckt hat mich im dritten Beibuch das sorgfältige Glossar, das mir wirklich jede Frage beantwortet und mit Hinweisen auf den Gebrauch einzelner Wörter z.B. in der Strauss Oper "Rosenkalavier" einen Verständnisraum öffnet, den ich so nicht erwartet hatte.
Abgerundet wird das Ganze von zwei Essays.
Jetzt wünsche ich uns allen mindestens einen "fünffachen Spiegel der Erinnerung" und ein Leben im "Turme der Freundschaft" ! (Drittes Booklet. S.59 und 60).
Viel Freude wünsche ich Ihnen beim Hören und Lesen.
Dem Verlag danke ich herzlich für diese "Zauberschachtel"!!!
Bewertung
aus Wien
5/5
05.09.2022
eBook (ePUB)
In der Zeit
Keller ist immer noch erstaunlich zeitgemäss. Der grüne Heinrich hat mich in meiner Jugend begleitet. Die Züricher Novellen (müssten korrekt schweizerisch Zürcher Novellen heissen) sind kleine Kunstwerke. Der Höhepunkt ist die Rede des Sohns des Schneidermeisters auf dem Schützenfest. Sie wird in Meinrad Inglins Schweizerspiegel erwähnt, da musste ich mir gleich das Buch von Keller kaufen und "das Fähnlein der sieben Aufrechten" lesen.
Bewertung
aus Zollikerberg
5/5
18.06.2021
Buch (Taschenbuch)
Züricher Novelle Gottfried Keller
Schöne Diogenes Ausgabe, alles in Ordnung, angenehm zu lesen, übersichtlich und einladend
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