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Die Orient-Mission des Leutnant Stern

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang

45414

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.10.2019

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

19,1/12,3/2 cm

Gewicht

255 g

Farbe

Lichtgrau / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-05338-8

Beschreibung

Rezension

Mit historischer Tiefenschärfe, aber auch mit viel Witz und Humor nimmt Jakob Heins abenteuerliche Orient-Mission erzählerische Fahrt auf. (...) Ein wunderbar feinsinniger Text, der uns diese absurde, aber wahre Geschichte über ein kaum bekanntes deutsch-islamisches Kapitel unserer Geschichte näherbringt. ("Deutschlandfunk Kultur")
Hein hat eine wirklich spannende Geschichte ausgegraben – politisch, aber auch religionshistorisch spannend. ("SWR 2 lesenswert")
Welche Rolle spielt das einzelne Schicksal in den geopolitischen Planspielen der politischen Mächte? ... Das sind sehr wichtige Fragen, die in Gestalt dieses sehr gut lesbaren Romans über ein wenig bekanntes deutsch-islamisches Kapitel unserer Geschichte daherkommen – ich finde das sehr gelungen. ("radio eins")
Ein amüsanter, zugleich aber zutiefst verstörender Einblick in die deutsche, türkische, marokkanische, arabische, französische und europäische Geschichte. Vor allem jedoch in die Geschichte des Islam und seiner Verbindung mit Deutschland. ("stern.de")
Auf relativ knappem Raum entfaltet Jakob Hein seine Kunst, dem Irrsinn menschlichen Treibens Witz abzutrotzen. All sein Gespür für Drama und Groteske konzentriert Hein auf die Beschreibung dieser aberwitzigen Reise. ("NDR")
Jakob Hein hat eine aberwitzige Geschichte ausgegraben. (...) Ein historischer Schelmenroman, vollgestopft mit Fakten und Randnotizen der Geschichte. ("rbb")
Man spürt bei diesem historischen Thema, wie sehr es von heute handelt: die Fluchtgeschichten, die Glaubensfragen, der Antisemitismus – alles das wirkt unglaublich gegenwärtig. (...) Unverständlich, dass dieses Buch nicht unter den Nominierten für den Leipziger Buchpreis ist. (...) Für mich das Buch des Frühjahrs. ("MDR Kultur")
Mit seinem neuen Buch ist Jakob Hein ein kleines Kunststück gelungen: Er schreibt einen historischen Roman, der aktueller nicht hätte sein können – und der ebenso relevant ist wie amüsant. ("rbb Stilbruch")
Köstlich zu lesen (...) Hein gelingt es, den historischen Stoff bis ins Heute zu führen. Jakob Hein hat einen humorvollen und sehr tiefsinnigen Tatsachenroman geschrieben. ("MDR artour")
In seinem sorgfältig recherchierten Abenteuerroman erzählt Hein von einer der fantasievollsten Aktionen des Ersten Weltkrieges. (...) Die emotionale, wilde Geschichte, eingebettet in die Wahnvorstellungen und Irrtümer ihrer Zeit, erzählt uns erst Jakob Hein, lehrreich und amüsant. ("Der Tagesspiegel")

Produktdetails

Verkaufsrang

45414

Einband

Taschenbuch

Erscheinungsdatum

10.10.2019

Verlag

Kiepenheuer & Witsch

Seitenzahl

256

Maße (L/B/H)

19,1/12,3/2 cm

Gewicht

255 g

Farbe

Lichtgrau / Kaffee

Auflage

2. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-462-05338-8

Herstelleradresse

Kiepenheuer & Witsch GmbH
Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
DE

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Ich dachte, es sei ein Reisebericht, aber...

Bewertung am 13.09.2025

Bewertungsnummer: 2594887

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

... es ist soviel mehr. Genaugenommen ist es ein Sachbuch in Romanform. Von der Geschichte selbst, also der Reise von Leutnant Stern und dem Versuch des deutschen Reiches, das Osmanische Reich zum Krieg gegen insb. die Entente zu bewegen, hatte ich noch nichts gehört. Wie abstrus! Wie interessant! Auch, wie sehr die deutsche kaiserliche Armee mit der türkischen Armee verquickt war, wußte ich noch nicht. Ebenso hatte ich bei vielen Berlinbesuchen noch nie vom "Gefangenenlager" für ausgewählte Muslime und dem Versuch gehört, diese für Kriegszwecke zu "erziehen" und dabei kolonialistisch-dumm an die Sache heranzugehen (Sprachen, Kulturen, ...). Über die Mitverantwortung der kaiserlich deutschen Diplomatie am armenischen Völkermord hatte ich allerdings schon gelesen, Franz Werfels Die 40 Tage des Musa Dagh. Aber das das Kaiserreich tatsächlich zu den treibenden Kräften gehörte - das war mir neu, schockierend neu. Ich bin sehr dankbar, durch dieses Buch wieder einige Puzzlestücke deutsche Geschichte kennengelernt zu haben. Bücher wie dieses zeigen, wie wichtig Literatur ist, was Literatur zur allgemeinen Bildung beitragen kann.

Ich dachte, es sei ein Reisebericht, aber...

Bewertung am 13.09.2025
Bewertungsnummer: 2594887
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

... es ist soviel mehr. Genaugenommen ist es ein Sachbuch in Romanform. Von der Geschichte selbst, also der Reise von Leutnant Stern und dem Versuch des deutschen Reiches, das Osmanische Reich zum Krieg gegen insb. die Entente zu bewegen, hatte ich noch nichts gehört. Wie abstrus! Wie interessant! Auch, wie sehr die deutsche kaiserliche Armee mit der türkischen Armee verquickt war, wußte ich noch nicht. Ebenso hatte ich bei vielen Berlinbesuchen noch nie vom "Gefangenenlager" für ausgewählte Muslime und dem Versuch gehört, diese für Kriegszwecke zu "erziehen" und dabei kolonialistisch-dumm an die Sache heranzugehen (Sprachen, Kulturen, ...). Über die Mitverantwortung der kaiserlich deutschen Diplomatie am armenischen Völkermord hatte ich allerdings schon gelesen, Franz Werfels Die 40 Tage des Musa Dagh. Aber das das Kaiserreich tatsächlich zu den treibenden Kräften gehörte - das war mir neu, schockierend neu. Ich bin sehr dankbar, durch dieses Buch wieder einige Puzzlestücke deutsche Geschichte kennengelernt zu haben. Bücher wie dieses zeigen, wie wichtig Literatur ist, was Literatur zur allgemeinen Bildung beitragen kann.

Total verrückt, aber doch wahr

Bewertung am 10.10.2019

Bewertungsnummer: 404121

Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jakob Hein ist ein Psychiater und Buchautor. Er hat schon 14 Bücher veröffentlicht, aber dies ist das erste, was ich von ihm gelesen habe. Irgendwie haben mich das Cover und der Titel so angesprochen, dass ich mir das Buch einmal näher angeguckt habe. Und als ich dann den Klappentext gelesen habe, habe ich gedacht, diese Geschichte hört sich so verrückt an, die muss ich jetzt einfach lesen. Jakob Hein erzählt hauptsächlich die Geschichte des jüdischen Leutnant Stern und der muslimischen Kriegsgefangenen Tassaout und Aderfit. Es ist eine wahre Geschichte, die sich so während des 1. Weltkriegs zugetragen haben soll. Leutnant Stern hatte einen ganz angenehmen Job in der Etappe. Und er hatte Langeweile. So hat er sich einen eigentlich genialen Plan ausgedacht, mit dem Deutschland ganz schnell den Krieg gewinnen sollte. Diesen Plan sollte sein Vater über Beziehungen ganz nach oben nach Berlin weiterleiten. Das hat tatsächlich geklappt, so dass Leutnant Stern nach Berlin beordert wurde. Doch dann bekam er eine Aufgabe, die noch viel verrückter war als sein ursprünglicher Plan. Doch das haben Sie ja auch bereits im Klappentext gelesen. Jakob Hein hat eine ganz eigene Art zu erzählen. Beim Lesen dachte ich immer, dass es sich um ein älteres Buch handeln müsste, denn der Autor hat es geschafft, dass das Buch sich liest, als ob es Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde. Ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Aber für mich las es sich, als ob jemand eine Geschichte so erzählt, als ob er selbst ganz erstaunt von dieser Geschichte wäre. Ein wenig, als wenn Till Eulenspiegel plötzlich in die Zeit des 1. Weltkriegs katapultiert worden wäre. Die Geschichte an sich ist so verrückt und grotesk, dass ich schon dachte, dass der Autor uns einen Bären aufbinden wollte. Aber alles, was ich zwischendrin nachgeschlagen habe, konnte ich auch finden. Also scheint es diese ungewöhnliche Geschichte tatsächlich gegeben zu haben. Vordergründig liest sich das Buch ausgesprochen charmant und witzig. Ich musste immer wieder schmunzeln. Aber z.T. ist mir das Lachen dann doch vergangen. Nämlich, wenn ich darüber nachgedacht habe, wie es den armen Kriegsgefangenen aus dem osmanischen Reich ergangen ist. Die ganze Zeit waren sie nur Spielbälle in einem Krieg, mit dem sie eigentlich gar nichts zu tun hatten. Und als sie dann ihre Pflicht getan hatten, waren sie plötzlich für niemanden mehr interessant. Und ein weiteres Thema reißt Jakob Hein an. Nämlich das Thema der Armenier. Und da hat er einiges so mal eben am Rande mit eingebunden, was mir bisher noch gar nicht bekannt war. Nämlich die Rolle, die die Deutschen dabei gespielt haben. Ein ungewöhnliches Buch, was im 1. Weltkrieg spielt, aber ohne Kampf und ohne offenkundige Grausamkeit auskommt. Und doch regt es zum Nachdenken an.

Total verrückt, aber doch wahr

Bewertung am 10.10.2019
Bewertungsnummer: 404121
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Jakob Hein ist ein Psychiater und Buchautor. Er hat schon 14 Bücher veröffentlicht, aber dies ist das erste, was ich von ihm gelesen habe. Irgendwie haben mich das Cover und der Titel so angesprochen, dass ich mir das Buch einmal näher angeguckt habe. Und als ich dann den Klappentext gelesen habe, habe ich gedacht, diese Geschichte hört sich so verrückt an, die muss ich jetzt einfach lesen. Jakob Hein erzählt hauptsächlich die Geschichte des jüdischen Leutnant Stern und der muslimischen Kriegsgefangenen Tassaout und Aderfit. Es ist eine wahre Geschichte, die sich so während des 1. Weltkriegs zugetragen haben soll. Leutnant Stern hatte einen ganz angenehmen Job in der Etappe. Und er hatte Langeweile. So hat er sich einen eigentlich genialen Plan ausgedacht, mit dem Deutschland ganz schnell den Krieg gewinnen sollte. Diesen Plan sollte sein Vater über Beziehungen ganz nach oben nach Berlin weiterleiten. Das hat tatsächlich geklappt, so dass Leutnant Stern nach Berlin beordert wurde. Doch dann bekam er eine Aufgabe, die noch viel verrückter war als sein ursprünglicher Plan. Doch das haben Sie ja auch bereits im Klappentext gelesen. Jakob Hein hat eine ganz eigene Art zu erzählen. Beim Lesen dachte ich immer, dass es sich um ein älteres Buch handeln müsste, denn der Autor hat es geschafft, dass das Buch sich liest, als ob es Anfang des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde. Ich weiß gar nicht, wie ich das in Worte fassen soll. Aber für mich las es sich, als ob jemand eine Geschichte so erzählt, als ob er selbst ganz erstaunt von dieser Geschichte wäre. Ein wenig, als wenn Till Eulenspiegel plötzlich in die Zeit des 1. Weltkriegs katapultiert worden wäre. Die Geschichte an sich ist so verrückt und grotesk, dass ich schon dachte, dass der Autor uns einen Bären aufbinden wollte. Aber alles, was ich zwischendrin nachgeschlagen habe, konnte ich auch finden. Also scheint es diese ungewöhnliche Geschichte tatsächlich gegeben zu haben. Vordergründig liest sich das Buch ausgesprochen charmant und witzig. Ich musste immer wieder schmunzeln. Aber z.T. ist mir das Lachen dann doch vergangen. Nämlich, wenn ich darüber nachgedacht habe, wie es den armen Kriegsgefangenen aus dem osmanischen Reich ergangen ist. Die ganze Zeit waren sie nur Spielbälle in einem Krieg, mit dem sie eigentlich gar nichts zu tun hatten. Und als sie dann ihre Pflicht getan hatten, waren sie plötzlich für niemanden mehr interessant. Und ein weiteres Thema reißt Jakob Hein an. Nämlich das Thema der Armenier. Und da hat er einiges so mal eben am Rande mit eingebunden, was mir bisher noch gar nicht bekannt war. Nämlich die Rolle, die die Deutschen dabei gespielt haben. Ein ungewöhnliches Buch, was im 1. Weltkrieg spielt, aber ohne Kampf und ohne offenkundige Grausamkeit auskommt. Und doch regt es zum Nachdenken an.

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