Frances und ihre Freundin Bobbi, Studentinnen in Dublin, lernen das gut zehn Jahre ältere Ehepaar Melissa und Nick kennen. Sie treffen sich bei Events, zum Essen, führen Gespräche. Persönlich und online diskutieren sie über Sex und Freundschaft, Kunst und Literatur, Politik und Genderfragen und, natürlich, über sich selbst. Während Bobbi von Melissa fasziniert ist, fühlt sich Frances immer stärker zu Nick hingezogen ... Ein intensiver Roman über Intimität, Untreue und die Möglichkeit der Liebe, eine hinreißende, kluge Antwort auf die Frage, wie es ist, heute jung und weiblich zu sein.
Kundinnen und Kunden meinen
3.9/5.0
Bewertung
aus Malters
5/5
14.01.2022
eBook (ePUB)
Gespräche mit Freunden
Am Anfang hat es mich nicht so mitgerissen, doch es wurde immer besser. Tolles Buch. Man kann sich sehr gut in die verschiedenen Charakteren hineinversetzten.
Bewertung
aus Belp
5/5
24.08.2019
eBook (ePUB)
Erfrischend und direkt
Sehr direkte und schnörkellose Sprache, spannend zu lesen, hat mir sehr gut gefallen.
Bewertung
5/5
07.08.2019
eBook (ePUB)
Das Gefühl einer ganzen Generation
Wie alles im Leben beginnt es mit einer einzigen harmlosen Begegnung. Die zwei Studentinnen Frances und Bobby, beide waren lange Zeit ein Paar, treffen am Ende einer ihrer Spoken-Word- Veranstaltungen auf das Ehepaar Melissa und Nick. Melissa, bekannte Fotografin und Teilzeit-Schriftstellerin, entschließt sich ein Essay über Frances und Bobby zu schreiben, Bobby ist fasziniert von Melissa, Frances verliebt sich nach und nach in Nick, einen berühmten Schauspieler. Aus der anfänglichen Freundschaft entwickelt sich sukzessive eine Ménage-à-quatre - und der Beginn der ganz großen Katastrophe.
Es erinnert beinahe ein bisschen an ein Theaterstück von Yasmina Reza - die Personenzahl ist überschaubar, die Location spielt eine eher nebensächliche Rolle, die Interaktion zwischen den Charakteren schaukelt sich immer weiter hoch, die Tragödie konstant im Blick. Es ist ein Debüt, das man so nicht unbedingt erwartet hätte, Sally Rooney gelingt der Paukenschlag des Jahres.
Mit "Gespräche mit Freunden" beschreibt sie das Lebens Gefühl einer ganzen Generation und lässt die zu Wort kommen, die ab und an doch gerne belächelt werden: die Millennials. Unentschlossenheit, Unsicherheit, Wankelmütig - es gibt viele Adjektive, die dieser Generation zugeordnet werden und nun bietet Rooney genau jenen die Möglichkeit, sich in ihrem Roman in voller Gänze zu präsentieren. Nachrichtenaustausch bis spät in die Nacht, Abnabeln von den Eltern, die erste ganz große Liebe, berufliche Unsicherheit. Frances und Bobby stellen stellvertretend die Fragen einer ganzen Altersklasse, ihr holpriger, an manchen Stellen etwas unsicherer, Weg zu den Antworten ist Kernthema und roter Faden der Erzählung. Dabei bewegt sich vor allem Frances durchweg in einem Spannungsfeld aus Selbstzweifeln und kühnem Optimismus, ist unsicher in ihren Handlungen, eher die Beobachterin, als aktiv handelnd. Dem gegenüber hat Bobby ihre festen Prinzipien, ist immer im Mittelpunkt des Geschehens, ihren Standpunkt vehement vertretend. Es sind diese Kontraste, kombiniert mit der Liebe, die die beiden Frauen miteinander verbindet, die den Roman aus der Menge herausstechen lassen.
Und nicht nur das - Rooneys Schreibstil ist anders. Sie ist laut, wild, provokativ und unberechenbar. Ihren Protagonisten legt sie die ganz großen gesellschaftlichen Themen in den Mund: Feminismus, Politik, Sex, Liebe und Freundschaft. Rooney lässt kein Thema aus, schreibt scharfsinnig und präzise über Ängste, Hoffnungen und Verluste. Dabei entwickelt ihre Geschichte nach und nach einen Sog, der sich gegen Ende immer mehr zuspitzt und den Leser in einem literarischen Strudel gefangen hält. Momente zum Luftholen gibt es wenige - weder für die Protagonisten, noch für den Leser.
Psychologisch präzise legt sie das Gefühlsleben ihrer Figuren offen, lässt sie leiden und verzweifeln, schreibt mit messerscharfen Blick und legt den Augenschein auf genau die Charaktereigenschaften, die sonst gerne im Dunklen gehalten werden.
"Gespräche mit Freunden" ist ein Roman, der den Leser unterhält - auf intelligente, durchdachte und literarische Art. Es ist ein Roman, der den Leser in die eigene Jugend zurückversetzt und es dabei schafft, für kurze Zeit ein ganz bestimmtes Gefühl zu kreieren: Das Gefühl der unbegrenzten Möglichkeiten, ohne die permanente Angst vor dem freien Fall.
yellowdog
3/5
31.07.2019
eBook (ePUB)
Lebensgefühl der jungen Generation
In Sally Rooneys Roman fällt die genaue und ruhige Erzählweise auf.
Die Handlung ist unspektakulär, nicht aber die Gefühlslage der beteiligten Hauptfiguren. Die Studentinnen Frances und Bobbie lernen ein interessantes Paar kennen, das sie fasziniert. Den Schauspieler Nick und seine Frau Melissa, eine Schriftstellerin. Es gibt gemeinsame Abendessen und kultivierte Gespräche, doch dann beginnen Frances und Nick eine Affäre.
Frances ist die Icherzählerin des Buches und sie ist 21 Jahre jung, weiß noch nicht genau, wo sie im Leben steht, sowohl beruflich wie im Privatleben. Das ist ja auch normal.
Zwischen ihr und Nick läuft es schwierig. Doch die Affäre belastet sie anscheinend auch emotional, das äußert sich sogar in Selbstverletzungen und Krankheit. Streckenweise tat sie mir leid, aber als Leser bin ich lange nicht dicht an den Figuren dran, weswegen ich emotional wenig beteiligt bin. In der zweiten Romanhälfte ändert sich das ein wenig.
Der Titel scheint mir nicht passend, denn Freunde sind die 4 Hauptfiguren nicht wirklich und die Gespräche bleiben auf der Oberfläche.
Davon abgesehen gibt es wirklich einige bemerkenswerte Formulierungen, nur stammen die meistens aus Frances inneren Gedanken.
Im Prinzip begrüße ich Bücher, die etwas vom Lebensgefühl der jungen Generation erzählt.
Frances und ihre (Ex)Freundin Bobby studieren in Dublin und treffen auf einem Literaturevent Frank und Melissa – und schon nehmen die Beziehungen mit unterschiedlichen Dynamiken ihren Lauf. Frances verliebt sich in Frank, legt sich immer wieder mit Bobby an und schafft es auch immer wieder, ihr neues Glück mit subtilen Bemerkungen zu sabotieren. Im Innersten ist sie so unsicher wie Frank, den sie bewundert, der aber Entscheidungen auch gerne andern überlässt. In gemeinsamen Ferien in Frankreich entfaltet sich eine spannende und unkonventionelle Beziehungsdynamik, die durchgehalten wird bis zum Schluss. Die einzelnen Charaktere – allen voran die Protagonistin Frances, aus deren Sicht alles erzählt ist – entwickeln sich. Allerdings bekommt man manchmal das Gefühl, sie träten immer wieder in dieselben Fallen, provozierten einander unnötigerweise, spielten mit schonungsloser, oft verletzender Offenheit und dann wieder mit gezieltem Verschweigen. Das Buch ist unkonventionell, spricht Tabuthemen an und zeigt die Hilflosigkeit der Protagonisten in ihren Beziehungen. So verletzt Frances nicht nur immer wieder Bobby und Frank mit Sticheleien, auch sich selber mag sie oft nicht ausstehen, spürt sich nicht mehr und wird selbstverletzend.
Insgesamt spannend und sehr gut geschrieben mit Humor und Einfühlungsvermögen. Es spiegelt auch die verwirrende Gegenwart, die junge Menschen oft verunsichert und etwas rat- und ziellos herumirren lässt. Ein gelungenes Buch, oft wie ein Gesprächsprotokoll, das im Stil sehr ähnlich ist wie ihre folgenden Bücher «Normale Menschen», «Intermezzo» und «schöne Welt, wo bist Du».
Bobby zu Frances: «Du unterschätzt deine eigene Macht, damit du dir selbst nicht die Schuld geben musst, wenn du andere Menschen schlecht behandelst». (356)
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