'Excellent . . . amazing how much still comes as a surprise' New York Times Book Review
'Like Capote's In Cold Blood, this tour de force gets below the who and the what of a horrifying incident to lay bare the devastating why' People
'A staggering work of journalism' Washington Post
'The tragedies keep coming. As we reel from the latest horror...' So begins the epilogue, illustrating how Columbine has become the template for nearly two decades of "spectacle murders." It makes the imperative to understand the crime that sparked this flame more urgent than ever.
What really happened on April 20th, 1999? The horror left an indelible stamp on the American psyche, but most of what we thought we knew was wrong. It wasn't about jocks, Goths or the Trench Coast Mafia. Dave Cullen was one of the first reporters on the scene, and he spent ten years on this book, the definitive account. With a keen investigative eye and psychological acumen, he draws on mountains of evidence, insight from the world's leading forensic psychologists , and the killers' own words and drawings - several reproduced in a new appendix. Cullen paints raw portraits of two polar opposite killers. They contrast starkly with the flashes of resilience and redemption among the survivors.
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Gut recherchiertes Sachbuch über ein schreckliches Ereignis
Bewertung aus Weidenbach am 26.11.2021
Bewertungsnummer: 1613386
Bewertet: eBook (ePUB)
Am 20. April 1999 um die Mittagszeit stürmen die Schüler Eric Harris und Dylan Klebold schwer bewaffnet ihre Highschool in Littleton, Colorado. Ihr Ziel: So viele Mitschüler*innen wie möglich zu töten, bevor sie von einem Sondereinsatzkommando gestoppt werden. Neben halbautomatischen Gewehren und Pistolen haben sie bereits vorher Rohrbomben an verschiedenen Orten der Schule und in ihren Autos deponiert. Von hunderten Toten fantasierte Harris vorher in seinem Notizbuch. Auch Molotowcocktails waren im Einsatz.
Wahllos schießen Eric Harris und Dylan Klebold auf andere Teenager und müssen schließlich feststellen, dass die Bomben nicht explodieren. Insgesamt 12 Schüler*innen und einen Lehrer haben sie zu diesem Zeitpunkt bereits getötet. Sie schießen noch ein paarmal aus dem Fenster auf Ersthelfer, treffen aber niemanden mehr. Auch die übrigen Schüler*innen, die noch in der Schule verbarrikadiert sind, bedrohen sie nicht mehr. Der Traum vom Massenmord, davon, die berühmtesten und abschreckendsten Killer der Menschheit zu werden, war für Harris und Klebold geplatzt. Als die Polizei am späten Nachmittag endlich die Schule stürmt, finden sie die Leichen der beiden Amokläufer in der Bibliothek. Später wird man feststellen, dass sie bereits seit Mittag tot waren und nicht (wie angenommen) seit Stunden alle noch verbliebenen Kinder in der Schule als Geiseln hielten. Sie hatten sich kurz nach den Schüssen aus dem Fenster selbst getötet.
Obwohl das Schoolshooting eine viel geringere Opferzahl hatte, als Eric Harris sich gewünscht hatte, wurde Columbine zum Schlagwort für Amokläufe. Zahllose Attentäter haben sich seit 1999 auf die beiden Täter bezogen, sie als Inspiration auserkoren oder versucht, ihren „Opferscore“ zu knacken. Bis heute ist ihre Tat nicht zu verstehen und schwer zu verdauen.
In „Columbine“ erzählt Dave Cullen, der als Reporter einer der ersten am Ort des Geschehens war, die Geschichte der Opfer und der Täter von Columbine aus vielen Perspektiven nach. Er führt sowohl die Vorgeschichte, die wahnsinnige Planung, die die Täter bereits 2 Jahre vorher begannen, die im Keller von Harris Elternhaus gedrehten Videos mit konkreten Tatankündigungen und die Tagebucheinträge der beiden Killer aus, als auch die Nachfolgen, mit der die Opfer auch nach über 10 Jahren noch zu kämpfen haben. Besonders schön fand ich, wie Cullen den direkt betroffenen Schüler*innen so viel Raum gegeben hat, um ihre Gedanken, ihre Gefühle zu beschreiben. Besonders auf den letzten Seiten ist mein Herz gebrochen für die 13 Todesopfer der Tat, für die Schüler*innen, die ihr Leben lang mit den Folgen des Amoklaufes zu kämpfen haben (sowohl psychisch als auch physisch) und für die Familien, die durch Harris und Klebold ihre Kinder verloren haben.
Trotz intensiver Aufarbeitung aller Dokumente (mehrere 10.000 Seiten) und Mithilfe sämtlicher Ermittler ist es bis heute schwierig, eine konkrete Ursache für die Tat festzumachen. Cullen selbst leugnet jegliches Mobbing auf die zwei Amokläufer. Er sieht die Ursache in der Kombination aus Harris psychopathischem Charakter und Klebolds depressiv-nihilistischen Zügen. Daraus entsteht allerdings wiederum die Frage, ob einer der beiden die Tat auch alleine vollzogen hätte. Cullen denkt eher nicht. Trotzdem gibt es natürlich auch für diesen Erklärungsansatz Gegner. Andere wiederum beziehen sich auf Notizen in Tagebüchern, nach denen die Täter sich selbst als Götter sahen und allen zeigen wollten, wie allmächtig sie seien. Andere bringen Harris‘ Faszination für Hitler und die Nazis an.
Es ist nicht mehr herauszufinden, was die Täter letztendlich zu ihrer Tat bewogen hat. Wahrscheinlich war es eine Mischung aus allen oben genannten Gründen. Fest steht nur, das es sich nicht um eine spontane, sondern um eine seit langem geplante Tat in voller Absicht handelte.
Dave Cullens Buch „Columbine“ ist vor allem eine systematische Aufarbeitung des Amoklaufes und spannend zu lesen, wenn man sich für die zeitlichen Vorgänge der Tat, die Planung und die Auswirkung auf die Opfer interessiert. Lohnenswert ist das Buch also allemal.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich hin und wieder den Verdacht hatte, dass Cullen nicht so ganz objektiv bleiben konnte: Der Schuldirektor Mr. D, dessen Haltung bestimmt eine große Stütze für die Schule und die Kinder war, wird in diesem Buch geradezu glorifiziert. Andere Stimmen geben allerdings zu bedenken, dass Mr. D durchaus von Mobbingvorwürfen an seiner Schule wusste und da bewusst das ein oder andere Auge zugedrückt hat (vor allem, wenn es um seine geliebten Sportler ging). Auch merkt man, dass Cullen Dylan Klebold mehr Sympathien entgegenbringt als Eric Harris. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Klebolds Eltern ihm freundlich gesinnt waren und ihm Informationen für das Buch gegeben haben, während Harris‘ Eltern sich nie öffentlich geäußert haben. Obwohl Harris offensichtlich die aggressive, treibende Kraft war, finde ich es bedenklich, Dylan Klebold als willenlosen Mitläufer darzustellen.
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Alles in allem war Columbine für mich ein gut recherchiertes Buch, das mich wirklich getrieben hat. Ich habe es über einen Zeitraum von 2 Monaten gelesen und immer wieder über einzelne Menschen im Buch nachgedacht. Um einen Überblick über die Tat zu gewinnen, ist es auf jeden Fall die richtige Lektüre. Zur Einordnung werde ich demnächst das Buch von Sue Klebold lesen.
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