Jan und Carmela führen eine deutsch-italienische Bilderbuchehe. Ihr größtes Glück ist ihre zehnjährige Tochter Matilda. Alles scheint perfekt, bis Carmela unheilbar an Krebs erkrankt und stirbt. Für Vater und Tochter bricht eine Welt zusammen. So sehr sie sich auch bemühen, sie finden nicht in ihr normales Leben zurück. Monate vergehen. Dann bekommen sie Post aus der Toskana. Von Carmela. Der Beginn einer alles verändernden Abenteuerreise.
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In allem wohnt ein Zauber inne
Buecherseele79 am 26.09.2019
Bewertungsnummer: 1248925
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Jan und Carmela leben eine deutsch – italienische Liebe die kaum etwas erschüttern kann. Doch dann trifft das Unglück ein dass Carmela an Krebs erkrankt ist, unheilbar, Endstadium.
Für Jan bricht eine Welt zusammen und doch hält er zu seiner Carmela und bleibt bis zum letzten Atemzug bei ihr.
Danach bricht eine Welt zusammen, nicht nur für Jan sondern auch für die gemeinsame Tochter Matilda, die immer ahnte dass etwas nicht stimmt.
Beide leben in ihrer Welt der Trauer bis ein Brief von Carmela sie erreicht und beide sich auf den Weg machen um die Botschaft von Carmela zu erhalten..
Ich danke dem Autor sowie Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und die dazu stattgefunden Leserunde.
Bei dem Buch hat mich Titel und Cover sehr neugierig gemacht, ich meine, ein Feigenbaum auf einem Mond...wie soll das gehen, was soll und kann ich mir darunter überhaupt vorstellen?
Und kann so ein Text zum gesamten Buch irgendwie passen?
Es kann und das tut es und ich möchte hier anmerken dass, in meinen Augen, die Nominierung zum Selfpublishing Preis 2019 mehr als berechtigt ist, dieser Roman reiht sich in meine große Reihe von Highlights für dieses Lesejahr.
Schon der Einstieg ist einnehmend und vor allem sehr bildhaft.
Das muss ich dem Autor mehr als zu Gute halten denn ich konnte durch Jan die Stadt kennenlernen, ich war mit Carmela und ihm spazieren, beim Essen, in der Oper.
Ich war mit Matilda im Obstgarten der Großeltern, ich roch die Orangen, sah den großen Mond, konnte mir die Landschaft innerlich vor Augen so gut vorstellen.
Alleine deswegen ist dieses Buch schon ein Highlight, weil der Autor es versteht die vielen Gefühle, Begegnungen, die Landschaft und das ganze Setting um die beiden Protagonisten gekonnt zu spinnen.
Man kann sich in diesem Buch, in dieser Geschichte, komplett fallen lassen.
Jan und Matilda, man mag nicht immer meinen dass die beiden Vater und Tochter sind.
Denn während Jan aus Norddeutschland nach Italien kam und dort die große Liebe Carmela fand, ist er doch immer noch etwas zurückhaltend, er redet nicht viel und nicht gerne, manch italienische Lebensgewohnheit kann er heute noch nicht für sich gewinnen.
Mit Jan litt ich mit, aber ich merkte auch dass er sich mit seiner Art des Denkens oft selbst im Weg stand und seine Ausbrüche, gerade wenn er wütend war, haben mich des öfteren dann doch aufgeregt.
Matilda konnte ich gleich ins Herz schließen, ein schlaues Mädchen welches, wie die Mutter, nie still sitzen kann, der tausend Dinge durch den Kopf rasen und die eine kleine Ermittlerin ist, was habe ich bei ihren Gedankengängen oft schmunzeln müssen.
Aber durch die Krankheit und das Geschehene leidet Matilda doch am meisten, warum, dies möchte ich hier nicht näher erläutern.
Dieses Buch ruft viele Gefühle hervor, man lacht mit den Protagonisten, man leidet mit ihnen, hin und wieder stehen einem auch die Tränen in den Augen, man geht mit ihnen auf ihre gemeinsame Reise um die letzten Worte oder die letzte Nachricht von Carmela zu erfahren.
Natürlich ist man auch als Leser neugierig und auf das Ende der Geschichte gespannt.
Vor allem aber ist dieses Buch ein „Ja“ zum Leben, mit all seinen Höhen und Tiefen, denn die hat es immer.
Aber ist es wert dass man sich ständig in den Tiefen noch mehr verliert, grübelt, die Lebensfreude verliert und die Gegenwart, das jetzige Sein, komplett aus den Augen verliert?
Ist es sinnvoll in der Vergangenheit zu leben?
Sich schon über die Zukunft Gedanken machen die, vielleicht anders oder gar nicht oder nicht wie gewünscht, eintritt?
Was zählt im Leben wirklich?
Kein Buch welches man als esoterischen Kram abhaken könnte oder welches mit den großen Weisheiten um die Ecke kommt und das Lebensrezept schlechthin zwischen den Seiten enthält, nein.
Aber durch Carmela ihre neu gewonnen Ansichten beginnt man selbst umzudenken, nachzudenken und mal ehrlich – Trauer, Verlust, Ängste, Hoffnung, Liebe und das Neue erlebt jeder auf die ein oder andere Weise.
Wichtig ist was man aus diesen Dingen macht.
Das Ende konnte mich komplett begeistern, aus der Bahn werfen, verzaubern und ich habe geheult wie ein Schlosshund weil es so schön, so bewegend, so wahr ist.
Aber ich kann Entwarnung geben – der Titel passt hier fast perfekt zu der ganzen Geschichte, aber um mehr zu erfahren sollte man dieses Buch schon selbst lesen.
Von daher ganz klar – eine klare Leseempfehlung!
Tief berührender Roman mit einzigartiger Sprache und wunderschönen Beschreibungen
lynas_lesezeit am 26.09.2019
Bewertungsnummer: 1249119
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Das Cover des Romans "Auf deinem Mond ein Feigenbaum" von Felix Söring hat mich sofort angesprochen. Ich finde es großartig! Es passt wunderbar zum Titel und spricht mich gerade durch die Schlichtheit an und hebt sich damit von einigen andern Covern in diesem Jahr deutlich ab. Es ist eines meiner liebsten Cover in diesem Bücherjahr.
Sehr gut gefallen haben mir zudem die, an gut gewählter Stelle, in den Text aufgenommenen Zeichnungen. Ähnlich wie das Cover sind diese in ihrer Schlichtheit berührend und verstärken die Aussage des Textes.
Felix Söring wurde mit seinem Roman für den Deutschen Selfpublishing-Preis 2019 nominiert. Ich bin sehr gespannt, auf die Bekanntgabe der Gewinner am 18.10.2019. Aus meiner Sicht hat dieses Werk die Nominierung und auch den Gewinn definitiv verdient.
Die ganz große Stärke und Besonderheit bei diesem Werk ist die Sprache. Wie der Autor selbst sagt, verliebe er sich hin und wieder in Wörter, weil sie so schön klingen und lasse diese dann in den Text einfließen. Seine Sprache ist einzigartig. Es ist schön, dass sie so intellektuell und anspruchsvoll ist. Die oft verwendeten Fachbegriffe und besonderen Synonyme für Alltägliches sind wunderbar in den Text verwoben. Für mich, die ich Sprache liebe, ist es schön, dieses sprachliche Niveau zu lesen. Jedoch kann ich mir vorstellen, dass nicht alle Leser mit dem Sprachstil angesprochen werden können und für einige der Lesegenuss nicht gegeben ist, wenn sie nicht so mit Fachbegriffen und Fremdwörtern bewandert sind. Es gilt also für den Leser eine gewisse Bereitschaft mitzubringen, sich ganz auf die Sprache und deren hohes Niveau einzulassen.
Der Autor versteht es wortgewaltig die Emotionen, Gedanken und Hoffnungen seiner Protagonisten nahe zu bringen. Dadurch erhält der Leser tiefe Einblicke in das Auf und Ab der Gefühle, die natürlicherweise mit einer lebensbedrohenden Diagnose und später dem Verlust eines geliebten Menschen einhergehen. Die Beschreibungen sind sehr realistisch und intensiv, zudem aber auch wunderschön. Es werden einzigartige Bilder und Formulierungen geprägt, so dass es trotz all der Tragik eine Wohltat ist, der Geschichte zu folgen.
Die Handlung ist sehr komplex und tiefgründig. Die Schilderungen über das Begleiten von Krebspatienten sind realistisch und berührend. Auch die Trauer nach dem Tod von Carmela ist auf eine besondere, intensive Art herausgearbeitet. Es ist unglaublich gut und realistisch dargestellt, wie Jan und Matilda Schwierigkeiten haben, sich mit ihrem neuen Leben zu arrangieren. Bei Jan ist seine innere Zerrissenheit und Trauer zu spüren. "Manchmal kam es ihm vor, als säße er in einem leckgeschlagenen Ruderboot, durch dessen Perforation unaufhaltsam seine letzten Energiereserven wichen. Statt zu rudern, war er seit Monaten nur noch damit beschäftigt, sein mit Schwere geflutetes Herz fingerhutdosiert auszulöffeln und die viel zu große Leckage mit dem noch verbliebenen Rest an Zuversicht zu stopfen."
Nebenbei hat er die Verantwortung für Matilda, schafft es aber nicht, dieser ganz gerecht zu werden. Matilda ist mit ihrer Trauer allein und wird nicht von Jan aufgefangen, so dass beide sich immer mehr voneinander entfremden.
Für mich ein wenig die Lesefreude gedämpft, haben zwei Aspekte.
Zum Einen die Entscheidung Carmelas ihrer Tochter nichts von ihrer Krankheit zu erzählen, so dass Matilda sich nicht verabschieden konnte. Zum anderen die Art von Jan mit Matilda umzugehen. Diese ist mir persönlich nicht angenehm. Dies resultiert aus meinem persönlichen Empfinden und meiner Vorstellung, meinen Erfahrungen vom Umgang von Eltern mit ihren Kindern. Auch wenn es sich für mich nicht richtig angefühlt hat, möchte ich dafür keinen Punkt bei der Bewertung abziehen, da der Roman mich insgesamt überzeugt hat.
Dieses Buch werde ich mit etwas Abstand nochmal lesen, da es so viele besondere Gedanken und Beschreibungen beinhaltet.
Es gibt eine klare Leseempfehlung von meiner Seite, da es ein Genuss war, es zu lesen und einiges noch länger in Erinnerung bleibt.
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