Fürstliche Gartenanlagen, deren Schönheit Ausdruck herrschaftlicher Repräsentation zwischen Barock und Klassizismus ist: Dieser Band lädt zur Entdeckung von sieben dieser Kunstwerke ein. Die Spaziergänge werden zu Reisen in die Vergangenheit und sind zugleich eng verknüpft mit den Leben und Schicksalen der Fürstinnen, die einst hier flanierten und oft die Gestaltung von Grotten, Pavillons und Statuen prägten. Jeder der Gärten entführt in eine andere Stilepoche –vom späten 17. Jahrhundert bis ins Zeitalter Napoleons. In Hannover-Herrenhausen, Berlin-Charlottenburg, Bayreuth, Dessau-Wörlitz und Tiefurt bei Weimar begegnen einem Kurfürstin Sophie von Hannover, Königin Sophie Charlotte in Preußen, Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth, Herzogin Friederike von Württemberg, Fürstin Louise von Anhalt-Dessau und Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach
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Bewertung
aus Petershagen
5/5
16.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Spaziergänge durch die Parkanlagen berühmter Fürstinnen
Auf sieben Spaziergänge durch Deutschlands schönste Parkanlagen lädt die Autorin Editha Weber die Leserinnen und Leser ein. Wobei Spaziergang durchaus im doppelten Sinne gemeint ist: Zum einen spaziert die Autorin ganz konkret Hand in Hand mir ihren Lesern auf Sichtachsen von Parkanlagen, entlang barocker Heckenelemente, zeigt Stilelemente wie Skulpturen und Wasserspiele.
Zum anderen führt die Historikerin mit dem Schwerpunkt historische Gärten ein in die weit verästelten Hintergrundgeschichten, Sehnsüchte und Enttäuschungen der weiblichen Schöpferinnen und Gestalterinnen dieser Gartenreiche. In detaillierter Kleinarbeit hat die Autorin die (oft versteckten) Verbindungen der ehemaligen Herrscherinnen zu ihren Gärten ausgegraben.
Wer also verstehen will, warum der Park der Eremitage in Bayreuth beispielsweise eine solche Entwicklung genommen hat, der Park des Charlottenburger Schlosses in Berlin eine ganz andere, der liegt mit diesem Buch genau richtig. Trotz der vielen Schnörkel, die die weitreichenden Verbindungen des europäischen Hochadels vollzogen, kommt Editha Weber immer wieder zurück auf das verbindende Thema der Parks und Gärten. Und nach der Lektüre - am besten während eines Spaziergangs durch eben diesen oder jenen Park - seufzt man immer wieder erhellt auf, wenn der Blick auf ein im beschriebenes Detail freigegeben wird, eine erläuterte Sehnsucht nach Rückzug und Stille konkret in der Gestaltung eines Eremitenhauses sichtbar wird.
Ein sehr lesenswertes und vor allem erhellendes Buch über die Verbindungen ehemaliger Herrscherinnen mit ihren Gärten.
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