Heinz und sein Herrl leben ein ruhiges und beschauliches Leben im Wiener Gemeindebau. Siedrehen ihre Runden um den Block, sonst passiert nicht viel. Doch eines Tages kommt es zu einemIntermezzo mit dem Nachbarn, der immer schon was gegen Heinz hatte. Eins ergibt das andere,der Nachbar fällt auf den Boden und stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Ist etwa das Herrl schuld an seinem Tod? Der Vorfall bringt so einiges ins Wanken. Heinz und sein Herrl müssen raus aus ihrer Komfortzone, Hilfe holen, zur Aussage aufs Revier. Dabei treffen sie nicht nur alte Bekannte und Liebschaften, sondern bekommen auch Hilfe von einer interessanten Frau namens Magritta. Und als sie auch noch Drohbriefe erhalten, steht die Welt von Heinz und seinem Herrl endgültig Kopf. Eva Woska-Nimmervoll führt ihre Figuren mit großer Leichtigkeit und einem Gespür für Alltagskomik durch den Roman. Dabei baut sie aus der Wiener Verschrobenheit, dem Prekären undAbgründigen mancher Lebensentwürfe ein liebevolles Porträt des Gemeindebaus.Es ist schön, einen Hund zu haben, der Heinz heißt."Mein Nachbar nennt ihn Scheißköter. Mein Hund tut niemandem etwas.Er ist einfach nur Hund und schnuppert, frisst, scheißt und schläft.
Kundinnen und Kunden meinen
3.8/5.0
Bewertung
5/5
30.09.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist ein richtiges Schmankerl!
Heinz und sein Herrl leben ein zurückgezogenes Leben im Wiener Gemeindebau. Sie drehen ihre Runden um den Block und besuchen ihren Freund Hans (seine Freundin Nina meiden sie aber). Schnell wird dem Lesenden klar, dass das Herrl von Heinz ein anders ist als andere Menschen.
Eines Tages wird das von Routinen bestimmte Leben reichlich durcheinandergeworfen, als es ein Missverständnis mit dem Nachbarn, der immer schon was gegen Heinz hatte gibt. Der Nachbar stürzt und stirbt kurz darauf im Spital. Das Herrl befürchtet daraufhin den Nachbarn umgebracht zu haben und wegen Mordes ins Gefängnis zu müssen. Heinz’ Herrl wissen sich nicht anders zu helfen als eine alte Bekannte zu kontaktierten, die zur Aussage mit aufs Revier kommt. Zeitgleich tritt ins Leben von Heinz’ Herrl eine Frau, für die er Gefühle entwickelt wie er sie schon lange nicht mehr hatte. Die steht aber auch gleich unter Verdacht, als das Herrl plötzlich Drohbriefe erhält. Warum muss das Leben nur so kompliziert sein?
Der Klappentext versprach ein amüsantes und gemütliches Leseerlebnis, für mich war das Buch aber so viel mehr: Beim Lesen habe ich festgestellt, dass mir die österreichische Sprache unglaublich gut gefällt. Da begegnen einem Wörter wie Tramway, Stiegenhaus, Ordination oder Sackerl, in meinem umgebungsbedingten Sprachgebrauch vollkommen ungewöhnlich. Ich mag ja Bücher, in denen schrullige und seltsame Männer drin vorkommen, die wirken, als wären sie irgendwie ein bisschen fehl am Platz in der Welt. Mich erinnerte dieses Buch ein bisschen an “Rudi” von Anne Herzig, “Agathe” von Anne Bomann oder “Barbara stirbt nicht” von Alina Bronsky.
Bewertung
5/5
29.01.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mach Platz - Heinz und sein Herrl
Ein Buch von raunzig bis romantisch. Heinz weiss, dass der Nachbar ihn einen Scheissköter nennt, aber es macht ihm nichts aus, er mag alle Menschen. In Wien, im Gemeindebau zu Hause, sein Herrchen in panischer Angst, dass er den Nachbarn, mit dem er sich stritt, als dieser Heinz mit einem Fusstritt über den Rasen katapultierte und den er mit dem Besen in der Hand zornig am Kopf getroffen hat, der zu Boden stürzte, liegen blieb und dann im Spital verstarb, getötet habe. Herrchen auch noch ziemlich schrullig, er sammelt Haare, lernt an einer Hundedemo eine Schönheit kennen und lieben, die Augenbrauen hat wie Frida Kahlo und die einen Hund spazieren führt, der «Wermacht» heisst. Viel Humor, viel Spannung und ein Buch aus dem Verlag Kremayr & Scheriau, dass durch ein wunderschönes Cover, Satz und Gestaltung die Freude am Lesen noch steigert.
Tina Bauer
aus Essingen
5/5
13.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mach Platz!
Heinz und sein Herrl leben in einer Welt voller Neurosen. Das Herrl kann sich gerade so mit seinem Hund über Wasser halten und plagt sich durch die dunkle Welt der unterstützenden Ämter. Kurz vor der endgültigen Ausmusterung kommt ihm sein verhasster Nachbar in die Quere.
Mit einem Tritt befördert dieser Heinz über den Rasen und das Herrl revanchiert sich mit einem Besenstiel zwischen die Rippen. Herrl kann sich allerdings nur kurz an der bittersüßen Rache erfreuen, tags darauf ist der Nachbar tot.
Von der Mordsünde geplagt trifft er in der Tram völlig verzweifelt auf Irene, die das Herrl samt Heinz gleich in ihr Herz großes Herz schließt.
Die Rettung sieht das Herrl in seiner alten Freundin und Anwältin Sigrid und seinem schon vor Jahren im Leben hängengebliebenen Althippie Hans.
Das Herrl stellt nach und nach erleichtert fest, dass er definitiv nicht der einzige ist, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.
Mit Heinz begeben wir uns in die anonyme Großstadt, wo granteln sich zu einem wahren Volkssport entwickelt hat. Die Neurosen des Herrl schaffen es jedoch über Jahre hinweg, sich Freunde zu halten.
Aus einem Mordsverdacht wird bei Eva Woska-Nimmervoll eine turbulente Lovestory, die auch nicht vor kryptischen Dialogen, Wahnvorstellungen und einem phänomenalen Happy End halt macht.
Über allem steht Heinz, der im wahrsten Sinne des Wortes gar jeden riechen kann.
Bewertung
1/5
02.03.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Naja ...
Die begeisterten Bewertungen und der interessante Plot haben mich sehr angelacht. Musste das Buch aber nach drei Kapiteln weglegen. Ich komme mit diesem Schreibstil nicht klar, die Sätze haben selten mehr als acht Wörter. Alles wird im Stakkato runtergeratscht, das macht keinen Spaß. Schade, weil ich mir denke, dass so eine Geschichte echt charmant erzählt sein könnte.
rewareni
aus wien
4/5
20.04.2019
eBook (ePUB 3)
Die große böse Welt!
Eigentlich könnten Heinz und sein Herrl so wie bisher ruhig und unauffällig in einem Wiener Gemeindebau ihre Gassi Runden drehen, wenn es nicht den unfreundlichen Nachbar geben würde. Als dieser sich sehr grob gegenüber Heinz verhält, reicht es seinem Herrl und schon ist es passiert, dass der Nachbar plötzlich zu Boden geht und kurz darauf im Krankenhaus verstirbt. Ab jetzt ist für das Herrl jeder Tag ein furchtbarer, wo er fürchtet, als Mörder verhaftet zu werden, wo er sicher ist dass er an seiner ,,Krebserkrankung´´ sowieso bald sterben wird. Als er aber bei einer Tierdemo eine interessante Frau namens Magritta kennen lernt , sollte gerade diese Bekanntschaft sich für ihn als ein Glücksfall herausstellen, denn Magritta, die eigentlich Irene heißt, hilft ihm so manch schwere Hürde zu überwinden und selbst als er Drohbriefe bekommt und er verzweifelt nach einem Ausweg sucht, steht sie ihm genauso wie eine frühere Liebschaft, zur Seite und dem Herrl wird klar, dass man gemeinsam vieles erreichen kann.
,, Heinz und sein Herrl´´ ist ein humorvoller und vor allem mit einem Augenzinkern zu lesender Roman von Eva Woska-Nimmervoll. Das namenlose ,, Herrl´´ wird als verschrobener, eingebrödlerischer und auch ein wenig hilflos wirkender Mann beschrieben, dem seine Liebe seinem Hund Heinz gilt und durch ein unglückliches Ereignis gezwungen wird, seine bisher sicheren vier Wände zu verlassen und sich der ,,bösen´´ Welt zu stellen. Dabei nimmt die Autorin den Leser auf eine amüsante Reise mit, wo man sich typisch wienerische Ausdrücke auf der Zunge zergehen lassen kann, wo man einen leicht neurotischen Mann begleiten darf, der himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt ist und wo es Menschen gibt, die alle ihre speziellen Eigenheiten haben. Für Nicht- Österreicher wäre ein Glossar sicher hilfreich, da es doch einige spezielle Ausdrücke gibt, die nicht leicht zu verstehen sind. Die Handlung wechselt immer wieder zwischen der Gegenwart und Erinnerungen des Protagonisten an frühere Ereignisse ab. Dabei lässt die Autorin auch tatsächliche Begebenheiten wie z.b der Einsturz der Reichsbrücke in Wien , mit einfließen. Ihr Schreibstil ist flott und bietet dem Leser viele witzige und auch zum Nachdenken anregende Sätze. Manch ihrer Wortschöpfungen sind so originell, dass man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann.
Seite 8: Die Frau des Nachbarn ist faltig und grau wie ein altes Ausreibtuch, oft ausgewrungen, nicht mehr aufnahmefähig, im Kübel zu Hause.
Seite 22: Ich erkenne am Ende des Tages den Anfang von etwas.
Seite 49: Die Glühbirne ist noch ganz, wäre aber egal, sie ist ja schon durchgebrannt.
Die Geschichte von Heinz und seinem Herrl ist eine liebevolle, manchmal auch ein wenig melancholische Beschreibung eines einsamen Menschen, der auf seiner Suche zu sich selbst einige Hürden zu überwinden hat. Nicht nur der Inhalt, sondern auch das Cover und die kleinen bildnerischen Schmankerln im Inneren des Buches zeigen viel Liebe zum Detail. Ein Lesevergnügen nicht nur für Wiener.
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