Wer ist Freund und wer ist Feind? Oslo, 1982: An einem eiskalten Dezembertag verschwindet die ehemalige DDR-Bürgerin und KGB-Agentin Christel Heinze. Hat ihre große Liebe Arvid Storholt, ein berühmt berüchtigter Doppelagent, damit zu tun? War es wirklich wahre Liebe oder nur eine Gelegenheit zum Verrat? Oslo, 2016: In einem See werden die Überreste einer Frauenleiche gefunden. Kurz darauf wird Arvid Storholt ermordet. Tommy Bergmann, selbstzerstörerischer Ex-Polizist, ermittelt für den norwegischen Geheimdienst. Gibt es eine Verbindung zwischen der toten Unbekannten und dem ermordeten Sowjetagenten? Tommy Bergmann stößt auf einen alten Skandal, der auch ihm selbst gefährlich werden kann.
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4.0/5.0
Baerbel82
5/5
24.01.2021
eBook (ePUB 3)
Wer ist der Bär?
„Die stille Tochter“ ist bereits der 4. Fall für den norwegischen Ermittler Tommy Bergmann und - um dies gleich vorweg zu sagen - hoffentlich nicht der letzte. Worum geht es?
Oslo, 2016: In einem See werden die Überreste einer Frauenleiche gefunden. Handelt es sich um die 1982 verschwundene, ehemalige DDR-Bürgerin und KGB-Agentin Christel Heinze?
Kurz darauf wird Arvid Storholt ermordet. Er war Norwegens berühmtester Spion. Christel kannte Storholt. War er ein Verräter?
Tommy Bergmann, Kenner menschlicher Abgründe und Ex-Polizist, ermittelt für den norwegischen Geheimdienst. Er verbeißt sich in den Fall, der ihn zum größten Spion führen wird, den Norwegen je gehabt hat, dem Mann, der davon gekommen ist: der Bär.
„Die stille Tochter“ ist ein packender Agententhriller mit einem richtig guten Plot voller Überraschungen. Gekonnt springt Gard Sveen durch Zeit und Raum. Das führt nicht nur zu mehr Dynamik, sondern steigert auch die Spannung.
Das Schicksal der 17-jährigen Ostberliner Schwimmerin Christel Heinze hat mich sehr berührt.
Anlässlich eines Wettkampfes in Oslo gelingt ihr 1973 über die westdeutsche Botschaft die Flucht in die Freiheit. Doch im Westen ist sie nicht willkommen. Man hält sie für einen Stasispitzel. Und so kehrt Christel bald als Studentin nach Oslo zurück.
Dort gerät sie in die Fänge des KGB. Man benutzt ihre Familie in Ostberlin als Druckmittel und zwingt Christel zur Spionage für Russland.
Tommy Bergmann hat sich ohne Zweifel weiterentwickelt. Anfangs hatte er sein Leben kaum unter Kontrolle. Inzwischen hat er seine Leidenschaft fürs Kochen entdeckt und geht gerne mit dem monströsen Bullterrier Bulle spazieren.
Fazit: Tommy in Höchstform. Hammer!
Bewertung
aus Speyer
5/5
24.01.2021
eBook (ePUB 3)
Intelligenter Thriller
Mit „Die stille Tochter“ schickt Gard Sveen seinen Ermittler Tommy Bergmann bereits das vierte Mal ins Rennen. Wie inzwischen fast üblich geht es bei seinen Fällen meist um eine Art Vergangenheitsbewältigung, so auch dieses Mal.
In einem See Nähe Oslo wird eine Frauenleiche gefunden und es scheint klar, das es sich dabei um die 1982 verschwundene Christel Heinze handelt. Sie hatte sich in den 70er Jahren bei einem Schwimmwettkampf in Norwegen aus der DDR-Mannschaft abgesetzt. Da ihre Schwester Krebs hat und sowohl der Kontakt zu ihr als auch ihre Therapie daran gekoppelt werden, dass Christels Informationen über interessante Personen heranschafft, hat der KGB sie in der Hand. Kurze Zeit nach dem Fund von Christels Leiche wird Arvid Storholt, Norwegens bekanntester Spion und ein Freund von Christel ermordet. Hat er Christel ans Messer geliefert oder sie gar selbst umgebracht? Und war er der Bär? Lauter fragen, bei denen Tommy Bergmann wahlweise auf schweigen, Ablehnung oder Falschinformationen stößt, denn offenbar gibt es sehr mächtige Leute, denen nichts daran gelegen ist, den Fall aufzuklären. Tommy steht vor der Entscheidung, den Fall zu lösen oder in Ungnade zu fallen und seinen Job loszuwerden. So kommt auch noch die Frage der Entwicklung Tommys und seiner Beziehung zu Susanne in den Fokus.
Einmal mehr gelingt es Sveen, gekonnt zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven, Handlungssträngen und Zeitebenen hin und her zu springen. Allerdings gelingt dies hier besser als im dritten Band der Reihe. Eine Empfehlung für jeden, der sich für einen spannenden Krimi um einen Ermittler, Agenten und die Aufarbeitung der deutsch-deutschen Geschichte aus norwegischer Perspektive interessiert.
Lesemone
5/5
24.01.2021
eBook (ePUB 3)
Spionage vom Feinsten
Nachdem mich der letzte Band der Serie überhaupt nicht begeistern konnte, war ich doch sehr überrascht, dass dies dem Autor, zumindest bei mir, dieses Mal besser gelang. Mir haben die beiden Zeitebenen sehr gut gefallen. Sehr schlüssig fand ich die Aufklärung und die Hintergründe des Verschwindens von Christel. Beide Handlungsstränge fand ich dieses Mal gleichermaßen spannend. Außerdem fand ich es super, dass sich der Fall auf die Aufklärung beschränkt und dies kein Thriller der blutigen Art war. Ich fand das Buch sehr flüssig und spannend geschrieben, so dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Der Plot um den KGB, Stasi, das damalige Leben in der DDR und das Agieren der Geheimdienste ergab genug Zündstoff um so einen tollen Agententhriller zu schreiben. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich habe mich super unterhalten gefühlt.
tkmla
5/5
24.01.2021
eBook (ePUB 3)
Vierter Fall für Bergmann
In einem See in Norwegen wird die Leiche der seit 1982 verschwundenen Christel Heinze gefunden. Kommissar Tommy Bergmann ist der erste Ermittler am Tatort und gerät dadurch in einen alten unaufgeklärten Fall, der ungeahnte Kreise zieht. Christel Heinze war Schwimmerin der DDR und floh 1975 bei einem Sportwettkampf in Oslo. Einige Jahre später wird sie vom KGB aufgespürt und erpresst. Sie muss als Spionin des russischen Geheimdienstes arbeiten. Bis sie 1982 auf einmal spurlos verschwindet.
Als kurz nach Christels Auffinden ein weiterer ehemaliger russischer Agent brutal ermordet wird, soll Tommy im geheimen Auftrag der Regierung diskret ermitteln. Dabei gerät er in die tief verzweigten Ausläufer des kalten Krieges, die auch in der Gegenwart noch großen Einfluss haben.
Der vierte Teil um den streitbaren Kommissar Tommy Bergmann macht nach dem letzten Band einen großen Zeitsprung von zehn Jahren. Noch nie wirkte Tommy Bergmann so ruhig und gesetzt. Mit Susanne hat er seinen festen Anker im Leben gefunden. Doch ganz kann er seine alten Gewohnheiten nicht ablegen und gerät bei seinen Ermittlungen schnell wieder in Schwierigkeiten. Er agiert nicht mehr ganz so rücksichtslos wie in der Vergangenheit. Mittlerweile kann ich sogar etwas Sympathie für ihn aufbringen.
Der Fall geht tief zurück in die deutsch-deutsche Geschichte. Die Handlung läuft parallel in der Gegenwart und in der Vergangenheit von 1975 bis 1982. Gard Sveen versteht es, eine spannende Geschichte zu erzählen. Man muss aber hochkonzentriert bei der Sache bleiben, denn sonst verliert man bei den vielen Namen und Personen schnell den Überblick.
Meiner Ansicht nach ist es von Vorteil, wenn man die vorangegangenen Teile kennt. Gerade für die Entwicklung des Charakters von Tommy Bergmann und seiner Beziehungen zu Susanne und Reuter ist es interessant, wenn man weiß, was in der Vergangenheit vorgefallen ist.
Mir hat der vierte Band der Reihe sehr gut gefallen. Ich fand sowohl den Zeitsprung, als auch die Handlung, die mal eine ganz andere Richtung einschlug, sehr spannend. Für Kenner der Reihe ist das Buch auf jeden Fall empfehlenswert.
MarionHH
Thalia Book Circle Community
4/5
24.01.2021
eBook (ePUB 3)
Vierter Fall für Thommy Bergmann im Agentenmilieu
Im Juni 2016 wird Tommy Bergmann, eigenwilliger Ermittler der Osloer Kripo, zu einer Wasserleiche gerufen, deren Tod offensichtlich schon länger zurück liegt. Identität und Täter lassen sich zwar nicht eindeutig ermitteln, dennoch wird der Fall im Oktober, sehr zu Bergmanns Missfallen, eingestellt. Kurz darauf wird er durch seinen Chef Reuter zu einem mysteriösen Treffen mit dem Sicherheitschef der Polizei, Jan Amundsen, beordert. Dieser erzählt ihm von der verschwundenen deutschen Ex-Spionin Christel Heinze und vermutet sie in der unbekannten Toten vom Juni. Er beauftragt ihn, einen illegalen Einbruch bei einem ehemaligen Geliebten Heinzes zu begehen und dabei Spuren zu finden. Bergmann tut wie befohlen, beginnt aber Hintergründe zu hinterfragen. Er setzt sich auf die Spur Heinzes und verbeißt sich in einen Fall, der weit in die Vergangenheit zurück reicht…
Bereits der vierte Fall für Tommy Bergmann, der, obwohl selbst mehr als einmal tief gefallen, sich tief in seine Fälle hineingräbt und so lange hartnäckig am Ball bleibt, bis jede Unklarheit zufriedenstellend aufgelöst ist. Dafür scheut er keine Kosten und Mühen, handelt oftmals eigenmächtig und ohne Rückendeckung und nimmt von der Suspendierung bis zum Jobverlust alles in Kauf. Bergmann ist ein Zweifler und Haderer, der die Abgründe der menschlichen Seele genauestens kennt, und am besten seine eigenen. Auch dieser Fall führt ihn wieder in allerhöchste Kreise und geht weit über die eigentliche Polizei- und Ermittlungsarbeit hinaus. Bergmann muss sich über die geheime Tätigkeit von Spionen und Doppelagenten klar werden in einem Milieu, in welchem die Akteure immer mit einem Bein im Grab stehen und daher verschwiegen sind wie die Toten selbst. Dies führt ihn sogar bis nach Berlin, wo er der Geschichte schließlich nach und nach auf die Spur kommt.
Ich muss sagen, ich bin ein schwerer Fan von Tommy Bergmann, ich mag seinen eigenwilligen Charakter und seine unorthodoxe Arbeits- und Denkweise. Er ist hochintelligent, unangepasst, mit viel Gerechtigkeitssinn und er macht fortwährend von Buch zu Buch eine Entwicklung durch. Auch dieser Fall ist spannend – allerdings war es für mich zu sehr Spionagethriller als klassischer whodunnit-Krimi. Die anfangs sehr häufigen Zeit- und Perspektivwechsel verwirrten mich zunehmend, zumal ich mit Agenten, Doppel- und Doppeldoppelagenten mit mehreren Tarnnamen und dem ganzen Drumherum nur wenig anfangen kann. Die Geschichte springt zu Anfang schnell von Oktober 2016, sprich der Gegenwart, wo Bergmann seine erneuten Ermittlungen aufnimmt, zurück zu verschiedenen Zeitpunkten in der Vergangenheit, bis sie sich schließlich bei einem Wechsel zwischen Gegenwart und der Geschichte von Christel Heinze einpendelt. Letztere nimmt dann zeitweise einen größeren Raum ein als die eigentliche Ermittlertätigkeit Bergmanns und plätschert phasenweise etwas träge dahin, ohne dass es größere Handlungsfortschritte gibt. Dazu kam außerdem, dass ich mit der Person Christel Heinzes nicht viel anfangen konnte. Sie handelt in meinen Augen weitgehend emotional und irrational, ist wenig analytisch und daher leicht manipulierbar und sehr ferngesteuert. Ich fand sie inkonsequent und konnte die meisten ihrer Handlungen nicht nachvollziehen. Erst im zweiten Drittel nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf und dementsprechend steigt die Spannung. Die Frage nach dem eigentlichen Täter kam für mich nicht völlig überraschend, den Schluss selbst fand ich aber sehr abrupt und geradezu abgehackt. Dennoch sind die Hintergründe durchaus verzwickt und wie Bergmann auch diese verworrenen Fäden wieder aufdröselt, ist einfach genial.
Fazit: Schwankt irgendwie zwischen Spionagethriller und Krimi und weiß nicht richtig, was es sein will. Dennoch ein spannender Fall für Tommy Bergmann, der einmal mehr im Alleingang alles aufdeckt. Für alle Bergmann-Fans ein Muss, für Einsteiger in die Reihe nicht geeignet. Die beginnen besser mit seinem ersten Fall. Ansonsten hoffe ich, dass sich der Folgeband wieder mehr auf Bergmanns Ermittlungsmethoden konzentriert.
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