Theodore und sein Team müssen in Los Angeles in die Höhle des Löwen gelangen, um Geheimnisse aufzudecken, die nicht nur sein Leben zerstört haben, sonder möglicherweise das einer ganzen Generation. Ihr Weg führt in den Cerberus. Kann er mit Jack, Ludwig und Yuna Saki die Wahrheit ans Licht zerren, die Rhein Ruhr Industries unbedingt begraben lassen will? Im Herzen des feindlichen Gebiets finden sie eine Verschwörung, die bis nach Ganymed reicht - und plötzlich wird das nackte Überleben zum einzigen Ziel.
Auf Ganymed muss Rachel derweil den Bodeneinsatz abbrechen und ihr Team evakuieren, als sie zwei unglaubliche Entdeckungen macht. Fieberhaft versucht sie mit Patrick und Julie die Geheimnisse der weißen Ringe zu entschlüsseln und herauszufinden, welche Rolle der mörderische Cyborg und die von Alienhand geschaffenen Roboter dabei spielen.
Dritter Band der Ganymed-Trilogie von Bestsellerautor Joshua Tree.
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Kampfbetonter Trilogie-Abschluss
Julia Matos am 14.03.2021
Bewertungsnummer: 1150464
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
*Spoiler enthalten*
Ein dritter Band, der mich - wie schon der Auftaktband - mit gemischten Gefühlen zurücklässt.
„Wenn es nur noch eine Richtung gab, in die man gehen konnte, hatte man genügend Freiraum, um seine ganze Kraft dorthin zu lenken.“ – Dieses Zitat fasst die Zielrichtung gut zusammen.
Es geht dramatisch, spannend und überraschend zu. Die temporeiche Story sorgt für Nervenkitzel.
Zunehmend präsentere packende Gefühlslagen ließen eine emotionale Bindung zu den Hauptfiguren und ihren Gefährten entstehen. Folglich habe ich die weitere Entwicklung, bei der sich auf Teddys Seite der hohe Stellenwert von treuer Freundschaft und Zusammenhalt fortsetzt, mit großem Interesse verfolgt.
Zu echten Sympathiefiguren sind sie mir nicht geworden, was wohl dadurch bedingt ist, dass sie absolute Extreme bedienen: Rachel agiert beherrscht und professionell. Theodore handelt nicht zimperlich, wenn es um Gewalt geht, wenn auch zu höherem Zweck, weil er eigentlich ein Menschenfreund ist. Mir hat da eventuell der Identifikationspotenzial stiftende Gegenpol des täglichen Überlebenskampfes der Normalbevölkerung gefehlt.
Die Perspektiven haben sich gut ergänzt und zum Rätseln angespornt.
Es wird aufgezeigt, dass hinter Uniform und Dienstkleidung Individuen mit ihren eigenen Sorgen stecken. Eine zeitlos schöne Botschaft.
Charmant finde ich den Bezug zur aktuell von mir gelesenen Eismond-Reihe des Indie-Autor-Kollegen Brandon Q. Morris in Kapitel 10. Ein Indiz dafür, dass man sich kennt und schätzt.
Negativaspekt: In beiden Handlungssträngen wird zu viel gestorben. Gegenspieler Kruger und die gesichtslos bleibenden Köpfe der Konzerne agieren skrupellos, macht- und geldgierig, da hätte ich darüber hinausgehende Motivlagen favorisiert, um die Schwarz-Weiß-Zeichnung zu durchbrechen. Es zeigt sich eine starke Tendenz zu Military-Science-Fiction, von der ich schlichtweg kein Freund bin, vor allem wenn eine verrohte Gesellschaft und Politik dargestellt wird, dem Zweck die Mittel untergeordnet werden und viele im Weg stehende Individuen vergleichsweise sinnlos als Kanonenfutter enden.
Es ist versöhnlich, dass hier zumindest in einigen Todesfällen die Sinnhaftigkeit verdeutlicht wird und eine emotionale Würdigung erfolgt.
Geschmacklich irgendwo in der Mitte ordne ich die Atmosphäre ein. Vom Autor gelungen umgesetzt, bildhaft. Bloß wurden mir das Blut, die Menschenverachtung, das ausgelöste negative Weltbild irgendwann zu viel.
Gemischte Gefühle ruft auch das Ende hervor. Ein ziemlicher Hammer, was erstmal cool ist, und dennoch bin ich mir immer noch unschlüssig, ob ich mit Ausgang und Ausblick zufrieden bin. Mit meiner leisen Hoffnung, die ich in den Cyborg gesetzt hatte, lag ich daneben. Und insgeheim hatte ich wohl insgesamt auf einen Tenor gehofft, der im Jetzt mehr positive Impulse setzt. Ich tendiere aber zu einem positiven Fazit. Obendrein habe ich keine offenen Fragen und Logiklöcher ausmachen können.
Der Abschlussband hat das schönste und auffälligste Cover sowie einen prägnanten und passenden Titel.
Die drei Sterne verstehen sich mit Tendenz zu vier Sternen und mit dem Hinweis, dass ich für einige Inhalte wohl zu sensibel bin, um in den grundsätzlich möglichen Lesegenuss zu kommen.
Im Endeffekt fühle ich mich gut unterhalten und kann unter stilistischen Aspekten kaum meckern. Dass ich streckenweise subtilen leisen Tönen, Umsicht und Intelligenz den Vorzug gegenüber Kampf und Flucht gegeben hätte, ist Geschmackssache.
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