Produktbild: Flammenwand.

Flammenwand. Roman mit Anmerkungen.

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Beschreibung

Produktdetails

Einband

Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.05.2019

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

21,1/13,9/3,5 cm

Gewicht

528 g

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397385-3

Beschreibung

Rezension

eine der großen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Ihr Sound ist unverkennbar. Suggestiv. Beschwörend. Authentisch. ("Nürnberger Nachrichten")
es ist ein schreckliches Buch muss man sagen. Schrecklich, weil es so intelligent ist, so scharfsichtig. [...] Diese Sprache entwickelt einen unglaublichen Sog. ("SRF Schweizer Radio und Fernsehen")
›Flammenwand‹ sollte überall dort zur Pflichtlektüre erklärt werden, wo ›politische Bildung‹ draufsteht. Es ist ein Meisterinnenwerk! ("WOZ, Die Wochenzeitung")
existenziell, sprachlich und dramaturgisch grossartig gemacht. Ihr neuer Roman ist zornig, poetisch und ja, sogar mit leiser Ironie geschrieben. Eine Wucht! ("St. Galler Tagblatt")
Streeruwitz ist die Königin fein ziselierter Verallgemeinerungen. Diese Lage macht ihren Witz und ihre feministische Spannkraft aus. ("Neue Zürcher Zeitung")
eine schonungslose Geschichte zur rechten Zeit [...] ›Flammenwand‹ ist ein loderndes literarisches Manifest und eine Abrechnung zugleich ("Kleine Zeitung")
Das Buch ist auch ein Frontalangriff auf die aktuelle österreichische Politik. ("Spiegel Online")
eine sehr intelligente, eine psychologische und auch politische Reflexion [...] Mir stockte der Atem, als ich das las [...] Marlene Streeruwitz trifft immer wieder ins Schwarze ("Südwestrundfunk, SWR")
Wie selten ist es geworden, dass man während der Lektüre [...] ›Grandios!‹ denkt, und diese Einschätzung über den letzten Satz hinaus Bestand hat ("Die Presse")

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Gebundene Ausgabe

Erscheinungsdatum

22.05.2019

Verlag

S. Fischer Verlag

Seitenzahl

416

Maße (L/B/H)

21,1/13,9/3,5 cm

Gewicht

528 g

Auflage

3. Auflage

Sprache

Deutsch

ISBN

978-3-10-397385-3

Herstelleradresse

FISCHER, S.
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt
DE

Email: produktsicherheit@fischerverlage.de

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Geschichtsschreibung der besonderen Art

Clara am 21.12.2024

Bewertungsnummer: 2368742

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist ein genialer Einfall, eine so kurze Zeitspanne zu nehmen und so viel von persönlichen, ererbten, erlebten und historischen Gegebenheiten zu schreiben. Schonungslos zieht uns die Protagonistin in ihr Leben hinein. In ein Leben, das bei genauerem Hinsehen auch dich und mich meinen kann, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, sich darauf einzulassen. Der Text verbindet die Geschehnisse in geschickter Art und Weise. Die unterschiedlichen Ebenen und Sprachelemente machen deutlich, wie verwoben unsere Geschichte(n) tatsächlich ist(sind). Die Sprache ist anspruchsvoll und packend zugleich. Kleinere oder größere Lesepausen waren manchmal notwendig, um das Gelesene zu verdauen. Nach meinem Dafürhalten große Literatur und ein grandioses Buch.

Geschichtsschreibung der besonderen Art

Clara am 21.12.2024
Bewertungsnummer: 2368742
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Es ist ein genialer Einfall, eine so kurze Zeitspanne zu nehmen und so viel von persönlichen, ererbten, erlebten und historischen Gegebenheiten zu schreiben. Schonungslos zieht uns die Protagonistin in ihr Leben hinein. In ein Leben, das bei genauerem Hinsehen auch dich und mich meinen kann, wenn die Bereitschaft vorhanden ist, sich darauf einzulassen. Der Text verbindet die Geschehnisse in geschickter Art und Weise. Die unterschiedlichen Ebenen und Sprachelemente machen deutlich, wie verwoben unsere Geschichte(n) tatsächlich ist(sind). Die Sprache ist anspruchsvoll und packend zugleich. Kleinere oder größere Lesepausen waren manchmal notwendig, um das Gelesene zu verdauen. Nach meinem Dafürhalten große Literatur und ein grandioses Buch.

Marlene Streeruwitz – Flammenwand

Miss.mesmerized am 13.09.2019

Bewertungsnummer: 1245312

Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Im März ist es noch erschreckend kalt in Stockholm. Adele wollte nur schnell Kaffee kaufen und ist schon wieder auf dem Rückweg, als sie vor sich auf der vereisten Straße Gustav entdeckt, der offenbar bereits die gemeinsame Wohnung verlassen hat. Sie folgt ihm, vermutlich ist er auf dem Weg in ihr Café, wo sie gerne immer am selben Tisch das Frühstück genießen. Doch sie kann ihn nicht einholen, Bilder vermischen sich in ihren Gedanken, der aktuelle Tag mit bereits erlebten, immer wieder denselben Begebenheiten. Doch längst ist schon nicht mehr alles im Lot, denn sie weiß von Gustavs Doppelleben, von der unerfüllten Liebe, die sie wieder einmal erlebt hat. Die Gedanken beginnen zu kreisen, alles in ihrem 52-jährigen Leben muss sie nun plötzlich in der Fremde infrage stellen. Marlene Streeruwitz lässt ihre Protagonistin durch die Hölle gehen. Eine ganz bestimmte Hölle, die sie mit dem Titel bereits verortet: die Flammenwand findet sich in Dantes „Göttlicher Komödie“ auf der siebten und damit letzten Terrasse des Läuterungsberges und gilt als der Ort, an dem das sexuelle Begehren überwunden werden muss, bevor der Weg ins Paradies geebnet ist. Die sinnliche Welt muss verbrennen, um den Blick für das Göttliche frei zu machen. Viel dramatischer und höher könnte die Autorin die Referenz kaum setzen als sich auf eines der epochalsten und einflussreichsten Werke der westlichen Literatur zu beziehen. Aber kann sie diesem selbstgesetzten Vergleich gerecht werden? „Sie liebte. War das nicht das erhoffte Abenteuer. Das hatte sie doch herbeigewünscht. Herbeigesehnt. Dieses Teilen, das aus allem mehr machte. Aber es ließ sich nichts aufrufen. Die Bilder flach. Die Bilder zerrannen. Nur die Kälte zu spüren.“ Das Ende einer Beziehung ist nie schön, vor allem für denjenigen, der zu lange im Glückstaumel war und den Blick für die Realität verloren hatte, der blind vor Liebe war und die Anzeichen nicht erkannte. Adele muss schmerzlich erkennen, dass sie betrogen wurde und alles verloren hat, nicht mal mehr ein richtiges Zuhause hat sie, nachdem sie für Gustav von Wien nach Stockholm gezogen ist. Die gänzlich unabhängige Frau, die sich abhängig machte und teuer dafür bezahlen muss. Ausgerechnet einem Mann mit längst überholten, patriarchalen Vorstellungen verfallen zu sein. Der Stream of Consciousness der Protagonistin wird mit jedem neuen Kapitel unterbrochen. Daten, die zunächst nicht zur Handlung passen wollen, versehen mit Fußnoten, die tagtäglich neue politische Absurditäten aus Österreich vermelden. Schnell jedoch sind die Parallelen offenkundig: wie Adele in die Liebesgeschichte taumelt, aus der sie verkatert erwacht, scheinen unsere südlichen Nachbarn die politische Gefahr, in der sie sich befinden, trotz der offenkundigen Zeichen wegen der rosaroten Brille nicht sehen zu wollen oder zu können. Streeruwitz war ihrer Zeit voraus, denn der Ibiza Skandal, der das Land erschüttern sollte, wurde erst im Mai 2019, wenige Tage vor der Buchveröffentlichung bekannt. Keine leichte unterhaltsame Lektüre, aber ein sprachlich wie dramaturgisch gelungenes Buch, dessen Feuer sich langsam entwickelt und das Potenzial im Laufe der Geschichte entfaltet. Nicht unverdient findet sich der Roman auf der Longlist sowohl für den Deutschen Buchpreis 2019 wie auch für den Österreichischen Buchpreis 2019. Für mich bis dato ganz eindeutig einer der heißen Favoriten.

Marlene Streeruwitz – Flammenwand

Miss.mesmerized am 13.09.2019
Bewertungsnummer: 1245312
Bewertet: Buch (Gebundene Ausgabe)

Im März ist es noch erschreckend kalt in Stockholm. Adele wollte nur schnell Kaffee kaufen und ist schon wieder auf dem Rückweg, als sie vor sich auf der vereisten Straße Gustav entdeckt, der offenbar bereits die gemeinsame Wohnung verlassen hat. Sie folgt ihm, vermutlich ist er auf dem Weg in ihr Café, wo sie gerne immer am selben Tisch das Frühstück genießen. Doch sie kann ihn nicht einholen, Bilder vermischen sich in ihren Gedanken, der aktuelle Tag mit bereits erlebten, immer wieder denselben Begebenheiten. Doch längst ist schon nicht mehr alles im Lot, denn sie weiß von Gustavs Doppelleben, von der unerfüllten Liebe, die sie wieder einmal erlebt hat. Die Gedanken beginnen zu kreisen, alles in ihrem 52-jährigen Leben muss sie nun plötzlich in der Fremde infrage stellen. Marlene Streeruwitz lässt ihre Protagonistin durch die Hölle gehen. Eine ganz bestimmte Hölle, die sie mit dem Titel bereits verortet: die Flammenwand findet sich in Dantes „Göttlicher Komödie“ auf der siebten und damit letzten Terrasse des Läuterungsberges und gilt als der Ort, an dem das sexuelle Begehren überwunden werden muss, bevor der Weg ins Paradies geebnet ist. Die sinnliche Welt muss verbrennen, um den Blick für das Göttliche frei zu machen. Viel dramatischer und höher könnte die Autorin die Referenz kaum setzen als sich auf eines der epochalsten und einflussreichsten Werke der westlichen Literatur zu beziehen. Aber kann sie diesem selbstgesetzten Vergleich gerecht werden? „Sie liebte. War das nicht das erhoffte Abenteuer. Das hatte sie doch herbeigewünscht. Herbeigesehnt. Dieses Teilen, das aus allem mehr machte. Aber es ließ sich nichts aufrufen. Die Bilder flach. Die Bilder zerrannen. Nur die Kälte zu spüren.“ Das Ende einer Beziehung ist nie schön, vor allem für denjenigen, der zu lange im Glückstaumel war und den Blick für die Realität verloren hatte, der blind vor Liebe war und die Anzeichen nicht erkannte. Adele muss schmerzlich erkennen, dass sie betrogen wurde und alles verloren hat, nicht mal mehr ein richtiges Zuhause hat sie, nachdem sie für Gustav von Wien nach Stockholm gezogen ist. Die gänzlich unabhängige Frau, die sich abhängig machte und teuer dafür bezahlen muss. Ausgerechnet einem Mann mit längst überholten, patriarchalen Vorstellungen verfallen zu sein. Der Stream of Consciousness der Protagonistin wird mit jedem neuen Kapitel unterbrochen. Daten, die zunächst nicht zur Handlung passen wollen, versehen mit Fußnoten, die tagtäglich neue politische Absurditäten aus Österreich vermelden. Schnell jedoch sind die Parallelen offenkundig: wie Adele in die Liebesgeschichte taumelt, aus der sie verkatert erwacht, scheinen unsere südlichen Nachbarn die politische Gefahr, in der sie sich befinden, trotz der offenkundigen Zeichen wegen der rosaroten Brille nicht sehen zu wollen oder zu können. Streeruwitz war ihrer Zeit voraus, denn der Ibiza Skandal, der das Land erschüttern sollte, wurde erst im Mai 2019, wenige Tage vor der Buchveröffentlichung bekannt. Keine leichte unterhaltsame Lektüre, aber ein sprachlich wie dramaturgisch gelungenes Buch, dessen Feuer sich langsam entwickelt und das Potenzial im Laufe der Geschichte entfaltet. Nicht unverdient findet sich der Roman auf der Longlist sowohl für den Deutschen Buchpreis 2019 wie auch für den Österreichischen Buchpreis 2019. Für mich bis dato ganz eindeutig einer der heißen Favoriten.

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