Seine Stimme füllte Konzertsäle, betörte die Damenwelt, eroberte in Deutschland, Europa, Amerika ein Millionenpublikum. Joseph Schmidt, Sohn orthodoxer Juden aus Czernowitz, hat es weit gebracht. 1942 aber gelten Kunst und Ruhm nichts mehr. Auf der Flucht vor den Nazis strandet der berühmte Tenor, krank, erschöpft, als einer unter Tausenden an der Schweizer Grenze. Wird er es sicher auf die andere Seite schaffen?
Kundinnen und Kunden meinen
4.5/5.0
Bewertung
aus Wilen bei Wollerau
5/5
25.07.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesenswert
Die Geschichte ist berührend und geschichtlich sehr aktuell. Süffisant geschrieben.
Bewertung
aus Wernetshausen
5/5
26.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Der Sänger
Ein sehr eindrücklicher Roman umso mehr, wenn man diesen Sänger noch und das Buch von Fredi Fassbind schon gekannt hat und dann diese Geschichte wieder auflebt, die in der eigenen örtlichen Umgebung sich abspielte. Traurig!!
Bewertung
5/5
27.05.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Vermeidbare Tragik
Das tragische Schicksal Joseph Schmidts berührt und man folgt ihm in den jederzeit aufhaltbaren Untergang. Vielleicht hätte er sich eher retten können und doch ist verständlich, warum er es nicht getan hat. Den kleinen Schritt konnte er nicht tun. Auch andere hätten ihm mit nur kleinen Dingen retten können, der letzte kleine Schritt fehlte. Parallelen zur Gegenwart offensichtlich.
Joseph Schmidt – ein mir bis dato unbekannter Tenor. Das hat sich nun dank des biografischen Romans „Der Sänger“ von Lukas Hartmann und einer dazugehörigen Leserunde grundlegend geändert.
Doch biografisch ist nur ein Teil der Wahrheit. Vielmehr als das ist es nämlich auch ein erschreckend aktuelles Bild der (europäischen) Flüchtlingspolitik – auch wenn es im Roman eher um die schweizerische Rolle zur Zeit des Zweiten Weltkriegs geht. Die entsprechenden Passagen sind aber von der Wortwahl her so nah an den Argumenten vieler heutiger Aussagen, dass man meinen könnte, der Roman würde im Hier und Jetzt spielen.
Lukas Hartmann hat meines Erachtens nach mit „Der Sänger“ kein besonders romantisierendes Bild von Joseph Schmidt gezeichnet. Er zeigt ihn in allen Facetten menschlichen Daseins mit Ecken und Kanten. Sein Verhältnis zu Frauen ist nicht (unbedingt) das, was man von einem in der Öffentlichkeit stehenden Menschen oder generell von Menschen „erwartet“. Eine Vaterschaft erkennt er nicht an – was in letzter Konsequenz zu ihm passt, da er kaum Verantwortung für sich selbst übernehmen konnte. Stattdessen wurde er auf Grund seiner geringen Körpergröße von nur 1,54 m schon in der Schule gehänselt und auch das Verhältnis zu seinem Vater ist schwierig. Einzig zu seiner Mutter Sara, die er in Czernowitz zurücklassen musste, hatte er zeitlebens ein gutes Verhältnis. Entsprechend sentimental sind die dazugehörigen Passagen im Roman.
Solche Dinge erfährt die Leserschaft während des Romans in Rückblenden, Gedankengängen und Erinnerungen von Joseph Schmidt, während er zunächst das verliert, was ihm am wichtigsten ist – nämlich seine Stimme und er im Zuge dessen unausweichlich auf den Tod hinlebt. Hier spielt auch die Rolle der Schweiz im Umgang mit jüdischen Flüchtlingen mit rein – wäre er richtig und konsequent behandelt worden, hätte Joseph Schmidt den Krieg (womöglich) überlebt.
„Der Sänger“ ist mitnichten ein großer literarischer „Wurf“. Trotzdem lässt der Roman sich gut lesen und Lukas Hartmann hat es immerhin geschafft, mir den Tenor Joseph Schmidt so interessant vorzustellen, dass ich nun gerne seine „richtige“ Biografie lesen würde.
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