In seinen Erinnerungen erzählt der Autor Erich Adler seine Zeit als junger Mann, beginnend mit dem Jahr 1931 in Berlin bis zu seiner Rettung 1945 aus dem Ghetto Theresienstadt. Seine Musik rettete ihm mehrmals das Überleben. Doppelt gestraft durch seine jüdischen Wurzeln und „kapitalistische“ Herkunft verlor er zweimal sein Hab und Gut. Doch er blieb immer eine Frohnatur.
Seit 1969 lebte er mit seiner Familie in Deutschland. Er starb im Mai 1982.
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07.10.2024
Buch (Taschenbuch)
Über Unrecht und Willkür
Ein beeindruckendes Zeitdokument. Also sehr lesenswert. Sein Humor darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Erzählte über Angst, Grauen und Leiden berichtet. Es ist Galgenhumor. Erst 24 Jahre nach der Befreiung hat Adler seine Erlebnisse aufschreiben können. Sein Humor, der sicherlich seiner Natur entsprach, ermöglichte es wohl Adler das Erlebte nieder schreiben zu können. Es ist aber auch stilistisches Element, um einen Kontrapunkt zum Terror der Nazis zu setzen. Und auch deren primitives Benehmen sowie deren grenzenlose Blödheit deckt der Humor auf. Besonders jene Stelle, wo der Zug in Theresienstadt mit dem Rücktransport eintrifft, hört jeder Spaß auf. Das reine Elend der „Fahrgäste“ schlägt dem Leser entgegen. Aber Adler verweilt nicht in bloßer Anklage. Er zeigt auch vielfältig menschliche Regungen auf und auch Schamgefühle, die einige SS-Leute doch aufzubringen fähig sind. Stereotypen sucht man vergeblich.
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