~Lambda Literary Award finalist for the best LGBT YA novel of 2018~
A raw, powerful, but ultimately uplifting debut novel perfect for fans of Aristotle and Dante Discover the Secrets of the Universe from debut author Angelo Surmelis.
Seventeen-year-old Evan Panos doesn’t know where he fits in. His strict immigrant Greek mother refuses to see him as anything but a disappointment. His quiet, workaholic father is a staunch believer in avoiding any kind of conflict. And his best friend, Henry, has somehow become distractingly attractive over the summer.
Tired, isolated, scared—Evan finds that his only escape is to draw in an abandoned monastery that feels as lonely as he is. And yes, he kissed one guy over the summer. But it’s Henry who’s now proving to be irresistible. Henry, who suddenly seems interested in being more than friends. And it’s Henry who makes him believe that he deserves more than his mother’s harsh words and terrifying abuse.
But as things with Henry heat up, and his mother’s abuse escalates, Evan has to decide how to find his voice in a world where he has survived so long by being silent.
This is a powerful and revelatory coming-of-age novel based on the author’s own childhood, about a boy who learns to step into his light.
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„The Dangerous Art of…
Buchstabenträumerin am 10.12.2019
Bewertungsnummer: 2724664
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
„The Dangerous Art of Blending In“ ist ein „Own Voice“ Roman, in dem Autor Angelo Surmelis seine eigene Kindheit und Jugend verarbeitet. Gleichzeitig hat er ein Werk in die Welt gesetzt, das zeigt, wie schwer es unter anderem Homosexuelle noch heute haben, von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Welche Ängste sie ausstehen müssen und wie ignorant und verurteilend einige Menschen, vor allem in Kleinstädten, sein können. Homosexualität ist also die eine Sache, doch Surmelis hatte als immigrierter Grieche auch eine strenge und gläubige Mutter, die ihn jahrelang misshandelte. In einer berührenden Autorennotiz schreibt Surmelis, dass seine Therapeutin ihm empfohlen habe, seine Erfahrungen zu Papier zu bringen, doch wann immer er damit begann, war der Prozess zu schmerzhaft. Erst die Erfindung von Evan, so der Name des Protagonisten in diesem Buch, ermöglichte es ihm, die notwendige Distanz zu erlangen. Dies ist seine Geschichte. Fazit: „The Dangerous Art of Blending In“ von Angelo Surmelis ist ein bedrückender und gleichzeitig befreiender Roman über Homosexualität, Missbrauch und das Aufwachsen als Immigrant in einer Kleinstadt in den USA. Surmelis ist ein „Own Voice“ Autor, der mit dem Schreiben dieser Geschichte seine eigene Kindheit und Jugend verarbeitet. Ein wichtiges Buch, das hoffentlich bei manchen ein Umdenken bewirkt, das vor allem aber zeigt, dass man immer Menschen findet, die einen akzeptieren wie man ist, die einen unterstützen und auffangen, wenn es die eigene Familie nicht kann. Sehr empfehlenswert!
Schwere Themen, kritisch zu betrachten
Jenny Wons aus Bergheim am 07.01.2026
Bewertungsnummer: 2694670
Bewertet: Buch (Taschenbuch)
Dieses Buch ist schwer auszuhalten – emotional, mental und stellenweise auch moralisch. Es erzählt eine zutiefst traurige Geschichte über Kindesmissbrauch, Homophobie, Coming-out und das verzweifelte Ringen darum, in einer feindseligen und urteilenden Umwelt eine eigene Stimme zu finden. Besonders bewegend ist dabei die Autor*innennotiz am Ende, die den ohnehin schon schmerzhaften Text noch einmal intensiviert. Als #ownvoices-Roman besitzt die Geschichte eine spürbare Authentizität, die sich vor allem in den Details und der emotionalen Atmosphäre widerspiegelt.
Gleichzeitig ist dieses Buch kein leichtes oder durchweg gelungenes Leseerlebnis. Es konfrontiert Leser*innen mit schonungsloser Gewalt, lässt aber viele Fragen offen – insbesondere die, ob diese Darstellung notwendig, hilfreich oder gar lehrreich ist.
Handlung
Die Handlung ist weniger eine klassische Erzählung mit Spannungsbogen, Wendepunkten und klarer Entwicklung, sondern vielmehr eine Momentaufnahme aus dem Leben des jugendlichen Protagonisten Evan. Der Roman zeigt einen begrenzten Zeitraum, in dem sich inhaltlich kaum etwas verändert: Evan wird misshandelt, Menschen in seinem Umfeld wissen davon, und niemand greift ein. Genau darin liegt einerseits die Stärke, andererseits die große Schwäche des Buches.
Die ständige Erwartung des nächsten Gewaltausbruchs erzeugt eine enorme Anspannung. Beim Umblättern jeder Seite rechnet man mit dem Schlimmsten. Diese emotionale Belastung ist wirkungsvoll und realistisch – denn auch im echten Leben bedeutet Missbrauch oft genau das: ein endloser Zustand der Angst, ohne sichtbaren Ausweg. Andererseits fehlt der Handlung jegliche Form von Entwicklung oder Perspektivwechsel. Der Roman bleibt über weite Strecken in der Wiederholung des Leids stecken, ohne neue Erkenntnisse oder Fortschritte zu liefern. Dadurch fühlt sich das Buch stellenweise wie eine „Achterbahnfahrt des Nichts“ an: intensiv, aber letztlich stagnierend.
Charaktere
Evan ist ein Protagonist, dem man grundsätzlich wohlgesonnen ist. Er ist eindeutig ein guter Mensch in einer schrecklichen Situation. Dennoch bleibt er überraschend distanziert. Als Leser*in erfährt man sehr viel darüber, was ihm angetan wird, aber vergleichsweise wenig darüber, wer er wirklich ist – über seine Wünsche, Träume, Eigenheiten oder seine Persönlichkeit jenseits des Missbrauchs. Dadurch entsteht eine gewisse Entfremdung: Man leidet mit ihm, aber man lernt ihn nie wirklich kennen.
Seine Mutter ist die klare Antagonistin der Geschichte. Wichtig und richtig ist, dass ihr Verhalten nicht mit einer psychischen Erkrankung erklärt oder entschuldigt wird. Kindesmissbrauch ist keine Folge von „kaputter Gehirnchemie“, sondern eine bewusste Entscheidung. Diese Darstellung vermeidet gefährliche Narrative, die Gewalt relativieren oder entschuldigen könnten. Gleichzeitig bleibt die Figur eindimensional – was zwar realistisch sein kann, aber wenig Raum für tiefere Auseinandersetzung lässt.
Der Vater ist kaum weniger frustrierend: Er sieht zu, schweigt und schützt sein Kind nicht. Auch andere Erwachsene – Nachbar*innen, religiöse Autoritäten, das soziale Umfeld – wissen, was geschieht, und bleiben untätig. Diese kollektive Gleichgültigkeit ist erschütternd und realistisch, aber auch extrem schwer zu ertragen.
Die Romance
Ein besonders problematischer Aspekt des Buches ist die romantische Beziehung zwischen Evan und Henry. Eigentlich soll sie einen Lichtblick darstellen, einen Ort von Nähe und Verständnis. In der Umsetzung wirkt sie jedoch oft ungesund. Grenzüberschreitungen, fehlender Konsens und Aussagen wie „Ich will derjenige sein, dem du vertraust“ erzeugen eher Unbehagen als Trost. Besonders kritisch ist, dass Henry Evan küsst, obwohl dieser klar äußert, dass er Angst hat und sich unsicher fühlt. Diese Dynamik wird im Text nicht ausreichend reflektiert oder hinterfragt.
Die Beziehung ist zudem sehr dramatisch inszeniert und fühlt sich emotional überladen an, ohne die Tiefe zu entwickeln, die nötig wäre, um wirklich glaubwürdig oder heilend zu wirken.
Themen und Einordnung
Das Buch behandelt wichtige Themen: queeres Aufwachsen, körperliche und emotionale Gewalt, Schweigen der Gesellschaft, religiös geprägte Homophobie. Der Schreibstil ist fesselnd und atmosphärisch dicht – so sehr, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, selbst wenn man es eigentlich möchte. Besonders gelungen ist, wie die Autor*in die innere Zerrissenheit und Daueranspannung vermittelt.
Gleichzeitig stellt sich die Frage nach der Zielgruppe. Die Vermarktung als Jugendbuch wirkt problematisch. Der Text bietet kaum Orientierung, keine echten Hilfestellungen und wenig Hoffnungsperspektiven. Für junge Leser*innen – insbesondere für Betroffene – könnte diese Lektüre eher retraumatisierend als unterstützend sein. Positiv ist jedoch, dass am Ende des Buches Hilfsangebote und Hotlines aufgeführt werden.
Fazit
Dieses Buch ist intensiv, schmerzhaft und stellenweise beeindruckend geschrieben – aber auch frustrierend, erschöpfend und problematisch. Es zeigt Missbrauch in aller Härte, ohne ihn zu romantisieren oder zu entschuldigen, bleibt jedoch erzählerisch zu sehr im Leid stehen. Die problematische Romance, die fehlende Charaktertiefe und der Mangel an neuen Perspektiven schmälern den Gesamteindruck deutlich.
Ein gut geschriebener, emotionaler Roman mit wichtigen Themen und hoher Authentizität, der jedoch mehr belastet als erklärt und mehr zeigt als einordnet. Empfehlenswert mit starken Vorbehalten – und nur für Leser*innen, die sich der Trigger bewusst sind.
3 von 5 Sternen!
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