Keine andere Band hat wohl so ein verhasstes Genre nach sich gezogen wie Korn. Nu Metal nannte man es, oder Crossover. Auf dieser Welle ritten unter anderem Limp Bizkit, die frühen Linkin Park, oder die deutschen Matadoren von den H-Blockx. Die einzig wahren Vertreter waren und sind aber bis heute Korn, die den gewagten Stil aus Metal und Rap so sehr etablierten wie keine andere Band danach, außer vielleicht Limp Bizkit mit Veröffentlichungen wie Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavoured Water. Der ultimative Klassiker des Genres ist aber mit Sicherheit Follow the Leader, das sich musikalisch zwar in diesen Gefilden bewegte, aber nicht durch lyrisches Geprolle bestach, sondern eine textliche Sicherheit, die man zu jener Zeit auf diesem Sektor vergeblich suchte. Aber auch auf dem instrumentalen Sektor unterschied sich Korn stets von ihren Mitstreitern. Beinahe jeder Slap des Bass ist zu hören, ebenso die Percussion, sprich die Rhythmussektion war enorm wichtig im Sound der Band. Über dieses breite Grundgerüst legten sich schließlich die beiden Gitarren, die sowohl verspielt, wie bratend klingen konnten. Besonders eindringlich ist dies bei Songs wie Freak on a Leash zu hören, der ohnehin zu den größten Klassikern der Bandgeschichte gehört. Ebenso das darauf folgende Got The Life. Zwar kein Klassiker, aber dennoch eine großartige Nummer ist das starke Dead Bodies Everywhere, das mit einem tollen Refrain aufwartet. Zwischendrin gibt es immer wieder Experimente, wie die Hip Hop Nummer Children of the Korn oder All in the Family, bei der sich Davies gesangstechnisch, bzw. raptechnisch, Unterstützung holte von Limp Bizkit Frontmann Fred Durst. Und dann sind da noch jene Nummern, die man kaum noch zu hören bekommt, die aber keinesfalls in Vergessenheit geraten sollten, allen voran Pretty, das sowohl textlich kritisch ist, wie auch einen der besten Chorus der Karriere Korns bietet.
Follow the Leader ist sicher das Album, das der Band ihren rechtmäßigen Platz im Metalgedächtnis gesichert hat, und das vollkommen zu Recht, gemessen daran wie viele Spitzentitel hier vertreten sind.
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