Weil Mama Spätschicht hat und Papa ganz weit weg ist, haben Merle und Moritz eine neue Nachtfrau. Sie heißt Gesine Wolkenstein, hat schmale Lippen und unheimliche Augen, die erst grasgrün sind, dann schwarz und zuletzt hellblau und durchsichtig. Ausgerechnet sie soll die Kinder ins Bett bringen! Doch in den Nächten ist da plötzlich Frau Wolle. Sie regiert das Reich hinter der schwarzen Tür, von dem Papa früher erzählt hat. Dort wohnen die Spitzzahntrolle, die nur in Reimen reden, und der wachsame Waisenfuchs Silberträne. Da gibt es das Lager der verlorenen Sachen und den Saal der Bonabären, da findet man die Gedankenbremse, und wenn es im Weltempfänger rauscht, können Merle und Moritz Papas Stimme hören. Und das tröstet ungemein.
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Daggy
5/5
26.09.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Fantastische nächtliche Abenteuer in der Mukelei
Die alleinerziehende Krankenschwester muss zukünftig in Nachtschicht arbeiten und deshalb sucht sie für ihre Kinder eine Nachtfrau. Es meldet sich ausgerechnet Elfriede Wolkenstein die Inhaberin des schwarzen Ladens, an dem die Kinder schnell vorbei laufen, weil er die Kinder verschlingt. Nachts haben Merle und Moritz immer der Stimme ihres Vaters aus dem Weltempfänger gelauscht. Elfriede Wolkenstein ihnen am Abend Kakao mit Sahne und danach müssen beide ins Bett. Doch in der Nacht geschieht etwas unheimliches, die Zimmertür führt in die Murkelei. Von diesem Land hat ihnen ihr Vater immer erzählt, ein gefahrenreiches Land. Dort wohnen die Spitzzahntrolle, die die Kinder zwingen wollen Schokolade zu essen, damit sie sich ebenfalls in Trolle verwandeln. Zum Glück liegen die Geschwister am nächsten Morgen wieder in ihrem Bett, stellen aber fest, dass das kein Traum war und Gesine Wolkensteingenau weiß, was geschehen ist. Sie ist es auch die den Kindern Tipps gibt, damit sie ihre Abenteuer in der Murkelei gut überstehen. Das Buch endet mit einem Schild "Fortsetzung folgt" und auf diese Fortsetzung bin ich schon sehr gespannt.
Jutta Richter hat sich an ihre Kindheit erinnert, in der ihr Vater Falladas "Geschichten aus der Murkelei" weitergesponnen hat. Ich finde sie hat dieses Fantasieland schön in diese moderne Geschichte eingebunden. Es ist schon sehr spannend und gefährlich, was die Kinder da nachts erleben.
140 Seiten umfasst das Buch, also für gute Erstleser leicht zu schaffen und die anderen müssen es sich vorlesen lassen. Spannend geschrieben mit Bildern, die die Geschichte gut begleiten. Ich fände eine vorläufiges Ende besser, so hat es was von Dailysoaps.
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