Schloss Freystetten, 100 Kilometer nördlich der jungen Kaiserstadt Berlin. Im Winter des Jahres 1876 laufen drei junge Mädchen auf dem See im Park Schlittschuh: Ricarda, die Tochter des Obergärtners, ihre Schwester Antonia und Florentine, die Tochter des Grafen. Florentine bricht in das Eis ein. Antonia eilt ihr zu Hilfe, stürzt selbst in das eiskalte Wasser und ertrinkt, während Florentine dank Ricarda überlebt. Dieses Schicksal verbindet fortan die beiden Familien. Henriette von Freystetten, die Schwester des Grafen, nimmt Ricarda mit nach Berlin und ermöglicht ihr den Schulbesuch. Henriette ist eine unabhängige, unkonventionelle Frau, die es sich in den Kopf gesetzt hat eine eigene Zahnarztpraxis zu eröffnen. Sie ist ihrem Schützling ein Vorbild. Einige Jahre später lernt Ricarda - inzwischen ausgebildete Krankenschwester - die Armenviertel Berlins mitsamt ihrer katastrophalen medizinischen Versorgung kennen. Sie beschließt selbst Medizin im Ausland zu studieren, weil es ihr in Deutschland nicht möglich ist. Doch da begegnet sie dem jungen Stabsarzt Siegfried und verliebt sich Hals über Kopf … Beate Rysopp liest diesen wunderbaren historischen Roman auf diesem ungekürzten Hörbuch mit viel Gefühl.
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
hoerbuchfan81
5/5
08.08.2019
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Prima Reihenstart
Ich habe das Hörbuch verschlungen. Neben der sehr sympathischen Protagonistin Ricarda, mit der man sich gut identifizieren kann, fand ich spannend zu erfahren, wie damals im neunzehnten Jahrhundert die medizinischen Verhältnisse waren. Auch die Sprecherin Svenja Pages macht einen guten Job und hat eine sehr angenehme Tonlage. Das Ende ist ein echter Cliffhanger, ich freue mich darum schon sehr auf Teil 2, der zum Glück auch schon bei Thalia ist.
Klaudia K.
aus Emden
5/5
04.07.2018
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Alles für die Medizin
"Die Ärztin - das Licht der Welt" von Helene Sommerfeld ist ein faszinierender historischer Roman, der im österreichischen Kaiserreich des ausgehenden neunzehnten Jahrhunderts spielt.
1876 begibt sich Ricarda Peterson, eine Gärtnerstochter aus dem ruhigen Mark Brandenburg in die turbulente Stadt Berlin als Mündel der Komtesse Henriette von Freystetten die dort als selbständige Ärztin tätig ist. Ricarda ist sofort von der ihr völlig fremden Welt der Medizin fasziniert und fühlt sich in ihrer neuen Umgebung schon bald wie zu Hause. Die Komtesse Henriette ist eine unverheiratete junge Frau, die in der glanzvollen Kaiserstadt ein, zur damaligen Zeit, sehr emanzipiertes Leben führt. In jenen Tagen war es die Ausnahme, dass Frauen derartige akademische Berufe ausübten und so gehört die Komtesse zu den ersten deutschen Ärztinnen überhaupt. Durch ihre Intelligenz und ihren Fleiß hat sie sich eine solide Fachkompetenz angeeignet und kann folglich viele Frauen heilen. Sie weist beachtliche Erfolge in der Behandlung der Bleichsucht und diagnostiziert die damals gefürchtete Tuberkulose schon an deren frühen Symptomen. Die Komtesse Henriette ist durch ihren Charakter und ihre medizinischen Erfolge bei den reichen Frauen der höheren Gesellschaft sehr beliebt.
In Ricarda wächst der Wunsch, eines Tages auch für die arme Bevölkerung eine medizinische Versorgung zu ermöglichen. Mit ihren Freundinnen beginnt sie, den erwerbstätigen Ärztinnen als Pflegekraft zur Hand zu gehen. Ob sich Ricardas Leidenschaft eines Tages als Ärztin für die ärmere Bevölkerung tätig zu sein verwirklichen lässt? Sie lernt den angehenden Militärarzt Siegfried Thomasius kennen, der ihre Zuneigung erwidert. Wird ihre Liebe stark genug sein, um die schwere Zeit, die ihnen bevorsteht zu überstehen?
Das ungekürzte Hörbuch wird von Beate Rysopp gesprochen, deren wunderbare Stimme den ohnehin hervorragenden Roman einen ganz besonderen Glanz verleiht. Sie versteht es ausgezeichnet, die handelnden Personen und ihre Charaktere in wieder erkennbarer Weise zu vertonen. Der Hörer wird damit der Handlung mühelos folgen können und durch die Intonation der begnadeten Sprecherin ein kurzweiliger Hörgenuss der Extraklasse geboten.
Die vielen Facetten der authentisch herausgearbeiteten Charaktere lassen die Protagonisten auf überzeugende Weise in ihren Handlungsrahmen agieren. Die hervorragende Recherchearbeit der Autorin bildet die Medizin jener Kaiserzeit sehr gut in der Story ab und lässt den Hörer über die, aus heutiger Sicht, gravierenden Mängel jener Zeit geradezu erschauernd staunen. Sehr interessante historische Fakten schenken dem Hörer - ganz nebenbei - wertvolles Wissen über die bildungspolitischen Zustände der damaligen Zeit. So erfährt man im Roman, dass Frauen den medizinischen Beruf zwar nicht in Deutschland wohl jedoch in England und anderen europäischen Ländern studieren durften. Hörer historischer Romane, die Werke inhaltlicher Tiefe mit solidem Hintergrundwissen schätzen, werden dieses Hörerlebnis lieben.
Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil, der im Herbst erscheint.
Ein herzliches Dankeschön an Audiobuch Verlag für das interessante Hörbuch.
Bewertung
aus Hude
5/5
10.06.2018
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1890- Eine Zeit, in der die Frauen um jegliches Privileg kämpfen mussten- Vor allem für Bildung!
Ricarda wächst als Tochter eines Gärtners und einer Köchin für einen Adelssitz auf. Als ihre Schwester stirbt, stürzt dies ihre Mutter ins Unglück. Was heutzutage eine Depression ist, wurde damals als die Melancholie der Frau bezeichnet. Da Ricarda mit wachem Blick für Krankheiten und ihre Faszination bei der Komtess Freystetten, ihres Zeichens Ärztin, kundtut, lädt die Komtess die 13 jährige Ricarda ein, mit ihr nach Berlin zu kommen, um ihr die Medizin nahezubringen und sie gegebenenfalls auszubilden.
Merkwürdig wirkt alles in dem großen Berlin. Schnell wird ihr klar, dass die Frauen für jegliches Privileg zu kämpfen haben und dies durch Höflichkeit, Klugheit und Witz gelingen kann. Ricarda hilft in der Praxis der Komtess aus und lernt so den Umgang mit Patienten kennen und ihr Wissenshunger nach der Medizin wird immer stärker.
Als sie durch eine Erkrankung eines kleinen Mädchens den militärischen Medizinstudentin Sigfried kennen lernt und er ihr die Mikrobiologie nahebringt, steht für sie fest, dass sie ein Medizinstudium in Bern beginnen muss. Der Werdegang Ricardas ist nicht immer rosig, trotz der vielen Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, schafft sie es ihren eigenen Weg zu finden und immer den Kopf oben zu halten. Sie lernt viele verschiedene Charaktere kennen. Beobachtet und erfährt Gewalt, Hass aber auch Liebe und entwickelt hieraus eine ganz eigene und selbstbewusste Sicht auf die Menschheit, sowie auf die medizinischen Möglichkeiten.
Das Hörbuch, gesprochen von Beate Rysopp, ist eine 10 Stunden lange Reise durch die Kaiserzeit, an Ricardas Seite.
Ricarda wächst als Tochter eines Gärtners und einer Köchin für einen Adelssitz auf. Als ihre Schwester stirbt, stürzt dies ihre Mutter ins Unglück. Was heutzutage eine Depression ist, wurde damals als die Melancholie der Frau bezeichnet. Da Ricarda mit wachem Blick für Krankheiten und ihre Faszination bei der Komtess Freystetten, ihres Zeichens Ärztin, kundtut, lädt die Komtess die 13 jährige Ricarda ein, mit ihr nach Berlin zu kommen, um ihr die Medizin nahezubringen und sie gegebenenfalls auszubilden.
Merkwürdig wirkt alles in dem großen Berlin. Schnell wird ihr klar, dass die Frauen für jegliches Privileg zu kämpfen haben und dies durch Höflichkeit, Klugheit und Witz gelingen kann. Ricarda hilft in der Praxis der Komtess aus und lernt so den Umgang mit Patienten kennen und ihr Wissenshunger nach der Medizin wird immer stärker.
Als sie durch eine Erkrankung eines kleinen Mädchens den militärischen Medizinstudentin Sigfried kennen lernt und er ihr die Mikrobiologie nahebringt, steht für sie fest, dass sie ein Medizinstudium in Bern beginnen muss. Der Werdegang Ricardas ist nicht immer rosig, trotz der vielen Steine, die ihr in den Weg gelegt werden, schafft sie es ihren eigenen Weg zu finden und immer den Kopf oben zu halten. Sie lernt viele verschiedene Charaktere kennen. Beobachtet und erfährt Gewalt, Hass aber auch Liebe und entwickelt hieraus eine ganz eigene und selbstbewusste Sicht auf die Menschheit, sowie auf die medizinischen Möglichkeiten.
Das Hörbuch, gesprochen von Beate Rysopp, ist eine 10 Stunden lange Reise durch die Kaiserzeit, an Ricardas Seite.
Die Autorin zeigt, dass sie sich mit der Thematik sehr präzise auseinandergesetzt hat, in dem sie detailreich über Erkrankungen, Behandlungen und Methoden erzählt. Ricarda wächst über sich hinaus und durch den sehr schönen und flüssigen Erzählstil, wird einem nie langweilig. Man weint und lacht mit Ricarda, fiebert mit ihr mit und freut sich über ihre Schritte in der Medizin. Ich empfand dieses Hörbuch als eine Bereicherung!
Bewertung
aus Halle
5/5
09.02.2021
Buch (Taschenbuch)
Grandioser Auftakt einer Ärzte-Saga
Helene Sommerfeld versteht es, trockene medizinische Fakten so geschickt in die Story zu verflechten, dass man meinen könnte, man studiere beim Lesen nebenbei Medizin.
Alle, die Freunde von aufstrebenden und rebellierenden Frauen in einer von Männer dominierenden Welt sind, werden dieses Buch lieben.
Der Text liest sich zügig und flüssig. Auch wenn die Kapitel sehr lang erscheinen, gibt es jedoch genug Absätze, bei denen man eine Lesepause einlegen kann. Die Geschichte von Ricarda wird sehr anschaulich und nah geschrieben, sodass man als Leser bei allem dabei ist, was ihr widerfährt.
Ein tolles Buch, welches ich immer wieder empfehlen würde.
Anja H.
aus Bremen
5/5
20.11.2020
Buch (Taschenbuch)
Sie kämpft für ihre Zukunft
Zu der Zeit, wo es Frauen hauptsächlich bestimmt war, nur für Heim und Kinder zuständig zu sein.Da kam es langsam zu einen Wandel,für die Frau von heute.
Ricarda,damals noch 13 und die Tochter des Gärtners auf einen großen Anwesen.Darf ein ganz neues Leben beginnen,nachdem sie die Tochter des Grafen das Leben rettet.
Denn die Komtess (und Tante der Tochter des Grafen),sieht in Ricarda die Neugier zum lernen,die WElt auch mal aus anderen Augen zu sehen.Als ihr vorbestimmt wird,oder werden würde.
Sie lernt in Berlin nicht nur die schönen Seiten der Gesellschaft kennen,sondern auch die Schattenseiten.Das die Leute in den Armenvierteln und erkrankte Frauen keine Behandlung bekommen.
Dadurch weckt in Ricarda der Wunsch "Ärztin" zu werden.Doch in Deutschland wurden zu der Zeit keine Frauen dazu ausgebildet,weil es ihnen nicht erlaubt wurde.Doch Ricarda lässt sich davon nicht abhalten .
Was mich sehr packte ,mit welchen Mut Ricarda an de Aufgaben ranging und vieles auch mehrfach für sich hinterfragte.Wo viele vielleicht nur die Achseln gezückt hätten und dachten"das ist nun mal so und nicht zu ändern".Auch war mir nicht bewußt das damals Frauen nicht von Männern behandelt wurden,besonders die in den Armenvierteln.Und wie Streng das alles getrennt war, zwischen Mann und Frau.Ich dachte bis dahin ,man wäre schon weiter und etwas offener.Und auch die Vorstellung, das die meisten Frauen erst einen Beruf oder ausbildung machen durften,aber sobald sie Verheiratet waren, wurde es ihnen verboten von ihren Männern.Es ist nicht nur Geschichtliche eine Spannende Reise,sondern auch der Weg von Ricarda.Der sie in viele Bereiche blicken ließ,hat mich sehr gefesselt.
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