Denise Martins Start in die Werbebranche fällt bescheiden aus. Dabei ist sie schon Mitte dreißig und sucht noch ihren Platz im Leben. Denise nutzt ihre Chance, sich zu beweisen – prallt aber auf die rechte Hand des Agenturchefs: Kathi. Die ist blond, attraktiv und überaus ehrgeizig. Bereits am ersten Tag geraten die beiden aneinander … und lassen sich so schnell nicht mehr los. Zwei Frauen treffen sich zwischen Nähe und Distanz, Teamwork und Konkurrenz. Finden sie ihre Balance?
Kundinnen und Kunden meinen
4.8/5.0
Bewertung
aus Potsdam
5/5
01.10.2023
Buch (Gebundene Ausgabe)
Befreiungen
Wem es gelingt, beim Lesen dieses Buches auch das ein oder andere mal inne zu halten, sich den grade gelesenen Dialog oder Gedankengang der beiden Hauptfiguren auf das eigene Leben zu projizieren und dann noch zu überlegen, was wohl eine Autorin dazu antreibt, solchen Sätze zu schreiben – der/die hat mit „Am richtigen Platz“ die Chance, weit mehr zu erfahren als eine Job-Beziehungskisten-Story mit Happy-End.
Es ist ein dickes Buch. 524 Seiten in Normaldruckgröße. Da könnte ein ganzes Leben von Kathi und Denise drinnen stecken. Tuts aber nicht. Wir werden Zeugen von grade einmal einen Dreivierteljahr des literarischen Lebens dieser beiden Frauen (abgesehen von Rückblenden).
Es ist ein Buch mit einem Klappentext eines Bahnhofs-Trivialromans. Ich bin mir sicher, den hat Frau Schairer niemals selbst so verfasst. Wüsste ich nicht um die Tiefe, in der die Autorin schreibt und ihre Geschichten erzählt, dann würde mich so ein Klappentext ehr abschrecken.
Auch der Titel gibt ehr den Geschmack eines Konsalik her, als dass er auch nur ansatzweise die eigentliche Geschichte und den wirklichen Wert des Buches verrät. Schade. Vermutlich auch Verlagsentscheidungen (wie bei so vielen Büchern von Frau Schairer); Ausnahmen sind hier „Sommer im Barock „, Marie – anderswie“ und das „Fluss mit zwei Brücken“.
Und wer Schairer liest, weiß, dass man sich immer auch auf ein Stückweit Krimi einlassen muss: im „Fluss mit zwei Brücken“ als hervorragend recherchierten Kunstsammler-Roman und zB in „Zurück auf Los“ in die Welt einer Neurologin, die in einen Strudel von Ereignissen in einem Kurort gerät.
Und was irgendwie auch auffällt, ist, dass die Autorin gerne junge, pubertierende Personen als Nebenstränge in ihre Bücher mit einwebt. Deren Dialoge sind dann stets was zum Schmunzeln, weil so wahr, typisch und unverblümt. Zu finden auch im „Sommer im Barock“, im hervorragend dichten, fast kammerspielartigen „In diesem Moment“ und z.B. eben auch hier im „Am richtigen Platz“.
In diesem Roman kommt zum pubertierenden Verhalten dann auch noch eine lehrbuchreife Abwatschung jeglicher religiöser Bigotterie; - genial eingebaut in die Geschichte und gewiss genug Stoff, um dieses Buch irgendwann fortzuschreiben. – Schade dass es von den Schairer-Büchern keine Fan-Fiction gibt.
Zum Inhalt und der Story möchte ich nicht der Versuchung erliegen, her zu „spoilern“. Deshalb sei nur soviel angemerkt: Es gibt im echten Leben viele Arten von psychischen Abhängigkeiten; im Buch sind mindestens vier, wenn nicht mehr davon als quasi Entwicklungsroman verknüpft. D.h. nicht nur die beiden Hauptpersonen erarbeiten sich mühsam eine Befreiung daraus. Nein, auch eine 16 Jährige und ein auf die 70 zugehender Mann. Alle müssen lernen und vor allem kommunizieren, um sich aus ihrer ureigenen Abhängigkeit befreien zu können. Insofern ist das ganze Buch ein „Mutmachbuch“. Sehr zu empfehlen für Menschen, die nach dem frischen Wind einer Befreiung aus ihren Ängsten, Traumata und Verletzungen suchen. Frau Schairer hat es hier in besonders beeindruckender Weise geschafft, Menschen subtil „erwachsen“ zu lassen.
Ich finde, die Autorin hat auch und grade mit diesem Werk eine tiefe Verbeugung und Achtung von uns Lesern (allen Geschlechtes) verdient!
Dora
aus Österreich
5/5
12.06.2021
Buch (Gebundene Ausgabe)
Denise kehrt nach einigen…
Denise kehrt nach einigen Jahren im Ausland zurück nach Österreich und kriegt einen Job in der Werbeagentur ihres Vaters. Eigentlich ist sie nicht dafür qualifiziert, daher setzt er sie auch nur als Praktikantin ein. In dieser Funktion muss sie Kathi zuarbeiten, der rechten Hand ihres Vaters. Es kracht gleich am ersten Tag zwischen den beiden. Doch dann erleidet Denises Vater einen Herzinfarkt und die beiden Frauen müssen sich arrangieren....und kommen sich dabei näher als erwartet. Wieder eine romantische Liebesgeschichte von Carolin Schairer mit attraktiven, sympathischen Hauptpersonen, die immer wieder überraschen. Habe schon viele lesbische Romane gelesen, von vielen Autorinnen, aber keine erschafft so authentische und gleichzeitig verzaubernde Personen und Handlungen wie sie. Eine echte Leseempfehlung.
Bewertung
aus Glattfelden
5/5
01.12.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Mitreissende Story
Es war das ersts Buch von Caroline Schairer aber sicher nicht das letzte. Die Geschichte liesst sich leicht und Flüssig. Immer wieder überraschen unerwartete Wendungen. Absolut lesenswert
Bewertung
aus Brunn am Gebirge
5/5
01.06.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Lesenswert
Eine klare Leseempfehlung! Wieder ein sehr gut und flüssig geschriebener Roman von Carolin Schairer. Die Geschichte baut sich schön auf und man ist gespannt wie es weiter geht. Trotz des deutlich größeren Seitenumfangs kamen meines Erachtens keine Längen auf. Gewisse Situationen überraschen - die sehr unerwartete Wendung, die zur ersten gemeinsamen Nacht führt, war ein wenig zu früh, aber das wird ja auch von der einen Hauptdarstellerin als unerwartet und eher unpassend bezeichnet. Aber es geht natürlich nicht nur um die Liebesgeschichte, denn wie so oft, versteckt sich viel mehr in CS Geschichten. Hier wird vieles an Seelenqualen, Vertrauen, Selbstzweifel und Toleranz gut verpackt. Ich kann es nur empfehlen!
Intentions
4/5
30.06.2020
Buch (Gebundene Ausgabe)
Generell bin ich wirklich ein…
Generell bin ich wirklich ein Fan von der Autorin. Ich bin erst neu suf sie aufmerksam geworden, aber ich mag ihre Art die Gefühle der Protagonist*innen aufzuzeigen. Sie vermittelt einem die Diskrepanzen von Kommunikation und wie zwei sich liebende Menschen teilweise aneinander vorbei reden können. Ich mag die Kennenlernphase der beiden Hauptfiguren und das miteinander Durchstehen der Lebensphasen. Es macht Mut und zeigt, wie sich zwei sich liebende Menschen derart unterstützen und weiterbringen können. Da möchte man dieinitiv an die Liebe glauben.
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