Die Chronik einer Nacht, die Chronik eines Lebens. Ein bestechender Roman über Schuld und Verlust, Flucht und Heimat, die Liebe und ihre Vergänglichkeit – dicht komponiert und packend erzählt.Ein Soldat allein auf dem Wachturm. Er bewacht eine Grenze, die unvermutet traurige Relevanz erhalten hat. Seine Gedanken wandern immer wieder zurück in der Zeit, zurück zu einem Leben voll Liebe und Glück, das jäh eine Kehrtwende erfahren und ihn gebrochen zurückgelassen hat. Die Nacht ist lang, da ist Regen, da ist Sturm, da ist Verzweiflung und Aufruhr und ein Gesicht auf der anderen Seite des Zaunes, ein Mann auf der Flucht – so wie der Soldat selbst …Hält der Grenzzaun, halten die inneren Dämme?
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
5/5
24.04.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unbedingt Lesen!
Wunderbares Buch. Nach seinem Roman "Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod" war ich sehr gespannt auf das neue Buch. Ein wunderbares Buch - berührt sowohl durch Inhalt, "Message" als auch durch den Schreibstil - unbedingt lesen!
Bewertung
5/5
04.03.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Gerhard Jäger war einer der ganz...
Gerhard Jäger war einer der ganz großen Schriftsteller unserer Zeit! Poetisch und leise erzählt er von einem namenlosen Soldaten, von Flucht und von Menschlichkeit. Toll!
Bewertung
5/5
08.02.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Halten Sie eine einzige Nacht...
Halten Sie eine einzige Nacht Wache mit diesem Soldaten, tauchen Sie ein in seine Gedanken und Nöte und es ist so, als ob Sie selbst dort im Regen stehen und in die Nacht lauschen!
Bewertung
5/5
08.02.2019
Buch (Gebundene Ausgabe)
Unerbittlich ist die Kälte, der Regen durchnässt ihn, und die Dunkelheit ist undurchdringlich.
Ein Soldat hat Nachtdienst und bewacht eine imaginäre Grenze irgendwo im Osten des Landes. Er soll diese Grenze vor Fremden schützen, er hat sogar einen Schießbefehl!
Er ist allein, lauscht in die Dunkelheit, Gedanken kreisen in seinem Kopf, er friert und unaufhörlich prasselt der Regen.
Um sich die Zeit zu vertreiben, liest er in den Tagebuchaufzeichnungen seiner Großmutter. Auch sie war einst als Flüchtling ins Land gekommen, damals in diesem unerbittlichen großen Krieg.
Sie war beinahe noch ein Kind und schildert ihre Fluchterlebnisse die ihn zutiefst erschüttern.
Auch seine eigene Geschichte die nicht ohne Tragik blieb erfahren wir. Seine Kindheit und Jugend, wir sind bei ihm, in seinen Gedanken, durchleben auch die schmerzlichsten Stunden als er sein kleines Kind durch einen tragischen Unfall verliert, und während die Nacht fortschreitet und er sich immer mehr fragt was er da eigentlich tut und zu welchem Sinn und Zweck er dort ausharrt---hört er plötzlich ein Geräusch das die Stille durchbricht!
Gerhard Jäger ist so unglaublich, er berührt etwas ganz tief in mir. Nicht nur seine poetische Sprache ist es die mich begeistert, nein, er schafft es tatsächlich das man während des Lesens glaubt im Kopf des Soldaten zu sein, seine Gedanken zu denken, seine zwiespältigen Gefühle nachzuempfinden, seine Angst und Zweifel zu teilen und zu erfahren wie Geschichte sich dort gnadenlos wiederholt und Entscheidungen verlangt!
Das ist ganz große Literatur!
Noch eine Anmerkung: Gerhard Jäger ist bereits im November vergangenen Jahres ganz plötzlich verstorben.
Leider, und ich bedaure es wirklich sehr, hat er uns nur 2 Bücher hinterlassen! Vor diesem erschien "Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod"
Auch dieses Buch kann ich Ihnen sehr ans Herz legen!
Ich danke dem Autor für diese unvergleichlichen Leseeindrücke, und gäbe es mehr als 5 Musen, so hätte ich sie gerne vergeben!
Sikal
5/5
13.09.2018
Buch (Gebundene Ausgabe)
Ein außergewöhnlicher Roman
Das Buch von Gerhard Jäger erzählt die Geschichte eines Soldaten, der auf einem Wachturm eine Grenze zu bewachen hat. In den Kapiteln wird jede einzelne Stunde beschrieben, Stunden voller Ängste, Trauer, Erinnerungen, … Begleitet von seiner Waffe, von der er sich beschützt fühlt – doch beschützt wovor? Erst mit der Zeit erfährt der Leser, dass es um Flüchtlingsströme geht, die man mit einem Zaun daran hindern will, die Grenze zu passieren. Bewacht von Soldaten mit Schießbefehl, die darauf warten, dass Menschen unerlaubt diese Grenze überschreiten wollen.
Ebenfalls begleitet ihn ein Heft seiner Großmutter, die ursprünglich ebenfalls Flüchtling war und ihre Erinnerungen notierte, damit diese nicht in Vergessenheit geraten. So liest der Soldat über Flüchtlinge, die von Familien aufgenommen werden ebenso wie von solchen, die vergeblich an eine Tür klopfen. Er liest über Krieg und Vertreibung, grausame Bilder, die sich in Menschen einbrennen.
„Ist es immer so, fragt er sich. Wenn irgendwo Menschen kommen, stellen die einen Teller auf
die Tische und die anderen marschieren mit Transparenten. …, manche stehen mit Gewehren an der Grenze und warten auf Bäcker, Maurer, Hilfsarbeiter und Ingenieure.“
Doch der Soldat hat auch mit seinen eigenen Erinnerungen zu kämpfen. Der Verlust seiner kleinen Familie betäubt sein Handeln, er verkriecht sich in Dunkelheit und Stille und trotzdem scheint die Nacht lang zu werden. So vergeht Stunde um Stunde, während es stürmt und regnet … Er versinkt in seinen Träumen und Erinnerungen, liest das Heft der Großmutter und hält Ausschau nach dem Unbekannten, dem Fremden, das nicht gewünscht wird.
Für mich ist die Sprache das Besondere dieses Romans, der mich sehr beeindruckt hat. Die Großmutter, die mit wenigen Worten so vieles sagt, berührt sehr – ihr Erinnerungsheft soll den Enkel erinnern, wenn „sie kommen“.
Ein Roman, der mich noch oft nachdenken lässt über Grenzen und Toleranzen, über Ängste und Eingeschränktheit, über das Glück, dass ich mit meiner Familie gemeinsam in einem Land wie Österreich leben darf.
„Nicht jeder hat das Glück, dass ihm die Heimat bleibt.“ – schreibt Gerhard Jäger.
Ein großartiger Roman, dem ich viele Leser wünsche. Gerne vergebe ich 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
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